Alleine das Flugzeug besteigen und die weite Welt entdecken – ohne Begleitung! Reizt euch das oder macht es euch sogar Angst? Findet heraus, welche Gefühle auf euch zukommen werden, wenn ihr die Landkarte selbst in die Hand nehmt.

Viele von euch haben es vielleicht schon getan und lieben es, manch andere spielen mit dem Gedanken und sind unentschlossen, einige haben sich bereits dieses Ziel gesetzt und wiederum andere bekommen schon beim Gedanken an einen Solo-Trip Schweißausbrüche und Panikattacken – alleine reisen kann Gefühle jeder Art auslösen.

Alleine reisen und die Welt erobern

Das Plus | Und das Minus

alleine reisen

Du wirst dich verändern

Gehen wir einmal davon aus, dass eine Veränderung etwas Positives ist. Denn genauso wirkt sich diese Reise auf euch und euren Charakter aus. Ihr werdet Dinge erleben, die euch weder zuhause noch auf Reisen mit Freunden widerfahren können.

  • Ich bin ehrlich – ist es eure erste Reise im Alleingang, wird das ganze am Anfang kein Zuckerschlecken sein. Aber nur, weil ihr euch in einer völlig neuen Situation befindet, die ihr unbedingt zulassen müsst. Freut euch auf die vielen Dinge, die vor euch liegen und vergesst den niesenden Sitznachbarn im Flieger neben euch. Schnappt euch ein Tagebuch und schreibt vom ersten Moment an alles auf. So könnt ihr eure Gedanken sammeln und ordnen.
  • Alleine aufzubrechen erfordert Mut! Doch sobald ihr diesen aufgebracht habt und die Herausforderung des „Auf-sich-alleine-gestellt-Seins“ angenommen habt, wachst ihr daran. Ihr werdet auf euren Reise immer wieder auf knifflige Situationen treffen. Sei es, dass ihr im falschen Bus sitzt oder sogar am falschen Flughafen ausgestiegen seid – ja das gibt es! Nehmt die Herausforderung an und zeigt euch selbst, dass ihr ihr gewachsen seid. Macht euch Stolz!
  • Macht euren Mund auf! Ihr müsst reden – mit allem und jeden: dem Taxifahrer, dem Straßenverkäufer und dem verpeilten Typen, der euch euer Hostelbett zeigt. Nur so lernt lernt ihr offen und selbstbewusst zu sein.
  • Ihr werdet so viele neue Menschen kennen lernen, dass die vielen Namen und Adressen gar nicht mehr in euer Tagebuch reinpassen. Überall trefft ihr auf Gleichgesinnte, deren Geschichten euch noch Jahre später zum Lachen bringen werden.

alleine reisen

  • Ihr müsst keine Kompromisse eingehen. Ihr habt Lust auf Pizza, euer Gegenüber aber auf Asiatisch? Gibt’s nicht – nur ihr selbst zählt.  Ihr wollt einen Tempel besichtigen – gut, seht euch alle an! Ihr wollt doofe Souvenirs kaufen? Wunderbar, niemand wartet genervt vor dem siebzehnten Shop, den ihr immer noch toll findet. Eure Interessen stehen an erster Stelle!
  • Ihr könnt keinen Stadtplan lesen? Dann lernt es! Auf nichts müsst ihr euch besser verlassen können, wenn ihr alleine reist, als auf euren Orientierungssinn. Gewöhnt euch daran, dass ihr nicht immer und überall Handyempfang oder einen Internetzugang habt, dann müsst ihr ganz ohne GoogleMaps und Co. auskommen. Orientiert euch an markanten Gebäuden, besonders bunten Häusern oder eine bestimmte Straßenbiegung, einfach alles was euch besonders ins Auge sticht.

alleine reisen

  • Daraus resultiert, dass ihr viel aufmerksamer seid. Ihr werdet zu Momentensammlern! Ihr verquatscht euch nicht und verpasst dabei alles, sondern wandert durch die Straßen und prägt euch jedes Merkmal genau ein und bekommt ein Auge für das Leben vor Ort.
  • „Hab ich meinen Reisepass, wann geht mein nächster Flug, war das meine letzte saubere Unterhose, darf man das überhaupt essen?“ Ihr werdet lernen, selbst Entscheidungen zu treffen. Das Leben wird es euch wissen lassen, wenn ihr einmal die falsche getroffen habt.
  • Ihr müsst euch überwinden, euch trauen, stolz alleine aus dem Flieger steigen und die Luft der Freiheit einatmen. Jede Reise hinterlässt einen Stempel in eurem Reisepass, aber auch einen Stempel auf eurer Seele. Ihr werdet als eine andere Person zurückkommen, wenn ihr euch einmal auf dieses Abenteuer eingelassen habt.

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Nicht alles, was glänzt, ist Gold

Euch überkommt bei dem Gedanken, völlig verlassen am Ende der Welt zu stehen ohne eine bekannte Menschenseele, ein komisches Gefühl? Das ist selbstverständlich. Alleine reisen kann auch ab und an ungemütlich sein, so ehrlich muss ich sein.

  • Immer wieder habt ihr Bedenken und Unsicherheit kommt in euch auf, ob das wirklich die richtige Kreuzung war, ob euch diese Person vielleicht folgt oder ob ihr diesen entzündeten Mückenstich vielleicht nicht doch lieber einem Arzt zeigen sollt. In diesen Situationen ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Fragt euch, ob ihr gerade überreagiert und versucht das ganze aus einem neutralen Blickwinkel zu betrachten.
  • Ja, alleine reisen kann natürlich auch gefährlich sein. Niemand weiß wo ihr seid und kann euch helfen, wenn es drauf ankommt –  vor allem als Frau ist das erstmal keine besonders schöne Vorstellung. Bedenkt einfach die wichtigsten Regeln, haltet euch an euren gesunden Menschenverstand  und informiert euch ausreichend über das Land, in dem ihr seid. Dann könnt ihr unangenehmen oder gar gefährlichen Begegnungen in dunklen Gassen und auf belebten Plätzen vermutlich gut entgehen. Überschätzt euer Glück nicht und gebt einfach auf euch Acht, dann wird euer Trip ein positives Abenteuer. Außerdem werdet ihr auf eurer Reise nicht lange alleine bleiben. Wenn ihr Leute findet, mit denen ihr euch gut verstehst und die die selben Dinge besichtigen möchten, dann schließt euch ihnen an.

alleine reisen

  • Bei einer Reise die ihr alleine antretet, habt ihr alles für euch, leider auch die Kosten. Ihr habt niemanden mit dem ihr die Hotelrechnung oder die Ausgaben fürs Essen teilen könnt. Gute Planung ist daher wichtig.
  • Manchmal, so voll das Hostel auch sein mag, kommt es euch ganz still vor. Wenn ihr schon lange unterwegs seid, kann es passieren, dass ihr mit Eindrücken überladen seid und euch einfach ein paar liebe Worte einer vertrauten Stimme fehlen. Dann sind Skype und Facetime immer eine gute Idee – nur weil ihr alleine reist, müsst ihr ja nicht gleich den Kontakt zu den Lieben daheim abbrechen. Erzählt zu Hause ein bisschen von euren Touren, von kommenden Abenteuern und hört auch mal nach, wie es den anderen im Alltag geht. Schon geht es euch wieder besser.
  • Ich sage es mal so gerade raus: Schlafsäle sind manchmal wirklich kein Lieblingsort. Lebt man mit zehn Personen bei tropischen Temperaturen in einem Zimmer, riecht es nun mal einfach streng. Sind davon auch noch ein paar richtige Schnarchnasen, Lichtanschalter, ständige Klogeher und Chaosmonster dabei, kann es ganz schön ungemütlich werden. Das gehört aber irgendwie mit dazu, oder?
  • Mögt ihr euch selbst? Klar, ihr kennt euch selbst am besten, aber kennt ihr euch vierzehn Stunden mit euch alleine? Ohne Couch und Fernseher, Telefon und Internet oder der Möglichkeit, einfach raus zu gehen, wenn ihr das erste Mal einen Langstreckenflug bezwingt, am Flughafen schlafen müsst oder ewig alleine im Bus sitzt. Ihr müsst mit euch selbst klar kommen, euch an das Gefühl gewöhnen, abends vielleicht mal alleine am Tisch zu sitzen oder die Sonne am Strand ohne Unterhaltung anderer zu genießen. Entweder man kann das, oder man ist mutig genug und geht zur Frisbee-spielenden Gruppe und fragt, ob man einfach mitmachen darf.

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  • Ihr seid kein mit hundert Likes gekrönter Selfie-Kaiser? Gut, dann findet euch damit ab, dass es von euch kein ordentliches Foto vor einer Sehenswürdigkeit geben wird. Oder kauft euch einen Selfie-Stick und kennzeichnet euch als Single, wenn ihr neben all den Gruppen alleine in die an der Stange hängende Kamera lächelt.
  • Das Nachhausekommen ist leider immer am schwierigsten. Ihr seid geladen mit tollen Geschichten und Erlebnissen und die Daheimgebliebenen, so sehr sie auch wollen, werden euch meist nicht verstehen. Auf die Frage „Und, wie war’s?“ könntet ihr mit einem fünf Stunden Monolog antworten, den aber nur die wenigsten verstehen, weil nur ihr diese Dinge erlebt habt.

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Alleine reisen ist Luxus für das eigene Ich

Manchmal wird euch die Frage überkommen, wieso ihr das eigentlich tut? Aber ihr werdet sehen, sobald ihr die ersten Kilometer alleine zurück gelegt habt, werden die positiven Dinge überwiegen. Eure Bäuche werden vor Lachen wehtun, wenn all die tollen Menschen, die ihr kennen lernt, ihre peinlichen Reise-Geschichten mit euch teilen werden. Ein Skype Telefonat wird euch mit vertrauten Stimmen über Heimweh hinweghelfen und all die vielen Sonnenuntergänge, die ihr mit einem kühlen Bier und neu gefundenen Freunden am Strand genießt, werden euch ein Leben lang in Form von schönen Erinnerungen begleiten. Also zieht los und erlebt euer eigenes Abenteuer!

 

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