Was wie eine Szene aus dem Film Avatar wirkt, ist kein Photoshop-Fake, sondern ein Wunderwerk der Natur. Lest hier, was es damit auf sich hat und wo ihr dieses Naturphänomen am besten beobachten könnt.

Liebe Mutter Natur, du hast es schon wieder getan. Wieder einmal beweist du uns, dass du immer noch die schönsten Phänomene kreierst, die wir uns nur erträumen könnten. Heutiges Wunderwerk: ein leuchtendes Meer!

Sternenmeer auf den Malediven

Leuchtendes blaues Meerwasser bei Nacht mit biolumineszenten Mikroorganismen. Links vorne unzählige leuchtende Punkte, rechts hinten stärkere Lichtkonzentration entlang der Küstenlinie, umhüllt von völliger Dunkelheit.

Warum leuchtet das Wasser?

Wer zwischen Juli und Februar auf den Malediven ist, hat Glück und kann das Schauspiel der „Sea of Stars“ selbst beobachten. Das Meer funkelt und glitzert, als wären die Sterne vom Himmel gefallen. Doch warum gibt es ein leuchtendes Meer?

Die Antwort schwimmt im Wasser: ein kleines Lebewesen, namens Dinoflagellaten, welches zum Phytoplankton gehört.

Plankton sind kleine pflanzliche und tierische Mikroorganismen im Wasser, die immer umher schweben und jeder Bewegung des Wassers folgen. Wenn eine bestimmte Plankton-Art unter Stress gesetzt wird, wie beispielsweise Bewegungen im Wasser, reagieren sie darauf, indem sie leuchten. Natürlich hat das Ganze auch einen Sinn: Mit dem Leuchten möchte das Plankton sich verteidigen, denn was in der Natur leuchtet, ist normalerweise gefährlich oder giftig. So signalisiert das Plankton seinen Feinden „Achtung, ich leuchte! Mich frisst du besser nicht!“. Gleichzeitig schützen sich die Mini-Organismen aber noch auf eine andere Art und Weise. Durch das Leuchten alarmieren sie zum Beispiel vorbei fliegende Vögel, die gerne jenen Fisch fressen, welcher für das Plankton gefährlich werden könnte. Fliegt zum Beispiel ein hungriger Vogel nachts umher und sieht das leuchtende Meer, dann weiß er: „Aha, das Plankton leuchtet! Da gibt’s kleine Fische für mich, die ich fressen kann.“ Das Leuchten funktioniert praktisch wie eine Alarmanlage.

Dieses Leuchten nennt man Biolumineszenz und es kommt in der Tierwelt häufiger vor, als ihr vielleicht denkt. Das Leuchten der Glühwürmchen zum Beispiel dient der Kommunikation. So können sich die Partner während der Paarungszeit einfacher finden. Ein weiterer Nutzer der Biolumineszenz ist der Anglerfisch, der in tieferen Gewässern lebt und vorne an seinem Kopf eine Angel mit Leuchtorgan hat. Das Leuchten lockt kleinere Fische an, die dann vom Anglerfisch gefressen werden können.

 

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Das leuchtende Meer erleben

An den meisten leuchtenden Buchten ist das nächtliche Schwimmen mittlerweile verboten. Allerdings gibt es zwei aufregende Alternativen, damit ihr das Leuchten trotzdem nicht nur vom Strand aus beobachten müsst. Die einfachste und häufigste Alternative zum Schwimmen ist eine Kajak Tour. Dabei sitzt ihr in eurem Kajak, könnt eure Finger durch das Meer gleiten lassen und selbst das Glitzern und Funkeln erzeugen. Während ihr so eure Runden dreht, zieht ihr eine wunderschöne leuchtende Spur hinter euch her und da alle anderen sich ebenfalls mit ihren Kajaks bewegen, wird die Bucht in bläuliches Licht gehüllt. Es entsteht ein magischer Moment, der euch noch ewig im Gedächtnis bleiben wird. Alternativ könnt ihr auch an einer anderen Stelle mit einem Surfbrett über die Wellen reiten und dabei eine Bahn von leuchtenden Sternen hinterlassen.

Wo kann ich das Sternenmeer sehen?

Wenn ihr das Naturschauspiel gerne selbst einmal erleben möchtet, dann könnt ihr es am besten an diesen drei Orten sehen:

  • Malediven: Wie oben schon erwähnt, sind die Malediven der beste Ort, um fluoreszierendes Plankton zu sehen. Die Strände der Inseln Mudhdoo, Vaadhoo und Rangali eignen sich dafür bestens in der Zeit von Juli bis Februar.
  • San Diego: Hier leuchtet das Meer in unregelmäßigen Abständen blau. Eine genaue Saison können wir euch leider nicht nennen, Einwohner sagen aber, dass es zwischen April und August am häufigsten vorkommt.
  • Puerto Rico: Auf Puerto Rico gibt es die Mosquito Bay, beziehungsweise gab es sie. Denn aufgrund des leuchtenden Planktons wurde sie kurzerhand in Bioluminescent Bay umbenannt.

Übrigens: Ihr könnt das leuchtende Plankton auch selbst zuhause züchten. Dafür müsst ihr euch nur ein Starter Kit bestellen und könnt dann in einem kleinen Becken die Leuchtkraft der Natur heranziehen. Meist leuchten die Kulturen 4-6 Monate, bevor sie absterben und ihr von vorne beginnen müsst. Wollt ihr das leuchtende Meer aber lieber live erleben, solltet ihr einen Blick in unsere Angebote werfen, die euch günstig auf die Malediven bringen!

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