Plastiktüten, Plastikflaschen, Plastikverpackungen…Plastik so weit das Auge reicht. Das Thema ist allgegenwärtig – jedenfalls für unsere Meere! Wir alle haben jeden Tag mit dem praktischen Kunststoff zu tun, aber wo landet er nach unserem Gebrauch? Viel zu häufig nicht da, wo er sollte, und darüber möchte ich euch heute gerne aufklären. Jeder kann seinen Beitrag leisten, um der Verschmutzung der Weltmeere Einhalt zu gebieten.

Unsere geliebte Erde hat so unendlich viele zauberhafte Destinationen, dank derer ich euch täglich Geschichten aus aller Welt zu erzählen habe und ihr – am liebsten natürlich mit Hilfe meiner Angebote – aufregende Reisen erleben könnt. Jedoch wissen die meisten leider nicht, was sie Mutter Erde jeden Tag unbewusst antun und wie unsere liebsten Urlaubsziele unter unserem Verhalten leiden. Ich habe ein paar Fakten für euch, die unter die Haut gehen und einige Tipps, die ihr in Zukunft beachten könnt, um dabei zu helfen die Schönheit unseres Planeten zu erhalten und die schrecklichen Müllinseln zu reduzieren.

Die Müllinseln und unsere Meere

Wo entsteht der Müll? | Wieso sieht man ihn kaum? | Was sind die Folgen?

Wer hilft bereits? | Wie könnt ihr helfen? 

Müllinseln, Plastik, Meere

Wir haben Meer – ganz schön viel Meer! Genauer gesagt: 70 Prozent unserer Erde bestehen aus Wasser. Aber wir haben auch Kunststoff – ziemlich viel Kunststoff sogar und etwa 5,25 Billionen Plastikteilchen (5.250.000.000.000!) davon sind nicht etwa in unserem Haushalt oder auf der Mülldeponie verteilt, sondern ganz allein im Meer. Die Ozeane dieser Welt haben aktuell, so erstaunlich und ungreifbar das auch klingt, mit 100 bis 140 Millionen Tonnen Müll zu kämpfen. Das wir diese traurige Wahrheit selbst kaum wahrnehmen, hat natürlich gute wie auch schlechte Seiten. Wer sich jetzt fragt, wie so viel Abfall im Meer treiben kann, ohne, dass man ihn in jedem Strandurlaub zu Gesicht bekommt, dem kann ich einen kleinen Exkurs geben.

Wie und wo entsteht der Müll?

Zunächst kann gesagt werden, dass etwa 80 Prozent des Mülls, der in den Meeren vor sich hin treibt, von der Landseite kommt. Was bedeutet, dass er von Menschen produziert und größtenteils beabsichtigt dort entsorgt wird. Meistens entsteht der Müll gar nicht unmittelbar am Meer, sondern an Flüssen oder küstennahen Mülldeponien. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Donau ihren Lauf bis ins Schwarze Meer nimmt?

Die Ozeane haben mit bis zu 140 Millionen Tonnen Müll zu kämpfen

Wenn ihr demnächst euren Müll in die Donau oder einen ihrer zahlreichen Zuflüsse werft, könnt ihr es vielleicht bei eurem nächsten Urlaub in Osteuropa wiederfinden. In den letzten Jahren ist die Menge des Plastikmülls im Meer enorm angestiegen und es weist nichts darauf hin, dass sich dieser Trend ändern könnte. Besonders China und Südostasien tragen dazu bei, dass die Ozeane und ihre Bewohner leiden, aber auch diejenigen unter uns, die das Meer nur zur Urlaubszeit zu Gesicht bekommen, sind mit verantwortlich dafür, dass ich euch von diesen traurigen Zahlen erzählen muss. Was ihr genau tun könnt, erkläre ich später.

Water Pollution in Africa

5,25 Billionen Plastikteilchen – Wieso man den Abfall kaum sieht

Das wohl größte Problem ist, dass es so ungreifbar für Außenstehende ist. Heute mal eine Plastikflasche falsch entsorgt oder ein Kaugummipapier liegen gelassen, morgen die Einkaufstüten an der Kasse gekauft – was macht das bisschen schon aus? Ziemlich viel! Es wird vermutet, dass, im Vergleich zu den aktuellen Zahlen, im Jahr 2050 ungefähr doppelt so viel Plastik in den Meeren aufzufinden sein wird – das entspricht dann mehr Müll als es Fische gibt, könnt ihr euch das vorstellen? Selbst, wenn wir uns auf die Suche nach all dem Abfall machen würden, könnten wir maximal 30 Prozent dessen finden, was der Ozean wirklich verschluckt hat.

Sogar an von Menschen unberührten Teilen der Erde findet man ihren Müll.

Der Rest ist zu Mikropartikeln zerfallen oder komplett auf den Grund gesunken. Zur Erklärung: Als Mikropartikel, also in diesem Fall Mikroplastik, werden alle Teilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind – mit dem Auge also gar nicht mehr zu sehen. Ein weiterer Teil wird, was besonders bedenklich ist, von sämtlichen Meerestieren als Futter aufgenommen. Fotos, die ab und zu in den Medien auftauchen, zeigen gleich ganze Müllinseln – denn diese braucht es, damit das allgegenwärtige Problem Aufmerksamkeit erlangt. Erst neulich wurden Aufnahmen aus der Karibik verbreitet, die eine 3 km lange „Insel“ aus Müll zeigen. Wer schon mal einen Urlaub in der Karibik verbringen durfte, fragt sich sicher, wie solche Aufnahmen entstehen können, da anliegende Strände meist sehr sauber sind. Nun ja, die Strömung und besonders der Abfall an Flussufern sorgte in diesem Beispiel dafür, dass der Müll sich an einer Stelle gesammelt hat und das Ausmaß so deutlich wurde.

Garbage Patches – wo der Müll sich rumtreibt

Dank Forschungen der NASA konnte sogar herausgefunden werden, wie der Plastikmüll im Meer verteilt ist. Er sammelt sich, aufgrund sogenannter Wirbel, die ihr euch wie Strömungen vorstellen könnt, an fünf Stellen des Weltmeeres. Diese Garbage Patches, also Müllflecken, befinden sich ziemlich weit abseits der Küsten, sodass kaum jemand den Müll je zu Gesicht bekommt – bis er schließlich zu Mikropartikeln zerfällt oder zur Mahlzeit der Meeresbewohner wird.
Übrigens: 600 Jahre braucht ein Nylonnetz, bis es sich zersetzt hat, bis zu 450 Jahre benötigen eine PET Flasche oder eine Wegwerfwindel.

Korallen_Müll

Der Schaden ist enorm

Das Plastik nicht in die Ozeane gehört, sollte auch dem Letzten bewusst sein, aber seid ihr euch im Klaren darüber, was Plastikgabeln, Gummischuhe und Konsorten für Probleme anrichten können? Angefangen beim Offensichtlichen: Das Plastik, was in jeglichen Formen, Größen und Farben im Meer schwimmt, sieht ziemlich unschön aus. Wer stellt sich beispielsweise das türkisblaue Meer der Karibik so vor, wie es Fotografin Caroline Power auf einem Tauchausflug nahe Honduras traurigerweise abgelichtet hat? Statt blauem Wasser, bunten Fischen und klarer Sicht fanden die Taucher unzählige Abfälle. „Es gab eine scheinbar unendliche Anzahl von Plastikgabeln, Löffeln, Trinkflaschen und Tellern. […] kaputte Fußbälle, einen Fernseher und so viele Schuhe und Flipflops, meistens Crocs aus irgendeinem merkwürdigen Grund„, sagte die Unterwasser-Fotografin und ist geschockt, wie schwer es den meisten Menschen fällt, selbst kleine Änderungen in ihrem Alltag vorzunehmen. Taucht man in den Ozean ein, birgt er noch ganz andere grausame Wahrheiten, die dem Abfall zuzuschreiben sind.

Die Tiere haben keine Chance, den menschlichen Entsorgungen zu entkommen, da unser Müll ihren Lebensraum einnimmt.

Jährlich sterben 10.000 Meerestiere allein an den Folgen von Abfall in ihrem Verdauungstrakt, andere verheddern sich in Plastikschnüren oder alten Fischernetzen, die ebenfalls im Meer entsorgt werden, und sterben qualvoll. Die Tiere haben gar keine Chance, den menschlichen Entsorgungen zu entkommen, da unser Müll ihren Lebensraum einnimmt. Wer Delfinen und all den anderen Meeresbewohnern nicht genug Mitleid entgegenbringen kann, dem kann ich noch einen Grund liefern, der euch persönlich betrifft. Auch Muscheln und andere Tiere nehmen Mikroplastik auf, welches sich dann in Organen anreichert und schließlich mit ihnen zusammen auf unseren Tellern landet – Da kann man den Frischhaltebeutel für das Frühstücksbrötchen auch direkt mitessen.

Plastik in den Ozeanen – Rettung naht!

Da aktuell viele Naturliebhaber und Wissenschaftler im Weltrettungs-Fieber sind, gibt es glücklicherweise einige Projekte und Crowdfunding-Erfolge, die ganz im Sinne der Ozeane sein dürften. So einfach wie es klingt, ist es allerdings noch lange nicht. Fischt man den Müll einfach, wie beim Fischfang, aus den Gewässern, würde gleichzeitig Biomasse entfernt werden, was das Ökosystem stark beeinflusst. Einige kluge Köpfe haben sich jedoch Möglichkeiten überlegt, die helfen ohne dabei zu schaden.

Wir müssen die Symptome bekämpfen, nicht die Krankheit.

Das Projekt The Ocean Cleanup, das von einem Niederländer ins Leben gerufen wurde, möchte mit einem bis zu 100 Meter langen Auffangsystem auf der Wasseroberfläche seinen Teil dazu beitragen, dass die Müllteppiche vielleicht zu Fußmatten schrumpfen – Spaß beiseite, das System filtert das Plastik mithilfe der Strömung so, dass es anschließend abgeschöpft und recycelt werden kann und das funktioniert erstaunlich gut! Ab 2020 soll ein riesiges „Cleanup“-System im so genannten Großen Pazifischen Müllstrudel, dem “Great Pacific Garbage Patch“, eingesetzt werden.
Ein weiteres Projekt ist die Seekuh – allerdings nicht so wie ihr sie kennt, sondern in Form eines riesigen Katamarans, der durch Solarenergie angetrieben und mit engmaschigen Fangnetzen ausgestattet, in Küstennähe seinen Teil zur Säuberung der Meere beiträgt. Da er ganz leicht in seine Einzelteile zu zerlegen ist, ist er weltweit einsetzbar und kann mithilfe von Containerschiffen transportiert werden. Aktuell lernt das Bötchen Chinesisch, damit es 2018 in Hongkong seine Bahnen ziehen kann. Das tolle Projekt ist dem Verein One Earth – One Ocean zu verdanken, der in Zukunft sogar einen schwimmenden Recyclinghof plant, damit der Müll sofort verarbeitet werden kann. Wollt ihr auch mitwirken? Dann helfen Spenden an entsprechende Institutionen oder Projekte enorm, da diese meist davon leben müssen. Noch einfacher geht’s, wenn ihr im Alltag ein wenig verantwortungsbewusster denkt!

In dem folgenden Video seht ihr, wie die „Seekuh“ unsere Ozeane reinigen will:

Video: Daanbo

Jeder von euch kann helfen

Wisst ihr eigentlich, wie viele PET Flaschen im Umlauf sind? Weltweit wurden 2016 über 480 Milliarden Flaschen eingesetzt – das sind jede Sekunde etwa 20.000 – oder anders ausgedrückt – unfassbar viele! Nur ein Bruchteil davon wurden recyclet oder überhaupt angemessen entsorgt. Ebenso ist es mit Plastiktüten. Ich habe einige Ratschläge für euch, die ihr im Alltag wirklich leicht befolgen und damit unseren ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren könnt:

Reduziert Plastik im Alltag so sehr wie möglich

Leichter gesagt, als getan. Weniger Kunststoffprodukte zu nutzen ist aber, glücklicherweise, voll im Trend. Keine Tüten mehr an jeder Kasse, weniger Verpackungsmaterial oder mehr Menschen, die beim Kauf darauf achten. Das reicht aber noch lange nicht und ich wette, ihr seid euch gar nicht bewusst, wie viel Plastik ihr wirklich verwendet! Jeder Strohhalm im Restaurant, achtfach eingepackte Lebensmittel und Kosmetik, Wasserflaschen und Frischhaltebeutel – so gut wie jeder nutzt mindestens eine dieser Utensilien täglich und das bei mehr als 81 Millionen Menschen allein in Deutschland. Da ist es keine Verwunderung, dass Billionen Teilchen an Müll im Meer treiben, der allein durch Menschen verursacht wird. Nur richtig zu recyclen, ist nicht die Lösung des Problems, ihr solltet Plastik im Alltag reduzieren! Nehmt beispielsweise Obst und Gemüse im Supermarkt ohne Tüte mit, das ist kein Problem für Banane und Co.

Müllinseln, Verschmutzung der Weltmeere, Plastik

Entsorgt richtig

Natürlich ist es schwierig, komplett ohne Kunststoff zu leben. Um möglichst bewusst damit umzugehen, könnt ihr allerdings darauf achten, dass ihr kein Plastik für einmaligen Gebrauch verwendet – also keine Plastikgabeln beim Essen, Strohhalme, Beutel und alles, was euch noch so in den Sinn kommt. All das, was ihr dennoch nutzt, solltet ihr angemessen entsorgen, nämlich so, dass es recycelt wird. Trennt Müll, bringt Pfandflaschen weg und werft Abfall niemals in Wasser, Abflüsse oder auf die Straße und lasst ihn nirgendwo liegen!

Lebt bewusst und nicht im Überfluss

Der ökologische Fußabdruck ist hier das richtige Stichwort. Er beschreibt sozusagen die Menge an Biokapazität, also die Ressourcen unserer Erde, die Menschen benötigen, um zu leben. Würden alle Menschen der Erde so leben, wie Deutsche es tun, bräuchten wir Berechnungen nach etwa 2,5 Erden, falls ihr versteht was ich meine. Unsere Bevölkerung lebt zweifelsohne im Überfluss und das bekommen unsere geliebte Erde und auch ihre Ozeane deutlich zu spüren. Wenn ihr also einen Schritt in die richtige Richtung machen möchtet, solltet ihr euch überlegen, wie viel ihr kauft, was ihr wirklich braucht und bestenfalls auch, wie es verpackt ist.

Seid auf Kriegsfuß mit Kosmetikprodukten

Nicht nur Frauen hergehört: Euer Badezimmer ist eine wahre Fundgrube für Plastikmüll. Ja, Verpackungen von Shampoo, Zahnpasta und Co. sind natürlich prädestiniert dafür, zu falsch entsorgtem Kunststoff zu werden – aber es kommt noch viel schlimmer: In unzähligen Pflegeprodukten, die wir täglich nutzen, befindet sich industriell hergestelltes Mikroplastik. Wieso man genau das, was wir die ganze Zeit vermeiden wollen, beabsichtigt herstellt? Frage ich mich auch! Damit eure Produkte besonders schön aussehen, oder sich gut anfühlen, wird ihnen Mikroplastik zugesetzt. Dieses gelangt dann über das Abwasser in die Umwelt und ins schöne, bald nicht mehr so kristallklare, Meer. Damit die ewige Liebesgeschichte zwischen euch und dem Meer weiterhin unter einem guten Stern steht, könnt ihr versuchen, die schädlichen Inhaltsstoffe zu erkennen. Findet ihr Stoffe wie zum Beispiel „Polyethylen“ (PE), „Polypropylen“ (PP), „Polyamid“ (PA) oder  „Polyethylenterephtalat“ (PET) ist auf Mikroplastik enthalten. Also Augen auf beim Beauty-Shopping, denn schon kleine Schritte helfen viel!

dolphin underwater on blue ocean background

So meine lieben Reiselustigen, ich musste euch zwischendurch leider auch mal die weniger paradiesischen Seiten der Welt vor Augen führen und hoffe, dass ihr euch diesen Artikel zu Herzen nehmt. Auch das umweltbewusste Reisen ist ein Thema, das mir besonders wichtig ist. Ich habe in meinem Bericht zum Green Traveling bereits alle wichtigen Tipps & Tricks für euch zusammengefasst. Wenn wir alle ein bisschen mehr auf unsere Umwelt achten, können wir die schönen Plätze dieser Erde noch länger bewahren, Müllinseln vermeiden und auch die Tierwelt schützen. Das kommt uns am Ende auch wieder zu Gute. Wie ist eure Meinung zu diesem Thema?

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