Riesige Wolkenkratzer reihen sich an bezaubernde Tempelanlagen, buntes Essen gibt es neben traditionellem Ramen und beruhigende Zen-Meditation findet mitten im Großstadttrubel statt – Tokio vereint Tradition und Moderne perfekt.

Tokio strotzt nur so vor Wolkenkratzern, leuchtenden Reklamebildschirmen, modernen Bauten und Hightech. Trotz alledem spielt die Tradition hier eine unglaublich große Rolle und ist für die Japaner nicht wegzudenken. Tokio vereint Tradition und Moderne so perfekt wie keine andere Stadt und genau deshalb solltet ihr die Metropole unbedingt entdecken. Was euch in Tokio erwartet und wie ihr von beidem das Beste einfangen könnt, das verrate ich euch jetzt.

Tokio zwischen Tradition und Moderne

Kultur | Sehenswertes | Kulinarisches

Entdeckt Tradition & Moderne in Tokio

Eine Kultur, die Tradition mit Moderne vereint

Wer das erste Mal nach Tokio reist, wird sofort überwältigt sein: Mitten auf den Straßen Tokios erlebt ihr das pure Leben in Tokio und das bunte Treiben der modernen Großstadt, wie wir uns sie vorstellen. Überall hängen bunte Werbeplakate, riesige Bildschirme leuchten euch entgegen und aus Lautsprechern ertönen die aktuellen Charts.

In den Ecken stehen überall Automaten, die nicht nur Cola und Schokoriegel, sondern sogar Brote in Konservendosen und fertige Hamburger ausspucken. Einige absolute Hightech-Maschinen geben sogar Getränkeempfehlungen. Eine Kamera analysiert den Kunden und stellt so individuelle Vorschläge zusammen, die beim Kauf dann einfach durch Vorhalten des Handys bezahlt werden können. Ziemlich cool, findet ihr nicht?

Zen-Meditation

Geht ihr zwischen den gigantischen, modernen Hochhäusern in den Untergrund zu den U-Bahnen, erlebt ihr ein anderes Tokio: Trotz der vielen Pendler herrscht hier selbst zur Rush-Hour eine außergewöhnliche Ruhe. In den Bahnen Tokios ist man ruhig und gelassen, die meisten halten das neueste Smartphone in der Hand und lassen sich von nichts aus der Ruhe bringen. Vielleicht fragt ihr euch, wie es die Bewohner Tokios schaffen, sich im Trubel der Stadt eine solche innere Gelassenheit zu bewahren?

Das Geheimnis dieser Gelassenheit ist Zen-Meditation, die mit ruhiger Atmung und Konzentration zu mehr Ruhe und innerer Zufriedenheit führen soll. Tokio ist sicherlich der beste Ort, um euch selbst mal an der Meditationskunst zu probieren.

Kimonos, Tempel und japanische Gärten

Auch wenn Tokio für uns wie die modernste Stadt der Welt erscheint, spielen Traditionen eine wesentliche Rolle. Wer hinter die Kulissen schaut und sich auf die Kultur der Stadt einlässt, wird schnell merken, dass Tokio mit viel Tradition begeistert: Beeindruckende Tempelanlagen sind von märchenhaften Gärten umgeben, durch die hübsche Frauen mit edlen Kimono-Gewändern spazieren.

Traditionelle Bräuche und Festlichkeiten

In Tokio bekommt ihr den Kimono übrigens nicht nur in Tempelanlagen zu Gesicht, sondern auch bei traditionellen Festen. Schaut doch mal beim Shinagawa Shukuba Fest vorbei, das jährlich Ende September stattfindet. Hier hüllen sich die Bewohner Tokios in elegante, reich verzierte Kimonos und andere Kostüme und ziehen in einer Parade durch die Stadt.

Einen Mix aus Tradition und Moderne könnt ihr bei dem Dream Yosakoi Matsuri entdecken. Das Event gehört mit 500.000 Besuchern zu den größten der Stadt und vereint bei Musik und Tanz bedeutende Traditionen mit moderner Kultur.

Shinagawa Shukuba Fest in Tokio
Das beliebte Shinagawa Shukuba Fest | Foto: Loes Kieboom/Shutterstock.com

Auch die Theater der Stadt sind dafür bekannt, spannende Brauchtümer der Theaterkunst mit modernen Elementen zu kombinieren. Besucht am besten das Shin Kokuritsu Gekijō, das Neue Nationaltheater und schaut zu, wie die japanische Kultur bei Opern und im Ballett begeistert. Das Nationaltheater in Hayabusachō verkörpert eher klassische Theaterformen und verzaubert so seine Zuschauer in dem beeindruckenden Gebäude, das auch als Austragungsort des internationalen Japanpreises dient.

Traditionelle und futuristische Highlights

Tokio liebt es, seine Besucher mit gigantischen Bauwerken zu begeistern. Die perfekte Aussicht bekommt ihr vom Tokio Skytree. Der Fernsehturm ist der höchste weltweit und ragt mit über 600 Metern Höhe nach dem Burj Khalifa in Dubai über alle anderen Gebäude der Welt hinweg. Außerdem ziert die bekannte Rainbow Bridge die Skyline der Stadt, die nachts in bunten Farben erstrahlt.

Auf der künstlichen Insel Odbaiba findet ihr den fast 20 Meter großen Gundam Roboter, der sich seit seiner Platzierung 2017 zu einem der beliebtesten Wahrzeichen der Stadt entwickelt hat. Hier können Anime Fans der Statue mehrmals am Tag bei seiner Transformation zuschauen.

Die Rainbow Bridge mit dem Skytree im Hintergrund

Tokios bunte Kunstwelt

Das war euch alles noch nicht bunt, verrückt und schrill genug? Dann besucht das Digital Art Museum, in dem ihr von Farben und Eindrücken schier überwältigt werdet. Auf sagenhaften 10.000 Quadratmetern findet ihr digitale Kunst, die nur aus einer fernen Zukunft stammen kann. Erst kürzlich hat das beeindruckende Museum eröffnet und bildet eine spannende Abenteuerwelt ab, die ihr nicht verpassen dürft.

Viele weitere Kunsthallen und Galerien schmücken die Metropole und bieten euch den besten Einblick in die moderne Kunstwelt Tokios.

Das Digital Art Museum in Tokio
Foto: mujiri/Shutterstock.com

Anime in Akiba

Nicht minder beeindruckend ist der Elektro Stadtbezirk Akihabara, auch Akiba genannt. Nicht nur gigantische Reklamebildschirme und Elektroläden finden hier Platz, auch Casinos mit Computerspielen und sogenannte Cosplay Restaurants mit verkleideten Kellnerinnen reihen sich hier auf. Das Mekka für alle Gamer- und Animefans unter euch.

Und wem die vielen futuristischen Eindrücke noch nicht gereicht haben, der kann sich einfach in den Shinkansen setzen, ein Hochgeschwindigkeitszug, der euch mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von über 200 km/h im Handumdrehen in die nächste Großstadt bringt. Das Schnellstreckennetz zieht sich durch ganz Japan und verbindet so die Großstädte des Landes.

Electro Town in Tokio
Bunt & schrill: Akiba | Foto: ESB Professional/Shutterstock.com

Kaiserliche Gartenanlagen und Tempel

Vergesst bei all den überwältigenden Impressionen nicht das ursprüngliche Tokio zu entdecken, denn die Welt der Tempelanlagen, Paläste und Gärten ist nicht weniger sehenswert, ganz im Gegenteil sogar sehr faszinierend!

Besucht unbedingt den Tempel Sensoji, den ältesten Tempel der Stadt, und bestaunt das beeindruckende traditionelle Gebäude mitten in der modernen Metropole. Hier lernt ihr Tokio von seiner anderen Seite kennen und könnt in dem gleichnamigen Stadtbezirk Sensoji gleich noch die traditionelle Küche kennenlernen und durch ursprüngliche Geschäfte schlendern.

Der Tempel Sensoji

Tokios Kaiserpalast ist ein weiterer sehenswerter Ort, den man nicht verpassen darf, denn hier wohnt der Kaiser von Japan. Auf dem großen Gelände erwartet euch ein bezaubernder Palast mit Gartenanlage zum Flanieren – hier lernt ihr die ursprüngliche Kultur Japans kennen.

Guru Tipp:

Nutzt die Zeit im Shinjuku Gyoen, um zur Ruhe zu kommen und die Eindrücke der Stadt zu verarbeiten. Probiert es doch mal mit der Zen-Meditation oder gönnt euch eine traditionelle Teepause. Besser könntet ihr nicht in die Traditionen Tokios eintauchen.

Mehr davon erlebt ihr im Shinjuku Gyoen Park, einem traditionell japanischen Garten, der besonders zur Kirschblütenzeit ein echtes Touristen-Highlight ist. Kleine Tempel, Seen und Bäume lassen das Areal gänzlich idyllisch wirken und das mitten in einer lebhaften Großstadt wie Tokio.

Die Wolkenkratzer liegen im Hintergrund der Gartenanlage und verbildlichen so perfekt die Harmonie aus Tradition und Moderne.

Der Shinjuku Gyoen Park

Der weltweit größte Fischmarkt

Und wo wir gerade bei ursprünglich sind: Tokio entstand vor Hunderten von Jahren durch einen Fischereihafen. Kaum vorstellbar, dass diese Mega-Metropole einmal nur ein kleiner Fischerort war. Deshalb solltet ihr bei dem riesigen Tskukiji Fischmarkt in Tokio vorbeischauen, den es schon seit über 80 Jahren gibt. Der Tskukiji Fischmarkt gehört zu den absoluten Hotspots der Stadt, hier werden jährlich Unsummen für den ersten Thunfisch im Jahr gezahlt. Ihr selbst habt jeden Tag die Chance, euch das Spektakel der Thunfischauktion anzuschauen.

Der Tskukiji Fischmarkt zieht um…

Im Oktober 2018 muss der Tskukiji Fischmarkt umziehen, um für geschäftliche Bauten und Straßen zu weichen. Doch dies zeigt nur, dass selbst der traditionelle Fischmarkt mit der Zeit geht und doch seine Rituale erhält: Die Thunfischauktion bekommt ihr nämlich bald täglich im Toyosu Hafengebiet geboten, am neuen Standort des größten Fischermarktes der Welt.

Der größte Fischmarkt der Welt in Tokio
Foto: iStock/aluxum

Blaue Burger, Ramen und Teezeremonien – Tokios Küche

Ihr seht bereits, dass Tokio Moderne und Tradition perfekt vereint – und das auch in der japanischen Küche. Wer kennt sie nicht, die traditionelle Nudelsuppe Japans: Ramen wurde im 19. Jahrhundert aus China übernommen und gehört seither fest zur lokalen Küche. Jeder Tokio Besucher muss mindestens einmal davon kosten. Ansonsten wird auch heute noch viel Reis in Tokio gegessen. Die klassischen Reisgerichte gehen schon auf Zeiten um 600 zurück.

Fisch soweit das Auge reicht

Meeresfrüchte und Fisch waren nicht nur die Ursprünge der Stadt, denn wie bereits erwähnt, entstand Tokio aus einem Fischereihafen. Auch heute wäre die japanische Küche ohne die Meerestiere unvorstellbar. Zum Essen, aber auch danach, wird gerne Tee getrunken. Die Teekultur, die sich hier Teeritual nennt, ist eng mit der Zen Philosophie verbunden und ein fester Bestandteil im Alltag der Japaner.

Bunte Crêpes und Brot aus Dosen

Dem gegenüber stehen blaugefärbte Burger und Brote aus Konservendosen mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen sowie kunterbunte Crêpevariationen direkt aus dem Automaten.

Guru Restaurant Tipp:

Wenn es um kreatives Essen geht, lassen sich die Japaner nicht lumpen. Keine Idee ist zu verrückt oder ausgefallen, um sie umzusetzen. Und ihr werdet staunen wie gut die teilweise gewöhnungsbedürftigen Kombinationen schmecken. Am besten probiert ihr das verrückte Essen in einer der vielen witzigen Restaurant-Erfindungen: Ob ihr lieber hinter Gittern essen, beim Speisen die Ninja Tradition kennenlernen oder euch von niedlichen Anime Kellnerinnen Kaffee und Kuchen servieren lassen möchtet, steht euch dabei frei zur Wahl. Ein Erlebnis wird es allemal!

Crêpestand in Tokio
Foto: iStock.com/ooyoo

Entdeckt Tradition & Moderne in Tokio

Ist es nicht beeindruckend, wie eine Stadt zwei so kontrastreiche Eigenschaften perfekt vereint? Tokio zwischen Tradition und Moderne fasziniert mit beeindruckenden Bauten, genialer Technik sowie spannenden Bräuchen und traditionellen Events. Wollt ihr mehr über diese eindrucksvolle Stadt erfahren? Dann schaut doch mal in meiner aktuellen Tokio Themenwoche vorbei!

Tokio Themenwoche

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