Gigantisch und hoch, aber trotzdem leise und sauber. Voller Menschen, aber niemals gedrängt – Japans Hauptstadt vermittelt ein Gefühl, das man kaum beschrieben kann. Hier habe ich ein paar Tokio Tipps für euch, damit ihr euch ein Bild von dieser Megametropole machen könnt.

Wer durch Japan reisen möchte, kommt um Tokio nicht herum. Diese Stadt ist einzigartig! Hier angekommen, erwartet man einen Kulturschock der Superlative. Aber irgendwie blieb der dieses Mal aus. Die Menschen sind höflich, die Straßen voll, aber niemand rempelt euch an. Irgendwie ist es leise und ruhig – bedenkt man, wie groß die Stadt eigentlich ist und mit wie vielen Menschen man sie teilt. Dieser Ort ist irgendwie einzigartig und gibt euch ein Gefühl, das es sonst nirgendwo gibt. Meine Tokio Tipps sollen euch einen Überblick geben, wie ihr euch am besten durch diesen Großstadtdschungel kämpfen könnt.

Meine Tokio Tipps

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Den Durchblick haben – sofern das überhaupt geht

Zunächst: Tokio ist riesig. Gigantisch. Stadtzentrum? Gibt’s nicht… Doch eigentlich schon – das besteht aber aus 23 Bezirken. Diese Stadt ist ein einziges Universum aus Hochhäusern, Lichtern, Menschenmassen, U-Bahn Stationen so groß wie deutsche Kleinstädte und Stadtviertel für die man eigentlich ein Visum bräuchte. Aber keine Angst, es gibt überall etwas zu entdecken. Wenn man sich hier verläuft, ist das halb so schlimm, denn schließlich ist in Tokio der Weg das Ziel. Einwohner? Sage und schreibe 9 Millionen. Dass es hier voll wird, kann man sich denken. Was aber seltsam ist, ist die Tatsache, dass man sich hier nie bedrängt fühlt. Läuft man hundertmal über die berühmte Shibuya Kreuzung wird man kaum berührt – denkt da mal an Weihnachten in einem deutschen Kaufhaus… Dieser Flair, die japanische Atmosphäre machen diese Stadt zu etwas ganz Besonderem. Außerdem vermischt sich hier die Moderne einer Weltstadt mit historischen religiösen Anlagen. Sozusagen sprechende Toilettensitze kombiniert mit andächtigen Gedenkstätten Buddhas.

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Shibuya Kreuzung

Sightseeing in Tokio

Tokio Tipps zu geben ist schwierig: die Stadt alleine ist ein Tipp an sich. Trotzdem gibt es ein paar Hotspots, die man sich bei einem Städtetrip nicht entgehen lassen sollte. Am leichtesten ist es, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten den Bezirken nach aufzuteilen:

  • Chiyoda: Ausgangspunkt ist Tokio-Bahnhof, von wo aus ihr zum Kaiserpalast laufen könnt. Eine riesige Fläche lädt zum Spazieren ein und in den wunderschönen Gärten kann man die Füße hochlegen und die schöne Brücke und den Palast bestaunen.
  • Shibuya: Dieses Viertel muss unbedingt auf jede Tokio Tipps Liste, denn hier findet ihr die berühmte Kreuzung, über die ihr mindestens fünf mal laufen müsst, weil es so viel Spaß macht. Wenn sich langsam auf der anderen Straßenseite eine Wand aus Menschen bildet, immer mehr sich sammeln bis das grüne Licht erscheint und ihr zwischen den vielen hunderten Menschen hindurchtauchen könnt. Will man das Getümmel von oben sehen, kann man in den Starbucks nebenan gehen und hat einen tollen Blick auf das geordnete Zebrastreifen-Chaos. In diesem hippen Viertel findet man auch die Shibuya-Girls: sie bestimmen den Trend von morgen. Ihr habt einen Selfie-Stick? Tja, die Mädchen von dort haben ihn erst zum Kult-Objekt gemacht. Ein Stück weiter findet ihr japanische Kultur beim Meiji Shrine – gegensätzlicher könnte eine Stadt kaum sein.
  • Minato: Hier ist der Tokio-Tower, auf den ihr von den Roppongi Hills aus einen tollen Blick habt. Auch die Rainbow Bridge findet ihr hier.
  • Shinjuku: Der größte gleichnamige Bahnhof Tokios ist Ausgangspunkt für das Shopping und Business Viertel Shinjuku.
  • Parks, Gärten und Tempel: Gibt es in Tokio unzählige… man braucht nicht lange suchen und schon findet man überall wunderschöne Anlagen, in denen ihr die Sonne genießen könnt und der Hektik der Stadt entfliehen könnt. Der Shinjuku Gyoen National Garden ist besonders schön und der Asakusa Tempel einen Besuch wert. Auch wenn es euch eure Nasenhaare nicht verzeihen werden: den Tsukiji Fischmarkt solltet ihr unbedingt auch einmal gesehen haben.
  • Kirschblütenzeit: Ja, das ist wohl die beliebteste Zeit Japans – sowohl Touristen als auch Einheimische lieben diese Zeit, welche im Frühling das ganze Land zum Erblühen bringt. Ende Januar schon färbt sich der Süden des Landes in zartes Rosa, bis Ende März die wunderschönen Blumen auch im Rest Japans zum Vorschein kommen. Meteorologen berechnen sogar konstant, wann die Großstädte zu blühen beginnen – Infos dazu gibt es bei beim jeweiligen Touristenbüro der Stadt.
  • Wer nach einem Ausflugsziel sucht, kann sich den „Great Buddha“ in Kamakura ansehen. Eine wunderschöne Statue und eine tolle Tempelanlage erwartet euch. Wer lieber Micky Mouse und Goofy die Pfoten schüttelt, hat es auch nicht weit – das Disneyland Tokyo liegt nur ein paar U-Bahn Stationen entfernt.

Wer sich noch intensiver mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten beschäftigen möchte oder vielleicht nach etwas Bestimmten sucht, findet bei diesem Japan-Guide hilfreiche Infos.

Öffentliche Verkehrsmittel: Ein Erlebnis

So – einmal tief Luft holen: U-Bahn fahren ist angesagt. Was zunächst wie eine eigene Wissenschaft aus japanischen Zeichen, Zügen, Plänen und Wirrwar aus farbigen Linien, die den Eindruck erwecken, euch niemals ans Ziel zu bringen, wirkt, ist eigentlich gar nicht so schlimm. Also vielleicht ab Tag 3. Davor werdet ihr euch wahrscheinlich verfahren. Oder nicht mal den Ausgang finden. Oder im falschen Zug sitzen. Aber das ist das Abenteuer Tokio. Also habt keine Angst, nichts ist aufregender, als das U-Bahn Netz der Stadt zu studieren und der Erfolgsmoment, wenn man es tatsächlich geschafft hat und dort ist, wo man auch hin wollte.

Zunächst: Es gibt Tokyo Metro und S-Bahnen, je nachdem wo ihr seid, müsst ihr das entsprechende Ticket kaufen. Habt ihr das falsche, gehen die Schranken nicht auf und der nette Herr an der Seite, der wahrscheinlich kein Englisch spricht, hilft euch gerne weiter, indem er euch das richtige Ticket verkauft. Ansonsten gibt es in jedem Bahnhof einen Schalter – schreibt euch daher eure Haltestellen und die Züge (plus Richtung) immer auf einen kleinen Zettel, damit ihr diesen dann herzeigen könnt. Auch aufgepasst auf die Aufschrift „Rapid“ an manchen Zügen – die halten nicht überall, deshalb vorher gegenchecken, wo ihr aussteigen müsst.

Der Preis orientiert sich nach der Strecke, die ihr zurück legt und fängt bei 1,30€ an. Ein Tagesticket kostet 4,70€. Die offizielle Tokyo Metro Webseite ist sehr verständlich aufgebaut und gibt euch einen guten Überblick.

Ach und übrigens: Die Metro ist extrem sauber, pünktlich und modern. Und wundert euch nicht, wenn sich schlafende Köpfe auf eure Schultern legen oder Japaner im Stehen vor euch schlafen – sie fallen nicht um. Das ist dort ganz normal. Genauso wie das aufs Smartphone Starren, denn es gibt nur zwei Optionen: Handy oder Rasten.

Sleeping passengers in Tokyo Japan
Foto: istockphoto.com/aluxum

Eine Taxifahrt ist in Tokio vergleichsmäßig sehr teuer, seid ihr mehrere Personen, kann man es sich aber durchaus leisten. Habt auch hier immer einen Zettel mit der Adresse parat, da ihr eure Ziel-Destination ziemlich sicher nicht aussprechen könnt. ;-)

Köstliches Japan

Was euch in Tokio immer wieder unterkommen wird, sind Essensattrapen aus Plastik – in anderen Urlaubsländern könnte der Bogen um solche „Touri-Restaurants“ nicht groß genug sein – hier in Tokio sind diese imitierten Speisen aber ganz normal. Ihr könnt also beruhigt euer Essen im Schaufenster auswählen und wisst zumindest, was euch auf dem Teller erwartet. Was aber nicht heißt, dass ihr auch die Zutaten erkennt – da heißt es Augen zu und durch. Japanisches Essen ist genauso überraschend wie das Land selbst.

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Foto: outcast85 / Shutterstock.com

Und ja – ihr müsst Sushi essen. An diesem Nationalgericht führt kein Weg vorbei. Man munkelt, dass man gar nicht ausreisen darf, ohne zuvor Sushi probiert zu haben. ;-) Ok, vielleicht ein Urlaubsguru-Mythos, aber eins soll euch gesagt sein – auch wenn ihr Algen, rohen Fisch & Co nicht mögt – japanisches Sushi ist nicht das, was auf unseren europäischen Fließbändern vorbei fährt. Also gebt euch einen Ruck und lasst euch auf diese kulinarische Reise ein.

Wer es etwas sparsamer angehen möchte, findet überall wunderschöne Supermärkte, die riesen Vitrinen voller Take-Away Essen anbieten – ihr werdet also nicht dem finanziellem Hungertod erliegen. Ansonsten gibt es auch alle möglichen kleinen Straßenstände oder kleine Märkte, an denen ihr günstig essen könnt.

Die passende Unterkunft für eure Reise nach Tokio

In Tokio hat man die Qual der Wahl: Godzilla Hotel oder doch lieber Roboter als Personal? Wer außergewöhnliche Schlafplätze sucht, ist hier richtig. Aber auch „normale“ Hotels gibt es hier ausreichend, preislich gesehen gibt es nach oben hin kein Limit. Wer lieber sparsam lebt, hat drei Möglichkeiten: Eines der berühmten Kapselhotels zu testen, eine private Unterkunft zu mieten oder ihr sucht euch ein Minshuku – ein japanischer Familienbetrieb, so zu sagen „Bed & Breakfast“. Diese letzte Variante würde ich euch empfehlen, da es günstig ist und ihr euch mit Einheimischen austauschen könnt.

Capsule hotel accommodation, Osaka, Japan.
Kapsel-Hotel

Also, wer hat sich von meinen Tokio Tipps überzeugen lassen und traut sich, diese Mega-Metropole zu erobern? Tokio ist ein urbanes Abenteuer, voller Überraschungen, das euch aber trotz der gigantischen Bauten Sicherheit gibt. Auch wenn sich Menschenmassen neben euch drängen, fühlt ihr euch nie eingeengt, sondern taucht in eine Gesellschaft ein, die es vermutlich kein zweites Mal gibt.