Halden im Ruhrgebiet

Die schönsten Halden im Ruhrgebiet

Eigentlich sind die meisten Halden im Ruhrgebiet nur die Überbleibsel aus dem Bergbau – längst sind sie aber ein beliebtes Ausflugsziel für Ruhrgebietler und Besucher aus dem ganzen Land. Das hat einen ganz einfachen Grund: die hohen, aufgeschütteten Abraum-Hügel bieten Besuchern einen fantastischen Blick über das Ruhrgebiet und sind ganz nebenbei oftmals mit coolen Kunstwerken und Mitmach-Installationen geschmückt. Gerade gegen Abend erstrahlen die Anhöhen in einem besonderen Licht.

Wir stellen euch einige der Halden im Ruhrgebiet etwas genauer vor und zeigen euch, warum ihr diese Industrie-Naturkunstwerke unbedingt auf eure Bucketlist für euren Urlaub im Ruhrgebiet schreiben solltet. Wir sagen nur: ab mit euch auf die Achterbahn!

Halden – die Berge des Ruhrgebiets

Hohe Berge sucht man im Ruhrgebiet vergeblich. Das macht aber nichts, denn in vielen Städten im Ruhrpott kann man eine der vielen unterschiedlichen Halden besuchen, die euch bis zu 140 Meter in die Höhe führen.
Macht euch deshalb auf den Weg und steigt eine der menschengemachten Erhöhungen unbedingt mal hinauf. Schnappt euch Familie und Freunde, packt ein kleines Picknick mit Mettbrötchen und Bergmann-Bier ein und verbringt einen entspannten Abend mit fantastischen Ausblicken.

Natur pur auf der Halde Pluto, wo in der Ferne eine Stahltreppe in en Himmel zu ragen scheint
Natur pur auf der Halde Pluto | Foto: Ruhr Tourismus / Dennis Stratmann

Einige der Halden waren früher mal Müllkippen oder dienten einfach nur der simplen Schuttentsorgung. Heute blühen an vielen Stellen die buntesten Blumen, die Bäume strotzen nur so vor grünen Blättern und Insekten und Kleintiere fühlen sich hier oben einfach pudelwohl. Wo Industrie einst das Bild bestimmte, hat die Natur wieder Einzug gehalten. Genau diese Entwicklung macht den Charme der Region für uns aus.

Welche ist die schönste Halde im Ruhrgebiet?

Die schönsten Halden im Ruhrgebiet befinden sich unter anderem in Duisburg, Gelsenkirchen, Bottrop, Recklinghausen und Moers. Hier bekommt ihr eine Übersicht dazu, was die „Berge des Ruhrgebiets“ so besonders macht.

Tiger & Turtle – Magic Mountain, Duisburg

Bestimmt habt ihr die Stahlinstallation Tiger & Turtle – Magic Mountain auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe schon mal in eurem Instagram Feed gesehen. Wie eine stählerne Schlange windet sich die begehbare Achterbahn hoch über Duisburg in den Himmel und beeindruckt schon aus der Ferne mit ihrer außergewöhnlichen Form. Im Zuge der Umgestaltungen der Metropolregion Ruhr wurde dieses begehbare Kunstwerk vom Künstlerpaar Ulrich Genth und Heike Mutter vor rund sieben Jahren erschaffen – seither gehört diese Halde zu den beliebtesten Hotspots für Fotografen und Touristen in der gesamten Region. Der Ausdruck Magic Mountain passt perfekt, denn gerade in der Dämmerung erscheint das Kunstwerk wie aus einer anderen, magischen Welt.

Tipp: Parkt am Fuße der Halde und macht euch auf den 2,7 Kilometer langen Spaziergang bis zur Tiger & Turtle. Wagt euch unbedingt auch die vielen Stufen in die Höhe hinauf – wir versprechen euch, es lohnt sich. Je nach Standort erlebt ihr die Achterbahn aus einer völlig neuen Perspektive.

Tiger & turtle im Ruhrgebiet
Ddie Stahlinstallation Tiger & Turtle | Foto: Ruhr Tourismus / Achim Meurer

Himmelstreppe auf der Halde Rheinelbe, Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen wartet ein ganz anderes, nicht weniger beeindruckendes Kunstwerk auf euch. Auf der Halde Rheinelbe in Ückendorf seid ihr dem Himmel so nah wie selten im Ruhrgebiet. Auf einem ehemaligen Zechengelände wandert ihr zunächst hinauf zur Spitze der Anhöhe und erklimmt dann die Stufen hoch zur Himmelstreppe. Die Steinformation erinnert von Weitem an die typischen Inukshuk, steinerne Felsfiguren aus der Kultur der Inuit – aus der Nähe wirken die wuchtigen Betonblöcke auf ihre ganz eigene Weise prachtvoll.

Künstler Hermann Prigann verwendete für sein Werk übrigens Steinreste aus alten Zechenanlagen aus der Region und schlägt so auf beeindruckende Art und Weise die Brücke von Alt zu Neu. Seid ihr erstmal oben angekommen, habt ihr einen überragenden Blick bis zum Rhein. Rund um die Himmelstreppe könnt ihr noch einige weitere Kunstwerke entdecken, die ihr euch unbedingt anschauen solltet. Auch hier empfehle ich euch einen Besuch zur Abenddämmerung, denn dann erscheint das himmlische Kunstwerk wie verzaubert.

Auf der Halde Rheinelbe blickt ihr übrigens direkt ins Stadion des SG Wattenscheid 09, das ist für die Fußballromantiker unter euch ein echter Hingucker, oder?

Halde Rheinelbe in Ückendorf
Die Halde Rheinelbe in Ückendorf

Arenablick auf der Halde Rungenberg, Gelsenkirchen

Das war es noch nicht mit beeindruckenden Halden in Gelsenkirchen. Die Halde Rungenberg hat nämlich definitiv auch einen Platz in dieser Reihe verdient. Die 115 Meter hohe pyramidenförmige Sehenswürdigkeit befindet sich im Stadtteil Buer und thront über dem ehemaligen Bergwerk Hugo. Von hier aus hat man die perfekte Sicht über Gelsenkirchen. Ein Highlight ist dabei sicherlich der Ausblick auf die imposante und hochmoderne Veltins Arena, die aus dieser Höhe perfekt zu bewundern ist. Auch die beiden Spiegelscheinwerfer, dessen Strahlen sich bei Anbruch der Dunkelheit kreuzen und so die Spitze der Pyramide darstellen, sind ein weiteres schlagkräftiges Argument, die Halde Rungenberg einmal zu besuchen. Geschaffen wurde diese Lichtplastik “Nachtzeichen” von den Künstlern Klaus Noculak und Hermann Es Richter.

Tipp: Ihr erreicht ihr die Aussichtsplattform über Spazierwege von der Siedlung Schüngenberg oder der Horster Straße.

Eine Frau mit Fußball überblickt Gelsenkirchen und die Veltins Arena in Gelsenkirchen von der Halde Rungenberg
Die Halde Rungenberg | Foto: Ruhr Tourismus / Dennis Stratmann

Tetraeder, Halde Beckstraße, Bottrop

Sagt euch der Name Haldenereignis Emscherblick etwas? Nein? Beim Namen Tetraeder wird bei den meisten dann aber spätestens ein Licht aufgehen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das riesige dreieckige Kunstwerk auf der Bottroper Halde Beckstraße ist nachts ein illuminiertes Spektakel. Wenn die Sonne untergegangen ist, scheint das Gebilde zu schweben und macht einen Besuch deshalb gerade in lauen Sommernächten zu einem Muss auf eurer Ruhrgebiets-Tour.

Um das Tetraeder zu erklimmen, solltet ihr schwindelfrei sein. Knapp 400 Stufen gilt es vom Fuße der Halde im Tal bis zur Spitze zu erklimmen, doch wenn ihr dann schließlich ganz oben angekommen seid, liegt euch das Ruhrgebiet in seiner vollen Pracht zu Füßen. Überwindet also alle Furcht vor der Höhe und macht euch auf den Weg nach Bottrop.

Der Tetraeder aus Stahl ist geformt wie eine Pyramide und steht auf der Halde in Bottrop
Das Haldenereignis Emscherblick | Foto: Ruhr Tourismus / Dennis Stratmann

5 (Geheim)-Tipps: Natur pur und viel Kunst

Jetzt kennt ihr die vier Shootingstars unter den Ruhrgebiets-Halden – doch der Pott hat damit sein Repertoire längst noch nicht ausgeschöpft, das können wir euch versprechen. Macht die Bühne also frei für fünf (Geheim)-Tipps, die ihr vielleicht noch gar nicht auf dem Zettel hattet.

  • Halde Rheinpreußen: Besonderes Merkmal der Erhebung in der Nähe von Moers ist das Geleucht, eine überdimensionale Lichtinstallation, die einer Grubenlampe nachempfunden ist.
  • Halde Hoheward: Auf dem renaturierten Gelände zwischen Recklinghausen und Herten gibt es ein Horizont-Observatorium – ein cooler Spot für alle, die am liebsten in die Ferne schauen und vor sich hin träumen.
  • Tippelsberg: Ein Lieblingsplatz vieler Bochumer, denn hier hat man den besten Blick auf die Stadt, das Stadion anner Castroper, das Bergbaumuseum und bei klarer Sicht bis nach Essen und Gelsenkirchen bis hin zur Arena auf Schalke.
  • Halde Haniel: Hauptanziehungspunkt ist ein Totempfad aus Eisenbahnschwellen oben auf der Anhöhe der Bottroper Halde. Spektakulär und mystisch zugleich. Natur und Industrie in Bestform.
  • Halde Pluto: Das perfekte Beispiel dafür, wie sich die Natur große Industrie-Brachen wieder zurückholt. Ein wunderschönes Naturparadies in Herne.

Perspektivwechsel

Das Ruhrgebiet wird viel zu oft und völlig zu Unrecht immer wieder unterschätzt. Seid ehrlich – hättet ihr gedacht, dass es hier so viele unterschiedliche Anhöhen gibt, die mit beeindruckenden Kunstwerken wie Achterbahnen, krassen Lichtinstallationen und abwechslungsreichen Ausblicken überzeugen können?

Längst verschwimmen die Kontraste zwischen Bergbau-Vergangenheit und dem modernen Ruhrpott und machen Platz für eine coole Mischung aus Industrie-Denkmälern und vielfältiger Natur, die ihr bei gemütlichen Spaziergängen genauso erkunden könnt wie bei actionreichen Läufen. Je mehr der Halden ihr erkundet, desto deutlicher werdet ihr sehen, wie vielfältig und unterschiedlich die Ruhrgebiets-Panoramen sind. Es ist Zeit für neue Perspektiven.

Tiger and Turtle in Duisburg
Tiger and Turtle in Duisburg

Macht euch auf den Weg

Macht euch bereit für viele weitere spannende Geschichten über das Ruhrgebiet, denn an jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Stöbert noch weiter durch die vielen unterschiedlichen Themen, die wir für euch zusammengesellt haben.

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Schaut euch unseren Ruhrgebiets-Guru-Check an

Wie das Ruhrgebiet kulinarisch punkten kann, was ihr mit dem Rad alles erleben könnt und vieles mehr seht ihr in unserem Guru-Check. Julia war für euch in ihrer Heimat unterwegs.

Logoleiste mit dme Logo von nordrhein Westfalren und dem ministerium für Wirtschaft, Innovation, diitalisierung und energie des Landes Nordrhein Westfalen

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