Im Moor wandern? Mit Robben schnorcheln? Oder doch lieber Geistergeschichten lauschen? All das und noch viel mehr findet ihr in meinen Cornwall Tipps.

Spätestens seit den Rosamunde Pilcher Romanen ist die Grafschaft Cornwall im südwestlichen Teil Englands in aller Munde. Vor allem ihre malerischen Buchten, die rauen Felswände und ihre kilometerlangen Strände stehen für Romantik, Erholung und Abgeschiedenheit pur. Wer es sich gut gehen lassen will, spaziert am Strand entlang, genehmigt sich am Nachmittag eine Tea-Time und lässt den Abend in einem der urigen Pubs ausklingen. Dass Cornwall aber auch raue, aufregende Seiten hat, wissen hierbei nur die wenigsten. Ich nehme euch mit auf einen kleinen Roadtrip durch Englands äußersten Zipfel und beweise euch, dass Cornwall definitiv nicht nur Stoff für Liebesromane liefert. Schnappt euch am besten einen Mietwagen und fahrt mit mir durch Englands schönste Grafschaft.

Cornwall Tipps

König Artus | St. Ives | Taucherparadies | Rund um’s Boot | Auf Spurensuche 

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Sagenhaftes Tintagel

Beginnen will ich meine kleine Rundreise im äußersten Südwesten Cornwalls, in einer Ortschaft, die allein durch ihren geschichtsträchtigen Hintergrund als kleines Juwel bezeichnet werden kann: die Rede ist von Tintagel. Die Verbindung zu Englands Historie lässt sich an dem unweit entfernten Tintagel Castle ausmachen, welches als Zeugungsstätte des berühmten König Artus gilt. Die Schlossanlage lässt sich nur über einen relativ schmalen Pfad und eine steile Treppe erreichen, sodass ich als überzeugter Barfußläufer schon meine Probleme hatte. Festes Schuhwerk ist demnach ein Muss! Belohnt werdet ihr auf dem Weg mit rauschenden Wasserfällen, moosbewachsenen Hängen und dem Brechen der Wellen an Cornwalls rauen Klippen.

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Seid ihr während der Ebbe in Tintagel zu Besuch, solltet ihr nach dem Abstieg noch einen Abstecher zum Strand unterhalb des Schlosses machen. Dort werdet ihr auf den Eingang zu Merlin’s Cave stoßen, der Höhle, in welcher der Säugling Artus durch den Zauberer Merlin in Sicherheit gebracht wurde. Habt ihr noch nicht genug von der Saga um König Artus, solltet ihr auch noch King Arthur’s Great Halls einen Besuch abstatten. Spätestens danach solltet ihr euch aber wieder auf dem Weg machen, denn St. Ives wartet bereits.

Kunst und Kultur: St. Ives

In St. Ives werden Reisende und Künstler gleichermaßen ein Eldorado finden. Touristen schätzen die weitreichenden Strände mit ihrem feinen, weißen Sand, dem herrlichen Ausblick und der maritimen Lage. Der Porthminster Beach und der Porthmeor Beach sind zwei der bekanntesten und beliebtesten Ausflugsziele. Kristallklares Wasser zieht sowohl Menschen als auch Tiere in seinen Bann, sodass man bei gutem Wetter auch mal etwas länger nach einem Plätzchen suchen muss. Eingerahmt werden die Strände von imposanten Villen im Hintergrund sowie von dichtem Grün und rauen Felsen zu den Seiten.

Porthminster Beach, St Ives, Cornwall
Sandstrand des Porthminster Beach

Die künstlerische Ader St. Yves‘ wird beispielsweise durch die Tate Gallery St. Ives, einem Ableger der berühmten, gleichnamigen Galerie in London, oder auch durch die vielen Handwerks- und Geschenkgeschäfte widergespiegelt. Kunstwerke ortsansässiger Maler könnt ihr ebenso gut erworben werden wie beispielsweise ausgefallene Schokoladenkreationen. Wenn ihr nach all dem Wasser und der Kunst Lust auf etwas Abwechslung habt (und zu den weniger schreckhaften Gesellen gehört), solltet ihr euch nach Dämmerung mit dem Shanty Baba Storyteller verabreden, um bei Laternenlicht und Brandungsrauschen einer schaurig-schönen Geistergeschichte zuzuhören. Mir läuft heute noch ein Schauer über den Rücken…
Habt ihr euch von der Gruselgeschichte erholt, geht es wieder auf die Straße in Richtung Land’s End.

Porthminster beach and St Ives on the coast of Cornwall iStock_000056801862_Large-2Tipp: Auf dem Weg zwischen St. Ives und Land’s End liegt die Ortschaft Pendeen. Diese ist vor allem für Abenteuerhungrige interessant, da man in der Geevor Tin Mine Bergarbeiterluft schnuppern kann. Die zu einem Besucherbergwerk umgebaute Mine lässt euch sowohl durch ein interessantes Museum als auch durch einen Grubenabschnitt gehen. Nur Abbauen dürft ihr leider nicht mehr.

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Zwischen Wracks und Robben

Auf der Hauptinsel Großbritanniens ist Land’s End der westlichste Punkt, während die nahe gelegenen Scilly-Inseln den westlichsten Punkt Englands markieren. Sowohl Land’s End als auch die Scilly-Inseln sind ein Paradies für die Taucher unter euch. Vor der Küste von Land’s End findet ihr zahlreiche, noch unberührte Schiffswracks, die unbedingt von euch erkundet werden sollten. Augen auf, ihr Schatzsucher! ;) In den Klippen um die Ortschaft finden auch die Spaziergänger unter euch die Gelegenheit, um sich so ein Wrack mal aus der Nähe anzusehen. Das bekannteste unter ihnen ist wohl die RMS Mühlheim.

Falmouth Sunrise

Für Tierfans und Wasserfreunde ist ein Ausflug zu den Scilly-Inseln empfehlenswert, da ihr dort Scilly Seal Snorkelling, also Schnorcheln mit Seehunden, betreiben könnt. Habt ihr die Neoprenanzüge nach eurem Ausflug erfolgreich abgelegt, führt euch die weitere Tour in die blumige Hafenstadt Falmouth.

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Geschichtsträchtige Hafenstadt

Maritimes Flair lässt sich im Örtchen Falmouth schnuppern. Bekannt ist es für seinen Hafen, der Weltumseglern häufig sowohl Start- als auch Zielpunkt war, und seinen grünen Oasen, wie den Trebah Garden oder den Glendurgan Garden. Ersteres besticht durch seine hohe Anzahl an subtropischen Gewächsen, die durch das milde Klima des Golfstroms ideale Wachstumsbedingungen finden. Trebah Garden ist der Ort, an dem sich tropische Palmen und bodenständige Rhododendren an einem Fleck tummeln.

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Solltet ihr euch eher für das Wasser als für das Land interessieren, werdet ihr im National Maritime Museum Cornwall einige interessante Informationen rund um Cornwall’s maritimes Erbe finden und zahlreiche Bootsmodelle bestaunen. Habt ihr genug Seeluft geschnuppert, kehrt ihr in einen von Falmouth’s Pubs oder Bars ein, um den Tag bei einem leckeren Pint Cider oder Ale ausklingen zu lassen. Cheers! Frisch und munter startet ihr in die letzte Etappe eurer Reise: Bodmin.

Von Adel und Moore

Adelsluft und viktorianisches Flair lassen sich in Bodmin, genauer im Lanhydrock House and Garden erleben. Das Haus bietet euch Einblicke in das prunkvolle Leben des viktorianischen Adels, während der Garten durch seine Pflanzenvielfalt zum Spazieren einlädt. Nach eurer Tour solltet ihr euch unbedingt eine Pause gönnen, um in den Genuss von frisch gebackenen Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade zu kommen.

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Mutigere Wanderer sind im Bodmin Moor besser aufgehoben. Mit Gummistiefeln im Gepäck geht es auf nebelbehangene Wege, an deren Ende der Cheesewring stehen sollte, eine durch Verwitterung entstandene Felsgruppierung, die euch garantiert an das unweit gelegene Stonehenge erinnern wird. Wer durstig von all den Wanderungen heimkehrt, sollte in der Haywood Farm einkehren und sich dort die Herstellung des traditionellen Apfelweins, des Ciders, zeigen lassen. Nach so viel Anstrengung habt ihr euch ein Gläschen (oder zwei) redlich verdient!

Hiermit endet meine Reise und auch meine Cornwall Tipps finden ein Ende. Wer nun immer noch davon überzeugt ist, dass die Grafschaft nicht mehr kann, als Kulisse für Herzschmerzromane zu bieten, sollte selbst einen Abstecher wagen und Cornwalls raue Seite kennen lernen. Noch mehr Inspirationen für eure nächste Reise bekommt ihr in meinem Reisemagazin.