Eine Stadt direkt am Wasser, eine beeindruckende Geschichte und noch mehr Kultur – Boston ist als aufblühende Studentenstadt vielseitiger als ihr vielleicht gedacht habt. Was es in der Stadt an der Ostküste Amerikas alles zu entdecken gibt, lest ihr hier.

Bei Städtetrips in die USA denken die meisten von euch wahrscheinlich zunächst an den Big Apple, New York City. Doch etwas weiter nördlich der niemals schlafenden Metropole wartet eine Stadt auf euch, die ebenfalls einen Besuch wert ist, aber leider oft von vielen Amerika Urlaubern vergessen wird. Ich spreche von der größten Stadt Neuenglands, Boston.

Die Hauptstadt und gleichzeitig auch größte Stadt des Bundesstaates Massachusetts liegt direkt an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Die Wassernähe prägt auch das Stadtbild und so findet ihr hier eine wunderschöne Hafenstadt vor.

Boston stellt sich vor

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Bostons Geschichte

Schon im Jahr 1630 gegründet, gehört Boston zu den ältesten Städten in den USA. Auch wird ihr nachgesagt, dass sie eine der wohlhabendsten und kulturell reichsten Städte sein soll. Davon wollte ich mich bei meiner Reise natürlich selbst überzeugen. Eines kann ich euch jetzt schon sagen: Ich wurde nicht enttäuscht! Aber lest selbst und lasst euch verzaubern von der „Wiege der Freiheit“, wie die Stadt auch gerne genannt wird.

Bekannt wurde die Küstenstadt besonders durch die Boston Tea Party Ende 1773. Die Bürger fühlten sich damals von England schon länger ungerecht behandelt und ausgebeutet. Diese Unzufriedenheit gipfelte darin, dass einige Personen an Bord eines britischen Handelsschiffes gingen und über 340 Kisten Tee in das Hafenbecken warfen. Diese Handlung war einer der ersten offenen Widerstandsakte gegen London. Kurze Zeit später entwickelte sich aus dieser Tat der Unabhängigkeitskrieg. Wer sich mehr über den wohl wichtigsten und spannendsten historischen Hintergrund der Stadt informieren will, kann an Board eines Boston Tea Partyschiffs gehen und während der Inszenierung in eine vergangene Zeit eintauchen.

Das moderne Boston

Diese weitreichende Geschichte spiegelt sich natürlich auch heute noch in dem Stadtbild wider. Beim gemütlichen Schlendern durch die Stadt werdet ihr deshalb früher oder später bestimmt an dem einen oder anderen historischen oder architektonischen Highlight vorbeikommen.

Boston besteht aus 23 verschiedenen Stadtteilen, die alle ihren eigenen Charme haben.

Wenn ihr Fans von schönen und ehrwürdigen Gemäuern seid, werdet ihr Boston lieben, da bin ich mir absolut sicher! Besonders gefallen hat mir hier die Tatsache, dass ihr altehrwürdige Gebäude, wie zum Beispiel beeindruckende Kirchen, direkt neben den großen, modernen Glaskomplexen der Finanzgebäude vorfindet. Freut euch also auf einen wirklich atemberaubenden Kontrast und eine Skyline, wie ihr sie auch schon von anderen amerikanischen Großstädten gewohnt seid. Im Gegensatz zu anderen Metropolen hat Boston aber eine relativ kleine Grundfläche, sodass ihr alles Wichtige fußläufig bequem und schnell erreichen könnt. Und wie ihr sicherlich wisst, ist ein Spaziergang für mich die schönste Art und Weise, um neue Städte zu erkunden – sofern das natürlich möglich ist.

Da das meiste Geld in „sauberen“ Branchen wie dem Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in der Finanzwirtschaft und technologisch führenden Unternehmen verdient wird, spiegelt sich das auch in einem sauberen und gepflegten Stadtbild wider – ein weiterer Aspekt, der mir bei meinem Besuch besonders gut gefallen hat.

South Boston, oder auch Southie, hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt.

Die schönsten Seiten der Stadt

Boston verdankt vor allem seiner Lage am Meer einige wunderschöne Ecken. Am Hafen entlang schlendern, die frische Meeresluft im Gesicht und die Skyline der Stadt im Hintergrund – ach, das wäre jetzt traumhaft. Besonders die Stadtteile Back Bay und Beacon Hill haben es mir angetan.

Schlendert durch die Acorn Street oder genießt die Aussicht auf das Hafenbecken…

Sie zählen zwar zu den eher kostspieligen Teilen der Stadt, doch könnt ihr hier die wohl stilvollste Seite Bostons hautnah erleben. Genießt den fabelhaften Ausblick auf den Hafen, der euch besonders bei Dämmerung begeistern wird, oder streift durch die stillen Straßen und erfreut euch an den wunderschönen roten Fassaden der Backsteinhäuser. Hier könnt ihr beim gemütlichen Flanieren die Schaufenster der Luxusboutiquen betrachten, einfach mal abschalten und die verkehrsruhigen Straßen genießen. Auch findet ihr in diesem Teil die wunderschöne Trinity Church, der ihr unbedingt einen Besuch abstatten solltet und den Boston Common Park, der zu einem gemütlichen Picknick einlädt.

Sollte eure Reisezeit genau in die Herbst fallen, so könnt ihr Boston gleich als Ausgangspunkt nutzen, um ein wunderschönes Naturspektakel zu bewundern. Der Indian Summer erreicht Neuengland nämlich zwischen Anfang September und Mitte November in seiner ganzen Farbenpracht. Die Blätter der Laubbäume verfärben sich dann langsam und tauchen die Landschaften in unvergleichliche Gelb-, Rot- und Orangetöne. Schnappt euch einfach einen Mietwagen, erkundet die Gegend um Boston und erfreut euch an dem einmaligen Farbspektakel.

Der Indian Summer ist ein wahres Farbspektakel

Beliebte Sehenswürdigkeiten in Boston

Wie in jeder großen Stadt gibt es auch in Boston wichtige Sehenswürdigkeiten, die ihr während eures Aufenthaltes nicht auslassen solltet. Wer jetzt allerdings vermutet, dass es sich hierbei rein um langweilige historische Gebäude und Denkmäler handelt, der irrt sich gewaltig.

Freedom Trail

Bei einer geschichtsträchtigen Stadt wie Boston kommt man natürlich nicht drumherum, sich historische Bauten anzuschauen. Etwas abwechslungsreicher wird das Ganze allerdings, wenn man die wichtigsten Monumente gemütlich während eines Spaziergangs durch die Innenstadt entdecken kann.

Der Freedom Trail führt euch durch die Geschichte Bostons

Deshalb dürft ihr euch dieses Highlight der Stadt auf keinen Fall entgehen lassen. Bei dem Freedom Trail handelt es sich um eine circa vier Kilometer lange Route, die euch an 17 historischen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt und dabei den Kampf um die Unabhängigkeit von Großbritannien thematisiert. Dieser Weg bietet sich vor allem für diejenigen unter euch an, die sich nur eine kurze Zeit in der Stadt aufhalten und sich trotzdem keine historischen Highlights entgehen lassen wollen. Aber auch für Besucher, die einen längeren Aufenthalt in Boston planen, kann der Freedom Trail ein interessanter Einstieg sein, um sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Der Weg ist durch eine rote Linie aus Backsteinen am Boden markiert und führt euch vom Boston Common, dem ältesten öffentlichen Park der Vereinigten Staaten im Stadtzentrum, durch die Innenstadt über den Charles River bis nach Charlestown und endet dort am Bunker Hill Monument. Nach diesem kleinen Fußmarsch habt ihr sicherlich einen klasse Überblick über die Geschichte und das Stadtbild.

Im Boston Common Park beginnt der Freedom Trail

Eine Station auf dieser Route war dabei ganz nach meinem Geschmack: Das frühere Versammlungshaus Faneuil Hall ist heute ein beliebter Markt und bietet seinen Besuchern allerhand Möglichkeiten, sich durch viele verschiedene Köstlichkeiten zu schlemmen. Besonders im Sommer, wenn man unter der Sonne zwischen den Ständen und Straßenkünstlern umherflanieren kann, lockt die Faneuil Hall jede Menge Besucher an. Ich finde, eine bessere Art und Weise, um Geschichte mit gutem Essen zu verbinden, gibt es nicht, oder?

Fenway Park

Sportliche Veranstaltungen sind in Amerika immer etwas Besonderes. Die tobenden Massen auf den Rängen, die Cheerleader, die ihnen zusätzlich einheizen und natürlich die Sportler, die auf dem Platz alles geben. Genau ein solch mitreißendes Erlebnis könnt ihr auch in Boston hautnah erleben, im berühmten Fenway Park. Einmal in Boston unterwegs, darf man sich ein Spiel des Baseball Teams Boston Red Sox auf keinen Fall entgehen lassen. Neben der Sportveranstaltung bekommt ihr das Stadion als eigenes Highlight sogar noch oben drauf. Am 20. April 1912 eröffnet, handelt es sich hierbei um das älteste Baseballstadion der MLB, das noch immer genutzt wird. Vielleicht habt ihr sogar Glück und eines der begehrten Spiele findet bei eurem Aufenthalt in der Stadt statt? Dann könnt ihr mit Bier und einem Fenway Frank (Hotdogs) euren persönlichen Favoriten anfeuern. Eines kann ich euch versprechen: Diese unglaubliche Atmosphäre werdet ihr so schnell nicht wieder vergessen!

Harvard University

Über die Jahre hat sich Boston mit über 100 Hochschulen zu einer wahren Studentenstadt gemausert. Auch wenn ihr selbst keine Studenten seid, könnt ihr hier die herrlich lockere Atmosphäre aufsaugen und euch selbst wie einer fühlen. Besucht eines der Museen der Unis oder macht es euch in einem bei den Studenten beliebten Cafés bequem. Wenn ihr abends mit einem kühlen Bier im John Harvard’s Brew Home anstoßt, seid ihr endgültig im Studentenleben angekommen.

Einmal in Boston unterwegs, dürft ihr selbstverständlich die Crème de la Crème der Universitäten nicht verpassen. Natürlich spreche ich von der Harvard University, einer der wohl berühmtesten Universitäten der Welt. Der fabelhafte Ruf eilt der Uni weit über die Grenzen des Landes voraus. Deswegen solltet ihr unbedingt die Chance nutzen und euch das Campusgelände in Cambridge genauer ansehen. Auch als Außenstehender kommt ihr normalerweise ohne Probleme auf das Gelände. Zwischen den roten Backsteinhäuschen und den vielen jungen Leuten fühlt man sich selbst mehr oder weniger wie ein Student. Mein Tipp: Macht am besten eine Tour, die von Studenten geführt wird. So seht ihr die wirklich interessanten Seiten der Uni.

Auch findet ihr am Charles River, gegenüber von Boston, mit dem MIT eine der bedeutendsten Technischen Hochschulen überhaupt.

Leckere Spezialitäten

American Breakfast, Burger und Co. sind wohl die ersten Speisen, die uns bei Amerika in den Sinn kommen. Doch die Feinschmecker in Boston setzen noch auf andere Leckereien. Einmal in der Hafenstadt angekommen, solltet ihr es euch daher nicht nehmen lassen, den super leckeren und frischen Hummer zu kosten. Lobster ist hier sehr beliebt und auch als schneller Snack für zwischendurch auf einem Sandwich köstlich. Falls euch bei dem Gedanken an Fisch und Meeresfrüchte auch das Wasser im Mund zusammenläuft, solltet ihr einen kleinen Zwischenstopp bei James Hook & Company einlegen. Das hier angebotene Seafood ist einfach genial! Bestellt euch eine Lobster Roll auf die Hand und macht dann gestärkt die Stadt unsicher.

Was wäre Boston ohne Cannoli? Wenn ihr in der Stadt seid, kommt ihr nicht drumherum, diese süße Leckerei zu kosten. Auch wenn sich die Einwohner selbst nicht einigen können, wo es denn die besten Cannoli gibt, wird euch das Gebäck sicherlich überall umhauen. An den Konditoreien müsst ihr zwar oft mit einer Warteschlange rechnen, doch wird das Warten belohnt, sobald ihr in das leckere Gebäck mit Ricottafüllung beißen könnt. Die Feinschmecker unter euch werden beim Anblick der vielen Pastry Shops sicherlich süße Träume bekommen. Wenn ich einen Favoriten auswählen müsste, könnte ich mich nicht zwischen Mike’s Pastry und dem Modern Pastry Shop entscheiden. Beide überzeugen mit einer top Auswahl und bestechend süßer Qualität. Ein echter Himmel für Zuckerliebhaber.

Cannoli sind in Boston eine beliebte Süßspeise

Auch der Besuch einer Brauerei darf bei eurem Aufenthalt in Boston nicht fehlen. Lasst euch durch die Geschichte der Biere führen und probiert euch am Ende durch die verschiedenen Sorten. Besonders ans Herz legen kann ich euch die Boston Brauerei, in der das Samuel Adams Lagerbier hergestellt wird. Anders als bei vielen anderen amerikanischen Brauereien, wird hier ein Großteil der Biere nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellt. Das dürfte die meisten deutschen Bierspezialisten unter euch bestimmt freuen. Einen tollen Blick auf den Hafen und eine noch bessere Stimmung findet ihr außerdem in der Harpoon Brauerei.

Mein Tipp: Probiert neben dem Bier noch als kleinen Snack zwischendurch die leckeren Brezeln mit verschiedenen Dips. Einfach köstlich!

Leckere Drinks, eine tolle Aussicht und einmalige Atmosphäre verspricht die Rooftop Bar auf dem Envoy Hotel. Die Sonne geht langsam unter, die Skyline vor euren Augen wird in warme Töne getaucht und ihr stoßt auf euren einmaligen Aufenthalt in Boston an. Wenn das nicht perfekt ist, um einen Tag ausklingen zu lassen, dann weiß ich auch nicht. Bei dieser Bar könnt ihr definitiv nichts falsch machen. Auch im Winter ist sie übrigens ein Highlight: Dann finde ihr hier nämlich eine fantastische Iglu-Landschaft vor.

Envoy Hotel

 

Taucht ein in die Geschichte Bostons

Elegant, historisch aber auch modern – so habe ich Boston während meines Aufenthalts erlebt. Lässt man sich erst einmal durch die schönen Straßen treiben, bemerkt man schnell, was die Einwohner so sehr an ihrer Stadt lieben. Egal ob ein kurzer Städtetrip oder ein etwas längerer Aufenthalt – Boston wird euch bestimmt nicht langweilen!

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