Die Malediven assoziieren die meisten von uns mit palmengesäumten Traumstränden, türkisblauem Wasser und luxuriösen Unterkünften, die einem jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Und nun das: Mitten im Paradies soll es eine Gefängnisinsel geben, die sogar bei einigen Touristen sehr beliebt sein soll.

Im ersten Moment denkt man vielleicht an einen schlechten Scherz, wenn man hört, dass sich mitten im Urlaubsparadies, zwischen privaten Resorts und Traumstränden, ein Gefängnis befinden soll. Doch es gibt sie wirklich – die Gefängnisinsel Maafushi auf den Malediven.

Gefängnisinsel Maafushi

Die bewohnte Malediveninsel Maafushi liegt im Süd-Malé-Atoll und hat sich erst vor einigen Jahren, genauer gesagt seit 2009, als die Regierung den Tourismussektor hier liberalisierte, mehr und mehr zu einem Touristenort gemausert. Zuvor lebten die Einheimischen hier von der Fischerei. Im Jahr 2004 wurden große Teile von Maafushi durch einen Tsunami zerstört, weshalb die Insel komplett neu aufgebaut werden musste. Nach und nach entschied man sich dazu, die ersten Hotels zu erbauen und so kam es, dass auch der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden ist.

Mittlerweile gibt es immer mehr Touristen, vor allem aber Individualreisende, die sich auf diese Insel „trauen“. Und das obwohl sich hier, am Rande der Insel, ein Gefängnis befindet. Regelmäßig werden hier Kriminelle hin verdammt, nicht selten sprach man in den vergangenen Jahren sogar von Misshandlungen der Insassen. Sie sollen an Palmen festgebunden und verprügelt worden sein. Wie es heute hinter den Betonmauern aussieht, das wissen wohl nur die Angestellten und Insassen selbst. Doch das Gefängnis ist nicht der einzige Grund, der einige Touristen davon abhält, hier seinen Urlaub verbringen.

Maafushi Malediven CC-BY-NC 2.0

Foto: flickr.com/140582948@N03 (CC-BY-NC 2.0)

 

Bikiniverbot an den Stränden von Maafushi?

Klar ist, dass vor allem auf den einheimischen Inseln der Malediven strengere Regeln herrschen als auf den bekannten Touristeninseln mit liberalen Resorts. Oftmals herrscht Bikiniverbot, generell darf man keine zu kurze Kleidung tragen, und auch mit alkoholischen Getränken sollte man vorsichtig sein. Vor allem von heimlichem Schmuggel von Alkohol aus dem Duty-Free Shop am Flughafen wird dringend abgeraten, denn die Kontrollen bei der Einreise sind streng.

Am öffentlichen Strand von Maafushi sollte man also allein aus Respekt gegenüber den muslimischen Einwohnern keinen Bikini oder Badeanzug tragen. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, für den es gibt aber auch einige durch Bambus abgetrennte Touri-Bereiche, an denen man sich im Bikini zeigen kann.

maafushi island

Reisende, die bereits mit der Fähre von der Inselhauptstadt Malé nach Maafushi rübergeschippert sind, lassen sich davon nicht stören. Ganz im Gegenteil: Sie schwärmen hier vom typisch maledivischen Leben – verschleierte Frauen schauen ihren Kindern beim Spielen zu, bunte alte Häuschen in staubigen Straßen, aber auch die kleinen Lebensmittelshops und Mopeds verleihen diesem Ort irgendwie einen besonderen Charme. Und auch die Strände sind naturbelassen und wunderschön, ganz zu schweigen von der atemberaubenden Unterwasserwelt.

Authentischer geht’s wohl kaum.

Wer also nicht nur als Pauschalreisender unterwegs ist, sondern gerne individuell reist und dementsprechend offen und verständnisvoll gegenüber anderen Kulturen und Religionen ist, für den lohnt sich das Backpacking Abenteuer auf den Malediven allemal.

Local Island on Maldives
Foto: iStock.com/Tobias Helbig

Fakt ist: Ganz egal, wie schön und verlockend ein Urlaubsland auch sein mag – dass es im Urlaubsparadies keine Kriminalität geben sollte und somit auch kein Gefängnis, wäre etwas naiv zu denken. Irgendwo muss so eine Strafanstalt schließlich hin.

So lange sich die Urlauber von dem Betongebäude auf Maafushi nicht stören lassen und sich an die Sitten und Kultur der Einheimischen halten, bleibt es doch ihnen überlassen, ob sie hier urlauben oder nicht. Die naturbelassenen Strände und der spannende Einblick in die „echten“ Malediven sind auf jeden Fall ein Top-Argument für Maafushi. Ein passendes Angebot für das beliebte Hotel Picnic Inn habe ich auch schon für euch gefunden: 12 Tage inklusive Flügen und Hotel bekommt ihr schon für nur 629€ pro Person!

Was meint ihr dazu? Würdet ihr hier euren Urlaub verbringen oder wäre das für euch ein absolutes No-Go?

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© Beitragsbild: flickr.com/140582948@N03 (CC-BY-NC 2.0)