Kennt ihr schon die Felsengräber von Myra? Wenn nicht, solltet ihr euch diese geschichtsträchtigen Grabstätten unbedingt mal genauer anschauen. Nicht ohne Grund sorgen sie jährlich bei Millionen von Touristen für pure Faszination…

Myra ist eine antike Stadt in der türkischen Provinz Antalya, gelegen im Südwesten des Landes und im westlichen Teil des Taurusgebirges. Die kleine Stadt im bergigen Lykien, die heute als Demre bezeichnet wird, ist nicht nur ein bekannter Wallfahrtsort, da sie als Geburtsstadt des Nikolaus von Myra gilt, sondern sie lockt viele Besucher auch aufgrund der berühmten Felsengräber von Myra. Geschichtsträchtige Gräber gehen über in eine einzigartige Felsformation, eine atemberaubende bergige Landschaft umgibt dieses faszinierende Konstrukt. Wie das Ganze aussieht, könnt ihr euch auf den Bildern ansehen. Vielleicht habt ihr danach ja sogar Lust, diesem historisch bedeutenden Ort einen Besuch abzustatten.

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Einzigartige Felsengräber entstanden um 400 v.Chr.

Früher ein begehrter Umschlagplatz für den Seehandel, ist heute vom einstigen Glanz der antiken Stadt nicht mehr viel zu sehen. In der heutigen Zeit kommen Besucher in erster Linie hierher, um sich die etwa um 400 v.Chr. entstandenen Felsengräber von Myra aus der Nähe anzusehen. Schon bei der Ankunft in diesem geschichtsträchtigen Ort merken viele Besucher, wie einzigartig die Konstruktion tatsächlich ist. Die Lykier bestatteten die Verstorbenen nämlich nicht so wie wir es kennen, unter der Erde, sondern sie wollten vielmehr hoch hinaus.

Die Grabstätten wurden demnach möglichst hoch angelegt, indem man sie in die Felsen meißelte. Altertumsforscher vermuten, dass die Lykier einem sogenannten Entrückungsglauben folgten und glaubten, dass so die Seele eines Verstorbenen mithilfe von Vogeldämonen in den Himmel gelangte. Die Gräber sind aber nicht nur wegen ihrer Lage und Konstruktion so besonders, sondern auch, weil sie ganz im Stil der lykischen Wohnhäuser erbaut worden sind. Hinzu kommen zahlreiche Skulpturen und Reliefs, welche die in den Himmel ragenden Felsengräber auf eine ganz besondere Art und Weise verzieren.

Auf den Spuren des Nikolaus

Besonders beliebt ist der Ort, wie bereits erwähnt, allerdings nicht nur bei Sightseeing-Touristen, sondern auch bei Pilgern aus aller Welt, die den Wallfahrtsort besuchen, um die Nikolauskirche zu besichtigen. Erbaut wurde jene Grabeskirche etwa um 600 und zwar zu Ehren des später heilig gesprochenen Bischofs Nikolaus, der sich Sagen zufolge für die Armen und Bedürftigen der Region eingesetzt haben soll. Nach seinem Tod, so heißt es, sollen sich an seinem Grab zudem Wunderheilungen und ähnlich unerklärliche Dinge ereignet haben. Ganz schön mysteriös, oder was meint ihr?

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Wie ihr seht, ist ein Besuch der Felsengräber von Myra unbedingt einen Besuch wert. Ob aus der Nähe oder der Ferne – die Felsengräber sind aus jeder Perspektive eine absolut sehenswerte Attraktion. Wer die Gräber so nah wie möglich besichtigen möchte, sollte jedoch unbedingt schwindelfrei sein, denn einige sind ziemlich hoch gelegen. Doch keine Sorge: Gräber, die aus Sicherheitsgründen nicht besichtigt werden dürfen, sind deutlich gekennzeichnet. Und, gibt’s schon erste Reiselustige unter euch, die unbedingt mal hierher wollen?