Asien und Europa, Orient und Okzident, Tradition und Moderne – Na, klingelt’s da bei euch? Wie, noch nicht? Dann vielleicht bei den beiden Fußballvereinen Galatasaray und Fenerbahce? Die Rede ist natürlich von der türkischen Metropole Istanbul, die besonders aufgrund ihrer Lage auf den beiden Kontinenten ein schlichtweg einzigartiger Ort ist.

Als ehemalige Hauptstadt des osmanischen Reiches blickt die Stadt auf eine 3000 Jahre alte Geschichte zurück, die ihr in dieser Form nur sehr selten vorfinden werdet. Doch Istanbul befindet sich im Aufbruch, und wenn ihr euch die Zeit nehmt, die geschichtsträchtige Altstadt zu erkunden, werdet ihr genau das sehen. Denn hier entstehen moderne Gebäude inmitten einer Jahrtausend alten Umgebung und Jugendliche schlendern mit ihren Smartphones durch die engen, jahrhundertealten Straßen, um ein Selfie zu machen und es anschließend auf einem der diversen Social Media Kanäle hochzuladen.

Mit meinen Istanbul Tipps erfahrt ihr unter anderem mehr über die imposanten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die besten Restaurants, von denen aus ihr den schönsten Ausblick genießen könnt und ich verrate euch außerdem, welches Stadtviertel sich perfekt zum Ausgehen eignet. Danach werdet ihr garantiert Lust bekommen, euren nächsten Trip in diese wundervolle Stadt zu planen! :)

Die besten Istanbul Tipps – So wird euer Städtetrip perfekt

ISTANBUL

Transfer vom Flughafen

Der Flughafen Istanbul Atatürk liegt knapp 25 Kilometer außerhalb der Stadt, auf der europäischen Seite, und ist gut an das Nahverkehrsnetz angebunden. Vom Flughafen aus fahrt ihr am besten mit der Metro oder mit dem Bus, es gibt aber auch die Möglichkeit, mit einem Shuttlebus oder einem Taxi zu fahren. Viele Hotels bieten zudem einen eigenen Shuttleservice an – am besten erkundigt ihr euch vorher mal. Wenn ihr mit der Metro fahren wollt, steigt ihr am Terminal B in die rote U-Bahnlinie ein, denn die fährt direkt ins Stadtzentrum der europäischen Seite. Liegt euer Hotel aber in einem anderen Stadtviertel, steigt ihr einfach in Zeytinburnu aus – von dort aus könnt ihr in alle anderen Linien umsteigen.

Der zweite, kleinere Flughafen auf der asiatischen Seite von Istanbul wird hauptsächlich von Billigfliegern angeflogen und liegt 35 Kilometer vom europäischen Stadtzentrum entfernt. Die An- und Abreise von diesem Flughafen aus ist aufwendiger, wenn ihr auf die europäische Seite der Stadt wollt, denn das kann je nach Verkehrslage auch mal ganz schön lange dauern. Liegt euer Hotel auf der asiatischen Seite, lohnt es sich natürlich, diesen Flughafen anzufliegen. Mit den Bussen E3, E10 oder 16S kommt ihr an jedes eurer gewünschten Ziele. Ich empfehle euch einen Bus zu nehmen, da ein Taxi, beispielsweise ins europäische Stadtzentrum, rund 45€ kostet. Und noch ein Tipp: Am besten plant ihr für die Rückfahrt zu diesem Flughafen sehr viel Zeit ein. Man weiß schließlich nie, wie es in solch einer großen Metropole dem Verkehr aussieht.

Verkehr in Istanbul

Tut euch in Istanbul am besten selbst einen Gefallen und verzichtet darauf, selbst mit dem Auto durch die Stadt zu fahren. Der Verkehr ist chaotisch und für alle, die nicht an das hohe Verkehrsauskommen gewöhnt sind, einfach nur stressig. Nutzt stattdessen den Bus oder die Metro. Hier könnt ihr zwar auch nicht sicher sein, dass ihr schnell ans Ziel kommt, aber in diesem Falle sei den Fahrern verziehen. Wenn ihr mit den Bussen und Bahnen unterwegs seid, werdet ihr die türkische Mentalität am ehesten kennenlernen. Lauscht einfach der ungewohnten Sprache und genießt dabei die Aussicht auf die geschäftige Metropole. Anders als in anderen Großstädten möchte ich euch diesmal keine Fahrradtour ans Herz legen, das könnte eurem Herzen nämlich nicht gut bekommen. Die Autofahrer in Istanbul sind auf Radfahrer nicht eingestellt und nehmen daher auch keine Rücksicht. Da ist es dann auch nicht schlimm, dass ihr in dieser Stadt so gut wie keinen einzigen Fahrradverleih vorfinden werdet. ;)

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Allerdings habt ihr eine weitere Möglichkeit, die Skyline der Stadt genauer zu betrachten. Nämlich vom Wasser aus. Wenn ihr nicht viel Geld für eine Bootstour ausgeben wollt, könnt ihr einfach die Personenfähre nutzen. Die fährt ganz in der Nähe der berühmten Hagia Sophia los und bringt die Anwohner bis nach Anadolu Kavagi. Dieses Dorf liegt schon auf der asiatischen Seite am Schwarzen Meer. Sichert euch entweder einen Platz an Deck oder im Innenraum am Fenster, dann könnt ihr gemütlich einen Tee trinken und die Aussicht genießen. Gerade, wenn ihr einige Tage in der quirligen Stadt verbringt, ist das eine gute und günstige Alternative, um Istanbuls Umgebung kennenzulernen. Wenn ihr am Hafen seid und etwas Verhandlungsgeschick beweist, könnt ihr euch euch einfach für eine Hafenrundfahrt von einem Fischer mitnehmen lassen. Ich habe gesehen, dass das bei manchen Touristen wirklich geklappt hat.

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Sehenswürdigkeiten in Istanbul

Mit über 3000 Moscheen, Palästen und Herrenhäusern hat Istanbul so viel Sehenswertes zu bieten, dass ein einziger Besuch kaum ausreicht. Ich beschränke mich deshalb besonders auf die Dinge, die ihr unbedingt sehen müsst.

Hagia Sophia – Das beeindruckende Museum in Sultanahmet

Nehmen wir mal an, ihr wohnt im beliebten Stadtviertel Sultanahmet, auf der asiatischen Seite Istanbul. Hier gibt es tolle kleine und große Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel. Wenn ihr also hier wohnt, ist es zu den meisten Sehenswürdigkeiten nur noch ein Katzensprung. Zuallererst solltet ihr euch die beeindruckende Hagia Sophia ansehen. Ihre ehemalige Funktion als Kirche und später als Moschee, macht sie zu einem einzigartigen Beispiel für die Verschmelzung der christlichen und muslimischen Kultur in dieser Stadt. Heutzutage ist die Hagia Sophia ein Museum. Nehmt euch unbedingt die Zeit, das Museum zu besuchen. Allein der imposante Innenraum macht mich sprachlos, und das kommt wirklich nicht oft vor. Das Museum ist montags geschlossen, Tickets kosten rund 10€ pro Person, Kinder unter 12 Jahren kommen gratis rein.

The interior of Hagia Sophia, Ayasofya, Istanbul, Turkey. – Kopie

Unbedingt sehenswert ist auch die zugehörige Zisterne. Spätestens seit Dan Browns neustem Werk über Robert Langdon – Inferno – kennen wohl die meisten die faszinierende Unterwelt von Istanbul. Hier, hinter einem eher unspektakulären Eingang, spielten sich aber auch schon dramatische Szenen im James Bond Film „Liebesgrüße aus Moskau“ ab. Beeindruckend ist die Zisterne, die auch Versunkener Palast genannt wird, vor allem wegen der in Stein gemeißelten Medusenköpfe. Besucher werden hier auf Holzstegen durch die 1500 Jahre alten Gewölbe geleitet. In dezentes Licht getaucht und umweht von klassischer Musik, bekommt man eine ehrfürchtige Gänsehaut. Kommt am besten früh morgens oder erst am späten Nachmittag – dann ist es nämlich verhältnismäßig leer. Ihr könnt übrigens eine echte Inferno-Tour durch die Stadt buchen, dann zeigt euch ein ausgebildeter Guide alle wichtigen Plätze, die im Buch beschrieben werden. Das nenne ich mal Unterhaltung.

Sultan-Ahmed-Moschee – Die Blaue Moschee mit den sechs Minaretten in Sultanahmet

Die berühmteste Moschee der Stadt ist zweifelsohne die Sultan-Ahmed-Moschee, die im Volksmund aber Blaue Moschee genannt wird. Sie bestimmt mit ihren sechs Minaretten das Stadtbild Istanbuls. Fünf Mal täglich könnt ihr den Muezzinen lauschen, wenn sie zum Gebet rufen. Dabei richten sie sich nicht unbedingt nach der Uhrzeit, sondern viel mehr nach dem Stand der Sonne. Je nachdem, wo ihr euch befindet, könnt ihr vielleicht sogar mehrere Muezzine hören. Die Blaue Moschee trägt ihren Beinamen nicht etwa wegen ihres Äußeren, sondern wegen der blau-weißen Fliesen, die im Innenraum verarbeitet sind. Der Innenraum darf besichtigt werden, solange nicht gebetet wird. Denkt nur immer daran, dass ihr euch angemessen kleidet. Selbst wenn ihr im Hochsommer in Istanbul seid, ist es angebracht, Schultern, Oberarme und Knie zu bedecken, wenn ihr ein Gotteshaus betretet. Frauen wird außerdem geraten, die Haare zu bedecken. Häufig werden zu diesem Zweck sogar am Eingang Tücher zur Verfügung gestellt. Da ihr die Moschee nicht mit Schuhen betretet, ist es vielleicht sinnvoll, ein Paar Socken mitzunehmen, wenn ihr nur in Flip-Flops unterwegs seid. Drinnen angekommen, fühlt ihr euch vermutlich ziemlich winzig, denn der Innenraum ist einfach riesig.

Blaue Moschee Istanbul

Der prachtvolle Topkapi-Palast in Sultanahmet – Doppelt so groß wie der Vatikan

Nicht nur die Gotteshäuser, sondern auch die Paläste sind einen Besuch wert. Ein imposantes Beispiel ist der Topkapi-Palast, der einst über 5000 Bewohner beherbergt haben soll. Ihr fragt euch vielleicht, wie das denn hätte passen sollen? Ich habe ziemlich ungläubig geschaut, aber wenn man erstmal hört, dass der Palast eine Gesamtfläche hat, die doppelt so groß ist wie die des Vatikan, dann könnt ihr euch zumindest ansatzweise vorstellen, welche enormen Ausmaße der Palast hat. Und Istanbul hat sogar noch mehr dieser Schlösser und Paläste zu bieten. Um diese alle von innen und außen zu besichtigen, braucht ihr mehrere Tage. Zur Zeit des osmanischen Reiches war dieser Palast Wohn- und Regierungssitz der Sultane, sowie das Verwaltungszentrum des osmanischen Reiches. Falls ihr noch Zeit habt, solltet ihr auch unbedingt den wunderschönen und imposanten Dolmabahce Palast, am Ufer der europäischen Seite, besichtigen.

Topkapi Palace before Marmara sea, Istanbul, Turkey – Kopie

Der berühmte große Basar und Gewürzmarkt

Da ihr wahrscheinlich nur einige Tage in Istanbul seid, müsst ihr euch auf die wichtigsten Highlights beschränken. Wenn ihr die quirligen Türken in Hochform erleben wollt, dann müsst ihr unbedingt einen Basar besuchen. Hier wird gehandelt, was das Zeug hält und ihr werdet sehen, dass es richtig Spaß macht, mit den Händlern um den einen oder anderen Lira zu feilschen. Der Große Basar ist ein echtes Abenteuer. Auf 31.000 m² findet ihr alles, was das Herz begehrt und noch viel mehr. Die 4000 kleinen Verkaufsstände drängen sich in den imposanten Kuppelbau, der bereits im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Der Große Basar verzeichnet bis zu eine halbe Million Besucher am Tag, wobei nicht nur Touristen, sondern auch viele Einheimische hier einkaufen. Wenn ihr hier kein Mitbringsel findet, dann aber vielleicht auf dem Gewürzmarkt. Der ist beinahe eine Überforderung für alle Sinne. Nicht nur der Lärmpegel ist enorm, auch die Augen werden bei der Farbvielfalt ganz groß. Hier könnt ihr Paprika, Safran oder Curcuma kaufen und solltet unbedingt an allem riechen, was euch vor die Nase kommt. Der Duft ist einfach unvergleichlich. Als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen eignen sich ganz besonders die zusammengerollten Jasmin-Tee-Blumen. Die könnt ihr dort als kleine Teekugeln kaufen, die dann aufgehen, wenn ihr sie mit heißem Wasser übergießt. Das perfekte Geschenk für die Schwiegermutti, oder was meint ihr? ;)

ISTANBUL – Kopie

Galata-Turm in Beyoglu – Einer der ältesten Türme der Welt

Wenn ihr zum Sonnenuntergang noch nichts vorhabt, dann macht euch am besten auf den Weg zum Galata-Turm. Von hier oben habt ihr nämlich einen atemberaubenden Rundumblick auf diese wundervolle Stadt und den Bosporus. Ganz nebenbei steht ihr dann auch noch auf einem der ältesten Türme der Welt. Das kann auch nicht jeder von sich behaupten.

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Wenn ihr dann immer noch etwas Zeit habt, solltet ihr unbedingt einen Bootsausflug auf die Prinzeninseln unternehmen. Etwa 20 km von der Hauptstadt entfernt liegen die kleinen Inseln im Mittelmeer. Sie sind autofrei. Hier kommt ihr sehr traditionell mit der Kutsche umher. Es gibt tolle Herrenhäuser und Villen zu entdecken und da alle neun Inseln unter besonderem Schutz stehen, könnt ihr euch hier fühlen wie im Paradies. Nehmt bei schönem Wetter am besten eure Badesachen mit, damit ihr zwischendurch ins Meer springen und euch ein wenig abkühlen könnt.

Hamam – Türkische Badekultur mit Wellness pur

Wenn ihr schonmal in den Genuss eines Türkeiurlaubs gekommen seid, habt ihr vielleicht auch schonmal an einer Badesession im Hamam teilnehmen können. Auch in Istanbul habt ihr dazu die Möglichkeit, und zwar in einem Heißluftraum und bei Temperaturen um die 50 Grad – hier könnt ihr ein reinigendes und absolut erholsames Dampfbad genießen. Männer und Frauen nutzen die Bäder getrennt voneinander. Wer möchte, kann sogar zwischen dem Besuch der Blauen Moschee und der Hagia Sophia einen Stopp im Ayasofya Hürrem Sultan Hamam einlegen. Ich würde euch allerdings empfehlen, am besten einen Abend eures Aufenthalts dafür freizuhalten.

turkish_bath_hammam_türkei_istanbulSandratsky Dmitriy Shutterstock.com_180117038

Essen & Trinken in Istanbul – Nichts macht glücklicher als ein Teller mit türkischen Köstlichkeiten

Die Istanbuler lieben ein ausgedehntes Frühstück. Wundert euch also nicht, wenn an den Sonntagen alle Cafés bis zum Bersten voll sind mit Familien, die stundenlang frühstücken. Für ein leckeres Frühstück empfehle ich euch vor allem das The House Café in Ortaköy – welches es übriges auch an verschiedenen anderen Standorten gibt. Es ist ein Restaurant und Café mit  türkischen und auch internationalen Gerichten. Hier habt ihr beim Schlemmen eine fantastische Aussicht auf die Stadt und den Bosporus. Auch wenn ihr eigentlich keine Teetrinker seid, dürft ihr euch den Cay (türkisch für Tee) natürlich auf keinen Fall entgehen lassen – der schmeckt nämlich einfach nur köstlich!

Rich and delicious Turkish breakfast on white wood table – Kopie

Rund um den Hafen von Eminönü gibt es viele kleine Stände, an denen ihr leckere Fischbrötchen kaufen könnt. Für kaum 2€ habt ihr damit einen Snack für zwischendurch. Wo es am leckersten schmeckt, seht ihr daran, wo die meisten Leute auf kleinen Höckerchen sitzen und schon ein Sandwich in der Hand halten. Ganz in der Nähe der Ortaköy Moschee findet ihr einen kleinen Laden, der euch Kumpir (gefüllte Back-Kartoffeln) serviert. Nicht nur Joghurt kommt hier in die Kartoffeln, sondern auch Gemüse und die unterschiedlichsten Gewürze und Kräuter. Macht es euch auf einer der Bänke an der Moschee gemütlich und genießt ein leckeres Mittagessen. Wenn ihr euch traut, könnt ihr aber auch an einem der vielen Stände in der Innenstadt eine Art Döner probieren. Anstatt des bei uns üblichen Kalb- und Lammfleischs kommen hier Kokorec – Schafsinnereien – in die Teigtasche. Ich habe es sogar schon probiert und muss sagen, es war leckerer als gedacht. Ein Fan werde ich aber wahrscheinlich nicht. Anders ist das bei dem frischgepressten Granatapfelsaft, den ihr an vielen Ecken kaufen könnt. Einfach lecker! Nur kleckern dürft ihr nicht, denn die Flecken bekommt ihr nie wieder raus. Gegessen und getrunken wird übrigens immer. Mir wurde gesagt, dass nichts glücklicher macht, als ein Teller voller türkischer Köstlichkeiten. Wenn ihr den ganzen Tag durch die wuselige Stadt spaziert seid und euch endlich zum Abendessen niederlasst, werdet ihr wissen, was gemeint ist.

Ich kann mich nicht entscheiden, welches ich am besten finde, aber eines meiner liebsten Restaurants mit einer atemberaubenden Aussicht ist wohl das 360 Istanbul, das ihr an drei Orten findet. Besucht auf jeden Fall eines der Restaurants in Istanbul mit Dachterrasse. Nicht nur der Ausblick, sondern auch das Essen ist einfach nur super. Mein Tipp: Probiert einfach so viel ihr nur könnt!

Wer Lust hat auf einen Kaffee, der sollte in Istanbul übrigens den traditionellen Mokka unbedingt probieren. Der wird übrigens schon gesüßt gekocht, wenn ihr also ungesüßten Kaffee möchtet, müsst ihr das schon bei der Bestellung sagen. Je näher ihr beim Trinken dem Tassenboden kommt, desto deutlicher seht ihr, was an der Zubereitung sonst noch besonders ist. Der Mokka wird ohne Filter gekocht und deshalb bleibt eine Menge Kaffeesatz auf dem Tassenboden zurück. Wenn ihr Glück habt, liest euch jemand die Zukunft aus euren Kaffeeresten. ;)

Nachtleben in Istanbul – Eine Stadt, die niemals schläft

Ausgehen in Istanbul kann ziemlich abenteuerlich sein, denn auf der Party-Meile Taksim im Stadtteil Beyoglu steppt nachts der Bär. Man könnte meinen, die Stadt schläft nie. Die Istanbuler verbringen ihren Abend gerne in einem Restaurant und essen und trinken dort den ganzen Abend – bis in die Nacht hinein. Oft gibt es dazu Live-Musik und jede Menge Raki (türkischer Anisschnaps). Nach dem Essen geht es dann in eine Bar oder einen Club. Während ihr auf der langen Einkaufsstraße Istiklal Caddesi unglaublich viele Bars und Kneipen findet, könnt ihr in der Parallelstraße in den unterschiedlichsten Clubs feiern. Es kann auch gut sein, dass ihr eine Bar findet, in der es Live-Musik gibt. Eines der schönsten und spektakulärsten Dinge an Istanbul ist für mich einfach die Aussicht auf die Stadt. Die haut mich jedes mal um, egal von wo aus ich auf diese Stadt blicke und egal ob es Tag oder Nacht ist. Viele Bars, Clubs und Restaurants haben Dachterrassen, auf denen ihr einen wunderschönen Blick auf die Stadt genießen könnt. Ihr solltet deshalb nicht zu spät in den Abend starten, der Sonnenuntergang am Bosporus ist nämlich einfach unvergleichlich.

Istanbul Nachts brücke

Verglichen mit dem europäischen Standard ist Ausgehen in Istanbul nicht sehr teuer. Natürlich gibt es auch hier hippe Clubs, die von den betuchten Einwohnern frequentiert werden. Im Club Reina könnt ihr vielleicht auch mal die Spieler der hiesigen Fußballclubs treffen. Wenn ihr die 30€ Eintritt und die strengen Türsteher umgehen wollt, könnt ihr versuchen, einen Tisch im angeschlossenen Restaurant zu reservieren. Hier könnt ihr euch erstmal für die Nacht stärken und auf der traumhaften Terrasse einen spektakulären Blick auf die Bosporus-Brücke genießen.

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Ganz anders, aber ebenso originell sind die kleinen Bars, die in verschiedenen Wohnhäusern entstehen. Hier könnt ihr im Wohnzimmer einer Stadtwohnung an der Bar sitzen und ein kühles Efes genießen. Das türkische Bier kennt ihr bestimmt schon aus dem letzten Urlaub. Fragt euch einfach ein bisschen durch, denn ich kann mich nicht mehr genau erinnern, in welchem Haus ich es mir gemütlich machen durfte.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Istanbul sich nach nur einem Aufenthalt zu einer Sehnsuchtsstadt entwickeln kann. Wenn ihr einige Tage dort gewesen seid, werdet ihr das Gefühl haben, nicht einmal die Hälfte der Stadt entdeckt zu haben. Lasst euch trotzdem nicht hetzen, denn dann entgehen euch die vielen kleinen Dinge, die einen Städtetrip so einzigartig machen. Setzt euch zum Beispiel in einen der kleinen Parks und füttert die Tauben mit den Resten eurer leckeren Sesamkringels (Simit) oder spaziert einfach nur entlang des Bosporus mit Blick auf die Schönheit dieser Stadt – Lasst euch faszinieren! Ich bin mir sicher, dass ich in nicht allzu ferner Zeit mal wieder einen unschlagbar günstiges Istanbul-Schnäppchen finden werde. Dann setzt ihr euch einfach in den Flieger und kommt zurück in diese besondere Metropole am Bosporus und entdeckt die Stadt mit meinen Istanbul Tipps. :)