Magaluf auf Mallorca ist ebenso berühmt wie berüchtigt. Das liegt vor allem daran, dass sich der Ort zu einem echten Party-Hot-Spot der Briten gemausert hat. Deshalb gibt es seit einiger Zeit eigene Benimmregeln vor Ort. Ob die eingehalten werden, habe ich mir genauer angeschaut.

„Oralsex-Wettbewerbe in Magaluf“ – Mit solchen Schlagzeilen macht Mallorcas britische Partyhochburg immer wieder auf sich aufmerksam. Der kleine Ort, etwa 20 Minuten vom Ballermann entfernt, ist seit Jahren Schauplatz exzessiven Verhaltens. An Häuserwände pinkeln, durch die Straßen gröhlen und Schlägereien sind dabei noch die kleineren Vergehen. Grund genug für die Anwohner und Politiker aktiv zu werden. Neue Benimmregeln sollen dem Wahnsinn nun ein Ende bereiten. Was ist seit der Einführung passiert?

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So gesittet geht es in Magaluf leider nicht zu

Magaluf auf Mallorca – Berühmt und berüchtigt

Magaluf steht dem Ballermann in nichts nach. Vor allem bei den Briten ist der mallorquinische Ort das Urlaubsziel für krasse Eskapaden trinkfreudiger Touristen. Im Jahr 2014 erst geriet Magaluf wegen eines Sex-Videos international in die Negativschlagzeilen. Auf dem Film zeigt sich eine junge Frau beim Oralsex mit mehreren Männern. Regelrechte Oralsex-Wettbewerbe, so schrieb die Lokalpresse, würden in Bars abgehalten werden – im Gegenzug gebe es Freigetränke für die Frauen.

Die 4000-Einwohner-Gemeinde wollte dies nun nicht mehr tatenlos hinnehmen. Nach dem Vorbild der Inselhauptstadt Palma, die im vorigen Jahr rund um den Ballermann das Trinken auf öffentlichen Straßen verboten hatte, führt Magaluf nun strikte Benimmregeln ein.

Verhaltensregeln für Magaluf

  • Zwischen 22 und 8 Uhr keine Getränke im Freien.
  • Verkauf von alkoholischen Getränken ab Mitternacht verboten.
  • „Oben ohne“ ist nur noch an der Playa oder in unmittelbarer Strandnähe geduldet.
  • Strenge Einschränkungen für organisierte Kneipentouren.
  • Sexuelle Handlungen sollen von Lokalbesitzern strikt unterbunden werden.

Neben Trink- und anderen Exzessen wollen die Verantwortlichen ebenfalls das berüchtigte „Balconing“ bekämpfen – eine Mutprobe, bei der man auf gefährlicher Höhe von einem Balkon zum anderen, oder in den Hotelpool springt. 2014 starben sechs junge Leute, auch im Mai 2015 und August 2016 kamen weitere Personen zu Tode. Ein

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Viel Luft nach oben

Inwieweit die Benimmregeln tatsächlich für gesittete Ordnung in Magaluf sorgen, bleibt fraglich. Auch 2016 gingen die Partyexzesse weiter, bei der Umsetzung und Kontrolle der aufgestellten Regeln gibt es sicherlich noch sehr viel Luft nach oben. Am Ballermann hat sich seit der neuen Regelung kaum eine Veränderung zur üblichen Hemmungslosigkeit gezeigt. Eine weitere Planung soll den Erfolg des Imagewandels jedoch unterstützen: Teure Hotelanlagen sollen in den nächsten Jahren gebaut und ein anderes Publikum in die mallorquinische Stadt ziehen, somit die exzessiven Ballermann-Touristen vertreiben. Außerdem gibt es bereits eine Ökosteuer, die für den Erhalt und die Entwicklung von Eco-Projekten genutzt werden soll.