Heute ist es in den USA so weit, ein neues Staatsoberhaupt wird gewählt. Mit Spannung verfolgen nicht nur die Amerikaner, sondern auch wir Europäer die Wahl des 45. Präsidenten oder eben der Präsidentin. Passend zur US-Wahl stelle ich euch das Zentrum der politischen Macht in den USA genauer vor: Washington D.C..

In Washington, D.C. wird Geschichte lebendig! Wohl kaum ein anderer Ort in den Vereinigten Staaten von Amerika ist so von politischen Geschehnissen geprägt und wohl kaum eine andere Stadt huldigt die großen Namen der Politik so ausgiebig wie es Washington, D.C. tut. Heute, am 08. November 2016, finden die 58. Präsidentschaftswahlen der USA statt, alle Augen sind an diesem Tag auf Amerika gerichtet. Washington, D.C. ist der Dreh- und Angelpunkt des amerikanischen Politikgeschehens. An die Taten großer Denker und Reformatoren erinnern zahlreiche Denkmäler und Grabstätten, kostenlose Museen bringen Besuchern zusätzlich deren Geschichte nahe. Habt auch ihr einen Aufenthalt in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten geplant oder wollt euch einfach nochmal schnell vor der Wahl über Washington, D.C. informieren, seid ihr hier genau richtig!

Washington, D.C. Tipps

US Wahlen 2016Washington kurz und knapp | Rang und Namen | Abseits der Politik | Eure Reise

American Flag in front of The Capitol

Trump vs. Clinton – Die US Wahlen 2016

Selten war ein US-Wahlkampf so umstritten wie der zwischen Donald Trump und Hillary Clinton. Viele Amerikaner haben das Gefühl, dass keiner der beiden Kandidaten für den Job des mächtigsten Politikers der Welt geeignet zu sein scheint. Auch Europa blickt sorgenvoll nach Übersee, viele Menschen fragen sich, was der neue Präsident oder die neue Präsidentin für einen Kurs in der Weltpolitik einschlagen wird. Manchen ist auch das Wahlsystem der USA ein echtes Rätsel: Wer sind diese Wahlmänner und was genau passiert am heutigen Tag in den USA? Ich erkläre es euch!

Was genau wählen die Amerikaner heute?

Die wahlberechtigten Amerikaner wählen heute entweder für die demokratischen oder die republikanischen Wahlmänner ihres Bundesstaats. Außerdem wählen sie die Mitglieder des Kongresses neu, der sich aus Senat und Repräsentantenhaus zusammensetzt. Für politische Entscheidungen in den USA ist es sehr wichtig, wer die Mehrheit im Kongress hat, denn dieser kann Gesetzesentwürfe des Präsidenten unterstützen oder blockieren.

Was sind Wahlmänner?

Am heutigen Tag wählen die US-Bürger ihr neues Staatsoberhaupt nicht direkt, sondern sie wählen sogenannte Wahlmänner in ihren Staaten, von denen es in allen Staaten zusammen insgesamt 538 gibt. 270 Stimmen der Wahlmänner werden benötigt, um den Wahlsieg zu erringen.

Was passiert nach der Auszählung der Stimmen?

Die Wahlmänner entscheiden natürlich nicht direkt, sondern treffen sich mehr als einen Monat später, am 19. Dezember, um ihre Stimmen an die Kandidaten zu verteilen. Im Januar werden diese Stimmen dann ausgezählt. Auch die Vereidigung des neuen Präsidenten / der neuen Präsidentin wird dadurch erst im Januar stattfinden.

Nach diesem kleinen Faktencheck interessiert mich eure Meinung: Wer schafft es ins Weiße Haus?

 

Wenn ihr wissen möchtet, was euch in Washington, D.C. erwartet, dann lest doch einfach weiter. Ich zeige euch, was ihr in dieser Stadt erleben könnt und in welchen Institutionen der neue Präsident oder die neue Präsidentin künftig schaltet und waltet.

Washington, D.C. Tipps – Die Stadt stellt sich vor

  • seit 1800 ist sie die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika
  • Namensgeber der Stadt ist George Washington, der erste Präsident der USA. D.C. bezieht sich hingegen auf den Entdecker Christoph Columbus
  • Habt ihr euch schon einmal gefragt, was das D.C. eigentlich bedeutet? Es steht für District of Columbia. Somit ist Washington kein Bundesstaat, sondern, wie der Name es besagt, ein Bundesdistrikt
  • Amerika ist eigentlich das Land der Superlative. Wie kommt es dann also, dass es in Washington D.C. keine Wolkenkratzer und kaum hohe Gebäude gibt? Ein Gesetz aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts macht es möglich. Kein Gebäude darf höher sein als die Breite der benachbarten Straße (plus 6,1 m). Ausnahmen bilden das Washington Monument, die Washington National Cathedral und der Turm des Old Post Office.

Jetzt habe ich euch aber lang genug aufgehalten. Es wird Zeit, dass wir uns auf die Spuren der großen Denker und Politiker Amerikas begeben.

Große Namen, große Geschichten

Große Namen pflastern euren Weg durch Washington, D.C., denn die Stadt ist auch Regierungssitz der Vereinigten Staaten von Amerika. Förmlich an jeder Ecke werdet ihr auf Namen wie Theodore Roosevelt, Abraham Lincoln, Thomas Jefferson oder auch John F. Kennedy treffen, viele davon für immer verewigt in Gedenkstätten und Denkmälern. Starten möchte ich mit euch am Lincoln Memorial, das euch sicherlich aus zahlreichen Filmen wie „Nachts im Museum 2“, „Planet der Affen“ oder „White House Down“ oder auch von der Rückseite der 5$ Note bekannt vorkommen sollte.

Lincoln Memorial

Von außen erinnert das Memorial an einen griechischen Tempel, im Inneren findet ihr die fast 6 Meter hohe und sitzende Statue des 16. Präsidenten der USA, Abraham Lincoln. Sein Blick ist auf das gegenüberliegende Reflexionsbecken gerichtet, in dem ihr, je nach Wetterlage und Blickwinkel, die Spiegelbilder der umliegenden Denkmäler erblicken könnt. Haltet also unbedingt eure Kamera gezückt, um dieses schöne Bild für die Ewigkeit festhalten zu können. Lasst ihr euren Blick über das Reflexionsbecken schweifen, werdet ihr an dessen Ende eine hohe, weiße Säule erblicken. Euer nächstes Ziel, das Washington Monument, wartet nur auf euch.

Washington Monument from the Lincoln Memorial

Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Säule als Obelisk, der als das höchste Steingebäude der Welt gilt und euch einen atemberaubenden Ausblick über eure Umgebung verschafft. Mit dem Aufzug fahrt ihr auf die Besucherplattform unterhalb der Spitze und kommt während eurer Fahrt an den reich verzierten Steinblöcken des Obelisken vorbei. Könnt ihr erkennen, von welchem Staat oder von welcher Person die Steine gestiftet wurden? Vom Washington Monument aus erblickt ihr direkt zwei eurer nächsten Ziele: Zu eurer Rechten steht das Jefferson Memorial, das zu Ehren des dritten Präsidenten der USA errichtet wurde und, ähnlich wie das Lincoln Memorial, an das Pantheon erinnern soll.

Washington DC in Spring

Schaut euch das Memorial unbedingt von innen an, denn die Wände sind aufwendig mit Auszügen aus Reden und Schriften Jeffersons verziert. Zu eurer Linken befindet sich aber das eigentliche Highlight Washington, D.C.’s : das Weiße Haus. Ich kann eure Begeisterung ja schon förmlich spüren, aber seid gewarnt, denn so nah wie es die Bilder im Fernsehen immer suggerieren, kommt ihr dem Weißen Haus unter Garantie nicht. Der Amtssitz und gleichzeitig offizielle Residenz eines jeden Präsidenten der Vereinigten Staaten ist besser gesichert als euer Erspartes auf der Bank. Die Chance auf einen Blick ins Innere gibt es natürlich auch, im Rahmen einer Führung könnt ihr euch den prunkvollen Innenteil des Hauses ansehen und auch ein oder zwei Blicke auf die imposanten Gärten werfen, die das Weiße Haus umgeben.

White House

Die wichtigstem Räume im Haus sind wohl der East Room, in dem regelmäßig Empfänge und Staatsessen stattfinden, und das Oval Office, quasi die Machtzentrale des Präsidenten, in dem Besprechungen mit hochrangigen Amtsinhabern abgehalten werden. Meine politiklastige Sightseeing-Tour endet am United States Capitol. Ich kann euch sagen, dass ihr mit jedem Atemzug förmlich Politik in euch aufnehmt, denn das Kapitol ist nicht nur ein beliebtes Touristenziel, sondern auch Sitz des Kongresses und Tagungsort des Senats und Repräsentantenhauses.

Jedes Teil der Einrichtung wird euch einen anderen Teil der amerikanischen Geschichte näherbringen wollen, ein Besuch des Inneren ist also unabdingbar. Vor allem die Kuppel, mit ihrer wunderschönen, chronologischen Darstellung der US amerikanischen Geschichte ist ein absoluter Hingucker. Werft nach dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen einen besonderen Blick auf das Kapitol, denn auf seinen Treppen wird dem neuen Präsidenten der Amtseid abgenommen!

Geschichte mal anders

Wer nach so viel Politik und Geschichte mal dringend eine Pause benötigt, dem sei ein Besuch des United States Botanic Garden ans Herz gelegt. Hier dürft ihr entlang üppig und bunt bewachsener Wege wandern, euch an exotischen Pflanzen erfreuen oder einfach mal die Füße an einem der vielen Wasserbecken hoch legen, und das alles bekommt ihr sogar ganz kostenfrei.

botanic garden
Foto: tripadvisor

Wen Politik immer hungrig macht, so wie mich, der sollte sich zur U-Street im Nordosten Washingtons begeben. Über ganze neun Blocks hinweg könnt ihr euch durch die amerikanische Küche schlemmen, auf Shoppingtour gehen oder die angefutterten Kalorien bei einem Spaziergang entlang hipper Street Art verbrennen. Verschlägt es euch abends in die U-Street, werden euch zahlreiche Leuchtreklamen in ihre Bars und Clubs ziehen; Live Musik wird in diesem Teil der Stadt ebenfalls sehr groß geschrieben und so sollte das Stadtviertel wirklich für jeden Urlauber etwas Interessantes parat halten. Wer nach meinem Politik-Overload noch aufnahmefähig ist, sollte unbedingt in eines der riesigen und faszinierenden Museen der Stadt gehen.

Das National Air and Space Museum überschlägt sich mit guten Kritiken und Weiterempfehlungen, und das Beste ist auch noch, dass der Eintritt euch keinen Cent kostet. Ihr wollt euch einmal wie Ben Stiler in „Nachts im Museum“ fühlen? Kein Problem, im National Museum of Natural History sollte euch das zwischen all den Dinosaurierskeletten, Sarkophagen und Tierpräparaten nicht sonderlich schwer fallen. Aber passt bloß auf, dass sich das ein oder andere Ausstellungsstück nicht von seinem Fleck bewegt oder gar zu euch spricht.

Zum Mitmachen werdet ihr im International Spy Museum aufgefordert, das euch auf vielfältige und interessante Weise in die Tricks und Kniffe von realen und fiktiven Geheimagenten einführt. James Bond Fans werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn unter den Ausstellungsstücken befinden sich auch einige Filmrequisiten und eine aktuelle Sonderausstellung widmet sich einzig und allein den Schurken aus dem Bond Universum.

Eure Reise nach Washington, D.C.

Ihr seht also, Washington, D.C. kann doch mehr als nur Politik, aber ist und bleibt nun einmal ein großer Bestandteil der Stadtgeschichte. Vor allem am Tag der Präsidentschaftswahlen bleibt Washington unter Beobachtung und ihr werdet sicherlich das ein oder andere Mal auf interessante TV-Dokumentationen stoßen, die euch in Kombination mit meinen Washington, D.C. Tipps sicherlich zu einem Abstecher inspirieren werden. Oder seid ihr etwa schon einmal dort gewesen und habt noch ein paar Insidertipps für mich und die Community parat? Dann immer her damit!

 

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