Habt ihr schon mal über einen Urlaub auf Gozo nachgedacht? Während auf Malta im Sommer die Touristenbetten stets belegt sind, erlebt ihr auf der Nachbarinsel Gozo ländliches und gemächliches Treiben. Erkundet die kleine Schwester Maltas und verliebt euch in das ursprüngliche Leben!

Wie wäre es mit einem Urlaub mitten im Mittelmeer zwischen Sizilien und Nordafrika? Klar, dass ihr nun sofort an Malta denkt, dabei habe ich einen wahren Geheimtipp für euch parat: Besucht doch einfach mal die kleine Nachbarinsel Gozo! Auch wenn sie oft als die kleine Schwester von Malta bezeichnet wird, kann sie sich durchaus blicken lassen.

Egal, ob für einen Tagesausflug von Malta aus oder als Urlaubsziel für mehrere Tage: Gozo ist unbedingt einen Besuch wert! Kommt mit auf meine Entdeckungstour des nur 67 Quadratkilometer großen Kleinods im Mittelmeer.

Gozo – Maltas kleine Schwester

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 Victoria | Erkundungstour | Dwejra Bay | Die schönsten Strände

Malta und Umgebung

So schön ist Gozo

Türkisblaues Wasser, geheime Buchten und die Inselhauptstadt Victoria: Das klingt doch nach einem perfekten Reiseziel für warme Sommertage. Gozo, die zweitgrößte Insel im maltesischen Archipel, ist bekannt dafür, eine Oase der Ruhe zu sein. Während Malta jährlich Tausende Touristen lockt, ist Gozo noch weitaus unbekannter. Lediglich Europas Tauchsportler wissen die Schönheit der Insel längst zu schätzen.

Gozo ist genau das Richtige für Reisende, die es lieben, durch ursprüngliche Gassen zu spazieren, mit Einheimischen zu speisen und einsame, felsige Buchten zu entdecken. Die grüne Landschaft ist geprägt durch malerische Klippen, idyllische Örtchen, Barockkirchen aus Stein und hübsche Landhäuser. Auf der kleinen Insel, die nur 14,5 Kilometer lang und maximal 7,2 Kilometer breit ist, wird der Lebensrhythmus von den Jahreszeiten, dem Fischfang und der Landwirtschaft bestimmt. Wusstet ihr schon, dass Gozos üppige Vegetation etwa 60 Prozent der Lebensmittel für das gesamte maltesischen Archipel liefert? Dazu tragen nicht zuletzt die 300 Sonnentage im Jahr bei. In Victoria, der Inselhauptstadt, kann es schon etwas quirliger zugehen, doch dazu gleich mehr.

Viele der rund 31.000 Inselbewohner setzen täglich nach Malta über, um dort ihrer täglichen Arbeit nachzugehen. Auch wenn Malta ein winziges Fleckchen auf der Weltkarte ist, ist die Insel für die Gozitaner riesig.

Anreise & Unterkünfte in Gozo

Habt ihr nun Lust auf ein paar erholsame Tage bekommen? Zunächst müsst ihr euch die Frage stellen, ob ihr der Insel Gozo lediglich für einen Tag von Malta aus einen Besuch abstatten möchtet oder, ob ihr euer Hauptquartier direkt auf Gozo aufschlagen wollt.

Gozo verfügt mit einer Größe von 67 Quadratkilometern natürlich über keinen eigenen Flughafen, aber das ist kein Problem, denn von Malta aus verkehren regelmäßig Autofähren. Zwischen Cirkewwa an der Nordküste Maltas und dem Hafen von Mgarr auf Gozo liegt nur etwa eine halbe Stunde. Die Fahrt für Erwachsene kostet 6€, für Kinder 2,20€. Das Praktische ist, dass ihr euren Mietwagen mit übers Meer nehmen könnt, sodass ihr auf Gozo mobil seid. Das Auto inklusive Fahrer darf für 15,40€ mit auf die Nachbarinsel genommen werden. Falls ihr euch aber entschieden habt, keinen Mietwagen zu nehmen, ist das auch kein Problem. Auf Gozo verkehren einige Busse.

Möchtet ihr mehrere Tage auf der Insel verbringen, findet ihr wundervolle Unterkünfte in jeder Preisklasse. Im Einklang mit der einheimischen Kultur wohnt ihr in liebevoll restaurierten Bauernhäusern, die ihr beispielsweise über Airbnb buchen könnt. Ich habe da zum Beispiel eine ganz zauberhafte, alte Villa im Nordwesten der Insel gefunden, aber überzeugt euch am besten selbst. Eine Nacht kostet euch hier 217€, dafür habt ihr allerdings Platz für bis zu sechs Personen.

 

Sehenswürdigkeiten auf Gozo

Trotz ihrer überschaubaren Größe hat die Insel Gozo mehr zu bieten, als man es im ersten Moment vermuten mag. Angefangen bei der bunten Hauptstadt Victoria, über spannende Tauchspots, bis hin zu eindrucksvollen Bauwerken aus der Barockzeit – kommt mit auf eine kleine Inseltour und lasst euch von Gozos Highlights verzaubern.

Victoria – der Lebensmittelpunkt der Insel

Gozos Hauptstadt ist nicht nur geografischer Mittelpunkt der Insel, sondern auch das Lebenszentrum. Lange Zeit hieß sie Rabat, wie sie auch heute noch von Einheimischen genannt wird. Seit 1887 trägt die Insel den heutigen Namen Victoria – zu Ehren der englischen Königin Queen Victoria. Zur damaligen Zeit stand der maltesische Archipel als Kolonie unter der Macht Englands.

Gozos Hauptstadt:
Lange Zeit hieß die Hauptstadt der Insel Rabat, wie sie auch heute noch oft von Einheimischen genannt wird. Wundert euch also nicht.

Schon von Weitem ist die beeindruckende Zitadelle zu sehen, die auf einem Hügel über der Stadt thront. Jahrhunderte lang boten die dicken Mauern Schutz vor nordafrikanischen Korsaren und Sarazenen, von denen die Bevölkerung Gozos im Laufe der Geschichte mehrfach versklavt wurde. Könnt ihr euch vorstellen, dass die Gozitaner bis 1637 sogar verpflichtet waren, die Nächte in der Zitadelle zu verbringen? Heute haben Touristen von den sandsteinfarbenen Mauern eine atemberaubende Aussicht über die ganze Insel. Attraktionen, wie das alte Gefängnis oder das Naturmuseum von Gozo, könnt ihr innerhalb der alten Gemäuer ebenfalls besichtigen.

Zitadelle von Gozo, Malta
Die Zitadelle von Gozo

In der Stadt Victoria, quasi direkt am Fuße des Wahrzeichens, leben heute rund 6.900 Einwohner. Am Hauptmarktplatz It-Tokk, das maltesische Wort für Treffpunkt, findet ihr unter den schattigen Bäumen einige Souvenirhändler und gemütliche Straßencafés. In den engen Gassen der Inselhauptstadt warten außerdem einige urige Geschäfte und alte Häuser darauf, von euch entdeckt zu werden. Stattet auch der Basilika St. George einen kurzen Besuch ab.

Auf Gozo könnt ihr viel entdecken

Nicht nur mit der grünen Landschaft, die rund um das Jahr zu Wanderungen und Mountainbike Touren einlädt, kann Gozo punkten. Auf der Insel gibt es auch zahlreiche historische Städte zu bestaunen.

Nicht weit nordöstlich von Victoria liegt das Dorf Xaghra mit dem Tempel Ggantija. Die Errichtung dieser Megalith-Tempelanlage geht zurück in die Jahre zwischen 3600 bis 3200 vor Christus und ist somit sogar älter als die Pyramiden in Ägypten. Die Tempelanlagen sind beeindruckende Gebilde aus Stein, die wahrscheinlich kultischen Zwecken dienten. Der Name Ggantija bedeutet auf Maltesisch so viel wie Riese, da die Gozitaner glaubten, dass die Tempel von Riesen erbaut wurden. Nicht überraschend, wenn man die Größe der Kalksteinblöcke sieht, aus denen sie gebaut worden sind.

Tempel Ggantija auf Gozo

Weiter geht eure Tour über die Insel in die Höhle der Kalypso. Einige unter euch kennen vielleicht die berühmte Sage Odyssee von dem antiken Schriftsteller Homer. Der Legende nach ist Gozo die Insel Ogygia, wo die schöne Nymphe Kalypso den mächtigen Odysseus als „Gefangenen der Liebe” für sieben Jahre festhielt. Auch wenn die Höhle an sich nicht sehr beeindruckend ist – der dortige Ausblick auf die Küste mit dem herrlich roten Sandstrand ist es dafür umso mehr.

Wenn ihr an der Nordküste der Insel unterwegs seid, solltet ihr unbedingt die Augen nach den sogenannten Salzpfannen offen halten. Dabei handelt es sich um Salzbecken, die angeblich schon von den Römern aus dem Fels geschlagen wurden. Bei rauer See wird Meerwasser in die Becken gespült, das dann anschließend von Zeit zu Zeit verdunstet. Zurück bleibt eine Schicht aus feinstem Meersalz.

Falls ihr etwas mehr Zeit im Gepäck habt, dann besucht unbedingt auch den Fischerort Xlendi in der engen Fjordbucht am Südufer oder Marsalforn, den größten Ferienort auf Gozo.

Salzpfannen auf Gozo

Dwejra Bay – das Taucherparadies

Doch nun zum wohl berühmtesten Postkartenmotiv der Insel: der Dwejra Bay. Im Westen der Insel findet ihr die Bucht, die mit ihren bizarren Felsformationen, wie der Blue Hole, dem berühmtesten Tauchort auf Gozo, begeistert. Dabei handelt es sich um ein Loch im Felsen von etwa 15 Metern Durchmesser – dieses ist der Einstieg in ein wahres Taucherparadies.

Das Ende des Azure Window:

Noch vor einiger Zeit konnten Besucher hier das berühmte Azure Window bestaunen, eine der Hauptattraktionen Gozos. Mehr dazu lest ihr in meinem ausführlichen Artikel.

Einmal abgetaucht, erstreckt sich unter euch eine eindrucksvolle Unterwasserhöhle bis auf den Meeresgrund. In einer Tiefe von bis zu 10 Metern können Taucher hinaus ins offene Meer schwimmen und die beeindruckende Unterwasserwelt an der Küste Gozos bestaunen. Für leidenschaftliche Taucher und Aktivurlauber, die mehr als einen Tag auf dieser Insel verbringen, gehört die Dwerja Bay also unbedingt auf die To-Do-Liste.

Erkundet Gozos unberührte Strände

Natürlich möchte ich euch auch die schönsten Strände Gozos nicht vorenthalten. Viele Touristen genießen hier vor allem das kristallklare Wasser, das nahezu das ganze Jahr über angenehm warm und ideal zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen ist.

Gozo besitzt zwei schöne rote Sandstrände, Ramla Bay und San Blas Bay im Nordosten der Insel, sowie ein paar kleinere, gelbe Sandstrände in Marsalforn und Xlendi. An heißen Tagen könnt ihr hier schon einmal auf einige Touristen stoßen. Mögt ihr lieber einsame Buchten, findet ihr auch viele kleine, felsige Badeplätze, verteilt über die ganze Küste.

Ich möchte euch aber gerne noch einen Geheimtipp verraten: Erkundigt euch vor Ort, ob eine kleine Bootsfahrt vielleicht genau das Richtige für euch ist. In etwa zwei Stunden umrundet ihr Gozo und genießt die besten Blicke auf die Klippen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr vom Wasser aus ja sogar euren persönlichen Lieblingsstrand auf Gozo?

Die Buchten von Gozo

Ist eure Reiselust geweckt?

Ich habe nun richtig Lust bekommen, Malta und Gozo ausgiebig zu erkunden. Übrigens gehört auch noch eine dritte, sehr kleine Insel namens Comino zu dem Archipel, über die ich schon einmal berichtet habe. Die Blaue Lagune von Comino erinnert mich mit ihrem kristallklaren Wasser, das in verschiedenen Blautönen schimmert, sogar ein wenig an die Karibik. Wie sieht’s mit euch aus – steht Malta samt Umgebung auch schon auf eurer Liste?

 

Beitragsbild: Caron Badkin / Shutterstock.com

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