Denken wir doch einmal an die Schotten – Dudelsack, Schottenrock und Whisky. Zugegeben, diese Dinge fallen den meisten von uns wahrscheinlich als erstes ein, wenn wir uns einen waschechten Schotten vorstellen. Doch welche Eigenarten haben die Einwohner dieses kleinen, prächtigen Landes im Norden des Vereinigten Königreichs eigentlich noch? Was ist typisch für Schottland und was erwartet uns bei einem Besuch? Hier erfahrt ihr mehr über die interessanten Eigenarten dieses fröhlichen Volkes!

Frittierter Schokoriegel gefällig?

Ja, was zunächst absurd klingen mag, gehört in vielen schottischen Imbissbuden mittlerweile tatsächlich zum Standardangebot – frittierte Schokoriegel. In Schottland wird nämlich so ziemlich alles in die Fritteuse geworfen, was gerade unter die Finger kommt. So könnt ihr euch zum Beispiel in der Hauptstadt Edinburgh auch mal einen frittierten Mars-Riegel gönnen. Alternativ kann es gerne auch ein Milky Way, Bounty oder Snickers sein. Man munkelt, dass die Schotten tatsächlich sogar Butter frittieren! Gesundes Essen gibt es schließlich woanders zu Genüge. ;) Also ab nach Schottland!

Frittierte Schokoriegel – Typisch Schottland

…oder doch lieber fein gehacktes Schafsherz?

Haggis, Neeps und Tatties – ein sehr beliebtes Gericht der Schotten besteht aus genau diesen drei Beilagen. Es handelt sich hier um fein gehacktes Herz, Leber und Lunge eines Schafes, in der Regel in Schafsmagen gekocht (Haggis), zerstampfte Kartoffeln (Neeps) und zerstampfte Rüben (Tatties). Was zunächst vielleicht etwas abschreckend  klingt, ist allerdings eine echte Spezialität und schmeckt, laut Aussagen vieler Touristen, sogar köstlich. Wer von euch würde sich trauen, dieses Gericht zu probieren? Schön zubereitet sieht es jedenfalls gar nicht mal so schlecht aus!

Haggis, Neeps and Tatties

Das Land der Baumstammwerfer

So, genug von Essen geredet. Nach einem deftigen Mahl kann man doch ruhig auch mal ein wenig Sport machen, oder? Wie wäre es zum Beispiel mit Baumstammwerfen? Diese Sportart ist neben Steinstoßen und Hammerwerfen eine der berühmtesten Disziplinen bei den schottischen Highland Games – natürlich gerne auch ganz traditionell im Schottenrock. Wer jetzt an einen kleinen, dünnen Ast denkt, hat sich allerdings getäuscht. Die Schotten wollen schließlich zeigen, dass sie echt Kerle sind und werfen auch gerne mal mit riesigen Stämmen, aber seht einfach selbst:

 

Kilt – Ein Kult in Schottland

Dass die Schotten bekannt sind für ihren karierten Schottenrock, genauso wie für das schottische Traditionsinstrument, den Dudelsack, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Die Frage allerdings, ob die Schotten tatsächlich nichts drunter tragen, können wohl nur sie selbst euch beantworten. Naja, vielleicht wollen wir es ja auch gar nicht wissen! ;) Aber wusstet ihr auch, dass es insgesamt über 4000 verschiedene Muster gibt, die diesen traditionellen, knielangen Rock zieren? Also wer hier nicht an Entscheidungsschwäche leidet, liegt klar im Vorteil!

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Bild: BEN STANSALL / AFP

Rothaarparade in Edinburgh

Von wegen Rotschopf als Beleidigung! Was hierzulande und vielleicht auch in anderen Ländern manchmal noch als Beleidigung angesehen wird, ist in Schottland sogar ein Kompliment – die Rede ist von natürlichem, rotem Haar. Nirgendwo auf der Welt trifft man so häufig auf Personen mit roten Haaren, Sommersprossen und heller Haut wie in Schottland. So gibt es in der schottischen Hauptstadt sogar die weltweit erste „Rothaarparade“, die im Jahr 2013 vom kanadischen Komiker, der übrigens selbst rote Haare hat, ins Leben gerufen wurde.

Ginger Pride Walk – Rothaarparade in Edinburgh

Schotten vs. Engländer

Ein wohl mittlerweile sehr bekanntes Problem dürfte die Antipathie der Schotten gegenüber den Engländern sein. Erst kürzlich wollte Schottland die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erlangen, was jedoch nicht umgesetzt wurde, da am Ende doch knapp 55% der Schotten gegen die Unabhängigkeit ihres Landes stimmten. Doch das ändert nicht unbedingt etwas an den Vorurteilen der Engländer gegenüber. Schottland war schon immer das ärmere, kleinere Land, die gegenseitige Antipathie liegt zwar weit in der Vergangenheit zurück, doch auch heute fühlen sich die Schotten noch benachteiligt. Fakt ist: Vergleicht die Schotten bloß nicht mit den Engländern, denn so humorvoll sie auch sind, damit ist wahrlich nicht zu spaßen. Ob sich das angespannte Verhältnis wohl mal bessern wird, da weiß zurzeit wohl niemand.

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Bild: BEN STANSALL / AFP

Das heiß begehrte „Wasser des Lebens“

Ja, ich muss zugeben, man kann es einfach nicht außen vor lassen, wenn man über Schottland spricht. Neben schwarzem Tee ist es das wohl beliebteste Getränk der Schotten – Whisky. Der Name leitet sich übrigens vom Schottisch-Gälischen „Uisce Beatha“ ab, was übersetzt „Wasser des Lebens“ bedeutet. Die Schotten und Iren sind sich zwar noch nicht einig, welches der beiden das wahre Herkunftsland ist, doch eine Sache ist sicher: Der gute Tropfen ist der absolute Export-Schlager des Landes. Ob im Pub zwischendurch, zu einem leckeren Festmahl oder auch bei einer traditionellen Feier – Scottish Whisky gehört bei den Schotten einfach dazu. Wen wundert’s da noch, dass beispielsweise in Edinburgh sogar eine Whisky Tour angeboten wird?

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Was übrigens den Geiz der Schotten angeht, was bei vielen leider noch fest zum Bild eines typischen dieser Landsleute gehört, da kann ich euch beruhigen – alles nur Klischees. Die Schotten galten damals als sehr sparsam, allerdings vielmehr aufgrund der Armut, die in diesem Land herrschte. Heute sind die schottischen Einwohner insbesondere für ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit bekannt. Also, wie sieht’s aus? Wer hat nun Lust auf einen Trip in dieses wundervolle Land bekommen? Ein paar skurrile Eigenarten gibt es schließlich in jedem Land und gerade das macht ein Reiseziel doch auch zu etwas Besonderem, oder etwa nicht? :)

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