Burgund ist eine von Frankreichs wohl schönsten Regionen – Die Landschaften sind geprägt von Weinbergen, grünen Weiden und gelb leuchtenden Rapsfeldern. Durchzogen werden diese von zahlreichen Kanälen und Flüssen, auf denen ihr an bezaubernden Ortschaften und verwunschenen Chateaus vorbeifahrt.

Einen Urlaub in Frankreich verbringen – Bei diesem Gedanken kommen uns meist Bilder von abwechslungsreichen Landschaften, wilden Küsten und vom hervorragenden Essen in den Sinn. Nicht umsonst nutzt man schließlich die Redensart „wie Gott in Frankreich leben“, wenn man es sich richtig gut gehen lässt und eine unbeschwerte Zeit genießt. Heute möchte ich euch eine ganz besondere Region Frankreichs vorstellen, in der ihr genau das erleben könnt: Das wunderbare Burgund. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe meinen Koffer gepackt und mich persönlich von der Schönheit dieses Fleckchen Erdes überzeugen können.

Burgund – Natur und Kulinarik

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Burgund
Besucht das herrliches Burgund!

Von Dijon bis Chalon – Burgund stellt sich vor

  • Burgund liegt im Zentrum Frankreichs. Ihr könnt die Hauptstadt Dijon von Paris aus nach einer 3-stündigen Autofahrt erreichen.
  • Anreisen könnt ihr natürlich auch direkt über die Flughäfen Dijon oder Lyon. Für die Weiterreise empfiehlt sich ein Mietwagen.
  • Seit Anfang des Jahres 2016 ist Burgund streng genommen keine eigenständige französische Region mehr, sondern wurde zusammen mit Franche- Comté zur Region Bourgogne-Franche- Comté zusammengefasst.
  • In Burgund finden sich auch heute noch Spuren der alten Römer und Gallier, die Region gilt als sehr geschichtsträchtig.
  • Burgund ist eine Gourmethochburg. Wenn ihr schon immer die gute französische Küche genießen wolltet, solltet ihr das in Burgund tun. Welche regionalen Spezialitäten ihr auf jeden Fall probieren solltet, verrate ich euch später.
  • Besonders bekannt ist Burgund außerdem für seine hervorragenden Weine, hier findet ihr einige der berühmtesten Weinberge der Welt. Ihr solltet also auf jeden Fall an einer Weinprobe teilnehmen.
  • Neben entspannten Spaziergängen durch kleine Örtchen, oder einer Wanderung über die grüne Flur könnt ihr die Region am besten vom Wasser aus erkunden. Wer schon immer davon geträumt hat ein Hausboot zu besitzen, kann diesen Traum zumindest für die Zeit des Urlaubs verwirklichen. Über Anbieter wie Locaboat könnt ihr ein schwimmendes Zuhause auf Zeit mieten und durch die zahlreichen Kanäle fahren, die die malerische Landschaft durchziehen. Viele sehenswerten Orte, wie zum Beispiel Chalon oder Mâcon, liegen direkt an diesen Kanälen und verfügen über moderne Häfen, in denen ihr unkompliziert anlegen könnt, um an Land zu gehen und die Stadt zu erkunden.
  • Neben dem Canal du Centre könnt ihr zum Beispiel auch den 243 Kilometer langen Burgund-Kanal, Canal de Bourgogne, befahren. Insgesamt wird das Burgund von einem Kanalnetz mit einer Gesamtlänge von 1200 Kilometern durchzogen. Die Kanäle stammen größtenteils aus dem 19. Jahrhundert. Schon erstaunlich, was die Menschen damals mit ihren bloßen Händen erschaffen haben.

Burgund Impressionen

Mit dem Hausboot durch Burgund

Ich oute mich an dieser Stelle, denn auch ich bin ein großer Fan von Hausbooten. Die Vorstellung sein Zuhause auf Reisen immer dabei zu haben und dort anzuhalten, wo es einem gefällt, hat einfach etwas von Freiheit. Diese Art zu reisen ist sehr entspannend und unterscheidet sich enorm von einer Rundreise mit dem Auto, denn das Boot ist sowohl euer Fortbewegungsmittel, als auch Hotelzimmer und Restaurant in einem. Umso mehr freue ich mich also darüber, dass ich den Urlaub auf einem Hausboot für euch testen darf!

Die Reise durch Burgund beginnt für mich am Bootsanleger von Saint- Léger-sur-Dheune, einem kleinen Ort im Herzen des Weinbaugebiets Côte Chalonnaise. Die erste Überraschung erlebe ich bereits beim Blick in das Boot: Mir steht eine eigene Kajüte, mit gemütlicher Schlafkoje und eigenem Minibadezimmer zur Verfügung. Auf Komfort muss ich also auf dem Hausboot nicht verzichten. Da ich eine echte Landratte und nicht so schiffserfahren wie mein Bruder Captain Kreuzfahrt bin, bekomme ich eine Einweisung, in der mir erklärt wird, wie ich das Boot steuere und was bei der Fahrt auf dem Kanal zu beachten ist. Das Tolle an den Hausbooten ist nämlich, dass wirklich jeder sie fahren kann, ihr benötigt keinen Bootsführerschein! Los geht die Fahrt über den 112 Kilometer langen Canal du Centre in Richtung Chagny, denn ich habe gehört, dass es dort ein hervorragendes Restaurant namens Lameloise gibt, das bereits vom Guide Michelin ausgezeichnet wurde. Ich habe schon viel Gutes über die burgundische Küche gehört und habe mir somit vorgenommen die feinen Spezialitäten für euch zu probieren. Ein harter Job, aber irgendjemand muss ihn ja machen.

Nach den ersten gefahrenen Kilometern löst sich meine Nervosität und ich kann die Landschaft genießen, die sich vor meinen Augen auftut: Zu meiner Rechten blüht der Raps, es riecht nach Frühling – Der Duft versetzt mich in Hochstimmung. Links erblicke ich das Dorf Santenay, beschließe anzulegen und mir das Chateau de Santenay und die umliegenden Weinberge anzusehen. Gegen einen kleinen Obulus kann nach der Schlossbesichtigung auch der regionale Wein probiert werden.

 Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.

Egal ob ihr Weinkenner oder Laien seid, eine Weinprobe gehört zu einem Urlaub in Burgund einfach dazu. Viele Winzer, aber auch Hotels und Weinläden bieten eine Verköstigung der edlen Tropfen an, oftmals sogar kostenfrei. Wollt ihr während der Probe auch etwas über die verschiedenen Weine der Region lernen, so kann ich euch einen Abstecher in das Hotel Prosper Maufoux empfehlen. Das schöne Hotel bietet interessante Weinproben auf Englisch an. Natürlich könnt ihr dort auch direkt eine Flasche eures auserkorenen Lieblingstropfens erwerben und diese später an Bord eures Hausbootes genießen. Einen guten Wein bekommt ihr in Burgund übrigens bereits ab 8€, nach oben hin gibt es fast keine Grenzen. Aber denkt daran: Auch auf dem Wasser gibt es eine Promillegrenze. Don’t drink an drive!

 

Kulinarisches Burgund – Feine Küche & unbekannte Speisen

Mit einem köstlichen Wein und einem Baguette im Gepäck geht es zurück zum Boot. Mein Magen knurrt und die Restaurants der Stadt öffnen so langsam ihre Türen. Ein Blick auf die Speisekarten verrät: Die Küche ist sehr fein, obgleich ländlich rustikal und fleischlastig, gekocht wird fast immer mit Wein, der in Burgund viel mehr ist, als nur ein Rebensaft. Er ist ein Lebensgefühl! Neben bekannten lokalen Spezialitäten, wie dem deftigen Rindergulasch Bœuf Bourguignon, finde ich auch immer wieder Speisen auf der Karte, die mir gänzlich unbekannt sind. Meine Wahl fällt schließlich auf eine Spezialität Burgunds: Oeufs Meurette an Burgundersauce, also pochierte Eier auf Brot in einer dunklen Soße. Die mutigeren Feinschmecker unter euch können alternativ auch die bekannten Burgunder Schnecken – Escargots de Bourgogne – bestellen.
Plat du Jour: In den meisten Restaurants wird das Essen als zwei- oder drei Gänge Menü angeboten. Für den Preis von 20 – 50€ bekommt ihr solch ein Menü, teilweise ist der Wein bereits inkludiert.
Als Hauptgang wird Sotlylaisse gereicht, ein kleines Stückchen vom Huhn, das in der deutschen Küche als „Pfaffenschnittchen“ bekannt, kaum Verwendung findet, in Frankreich allerdings als das Beste Fleisch vom Huhn gilt. Seid ihr weniger experimentierfreudig, so empfehle ich euch das Nationalgericht Frankreichs Coq au vin, also Hühnchen in Wein(soße). Fast jedes Restaurant bietet außerdem Gänsestopfleber – Foie Gras – an. Ob ihr diese umstrittene kulinarische Spezialität Frankreichs testen möchtet, bleibt natürlich euch überlassen! Als Nachspeise wird oftmals Käse gereicht, dieser soll den Magen nach einem köstlichen Mahl schließen und das Menü abrunden. Wenn ihr mit einem Franzosen über gutes Essen sprecht, wird euch bald klar, dass Käse und Wein zu den wichtigsten Nahrungsmitteln gehören. Nehmt euch also die Zeit und testet euch durch die große Käseauswahl, von weich bis hart, von jung bis alt findet ihr diverse Sorten Käse in Burgund. Ich war von der Auswahl und dem Geschmack des Käses jedenfalls begeistert. Da ich es auch mal süßer mag, gönne ich mir zum Abschluss des großartigen Essens eine Crème brûlée. Lecker!

Eine gemütliche Nacht im Hausboot & ein Tag in Chalon

Nach dem üppigen Abendessen geht es zurück auf das Hausboot. Ich fühle eine wohlige Schwere und freue mich auf meine gemütliche Schlafkoje. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen, doch das macht mir in dieser Nacht überhaupt nichts aus. Ganz im Gegenteil: Der Regen prasselt leise auf das Deck meines schwimmenden Zuhauses und lässt mein Bett noch gemütlicher wirken. Das Tolle an den Kanälen ist, dass man fast überall anhalten und sein Boot befestigen kann. Entdeckt ihr, so wie ich, ein schönes Dörfchen, so könnt ihr ohne Probleme anhalten und aussteigen. Somit könnt ihr auch ganz spontan entscheiden, wo ihr euer Nachtlager aufschlagen wollt.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Chalon an der Saône. Eigentlich wollte ich über den Canal du Centre direkt auf die Saône fahren, aber der nächtliche Regen hat dazu geführt, dass der Fluss, der den Osten Frankreichs durchzieht, Hochwasser führt und somit mit meinem kleinen Hausboot nicht befahrbar ist. Unvorhersehbare Ereignisse, wie Hochwasser, oder eine defekte Schleuse, können bei einer Hausboottour jederzeit vorkommen. Umso besser, dass man mit einem Hausboot flexibel ist und seine Route jederzeit ändern kann. Also heißt es für mich raus aus dem Boot und ab aufs Fahrrad, schließlich lässt sich das Burgund auch auf den zahlreichen Straßen und den 1000 Kilometer langen Radewegen erkunden. In Chalon angekommen, sehe ich das Ausmaß des nächtlichen Regengusses: Die Wege rechts und links der Saône sind komplett überschwemmt. Überschwemmungen wie diese sind allerdings nichts ungewöhnliches für die knapp 45.000 Einwohner des Städtchens Chalon, in dessen Hafen normalerweise sogar größere Flusskreuzfahrtschiffe vor Anker gehen. Nachdem ich mir das Treiben am Hafen ein paar Minuten angesehen habe, beschließe ich den historischen Stadtkern von Chalon zu besichtigen. Neben einem Museum der Fotografie (in Chalon wurde nämlich 1816 die Fotografie erfunden) entdecke ich die Kathedrale St. Vincent, deren Türme sich imposant über die Fachwerkhäuschen auf dem St. Vincent Platz erheben. Chalon hat vor allem Geschichtsinteressierten einiges zu bieten: Neben den schönen Fachwerkhäusern findet ihr hier Häuser, deren Fassaden noch aus dem Mittelalter stammen.

Burgund Chalon Kathedrale St. Vincent
Die Kathedrale St. Vincent in Chalon an der Saône.

Den Abend verbringe ich auf meinen Hausboot, denn dank der voll ausgestatteten Küche kann ich mich gut selbst versorgen. Eigentlich…Denn ein Blick in den leeren Kühlschrank verrät mir, dass ich heute Abend wohl auf Wein und Käse verzichten muss. Glücklicherweise habe ich an einem kleinen Hafen angelegt, sodass ich bei meinen Nachbarn anklopfe und nach einer Flasche Wein frage. Das herzliche Paar aus Dänemark lädt mich kurzerhand zum Essen ein und erzählt mir, dass sie ihren Urlaub schon seit vielen Jahren im Burgund verbringen und neben der landschaftlichen Vielfalt besonders auch die Freundlichkeit der Bootcommunity schätzen. Dem kann ich nach diesem Abend nur voll und ganz zustimmen!

Ein gelungener Urlaub im französischen Burgund

Mein Urlaub in Burgund neigt sich dem Ende zu und ich blicke auf entspannte Fahrten mit meinem Hausboot und tolle Erinnerungen zurück. Ich gebe zu: Das Burgund hat mich überrascht, denn neben den kulinarischen Highlights, für die die Region besonders bekannt ist, haben mich auch die herzlichen Menschen und die malerische Landschaft überzeugt. Leben wie Gott in Frankreich – Das kann man hier wirklich!

Burgund Frankreich Frühling
Foto: Eric Claverie

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