Was sich im Inneren des mit Gras bewachsenen Felsen verbirgt, ist unglaublich: Ein paradiesischer Strand und türkisblaues Wasser laden zum Baden ein. Wie ihr den liebevoll genannten Strand der Liebe erreichen könnt und welch bedeutsame Geschichte hinter der Entstehung steckt, erfahrt ihr hier.

Sind es nicht die einsamen Strände, die uns das Gefühl vermitteln, im Paradies angekommen zu sein? Unberührte Natur, hinter schroffen Felswänden gelegen und nur mit dem Boot zu erreichen – die wahren Traumbuchten liegen meist etwas versteckt. Es sind die Strände, an denen sich nicht unzählige Touristen tummeln und sich mit ihren Handtüchern breit machen, den Sonnenschirm in den Boden rammen und den Ghettoblaster voll aufdrehen. Nein, es sind die Strände, an denen die Stille dominiert, die Gedanken abschweifen und die Zeit stehen zu bleiben scheint. Einen ganz besonders versteckten Strand möchte ich euch heute deswegen etwas genauer vorstellen: Den Strand der Liebe.

Hidden Beach
Foto: tripadvisor

Entdeckt den Strand der Liebe

Wo würde man solch einen Strand wohl eher vermuten als auf einer unbewohnten Insel? Und genau aus diesem Grund geht unsere Reise heute nach Mexiko, genauer gesagt zu den Marieta Inseln, eine Gruppe von unbewohnten Inseln vor der Küste des Bundesstaates Nayarit. Bevor ihr euch aber zu früh freut, muss ich euch eins vorab sagen: Der Strand der Liebe heißt nicht ohne Grund zugleich auch Hidden Beach, zu deutsch: versteckter Strand. An kaum einem anderen Ort auf der Welt wäre es wohl treffender zu sagen als: Selbst, wenn ihr dem Strand der Liebe noch so nah seid, seid ihr ihm doch so fern. Denn alles, was ihr im ersten Augenblick sehen werdet, ist ein gewaltiger Felsen, der mit Gras übersät ist. Moment mal. Felsen? Mit Gras übersät? Strand der Liebe? Ich denke, es bedarf so langsam Aufklärung.

Oh my word take me there!!! #nature #hiddenbeach #Mexico #cave #beach #sand #clearwater #water #ocean #green #grass #circle #privacy #relaxation #1

Ein von Sheryl-Lee Robinson 🌸 (@sheryllee.robinson) gepostetes Foto am 18. Mär 2016 um 22:50 Uhr

 

Schaut man sich diesen Felsen (oder sollte ich besser sagen diese Höhle?) von oben an, erkennt man, dass die Felsdecke durchbrochen ist und man durch ein Loch hineinsehen kann. Und bei genauem Hinsehen erblickt man einen wunderschönen Sandstrand, an den türkisblaues, glasklares Wasser herangespült wird. Bei diesem Anblick wird einem klar: Das ist zweifelsohne der Strand der Liebe. Unberührt und paradiesisch, nahezu menschenleer und verlassen. Doch wie kommt man nun dorthin? Nein, ihr müsst nicht über den Felsen klettern und euch dann abseilen, um hier ein paar ruhige Stunden zu verbringen. Der Höhlenstrand ist über einen Wassertunnel erreichbar, der den Strand mit dem Meer verbindet. Dank seiner Höhe von 1,80m muss der 24m lange Tunnel nicht schwimmend und mit Leibeskräften bezwungen werden, sondern ist auch mit einem Boot passierbar. Natürlich gibt es aber einen Haken an der Geschichte: Nicht jeder darf den Strand der Liebe einfach so besuchen. Aufgrund der teilweise starken Strömungen des Meeres und der Tatsache, dass die Marieta Inseln inzwischen zu einem geschützten, maritimen Nationalpark gehören, ist ein Besuch nur in Begleitung eines Fremdenführers mit spezieller Lizenz erlaubt.

Hinter jeder Schönheit steckt Geschichte

Was so paradiesisch anzuschauen ist und nahezu einem Wunder der Natur gleicht, hat leider eine nicht allzu schöne Entstehungsgeschichte. Während die Marieta Inseln heute unter Naturschutz stehen, wurden sie vor dem ersten Weltkrieg für Bomben-Experimente genutzt. Durch die Sprengungen entstanden so Felsformationen, die uns heute einen Blick auf den paradiesischen Strand der Liebe ermöglichen. Und nicht nur das, ich bin mir sicher, ohne das Loch in der Felsendecke wäre er niemals entdeckt worden. Wer vermutet schon einen Strand in einem Berg, der nur über einen Wassertunnel zu erreichen ist? Eben. Den Namen Hidden Beach hat man also auch nicht ohne Grund gewählt.