Krokodile, Schlangen und Skorpione – sie alle teilen sich ein Zuhause: die Everglades. Erfahrt hier, welche tierischen Bewohner euch bei einer Tour durch den Everglades Nationalpark außerdem überraschen.

Ach Florida, was wärst du nur ohne die Everglades? Ich mag zu bezweifeln, dass es heute überhaupt noch vorstellbar ist, den Sunshine-Staat zu besuchen, ohne die faszinierenden Everglades mit eigenen Augen gesehen zu haben. Das 6000 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet ist nämlich eine Klasse für sich, eine Faszination, die ganz auf Mutter Natur beruht. Was genau aber seit den 50er Jahren unter Naturschutz steht, möchte ich euch heute zeigen.

Die Everglades: Ein Wunder von Mutter Natur

Geografisch gesehen liegen die Everglades im Norden, am Lake Okeechobee, und erstrecken sich bis zur äußersten Südspitze der Florida-Halbinsel. So gesehen ist der Everglades Nationalpark also nicht weit von Miami entfernt, um genau zu sein sogar nur eine gute Autostunde, wenn man sich vom ortsansässigen Flughafen aus auf den Weg macht, den östlichen Teil des Parks zu erreichen. Obwohl die Everglades in aller Munde als Sumpfgebiet bezeichnet werden, sind sie streng genommen aber nur ein sehr langsam fließender Fluss. Und zwar so ein langsam fließender Fluss, dass die Bewegung für den Laien, sprich die unzähligen Besucher, mit bloßem Auge gar nicht erkennbar ist. Es macht also den Anschein, als wären die Everglades ein stilles Gewässer.

Wie das sein kann, fragt ihr euch? Das ist ganz einfach zu erklären: Zwar ist der Fluss sage und schreibe 60 Kilometer breit, hat aber eine äußerst geringe Wassertiefe von nur wenigen Zentimetern und ist flächendeckend mit Gras bewachsen, weshalb auch die Bezeichnung „Grasfluss“ durchaus geläufig ist. Was außerdem an diesem Sumpfgebiet so besonders ist, sind die Gegebenheiten des Feuchtgebietes: Während das Gebiet in den Sommermonaten restlos überflutet ist, herrscht im Winter starre Trockenheit.

Ein buntes Zusammenleben von Flora und Fauna

Woran wir wohl als erstes denken, wenn wir uns die Everglades vor Augen halten, sind die dort frei lebenden Alligatoren. Vielmehr bilden die Everglades aber die einzige Region weltweit, in der sowohl Alligatoren als auch Krokodile leben und sich ihr Territorium somit teilen. Kaum vorstellbar, oder? Schließlich meiden Alligatoren Salzwasser, während Krokodile bevorzugt in Küstennähe leben. Auch, wenn Alligatoren im Gegensatz zu Krokodilen Menschen eher auf Abstand gehen, haben sie doch eins gemein: Beide dürfen auf keinen Fall von den Besuchern gefüttert werden! Doch diese beiden Tierarten sind nicht die einzigen, die sich ihr Zuhause in den Everglades eingerichtet haben. So leben dort auch Panther, Waschbären, Schlangen, Skorpione, Spinnen, Manatees, Schildkröten und Hochwild, die sich mit über 350 Vogelarten, darunter Pelikane, Kormorane und Rosalöfflern, das Naturschutzgebiet zu ihrem Eigen machen. Und nicht zu vergessen: Hier könnt ihr die einzigen in der USA wildlebenden Flamingos bestaunen.

Aber auch die Flora, die sich in ihrer Artenvielfalt in den Sumpfgebieten anreichert, bietet ein wahnsinnig schönes Bild für die Besucher. Während Sumpfzypressen und Seegras als charakteristisch für die Everglades gelten und sich ihren Platz mit Farnen, Lianen, Orchideen und Bromelien teilen, machen sich in den etwas höheren Lagen auch Mahagonibäume und Königspalmen breit.

Mit dem Kanu, Kajak oder Hausboot durch das Naturschutzgebiet

Ihr merkt wahrscheinlich schon, eine Tour durch die Everglades ist bei einem Aufenthalt in Florida unabdinglich. Stellt euch nur mal vor, ihr gleitet langsam mit einem kleinen Kanu oder Kajak durch den ruhigen Grasfluss und könnt die Sumpfbewohner aus direkter Nähe beobachten, beinahe sogar die Hand reichen (trotzdem solltet ihr das niemals tun!). Je nachdem, wie abenteuerlustig ihr seid, könnt ihr dabei zwischen geführten Touren und dem Entdecken auf eigene Faust wählen. Möchtet ihr die Verantwortung lieber in professionelle Hände geben, so findet ihr an den Randbezirken des Parks zahlreiche Anbieter, die sich darauf freuen, euch mit einem Propellerboot oder einem Sumpf-Buggy durch den Sumpf zu chauffieren.

Auch, wenn ihr das ganze Jahr über einen Ausflug in den Everglades Nationalpark planen könnt, lege ich euch dennoch die Reisemonate November bis April ans Herz. Dann seid ihr nämlich genau in der Zeitperiode da, zu der es sowohl kühler als auch trockener gegenüber der Sommerzeit ist. Im Sommer hingegen, ist die Gefahr, dass ihr von einem Gewitter überrascht werdet, wesentlich höher. Und auch angriffslustige Insekten gehen zur warmen Zeit sehr gerne auf Tuchfühlung mit euch, weshalb ihr nicht nur einen hohen UV-Schutz auftragen solltet, sondern zugleich auch ein Moskito-Abwehrmittel. Stellt sich wahrscheinlich nur noch eine Frage für euch: Wie viel kostet der Spaß? In dieser Hinsicht kann ich euch beruhigen, die Preise sind echt human. Für 5 US Dollar pro Person erhaltet ihr sieben Tage lang die Erlaubnis, die Everglades mit einem Motorrad oder Fahrrad zu erkunden. Macht ihr euch mit mehren Personen innerhalb eines Fahrzeuges auf die Reise, zahlt ihr insgesamt nur 10 US Dollar und erhaltet eine Erlaubnis für 7 Tage.