Am 11.11. um 11:11 Uhr und 11 Sekunden ist es wieder soweit: Die fünfte Jahreszeit beginnt! Die Rede ist natürlich von Karneval oder auch bekannt als Fastnacht oder Fasching. Karneval in Deutschland wird insbesondere im Rheinland gut und gerne gefeiert! Werft euch in Schale, verkleidet euch und feiert mit!

Der Brauch, Karneval zu feiern, ist schon sehr alt und reicht bis ins Mittelalter zurück. Die ursprüngliche Idee hinter dem Fest ist, die Zeit vor der sechswöchigen Fastenzeit noch einmal richtig auszukosten! Den Italienern haben wir diese Tradition zu verdanken, denn von dort aus hat sie sich mehr und mehr verbreitet. Daher kommt auch die Bezeichnung „Carnevale“, was übersetzt „Fleisch, leb wohl!“ bedeutet.

Heute faszinieren vom 11. November an bis zum Aschermittwoch die farbenprächtigsten und kreativsten Kostüme, stimmungsvolle Musik sowie Prunksitzungen mit lustigen Büttenreden alljährlich Karneval-Liebhaber. Den Höhepunkt der bunten fünften Jahreszeit bildet das Wochenende vor Aschermittwoch: Von Donnerstag bis Dienstag geht es beim Straßenkarneval in den Deutschen Hochburgen am Rhein richtig rund! Ganz großartig sind die bunten Umzüge mit den geschmückten Wagen, Musiktruppen, Fußgruppen und verkleideten Menschen. Nicht mehr lange, dann herrscht auch dieses Jahr am 11.11. um 11:11 Uhr und 11 Sekunden Ausnahmezustand in Köln, Düsseldorf und Mainz!

Hier sind die Jecken los!

Die Karnevalshochburgen Deutschlands

Düsseldorf | Köln | Mainz

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Foto: iStock.com / Thomas Quack

„Traumhaft jeck“ beim Düsseldorfer Karneval

Am 11. November ist es wieder soweit: Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus in Düsseldorf erwacht der Erzschelm Hoppeditz und steigt aus seinem Senftopf heraus. Der Hoppeditz ist übrigens traditionell eines der wichtigsten Figuren im Düsseldorfer Karneval. Mit seiner spitzzüngigen und amüsanten Eröffnungsrede fordert er Jahr für Jahr den Oberbürgermeister zum närrischen Wortgefecht auf und läutet die Karnevalszeit ein. Von diesem Moment an darf in Düsseldorf wieder gelacht, getanzt und geschunkelt werden, wenn es heißt: „Düsseldorf Helau!“

Jedes Jahr steht die Karnevals-Saison unter einem eigenen Motto, unter dem auch die amüsanten Prunksitzungen und Kostümbälle stattfinden. Neben humorvollen Büttenreden, ansehnlichen Tänzen von Tanzgarden und stimmungsvoller Musik ist der Auftritt des Düsseldorfer Königspaares der Höhepunkt jeder Sitzung.

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Foto: pstrokov / Shutterstock

An Weiberfastnacht gehört die Stadt den Frauen: Jedes Jahr am Karnevals-Donnerstag stürmen Karnevalistinnen das Rathaus. Unzählige verkleidete Damen „überfallen“ die Männer bei ihrer Arbeit und schneiden ihnen ihre Krawatten ab – ob sie wollen oder nicht!

Und auch am Karnevals-Sonntag geht es in Düsseldorf wild her. Menschenmassen in ausgefallenen Kostümen kommen in der Altstadt und auf der Königsallee zusammen, um gemeinsam das beliebte Fest zu zelebrieren! Am nächsten Tag wartet schon der Rosenmontagszug auf den Startschuss. Mit etwa 72 Wagen, über 30 Kapellen und rund 5,1 Kilometern Länge zählt er zu den größten in Deutschland. Hunderttausende von Menschen schauen sich den Umzug an und erhoffen, die eine oder andere Kamelle, die von den Wagen runter geworfen wird, zu erhaschen.

Der närrische Zapfenstreich steht am Karnevals-Dienstag auf dem Programm und bedeutet das Ende des närrischen Festes. Dann wird das Prinzenpaar vom Oberbürgermeister und dem Präsidenten des „Comitee Düsseldorfer Carneval“ offiziell verabschiedet. Richtig vorbei ist die Karnevalszeit aber erst am Aschermittwoch. Durch das symbolische Verbrennen vom Hoppeditz wird endgültig das Ende signalisiert und die Fastenzeit beginnt.

„Kölle Alaaf“ – Karneval mit den Jecken in Köln

Auch in Köln ist es am 11. November soweit: Auf dem Alten Markt wird die Karnevalssession mit bekannten Karnevalsbands und dem aktuellen Dreigestirn eröffnet. Das Kölner Dreigestirn besteht aus einem Prinzen, Bauern und einer Jungfrau und ist das repräsentative Aushängeschild für die kommende Karnevalskampagne! Von nun an sind in der ganzen Stadt wieder Kultsongs zu hören wie die der Höhner: „Da simmer dabei! Dat es prima! VIVA COLONIA!“ Rund 160 Karnevalsgesellschaften, Heimatvereine und Viertelgemeinschaften lassen das Fest der Feste in etwa 500 Sitzungen, Bällen und Umzügen so richtig krachen. Karneval in Köln gehört mit zu den weltweit größten und bekanntesten rheinischen Volksfesten.

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Foto: J. Rieger, Köln/Festkomitee Kölner Karneval

Auch in Köln ist an den Tagen vor Aschermittwoch am meisten los: Von Weiberfastnacht bis Karnevals-Dienstag feiern Jecke in Kneipen, Clubs und riesigen Festhallen in farbenfrohen und beeindrucken Kostümen ihr Lieblingsfest. Richtig los geht’s am Donnerstag mit dem bunten Straßenkarneval. An Weiberfastnacht werden sogar ganze Büros von närrischen Frauen beschlagnahmt. Von nun an ist die ganze Stadt auf den Beinen! Schon morgens ab 10 Uhr finden Freiluftsitzungen auf dem Alten Markt statt, die sogar im Fernsehen übertragen werden, mit den besten Karnevalbands, die Köln zu bieten hat. Am Freitag und Samstag wird abends in den Kneipen der ganzen Stadt gefeiert und überall ertönt kölsche Karnevalsmusik.

Am Karnevals-Sonntag marschieren die „Schull- und Veedelszöch“, sprich die Schul- und Stadtviertelzüge, durch die Straßen. Die Besten von diesen Fuß- und Wagengruppen dürfen dann Teil des Festzuges am Rosenmontag werden.

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Foto: melis / Shutterstock

Der Rosenmontag ist neben der wilden Weiberfastnacht Höhepunkt des Straßenkarnevals. Selbstverständlich ist der Rosenmontagszug auch in Köln das offizielle Highlight. Rund 1 Millionen Zuschauer stehen an den Straßen, um sich die Prunkwagen sowie tollen Kostüme anzuschauen und von der Musik einstimmen zu lassen. Neben der Kamelle werden hier auch Strüßje, kleine Blumensträuße, verteilt. Die sind sogar noch beliebter als Süßigkeiten!

Doch auch in Köln geht der Karneval zu Ende… In der Nacht zum Aschermittwoch, am Veilchendienstag, wird eine angekleidete mannsgroße Strohpuppe verbrannt, die die Rolle des Sündenbocks übernimmt. Dies gilt als Abschiedsritual und wird bei den Kölnern als Nubbelverbrennung bezeichnet. Demzufolge soll dem Glauben nach jede begangene Sünde in der Karnevalszeit verziehen werden.

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Foto: J. Rieger, Köln/Festkomitee Kölner Karneval

„Hier bin ich Narr, hier darf ich’s sein“ beim Karneval in Mainz

Wer den Narr so richtig rauslassen möchte, kann dies bei der Meenzer Fastnacht tun. Ebenfalls am 11. November wird in Mainz als Startschuss für die geliebte und vor allen Dingen lustige Zeit das närrische Grundgesetz auf dem Schillerplatz verkündet und die Fastnachtsgarden spielten im Takt des berühmten Narrhalla-Marsches.

Mit dem Neujahrsumzug der Garden, der Traditionell am 1. Januar statt findet, geht in Mainz die begehrte Karnevalszeit richtig los. Ab dann treffen sich an allen Wochenenden die Narren bis zur Weiberfastnacht, um an Sitzungen teilzunehmen. Die Tradition besagt, dass jede Sitzung genau 11 Minuten nach einer vollen Stunde beginnen muss. Erst dann zieht der Elferrat in Prunk und Ruhm in den festlich geschmückten Saal ein.

Am Karnevals-Donnerstag ist es dann endlich so weit – die Altweiberfastnacht wird am Mainzer Fastnachtsbrunnen eröffnet. Weiter geht es dann am Fastnachts-Samstag mit der Rekrutenvereidigung, bei der ein Treueschwur zur Garde und zur Fastnacht auf einen abgeleiteten Eid von Prinz Carneval geleistet wird.

Doch wie schon zuvor in Düsseldorf und Köln bildet den Höhepunkt des stimmungsvollen und humorvollen Festes der Rosenmontagszug, der die Innenstadt in ein farbenprächtiges Meer verwandelt. Auch in Mainz ziehen an diesem Tag bunt geschmückte Wagen, Musikzüge und Garden durch die Stadt. Allerdings darf etwas hierbei nicht fehlen: die Meenzer Schwellköpp. Das sind  überdimensionale Pappmachéköpfe, die satirisch überspitzt die Mainzer Charakteren verkörpern.

Rosenmontagszug, Street carnival on Rose Monday in Mainz, German
Foto: iStock.com / ollo

Am Fastnachtsdienstag wird schließlich das närrische Treiben durch eine Kappenfahrt vollendet. In zahlreichen Kneipen und auf der Ludwigstraße verabschieden Mainzer die Kampagne bis zum nächsten Jahr und beerdigen sie.

Ob Düsseldorf, Köln oder in Mainz – in allen drei Karnevalshochburgen könnt ihr ausgelassen feiern mit den verrücktesten, farbenfrohsten Kostümen und stimmungsvoller Musik.

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