Habt ihr schon mal von der unterirdischen Stadt Derinkuyu in der Türkei gehört? Vom beeindruckenden Höhlensystem, einer Stadt unter der Erde? Ich zeige euch die geheimnisvolle Höhlenstadt in Kappadokien und die spannende Geschichte, die dahinter steckt.

Stellt euch folgende Szene einmal vor: Ihr renoviert den Keller eures Hauses, wollt die Wand erneuern und reißt sie zu diesem Zwecke teilweise ein. Auf einmal tut sich vor euren Augen ein versteckter Raum auf, der auf keinem Grundriss eingezeichnet ist. Verwundert und neugierig steigt ihr in das Loch und seht, dass von dem geheimnisvollen Einstieg sogar ein Gang abgeht. Was jetzt? Weitergehen… oder zurück und das Loch schnell wieder schließen?

Derinkuyu war ein echter Sensationsfund

Was sich nach einer Szene eines Thrillers anhört, ist wirklich passiert: Ein Mann in Kappadokien führte eben diese Renovierung vor über 50 Jahren in seinem Haus durch und fand die bis dahin unentdeckte unterirdische Stadt Derinkuyu. Das Besondere: Die Stadt ist unter der Erde auf mindestens 2.500 Quadratmetern erbaut worden und das vermutlich bereits vor Hunderten von Jahren. Lange Zeit hatten die Bewohner des gleichnamigen Dorfes absolut keine Ahnung, welche Sensation sich unter ihnen befindet.

Lange Zeit hatten die Bewohner keine Ahnung, welch Sensation sich unter ihnen befindet

Rasch legten Archäologen weitere Räume und Gänge der Stadt frei. Die Forscher staunten nicht schlecht, denn was sich hier auftat, war kein kleiner unterirdischer Bunker, sondern wahrhaftig eine komplette Stadt mit Wohn- und Gemeinschaftsräumen, einer Kirche und sogar einem Kerker. Die Forscher fanden heraus, dass die Menschen, die die Stadt bewohnten, hier sogar Haustiere hielten. Längst ist noch nicht alles von der Stadt freigelegt worden. Derinkuyu ist aber nicht einzigartig: 36 solcher verborgenen Städte wurden über die Zeit in Kappadokien entdeckt.

Ein ausgeklügeltes Höhlensystem zum Schutz vor Angriffen

Aber warum bauten die Menschen in Kappadokien ihre Städte überhaupt unterirdisch? Vieles deutet darauf hin, dass sich die Bewohner schlicht und einfach schützen wollten. Da die Eingänge zu den Städten meist mit schweren Mahlsteinen verschlossen werden konnten, die ein ungewolltes Eindringen von außen fast unmöglich machten, waren die Menschen im Inneren der unterirdischen Stadt sicher vor Angriffen jeglicher Art. Ganz schön clever!

Infos für euren Besuch

  • Öffnungszeiten April – Oktober: täglich außer feiertags 08-19 Uhr
  • Öffnungszeiten Oktober – April: täglich außer feiertags 08-17 Uhr
  • Eintrittspreis: 25 TRY (ca. 4,60€)

Die Höhlenarchitektur ist in Kappadokien so verbreitet, dass die UNESCO das Gebiet 1985 sogar zum Weltkulturerbe ernannte. Neben unterirdischen Städten, findet man hier auch Burgen und Kirchen, die kunstvoll in die Felsen gebaut wurden. Ein Besuch des Göreme National Parks lohnt sich auf jeden Fall. Die Felsen in der Region bestehen aus Tuff, einem weichen Stein aus Lava und Schlamm, der sich für solch kunstvolle Bauten ganz besonders gut eignet. Ein außergewöhnliches Fest für die Augen und viele Bauwerke können sogar von Innen besichtigt werden. So auch die unterirdische Stadt Derinkuyu, die bereits kurz nach ihrer Entdeckung 1963 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Wie kommt man nach Kappadokien?

Die Vulkanlandschaft von Kappadokien im Herzen Anatoliens ist einfach eine spannende und geschichtsträchtige Region. Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, die imposanten Bauwerke und verborgenen Städte zu erkunden, möchte ich euch noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben: Kappadokiens Flughafen Kayseri, der von verschiedenen deutschen Flughäfen aus direkt von der Pegasus- Airline und der Airline SunExpress angeflogen wird, ist ein guter Ausgangspunkt für euren Erkundungsurlaub. In meiner Flugsuche findet ihr die günstigen Flügen nach Kappadokien im Handumdrehen. Am Flughafen angekommen, könnt ihr euch zum Beispiel einen Mietwagen nehmen, um die Region flexibel zu entdecken.

Natürlich ist diese Region der Türkei auf Touristen eingestellt, so dass ihr viele außergewöhnliche Hotels in Kappadokien mit allen Annehmlichkeiten buchen könnt. Wenn ihr länger in der Türkei seid und euren Strandurlaub mit einem Ausflug nach Kappadokien kombinieren wollte, empfehle ich euch für diesen Ausflug zwei oder drei Tage einzuplanen. Viele Agenturen bieten mehrtägige geführte Touren an, die euch zum Beispiel von Side, Alanya oder Antalya nach Anatolien bringen.

Ich bin immer noch ganz fasziniert von den Kappadokien Bildern und der unterirdischen Stadt Derinkuyu. Würdet ihr diese verborgene Stadt nicht auch gerne mal mit eigenen Augen sehen? Eine ganz andere Seite der Türkei erwartet euch! Weitere Informationen, Tipps und Anregungen für euren Urlaub in der Türkei bekommt ihr wie gewohnt in meinem Reisemagazin.

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