„Ach, geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ – „Sehr gerne.“ Wenn euch das nächste Mal jemand weit weg wünscht, dann macht euch keine Sorgen. Denn dort, wo der Pfeffer tatsächlich wächst, erwartet euch ein Paradies: Sansibar.

Wenn Leute Sansibar hören, denken die meisten Deutschen an das Kult-Restaurant in den Dünen auf Sylt. Mittlerweile ist Google auch schon so weit, dass zuerst „Sansibar Sylt“ in den Suchvorschlägen auftaucht. Hat Sansibar nichts als Urlaubsziel zu bieten oder warum weiß keiner über die Schönheit der Inselgruppe Bescheid? Nein, Sansibar, und das verspreche ich euch, ist ein umwerfendes Ziel für eure nächste Reise. Und ja, so wirklich viele Leute haben Tansanias „kleine Schwester“ nicht auf dem Schirm, wenn es um Strandurlaub geht. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich das gar nicht mal so schlimm – wer hat nicht gerne das Paradies ganz für sich allein? ;)

Sansibar

 

Sansibar ist eine Inselgruppe im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas. Streng genommen besteht das Sansibar-Archipel aus zwei Inseln: aus einer größeren Insel, die eigentlich Unguja heißt und nur umgangssprachlich Sansibar genannt wird, und aus der etwas weiter nördlich liegenden Insel Pemba. Einige kennen Sansibar bestimmt als Zwischenstopp. Viele Urlauber kommen hierher, um sich nach einer Safari in Tansania noch zwei, drei Tage am Strand die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Hier kommen drei einfache Gründe, warum eure nächste Reise nach Sansibar gehen sollte.

 Drei Gründe für eine Reise nach Sansibar

Strände | AltstadtHakuna Matata

Sansibar

Sansibars Traumstrände

Ich glaube, hierzu muss ich nicht viel sagen. Wer würde nicht gerne an solchen Stränden liegen? Weißer Sandstrand, türkisblaues Meer und Kokospalmen. Die echten Palmen, nicht die klein gezüchteten Geschwister-Palmen vom Festland, die durch ihre geringere Höhe leichter zu ernten sind. Hier ist vieles noch echt, nicht alles dreht sich um den Tourismus. Vielleicht habt ihr bei eurem Strandbesuch ja Glück und entdeckt den berühmten Palmenkletterer „Butterfly“? Die Ernte von Kokosnüssen ist ziemlich gefährlich: Die Palmen können bis zu 30 m hoch werden und ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass kein Fußgänger gerne eine 2 kg schwere Kokosnuss auf den Kopf bekommt. Deshalb singen die Sansibarer, um die Passanten zu warnen. Butterfly ist der bekannteste „Sänger“ auf Sansibar. Ein fast 50 Jähriger Erntehelfer, der locker leicht auf den Palmen herum springt, während er fröhlich den Hit aus Kenia „Jambo Bwana“ trällert. Jeder auf der Insel kennt ihn.

Sansibar

 

Dass ihr hier unbedingt eine Bootstour zum Schnorcheln und Tauchen machen müsst, versteht sich bei dem klaren Wasser und Korallenriffen ganz von selbst. Rund um die Insel könnt ihr verschiedene Bootstouren buchen. Wenn ihr im Süden der Insel losfahrt, habt ihr bei einem Ausflug auf den Indischen Ozean noch die Chance, Delfine zu sehen. Bitte bedenkt dabei, den großen Tümmlern nicht zu nahe zu kommen. Zertifizierte Anbieter bringen euch so zu Delfinen, dass es für die Tiere kein Stress wird.

Nicht nur für Sonnenanbeter ist Sansibar ein Traumziel, auch Wassersportler unter euch kommen hier auf ihre Kosten. Egal ob Kitesurfen oder Wellenreiten, die besten Surfspots in und um Paje sind längst noch nicht allen Wasserliebhabern bekannt. Die einzigen, mit denen ihr euch die Wellen teilen müsst, sind ein Haufen bunter Fische.

Kitesurfen 06

Sansibar ist als Alternative zu den Malediven und Seychellen immer mehr im Kommen. Wer trotzdem auf den Luxus der klassischen Reiseziele nicht verzichten möchte, der sollte sich die folgenden Hotels näher anschauen:

 

Historische Altstadt

Stone Town ist die Hauptstadt der Inseln. Sansibars Geschichte ist stark durch arabische und indische Einflüsse geprägt, was ihr im Baustil der Gebäude erkennen werdet. Das House of Wonders wurde vom zweiten Sultan Barghash bin Said gebaut und galt damals mit Aufzug und Toilettenspülung als fortschrittlichstes Haus auf ganz Sansibar. Heute lohnt sich ein Besuch des Museums im Haus nicht wirklich (zumindest lassen einige Tripadvisor-Kommentare darauf schließen), ein Spaziergang um das Gebäude herum sollte aber schon drin sein.

Einen kleinen Schock erlebt ihr vielleicht beim Besuch des Darajani Marktes. Beim Betreten steigt euch eine komische Mischung aus Gewürzen, Fisch und Stoffen in die Nase. Der frische Fisch wird hier auf dem Steinboden oder auf Holzblöcken ausgelegt, ohne Kühlung. Was euch zuerst etwas fremd vorkommen mag, ist das ganz normale Leben auf Sansibar. Der Darajani Markt ist kein typischer Touristenmarkt, hier kaufen die Bewohner alles, was sie zum Leben brauchen. Erlebt den afrikanischen Trubel und guckt euch ein paar Tricks ab, wie ihr um den besten Preis handeln könnt. Sansibar ist für seine Gewürze bekannt (ihr wisst schon, „das Land, wo der Pfeffer wächst“) und durch den Einfluss vieler anderer Länder erlebt ihr hier die vielleicht größte Gewürzpalette, die ihr je gesehen habt. Falls ihr eine Sorte mal nicht kennen solltet, fragt einfach höflich nach. Die Verkäufer erklären euch gerne, welche der zahlreichen sansibarischen Pfefferarten in den kleinen Körben vor euch liegt. Mein Tipp: Unternehmt eine Gewürz-Tour auf einer der sansibarischen Plantagen! Hier könnt ihr sehen, wie Muskatnuss, Vanille und Nelken wachsen. Bei einem anschließenden Mittagessen erlebt ihr dann das volle Geschmackserlebnis!

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Meine nächste Empfehlung bereitet euch vielleicht ein komisches Bauchgefühl, trotzdem rate ich euch, dieses Kapitel von Sansibar nicht zu vergessen. Die Anglikanische Kathedrale von Sansibar befindet sich genau dort, wo einst der Sklavenmarkt war. Bis 1873 wurden hier afrikanische Mitmenschen aus West- und Zentralafrika verkauft. Dort, wo heute der Altar in der Kirche steht, war früher der Pfahl, an den die Sklaven während ihrer Versteigerung gefesselt wurden. Neben dem Mahnmal könnt ihr die ehemaligen Kerker betreten, in denen bis zu 60 Sklaven eingebunkert waren und auf ihren Verkauf warten mussten. Auch, wenn nicht mehr viel erhalten ist, sprechen die Überreste noch Bände.

Vor dem Hafen von Stone Town liegt die Prison Island (Changuu Island), dessen Gebäude anfangs als Gefängnis dienen sollte. Jedoch kam es nie dazu, als es 1923 kurzerhand zu einer Quarantäne-Station umfunktioniert wurde, um mögliche Krankheiten der Einwanderer abzufangen. Auch wenn es gerne erzählt wird, wurde die Insel nie zur Haltung von Sklaven benutzt. Heute ist Prison Island ein beliebtes Tagesausflugsziel für Schnorchler, denn hier lebt Sansibars bekannte Riesenschildkröte. Mittlerweile leben hier über 100 Tiere, die ihr sogar unter Aufsicht füttern dürft.

Das Hakuna Matata-Lebensgefühl

Hakuna Matata. Spätestens seit dem Disney-Film „Der König der Löwen“ ist das uns allen ein Begriff. Und ja, den Ausdruck Hakuna Matata gibt es wirklich. Es heißt so viel wie „es gibt keine Sorgen“ und trifft damit den Lebensstil der Sansibarer ziemlich gut. Hier gibt es noch ein eigenes Leben neben dem Tourismus, es dreht sich nicht alles um die Urlauber (ich glaube, die heimlichen Stars sind hier die vielen Gewürze). Im Vergleich zu vielen anderen Strandverkäufern sind hier selbst die sogenannten Beach Boys kein bisschen aufdringlich und verstehen auch nach einem Mal „Nein, danke“, dass man gerade keine Wasserflasche oder die zweite Kokosnuss kaufen möchte.

Sansibar

Sansibar ist ein wunderbares Urlaubsziel, das sollte euch nach diesem kurzen Bericht klar sein. Aktuell ist Sansibar noch nicht zu sehr überlaufen, sodass ihr in Ruhe die Inseln erkunden könnt. Wenn ihr mich fragt, solltet ihr schnellstens Unterkunft und Flüge buchen – oder ihr schickt mir einfach eine kostenlose Reisenafrage in meinem Forum! Hakuna Matata!

In meinem Reisemagazin findet ihr weitere spannende Afrika Tipps und Anregungen: