Seen so türkis, dass sie fast surreal erscheinen, Wälder in tiefstem Grün, das ihr noch nie zuvor gesehen habt, und Naturpanoramen, die euch glauben lassen, dass ihr noch träumt. Um euch herum die lebhafte wilde Tierwelt Kanadas – all das und noch viel mehr ist der magische Banff Nationalpark in Kanada.

Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, wie begeistert ich von Kanada war, als ich von meiner Reise in das wunderschöne Québec zurückgekommen bin. Und ja, ich kann euch gar nicht oft genug davon vorschwärmen, wie schön es in diesem Land wirklich ist. Ein Ort, der optisch aber noch einmal alles in den Schatten stellt, ist der Banff Nationalpark, der sich westlich von Calgary befindet. Sollte sich während eures Kanada Urlaubs einmal die Gelegenheit ergeben, rate ich euch, sie beim Schopfe zu packen und zwei oder drei Nächte dort zu verbringen. Eine Kamera und etliche Speicherkarten sollten den Weg in euer Gepäck gefunden haben, denn was sich in diesem Nationalpark vor euren Augen entfaltet, ist wirklich fast zu schön, um wahr zu sein.

Banff Nationalpark – Natur, die euch den Atem raubt

Banff Nationalpark | Anreise & Unterkunft | Die Route

Lake Minnewanka | Johnston CanyonLake MoraineLake Louise | Emerald Lake

Jasper Nationalpark | Kanada-Liebe

Der Park und seine Stadt

Der Banff Nationalpark ist der älteste Nationalpark Kanadas und begeistert auf über 6.600 km² mit zahlreichen Nadelwäldern, malerischen Bergketten, steilen Gletschern und schimmernden Seen. Kurzum: Ihr findet hier eine Traumlandschaft wie aus dem Märchenbuch vor. Demnach ist es auch kein Wunder, dass Einheimische und Touristen aus aller Welt gleichermaßen tagtäglich von diesem wahr gewordenen Paradies angelockt werden. Im Sommer begeistert der Park vor allem Familien und Wanderer, wenn es kalt wird eignet sich die Region perfekt für eine ausgedehnte Skitour. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht, denn in der Stadt Banff warten noch erholsame Thermalbäder und Luxusresorts auf erholungssbedürftige Urlauber.

Anreise und Unterkunft

Der schnellste Weg zum Banff Nationalpark führt über Calgary, die größte Stadt des Staates Alberta. Über den Calgary International Airport habt ihr die Chance nationale wie internationale Verbindungen zu nutzen und findet auch ab Frankfurt per Direktflug einen schnellen Weg ins Naturparadies Banff Nationalpark. Schnappt euch am besten direkt einen Mietwagen – nach gerade mal 90 Minuten seid ihr in der Stadt Banff angekommen. Diese bietet euch eine Vielzahl an Hotels, auch Luxushotels wie das Fairmont Banff Springs Hotel finden sich hier. Generell sind die Unterkünfte in Banff eher kostspielig. Wer bei der Übernachtung lieber etwas Geld sparen möchte, dem empfehle ich ein Airbnb in Harvie Heights oder Canmore, in den Nachbarorten von Banff. So habt ihr weniger Ausgaben und dürft zusätzlich die Gastfreundschaft der Locals genießen.

Eine Route durch den Banff Nationalpark

Jetzt kann das große Abenteuer endlich starten. Ich kann euch jetzt schon verraten: Im Banff Nationalpark gibt es unglaublich viel zu sehen und erleben. Wer am liebsten alles sehen möchte, der kann hier durchaus eine Woche oder länger verbringen. Aber auch in zwei oder drei Tagen kann man schon einige wundervolle Orte entdecken. Meine Favoriten im Banff Nationalpark will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Idylle und Wildlife am Lake Minnewanka

In gerade einmal 15 Minuten erreicht ihr mit dem Auto von der Stadt Banff aus den Lake Minnewanka, einen von den zahlreichen wundervollen Seen im Nationalpark.

Vorsicht!
Von Juli bis September wird Besuchern empfohlen, die Wanderung nur in 4-Personen-Gruppen zu unternehmen und stets Bear Spray bei sich zu tragen. Das aber bitte nur im Notfall anwenden.

Für den Einstieg in diese Naturwunderwelt eignet sich der Spot optimal, denn hier ist es nicht touristisch überfüllt und ihr könnt erstmal in Ruhe die Natur erkunden. Schlendert einfach am Ufer des Gletschersees entlang und lasst die Idylle auf euch wirken. Mit einem Schiff könnt ihr über den See fahren und das Panorama vom Wasser aus genießen. Ich empfehle euch jedoch die Umgebung zu Fuß zu erkunden. Ein Pfad am Nordufer bietet euch die ersten Wanderrouten von 1,5 bis 25 Kilometern. In wenigen Schritten befindet ihr euch schon direkt am Ufer, zwischen Bäumen und Abhängen – der Ausblick aufs Wasser schafft eine friedliche Stimmung. Aber seid achtsam, denn ihr könntet hier sogar auf wilde Bären stoßen.

Tosende Wassermassen am Johnston Canyon

Entlang dieser Schlucht im Banff Nationalpark könnt ihr herrliche Wanderungen unternehmen und als Belohnung noch ein paar schöne Eindrücke für euer Fotoalbum sammeln. Da die Wanderwege recht einfach sind, ist der Ort auch touristisch geprägt. Je weiter ihr aber die Route nach oben wandert, desto eher dürft ihr die Magie der Natur für euch alleine genießen, denn die meisten Besucher drehen nach den ersten ein bis zwei Kilometern wieder um.

Aus 30 Metern stürtzen die Wassermassen in die Tiefe.

Der erste Kilometer des Wanderweges führt euch zu den Lower Falls, die zwar nicht unbedingt durch ihre Größe beeindrucken, dafür aber durch ihre Färbung und das Felsmassiv, durch das sie fließen. Die Upper Falls erreicht ihr nach weiteren drei Kilometern. Hier stürzen sich die Wassermassen aus 30 Metern Höhe in die Tiefe, was schon wesentlich beeindruckender aussieht. Von diesem Punkt an wird eure Fitness ordentlich gefordert, denn vier Kilometer steiler Wanderweg wollen bezwungen werden. Eure Mühen sollen sich aber lohnen – am Ende warten nämlich die geheimnisvollen Ink Pots auf euch. Beobachtet sie ganz genau, denn sie hüten ein kleines aber feines Geheimnis.

Naturphänomen Moraine Lake

Mein persönlich größtes Highlight findet sich im Valley of the Ten Peaks, dessen Name euch bereits einen kleinen Hinweis darauf gibt, was euch und eure Sinne  hier erwartet. In diesem Valley liegt der berühmte Moraine Lake, ein See, der von Gletschern gespeist wird und von unübertroffener Schönheit ist. Im türkisgrün-schimmernden, kristallklaren Wasser spiegeln sich die schneebedeckten Gipfel und die saftig-grünen Nadelwälder des Valleys.

Guru Tipp:
Kommt am besten einmal während des Sonnenuntergangs hierher, wenn die majestätischen Gipfel von einer orangenen Krone umrahmt sind. Einfach einmalig!

Vom Rockpile aus habt ihr den schönsten Blick auf den See und ihr werdet an mich zurückdenken, wenn ihr euch fragt: „Ist das ein überdimensionales Gemälde oder wirklich Realität?“, glaubt mir. Ein Spaziergang zur anderen Seite des Sees lohnt sich allemal. Dort, wo das Gletscherwasser in den See fließt, herrscht eine einmalige Atmosphäre, wenn ihr mit einem Blick auf den Moraine Lake und umgeben vom Rockies Panorama das klare, strömende Wasser in den so ruhig wirkenden See fließen hört.

Plain of Six Glaciers am Lake Louise

Der wohl bekannteste und meist gehypte Ort im Banff Nationalpark ist der Lake Louise, nur einige Kilometer vom Moraine Lake entfernt, der mit seinem Märchenpanorama die ideale Kulisse für ein Luxusresort bietet. Sobald ihr vom Parkplatz zum See lauft, könnt ihr aus der Ferne bereits das intensive Türkis des Lake Louise bewundern. Dabei verbirgt sich hinter der spektakulären Farbe keine Magie, sondern die sogenannte Gletschermilch, die ihren Namen durch ihre trübe Färbung erhält. Sickert dieses Abflusswasser eines Gletschers in ein stehendes Gewässer, wird durch zusätzliche Sonneneinstrahlung der See in ein sattes Türkis gehüllt. Mutter Natur ist einfach noch die beste Künstlerin!

Mit dem Hotel Fairmont Chateau Lake Louise hat sich am Lake Louise auch ein richtiger Palast angesiedelt, aus dessen Zimmern ihr mit einem fantastischen Ausblick belohnt werdet. Da steht man doch zur Abwechslung mal gerne auf, oder? Bei dem herrlichen Panorama liegt es ja auch sicherlich auf der Hand, dass ihr nicht nach dem ersten Foto wieder ins Auto steigt. Ich hab nämlich noch eine Empfehlung für euch: Da der Lake Louise im Banff Nationalpark sehr mit Touristen überlaufen ist, solltet ihr unbedingt eine der Wanderrouten ausprobieren, denn tatsächlich schaffen es die meisten Besucher nur bis zum Ufer des Sees.

Guru Tipp:
Der Lake Louise liegt 1.600 Meter über dem Meeresspiegel, sodass es sogar im Sommer teilweise kalt ist. Wandert ihr in die Berge, müsst ihr damit rechnen, dass dort Schnee liegt. Einige Wanderpassagen sind daher sehr anspruchsvoll und erfordern Wandererfahrung.

Der Plain of Six Glaciers Wanderweg führt euch geradewegs in die Berggipfel, wo sogar Ende Mai noch Schnee liegen kann. Schafft ihr es, die fünf Kilometer und etwa 400 Höhenmeter nach oben zu steigen, bekommt ihr nicht nur das fabelhafte Bild der sechs Gletscher, die euch umgeben, und den beeindrucken Blick auf den See. Auch ein entzückendes Teahouse versorgt euch hier ab Juni mit Kaffee, Tee und köstlichem Gebäck. Zur Krönung seid ihr hier bestenfalls fast alleine mit der Natur, denn nur wenige Touristen meistern den anspruchsvollen Weg hierher. Besser könnte ein solcher Hike doch wohl kaum belohnt werden, oder?

Kanutour am Emerald Lake

Ich hoffe, ihr habt noch nicht genug Seen gesehen, denn genau diese machen den Banff Nationalpark aus. Doch das ist natürlich längst nicht alles – genießt auch die friedliche Ruhe, die sie ausstrahlen, und nutzt die Chance, ihre Umgebung zu erkunden. Der Emerald Lake, der geografisch schon im Yoho Nationalpark liegt, bietet euch die Möglichkeit, ein Kanu zu mieten, mit dem ihr auf dem Wasser herumschippern und einfach die Natur genießen könnt.

In der Emerald Lake Lodge, die direkt am Ufer gelegen ist, könnt ihr euch köstliche hausgemachte Limonade gönnen und die Eindrücke von euren Wanderungen im Banff Nationalpark sacken lassen.

Der Weg zum Jasper Nationalpark

Wenn euch der Banff Nationalpark genauso den Atem geraubt hat wie mir, dann solltet ihr euch auf den Weg zum Jasper Nationalpark machen – weitere Highlights warten schon darauf, von euch entdeckt zu werden. Entlang des Bow Rivers, der durch den Banff Nationalpark führt, könnt ihr unzählige Panoramen bestaunen, die einen förmlich dazu zwingen, auszusteigen und den berauschenden Anblick zu genießen.

Folgt dem Bow River am Icefields Parkway entlang…

Der Castle Mountain sticht mit seinen majestätischen Berggipfeln, direkt hinter dem Bow River, sofort ins Auge. Folgt ihr dem Verlauf des Flusses und fahrt auf Höhe des Lake Louise Ski Resorts auf den einspurigen Icefields Parkway ab, kommt absolute Roadtrip Stimmung auf. Wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, sind es vor allem die Seen, die den Park zu einem magischen Anziehungspunkt machen. Auch der Peyto Lake macht da keine Ausnahme – der Gletscher gespeiste See wird euch mit seiner türkisen Farbe schier den Atem rauben.

Naturschauspiele am Icefield Parkway

Weiter den Icefield Parkway entlang, solltet ihr einen wichtigen Tipp stets beachten: Haltet die Augen immer offen! Die Route ist bekannt dafür, dass man hier wilde Tiere wie Bären, Elche oder Bergziegen antreffen kann, die direkt am Icefield Parkway entlang schlendern oder sogar einfach drüber laufen. Auch ich hatte das Glück, Bergziegen und sogar Schwarz- und Braunbären hautnah sehen zu dürfen und war absolut baff über die Ruhe, die diese Tiere ausstrahlen.

Vorsicht!

Die wilden Bären können gefährlich sein – besonders, wenn sie ihre Jungen beschützen oder absolut friedlich erscheinen. Bleibt am besten immer im Auto und beobachtet sie aus sicherer Entfernung.

Auf Höhe des Mount Columbia wartet ein weiteres Naturspektakel auf euch: Das Columbian Icefield ist ein Eisfeld, das ein sogenanntes Nährgebiet der umliegenden Gletscher und mittlerweile die größte Eisfläche unterhalb vom Polarkreis darstellt. Steigt ihr aus und wandert bis zum Eisfeld, könnt ihr die Schilder sehen, die darstellen, bis wohin die eisige Fläche noch vor einigen Jahren reichte – eine traurige Wahrheit der Klimaerwärmung. Die Athabasca Falls kurz vor dem Ort Jasper sind das nächste große Highlight der Route. Unglaubliche Wassermengen strömen mit lautem Getose 23 Meter in die Tiefe und haben so über viele Jahre die faszinierenden Steinschluchten geformt.

Entspannung meets Action in Jasper

Nachdem ihr bei eurer kleinen Kanada Rundreise nun schon einige Hundert Kilometer zurückgelegt habt, bietet sich der kleine Ort Jasper perfekt an, um einfach mal ein bisschen die Seele baumeln zu lassen. Entspannt am Pyramid Lake oder in den warmen Quellen der Miette Hotsprings, probiert lokales Bier und lasst euch von der fröhlichen Stimmung der Locals in Jasper anstecken.

Wem auch jetzt noch nach Action zumute ist, der wird nicht zu kurz kommen: Zahlreiche Wanderrouten rund um Jasper, aber auch Sport wie Mountainbiken, White Water Rafting oder Canyon Touren werden auch hier angeboten. Und wenn ihr zu den ganz Glücklichen gehört, könnt ihr sogar Zeuge eines tollen Naturschauspiels werden. Ab und an zeigen sich rund um den Banff und Jasper Nationalpark nämlich auch die Polarlichter am Himmel, die in grellen Farben über die Dächer der Stadt zu tanzen scheinen. Ein wahnsinnig schöner Anblick!

Polarlichter im Banff Nationalpark

Eure Reise in den Banff Nationalpark

Bei diesen traumhaften Bildern hält es euch doch auch bestimmt nicht mehr lange im Sessel, oder? Ein Kanada Urlaub bringt, wie ihr seht, unzählige Highlights und Faszination mit sich. Also wartet nicht lange und plant euren Kanada Roadtrip, bei dem ein Stopp im Banff Nationalpark natürlich nicht fehlen darf. Kanada ist immer eine Reise wert!

 

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