Vier riesige, in Stein geschlagene Präsidentenköpfe zieren das Ende des Mount Rushmore in den Black Hills der USA. Kommt mit auf eine Reise nach South Dakota und blickt in die wohl größten Gesichter der Vereinigten Staaten. Oh, Moment mal – sind es denn wirklich die größten? Die Antwort und eine lustige Geschichte gibt’s hier.

Der Mount Rushmore und das dort errichtete National Memorial sind vielen Reisenden ein Begriff, auch wenn sich nicht viele in dieses abgeschiedene Gebiet der USA verirren. Trotzdem aber lohnt sich ein Blick in die Gesichter der zur damaligen Zeit symbolträchtigsten vier Präsidenten der amerikanischen Geschichte. Doch Moment mal… sind es wirklich die vier größten Köpfe?

Mount Rushmore National Memorial

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Entstehung

Um vier der wichtigsten und bedeutendsten Präsidenten zu ehren, hat der Bildhauer John Gutzon de la Mothe Borglum ein Projekt gestartet, das kaum hätte größer sein können. Vierzehn lange Sommer, von 1927 bis 1941 wurden in den Mount Rushmore 18 Meter hohe Portraits gesprengt, geschlagen und gemeißelt. Insgesamt waren damals bis zu 400 Personen involviert, die dabei halfen, die Köpfe in dem Berg zu verewigen. Borglum selbst verstarb
Info: Eintritt gibt es keinen, ihr müsst aber für den Parkplatz 11$ bezahlen. Öffnungszeiten sind von 5 Uhr morgens bis (je nach Saison) 9 bzw. 11 Uhr abends. Sehr gute Stimmung für Fotos beim Sonnenauf/untergang.
vor der Vollendung des Memorials, sein Sohn jedoch übernahm die Arbeiten für einige Monate. Aus Geldmangel wurde das Projekt aber abgebrochen und zugleich als vollendet erklärt – obwohl die Präsidenten halsabwärts noch gar nicht fertig waren. Von links nach rechts sieht man George Washington (1. US-Präsident), Thomas Jefferson (3.), Theodore Roosevelt (26.) und Abraham Lincoln (16.).

Wenn die wüssten, dass man sie in einem ganzen Berg verewigt hat. ;-) Am Fuße des Berges findet ihr Tafeln mit ein paar der wichtigsten Worte und Reden, die diese Präsidenten hielten. Sie gelten als die Gründerväter Amerikas.

Großes Kino

Aufgrund der Wichtigkeit und der außergewöhnlichen Kulisse wurden hier am Mount Rushmore schon einige Filme gedreht. Eine der bekanntesten Szenen ist aus dem Film „Der unsichtbare Dritte“ von Alfred Hitchcock, bei denen zwei Darsteller zwischen den steinernen Köpfen zu fliehen versuchen.
Die Aliens in „Mars Attack“ lasern ihre eigenen Gesichter in den Stein, während Nicolas Cage in „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ im Inneren des Mount Rushmore Memorial seinen lang gesuchten Schatz findet.

Black Hills

Bei der Anfahrt am Highway sieht man die Köpfe schon über den Horizont blicken und bekommt einiges von der wunderschönen Landschaft der Black Hills mit, die in South Dakota liegt. Es lohnt sich also auf jeden Fall dieses wunderschöne Gebiet der Lakota Indianer auch abseits der Präsidenten zu erkunden. Wer nur ein paar Stunden Zeit hat, sollte unbedingt in die Wälder rund um den Mount Rushmore wandern und beim Presidential Trail einen etwas näheren Blick auf die Präsidenten erhaschen. Nach dem Überwinden von ein paar Stufen wird man mit einer spektakulären Aussicht und tollen Fotomotiven belohnt.
Funny Fact: Die Bergziegen, die euch in den Black Hills begegnen, sind nicht ursprünglich von hier. Einst ein Geschenk im Jahre 1924 gewesen, ist die Population heute auf die sechs Ziegen zurückzuführen, die damals aus ihrem Gehege ausgebüchst sind.
 Um das Gebiet am besten zu erkunden, empfehle ich euch einen Mietwagen, um einen der tollen Scenic Drives abzufahren. Der Peter Norbeck Scenic Byway gibt euch einen Ausblick auf das Memorial und birgt einige schöne Panorama und felsige Tunnel. Auch der Spearfish Canyon Scenic Byway führt euch durch die weiten Wälder der Indianer, vorbei an Wasserfällen und Seen. So richtig classy wird es, wenn ihr ein schickes Cabrio mietet und euch die amerikanische Luft um die Ohren wehen lasst.

Aber es gibt noch viele weitere Highlights in den Black Hills zu entdecken. Alle Höhlenforscher aufgepasst: Das Jewel Cave National Mounument wird eure Herzen höher schlagen lassen. Und all jene, die gerne die typischen nordamerikanischen Bisons neben sich am Straßenrand haben wollen, müssen unbedingt durch den Black Hills National Forest fahren. Egal, wie lange ihr eure Hand aber aus dem Auto haltet – Winnetou wird leider nicht einklatschen, auch wenn es sich so anfühlt, als wärt ihr in seiner Zeit angekommen. ;-)

Und South Dakota hat noch einen Trumpf im Ärmel: Das Devils Tower National Monument oder auch der Teufelsturm genannt, wird euch umhauen. Für viele Indianer ist dieser Turm ein heiliger Ort, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

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Devils Tower

Crazy Horse und sein Riesenschädel

Eine viel spannendere Geschichte aber verbirgt sich hinter dem Crazy Horse Memorial – davon habt ihr noch nie gehört? Dann solltet ihr mal das hier lesen.

Die Geschichte von Crazy Horse – einem Oglala-Lakota-Indianer ist ungefähr genauso crazy wie sein Name: Einst ein Oglala Anführer, findet man ihn heute ca. 14 km von Mount Rushmore entfernt in einen Fels geschlagen. Seitdem 1948 die Bauten begonnen hatten, wurden bisher ca. 10 Millionen Tonnen Granit abgetragen, um die größte Skulptur der Welt anzufertigen. Der Erbauer starb aber 1982, daher wurde das Bauwerk von seiner Frau weitergeführt, die aber 2014 verstarb. Heute leiten sieben der zehn Kinder dieses Projekt, das noch lange kein Ende in Sicht hat. Finanziert wird das ganze nämlich ohne staatliche Mittel und nur von den Souvenirläden und den Eintrittskarten.

Jetzt kommt es aber zu dem lustigen Hintergrund des Ganzem: Crazy Horse wollte eigentlich nie fotografiert werden, weil er es nicht mochte, abgebildet zu werden – ziemlich ironisch, dass man ihn dann auf ca. 200 Meter in Stein haut – mit epischer Handbewegung und auf einem Pferd sitzend. ;-) Das ist nämlich der Plan: 195 m lang und 172 m hoch soll er sein – also größer als die Cheops-Pyramide. Zum Vergleich: Alleine der Pferdekopf soll so groß werden wie alle vier Präsidentenköpfe zusammen. Das Gesicht von Crazy Horse alleine hat heute 27 Meter. Ganz schön mächtig für jemanden, der keine Bilder von sich mag. Und deshalb kommen wir zum nächsten Funny Fact, denn ihr fragt euch sicher, wie die Bildhauer wussten, wie Crazy Horse einst (er wurde um 1839 herum geboren) aussah… denn das wussten sie nämlich gar nicht. Es gibt zwar ein (fragwürdiges) Foto von ihm, man vermutet aber, dass darauf sein Bruder abgebildet sei. Zudem sind nicht alle Indianer wirklich glücklich mit diesem Riesenschädel in ihrem heiligen Berg und meinen, dass dieser Bau sowohl Crazy Horse als auch ihren Berg entwürdige. Wann das Ganze außerdem fertig gestellt wird? Das weiß keiner so genau – Experten schätzen eine Bauzeit von noch ca. 100 Jahren.

Das ist mal wirklich eine crazy Geschichte. Wer diese beiden Bauwerke und die wunderschöne Gegend der Black Hills erkunden möchte, kann sich für seinen Roadtrip durch South Dakota gerne bei mir im Reisebüro 2.0 Hilfe holen. Hier gibt’s schon mal ein paar erste Eckdaten: