Endlos lange Straßen, die bis in den Horizont führen, um euch herum rötlich-braune, trockene Wüstenlandschaft und über euch erstrahlt der Himmel in tiefstem Blau. Der Death Valley Nationalpark strotzt nur so vor faszinierender Natur und spannenden Phänomenen. Kommt mit auf meine Reise durch das tote Tal.

Mit offiziell gemessenen 56,7°C ist das Death Valley einer der heißesten Ort weltweit. Durch die extreme Hitze, die sich vor allem am tiefsten Punkt des nordamerikanischen Kontinents im Badwater Basin staut, ist es auch eine der trockensten Regionen unserer Erde. Das Tal des Todes ist ein Ort der Extreme in jeder Hinsicht. Doch es ist auch einfach absolut faszinierend. Trockene, endlose Landschaften wechseln sich ab mit farbenfrohen Canyons, Geisterstädtchen und verrückten Phänomenen. Was ihr im Death Valley Nationalpark entdecken könnt und wie ihr eure Reise am besten gestaltet, das verrate ich euch jetzt.

Death Valley – das Tal der Extreme

Der Weg ins Tal | Einzigartigkeit | HOTspots | Die Wüste ruft

Der Weg ins tote Tal

Einen Trip ins Death Valley kann man ganz wunderbar mit einem Roadtrip entlang der Westküste verbinden, denn der Death Valley Nationalpark liegt an der östlichen Grenze Kaliforniens und zieht sich bis nach Nevada. Also egal, ob ihr einen Kalifornien Roadtrip plant oder nach einem Partyurlaub in Las Vegas noch ein bisschen die Umgebung erkunden wollt – Death Valley solltet ihr euch nicht entgehen lassen! Für den direkten Weg ins Tal des Todes fliegt ihr am besten nach Los Angeles oder nach Las Vegas. Von dort habt ihr noch 200-350 Kilometer Fahrt vor euch.

In 12 Stunden kommt ihr per Direktflug nach Nevada und Kalifornien. Für die Flüge nach Las Vegas starten die Flugpreise bei etwa 500€, nach Los Angeles bei 550€.

Guru Tipp: Haltet die Augen offen, denn ich habe oft super Flugangebote in den Westen der USA.

Da der Nationalpark in erster Linie aus endlos leerer Wüste besteht, ist meine Empfehlung für ein Hotel das nevadische Beatty, direkt an der Grenze zu Kalifornien. Trotz seiner geringen Größe bietet euch der kleine Ort in der Wüste das Notwendigste: Eine Hotel- beziehungsweise Motelauswahl, einen Supermarkt und zwei bis drei Frühstücks-Cafés. Wer die volle Portion Wüstenfeeling möchte, der sollte auf der Ranch At Furnace Creek einkehren. Das schicke Hotel mit Pool, Saunen und Terrassen bietet euch nicht nur den Rückzug abseits der Zivilisation, sondern auch richtiges Wild West Feeling ab 150€ die Nacht.

Die Ranch am Furnace Creek mitten im Death Valley

Was macht das Tal des Todes so besonders?

Stundenlang fährt man durch das über 13.600 m² große Death Valley in der Mojave-Wüste, um es zu Durchqueren oder die einzelnen Hotspots abzuklappern. Dabei merkt man mit jedem Stopp die Vielfalt, die dieser so öde scheinende Ort mit sich bringt: An den höchsten Punkten fahrt ihr an schneebedeckten Berggipfeln vorbei, die sich auf dem Weg ins Tal in Wasser verwandeln. So passiert es auch nicht selten, dass Straßenabschnitte gesperrt werden müssen, weil sie vom geschmolzenen Schnee überflutet wurden. Da die Anzahl an Straßen im Death Valley begrenzt ist, kann das durchaus einen langen Umweg bedeuten. Ich spreche da aus Erfahrung.

Aber selbst die Art der trockenen Landschaften im Tal könnte unterschiedlicher nicht sein: Von endlosen Sanddünen, über farbenreiche Gesteinsformationen, bis hin zu Salzflächen im Boden sowie kleinen Oasen, gibt es in diesem toten Tal unglaublich viel zu entdecken. Selbst die Tierwelt ist vielfältig: Über 400 Tierarten leben im Nationalpark. Von Pumas, über Koyoten und Luchse, bis hin zu Schlangen, scheinen sich doch einige Tiere im heißen Klima wohl zu fühlen. Dennoch trifft man sie eher selten an, da sie versuchen, die Hitze am Tag zu meiden – verständlich, finde ich.

Das Death Valley knackt regelmäßig die 50°C Marke.

Death Valley ist nicht nur einer der heißesten Orte weltweit, sondern DER ungeschlagen heißeste bewohnte Ort. Faszinierend ist dabei nicht nur, dass diese Messung schon vor 105 Jahren stattfand und kein bewohnter Ort es geschafft hat, diesen Hitzerekord zu toppen. Das eigentliche Phänomen ist, dass die Temperatur im Death Valley nicht als unüblich gilt, da sich im Tal die Hitze extrem anstaut. So werden es im Hochsommer regelmäßig über 50°C. Wie es die nicht mal 500 Bewohner des Todestals hier bei den Temperaturen aushalten ist mir ein Rätsel.

Ein Coyote im Death Valley

Die HOTspots der Wüste

Über Stunden fahrt ihr schon entlang der schier endlosen Straßen der Mojave-Wüste. Weit und breit kein Auto auf den endlosen Straßen, deren Ende sich nicht einmal erahnen lässt. Die Nachmittagssonne brennt vom Himmel, der in tiefstem Blau erstrahlt. Für eine kurze Pause fahrt ihr an den Straßenrand und steigt aus. Es weht nur ein leichter Wind, ansonsten herrscht Totenstille.

So oder so ähnlich könnte eine klassische Hollywood-Szene aus einem Horrorfilmen aussehen, oder? Und so in etwa könntet ihr euch bei einem Trip durchs Death Valley auch fühlen, denn so manch eine Situation erinnert an den Beginn dieser Horrormovies. Ich hoffe, ich habe euch jetzt nicht verschreckt, denn eigentlich ist das Death Valley doch ein Ort fern von Gruselgeschichten. Stattdessen ist es absolut spannend und bietet euch tatsächlich einige Sehenswürdigkeiten, die atemberaubend sind! Auf der Karte des Death Valley Nationalparks bekommt ihr einen Überblick aller wichtigen Punkte, die es zu entdecken gibt.

Geisteratmosphäre im toten Tal

Ausgehend vom Örtchen Beatty fahrt ihr in südwestliche Richtung über die Grenze nach Kalifornien. Dort findet ihr mein erstes Highlight: Das Nevadaschild am Grenzübergang. Es ist durchlöchert, als hätte dort erst gestern ein Wildwest-Schusswechsel stattgefunden. Die endlos lange Straße dahinter, die ins Nichts zu führen scheint, macht das Bild perfekt. Nur ein kleines Stück weiter findet ihr auch das Death Valley Nationalpark Schild – ihr seid jetzt im Park.

Die Leadfield Ghosttown zeigt letzte Überreste des Goldrausches.

Am Ende der Daylight Pass Road habt ihr die Chance in zwei beziehungsweise drei Richtungen zu fahren, da sich dort die Straßen nach Norden, Westen und Süden trennen. Die Strecken im Death Valley sind, wie ihr ja mittlerweile wisst, sehr weitläufig und je nachdem wo ihr lang fahrt, müsst ihr einen großen Umweg fahren, um auch die andere Seite des Parks zu erkunden. Im nördlichen und westlichen Abschnitt des Parks werdet ihr auf kleine Geisterstädte treffen. Die Leadfield Ghosttown im Norden ist dabei wirklich nur noch ein Überbleibsel einer ehemaligen Minenstadt. Wenige Bruchbuden erinnern an die Zeiten des Goldrausches. Auch Scotty’s Castle liegt im nördlichsten Abschnitt des Death Valley Nationalpark.

Scotty’s Castle
Der Gebäudekomplex, der bis vor kurzem noch eine absolute Touristenattraktion war und wie eine Oase in der Wüste scheint, ist leider aktuell geschlossen. Durch Überschwemmungen wurde das Castle stark beschädigt, sodass es voraussichtlich erst im Jahr 2020 wieder für Touristen zugänglich sein wird.

Scotty’s Castle ist eine Villa, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im spanischen Stil in den Grapevine Mountains erbaut wurde. Benannt ist sie nach Walter Scott, der eigentlich nur als Gast bei dem Millionär Albert Mussey Johnson in dessen Villa hausierte. Scott hatte ihn überzeugt, in das fälschlicherweise durch Minen so ertragreiche Death Valley zu investieren, sodass Johnson dort das Grundstück erwarb und für 2,5 Millionen Dollar die Villa erbaute, aber nie gänzlich vollendete. Trotz des Betrugs blieb die tiefe Freundschaft zwischen Johnson und Scott bestehen, sodass Walter Scott nach Johnsons Tod Wohnrecht für die Villa bekam. Als auch Scott verschied und an der Villa begraben wurde, kaufte der Death Valley Nationalpark Service Scottys Castle für nicht einmal eine Million Dollar.

Seid ihr aber schon in diesem Abschnitt des Parks, dann lohnt sich ein Stopp an dem Ubehebe Crater. Der mehrere Hundert Jahre alte Vulkankrater scheint wie ein bloßes riesiges Loch, das plötzlich mitten im Death Valley auftaucht. Über etwa 1 Kilometer Breite und 200 Meter Tiefe erstreckt sich das Loch, das durch einen vulkanischen Knall entstand und heute als landschaftliche Wanderregion genutzt wird.

Wandernde Felsen hinterlassen ihre Spuren im Sand.

Ganze 50 Kilometer weiter südwestlich liegt der Racetrack Playa mit seinen wandernden Felsen. Sie bringen bis zu 350 Kilogramm Gewicht mit sich und wandern dennoch im wahrsten Sinne durch die Wüste. Auf dem Boden könnt ihr ihre Schleifspuren im Sand sehen. Wie dieses Phänomen zustande kommt, war über Jahrzehnte hinweg ein Rätsel, das erst vor wenigen Jahren durch Videoaufnahmen gelüftet wurde: Eine dünne Eisfläche aus gefrorenem Regen umschließt die Steine, die durch den Wind dann anfangen, über den Boden zu „wandern“.

Der tiefste Punkt im Norden Amerikas

Das Badwater Basin ist mit 85,5 Metern unter dem Meeresspiegel nicht nur der tiefste Punkt der USA, sondern von ganz Nordamerika. Wo früher der Lake Manly war, zieren heute Salzkristalle fast den gesamten Boden. Der Anblick ist ungewohnt und erstaunlich zugleich, denn es sieht aus, als hätte es mitten in der Wüste einen Schneefall gegeben. Wie kommt es zu den Salzablagerungen? Durch die trockene und heiße Luft des gesamten Jahres schafft es kein Regenfall und kein See im Badwater zu „überleben“. Die Folge ist, dass sich Salze am Boden bilden, die, umgeben von der rötlichen Natur des Death Valleys, einen einmaligen Anblick bieten. An manchen Stellen gehen die Salzkrusten sogar in ganze Muster über. Steht ihr unten vor dem Badwater Basin Schild und dreht euch zur Felswand, könnt ihr in der Höhe ein kleines Schild ausmachen, das den Stand des Meeresspiegels darstellt. Die Vorstellung, so weit unter dem Spiegel des Meeres mitten in der Wüste zu stehen, war für mich wirklich faszinierend.

Der Begriff „Bad Water“ stammt daher, dass Wasser, das sich hier durch Regengüsse bildet, aufgrund des hohen Salzgehaltes nicht genießbar schmeckt – wie schlechtes Wasser eben.

Wollt ihr noch etwas richtig Verrücktes wissen? Jedes Jahr findet im Juli der Badwater Ultramarathon statt, der hier im Badwater Basin startet. Es ist einer der verrücktesten und extremsten Läufe der Welt, denn über 217,26 Kilometer beziehungsweise 135 Meilen geht er bei Temperaturen bis über 50°C durch das Death Valley. Dieses Jahr wird das Spektakel vom 23. bis zum 25. Juli stattfinden.

Weite Blicke über die Wüste

Auf dem Weg zum nächsten eindrucksvollen HOTspot empfehle ich euch eine ganz besondere Route: Den Artist’s Drive vorbei an der Artist’s Palette. Wie der Name schon verrät, fahrt ihr hier direkt zwischen engen Felswänden hindurch, die in den buntesten Farben schimmern. Gesteinsverfärbungen, die durch Oxidation zustande kommen, lassen die Felsen in verschiedenen orange und rot, fast schon bunt wirkenden Farben, leuchten. Ähnlich spektakulär sieht auch der Golden Canyon nur zehn Kilometer weiter aus. Schaut euch dieses beeindruckende Naturphänomen am besten mal hautnah an. Mein Tipp: Parkt euer Auto, schnappt euch Sonnenbrille, Cappy, Kamera und wandert den Trail entlang. Eincremen aber nicht vergessen!

Mosaic Canyon Trail:
 
Mehr Möglichkeiten zum Wandern und die Chance auf geologische Faszination bieten sich am Mosaic Canyon Trail

Weiter geht es zum Zabriskie Point, der an der Stelle liegt, wo vor unglaublichen neun Millionen Jahren ein See war. Heute zeigt sich euch zersetztes Gestein, das sich in wellenartigen Formationen Kilometer weit erstreckt. Auch der Dante’s View liegt hier oben, als das Gegenstück zum Badwater Basin: In einer Höhe von 1.669 Metern könnt ihr von hier aus einen weiten Blick auf das Death Valley werfen.

Ein letztes Highlight auf meiner Liste liegt mitten im Zentrum des Nationalparks: Die Mesquite Sand Dunes. Auf 36 Quadratkilometern ziehen sich die großen Hügel aus feinstem Sand mitten durch die trockene und flache Wüstenlandschaft. Bekannt sind sie aus diversen Filmen, wobei der berühmteste wohl die Star Wars Serie ist.

Abermillionen von Sternen zieren den gesamten schwarzen Nachthimmel.

Und wenn ihr schon hier seid und nach einem langen Tag in der Wüste zur Ruhe kommen wollt, gebe ich euch noch einen Guru Tipp mit auf den Weg: Legt euch in den Sand, wartet bis die Sonne am Horizont verschwindet und schaut in den unglaublichen Sternenhimmel. Ich kann euch versprechen, den werdet ihr so nicht so schnell wiedersehen. Abermillionen von Sternen zieren den schwarzen Nachthimmel, durch den sich die auf einmal klar hervorstechende Milchstraße zieht. Ein Anblick für die Ewigkeit!

Ab in die Wüste!

Wer nach all den spannenden Fakten nicht genauso fasziniert vom Death Valley ist wie ich, dem kann ich dann leider auch nicht helfen. Ich kann euch aber versprechen: Die Reise hierher lohnt sich. Ein kleiner Rat noch von mir: Ihr solltet eher im Herbst oder Frühling herkommen. Im Sommer herrschen im Schnitt über 40°C, sodass das Sightseeing sehr anstrengend werden kann – zumal ihr nirgends schattigen Schutz findet. Ab Oktober wird das Klima mit maximal 25°C deutlich erträglicher – aber Vorsicht! Nachts kann es sehr kalt werden. Wie wäre es also mit einem kleinen Roadtrip durch die USA? Es gibt so einiges dort, das auf eure Bucketlist gehört!

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