Ihr plant einen Urlaub in Dubai, doch die günstigsten Angebote findet ihr nur während des Fastenmonats Ramadan? Das sollte euch nicht abschrecken. Ich zeige euch, wie sich das Leben in Dubai in dieser Zeit verändert und welche Einschränkungen eventuell auf euch zukommen können.

Dubai fasziniert uns alle, oder? Die fortschrittliche und ultramoderne Stadt zieht Besucher magisch an. Es geht eigentlich ziemlich entspannt zu, es gibt unglaublich viel zu sehen und zu erleben und das Flair der Wüstenstadt ist einfach einzigartig. Doch wie ist das im Fastenmonat Ramadan? Gibt es da Einschränkungen für Touristen? Sind Geschäfte geschlossen? Ich war für euch selbst vor Ort und kann euch ganz genau erklären, was euch als Gäste während der Fastenzeit erwartet.

Ramadan in Dubai

Was passiert während des Ramadan? | Welche Einschränkungen gibt es? 

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Ramadan – Was bedeutet das überhaupt?

Der Fastenmonat Ramadan ist den meisten von uns längst ein Begriff, viele unserer Freunde hier in Deutschland fasten selbst. Doch was genau steckt hinter diesem Brauch und welche Bedeutung hat er für Muslime?

Jumeirah Mosque, Dubai

Im Jahr 2017 geht der Ramadan vom 27. Mai bis zum 24. Juni, je nach Jahr dauert die Fastenzeit zwischen 29 und 30 Tagen, der Tag des Fastenbrechens ist der 25. Juni. Während dieser Zeit wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet, weder Essen noch Trinken ist in dieser Zeit erlaubt. In den arabischen Ländern wie den Emiraten ist das keine ganz so lange Zeit, die Sonne geht gegen halb 6 morgens auf – um 19 Uhr wird es dann bereits wieder dunkel. Hier in Deutschland müssen sich die Fastenden dann doch noch 90 Minuten länger gedulden.

Ramadan ist ein Dienst an Gott

Ramadan ist ein fester Bestandteil des muslimischen Glaubens, jeder gesunde, erwachsene Gläubige ist angehalten, zu fasten, den Körper zu reinigen und sich einen Monat lang zu besinnen. Viele nutzen die Zeit, sich intensiv mit den Botschaften des Korans auseinanderzusetzen, Gutes zu tun und sich intensiv um seine Mitmenschen zu kümmern. Es ist also nicht nur die Enthaltsamkeit am Tage, die diese Zeit besonders macht, sondern auch ein Moment des Innehaltens, Reflektierens und des Gebens.

Table full of Mezze

Abends dann treffen sich Familie und Freunde zum gemeinsamen Essen, es gibt viele Veranstaltungen und es kommt Feiertagslaune auf. Sobald die Sonne untergeht, werden die Festtafeln reich gedeckt und es wird fürstlich gespeist.

Der Ramadan endet schließlich mit einem dreitägigen Zuckerfest, von dem die meisten von uns sicherlich auch schon mal etwas mitbekommen haben.

Dubai während des Ramadan – Gibt es Einschränkungen?

Wenn ihr euren Urlaub in Dubai bereits gebucht habt und jetzt feststellt, dass ihr ja mitten im Fastenmonat vor Ort seid, dann stellt ihr euch vermutlich die Frage, ob ihr mit Einschränkungen rechnen müsst. Ich war für euch vor Ort und kann euch sagen: Vergesst, was ihr in den Foren von Holidaycheck aus den vergangenen 10 Jahren zu lesen bekommt – Dubai ist längst nicht mehr so konservativ wie noch vor einigen Jahren, wo man außerhalb des Hotels das Gefühl hatte, die Zeit sei stehengeblieben. Heute ist die Stadt sehr viel flexibler, geht sehr viel entspannter mit den Wünschen der westlichen Gäste um und sorgt für wenig Irritationen.

Ramadan Lantern on desert Sand dunes

Wird in Dubai an Ramadan gearbeitet?

Selbstverständlich wird während des Ramadan in Dubai gearbeitet – viele Dienstleister kommen aus anderen, nicht-muslimischen Ländern, diese fasten dementsprechend auch nicht. Der Betrieb in den Hotels läuft ganz normal, gelegentlich werden die Restaurants mit einem Sichtschutz abgetrennt, damit die Fastenden vom Anblick der üppigen Buffets nicht gestört werden.

Einige staatliche Einrichtungen und Unternehmen, aber auch Museen, haben geschlossen oder öffnen nur für einige Stunden, in den Malls und Freizeitparks werdet ihr allerdings keine Einschränkungen erleben.

Muss ich als Tourist irgendetwas beachten?

Ja, westliche Touristen sollten sich während des Ramadan daran halten, in der Öffentlichkeit weder zu essen noch zu trinken, auch Kaugummi kauen und Rauchen ist verpönt. Zu innige Gesten unter Paaren und auch freizügige Kleidung ist nicht gerne gesehen, aber das solltet ihr nicht nur zu Ramadan beherzigen. Dubai ist zwar mittlerweile sehr tolerant, dies solltet ihr aber nicht bis aufs Äußerste ausreizen. Langer Rock oder Hose und ein Schal für die Schultern sind auf jeden Fall angebracht und sinnvoll, denn gerade in der Sommerzeit ist es draußen sehr heiß und in den Malls empfindlich kühl.

Burj Khalifa, Dubai
Foto: istock.com/gargolas

Einige Restaurants öffnen etwas später oder haben gar ganz geschlossen, Alkohol wird in vielen Hotels mittlerweile auch wieder tagsüber ausgeschenkt und nicht erst nach Sonnenuntergang. Das war nicht immer so, doch für die westlichen Gäste, die ihren Wein zum Essen lieben, werden viele Ausnahmen gemacht.

Ist die Stadt im Fastenmonat leerer als sonst?

Tagsüber ist es in Dubai tatsächlich etwas ruhiger als sonst, denn viele Bewohner ziehen sich zurück. Allerdings ist Dubai eine riesige Wirtschaftsmetropole, die im Grunde niemals schläft. Im Business District werdet ihr also kaum Unterschiede merken. Gegen Abend wird es dann allerdings so richtig voll in der Stadt. Die Menschen strömen hinaus, treffen sich zu ausgiebigen Abendessen und genießen die warmen Sommernächte.

Mein persönlicher Eindruck

Ich war in diesem Jahr zu Ramadan zum zweiten Mal in Dubai, deshalb habe ich einen ganz guten Vergleich. Ich muss zugeben, dass ich auch etwas Sorge hatte, dass ich als Besucher sehr in meiner Freiheit eingeschränkt bin. Im Hotel Mövenpick Bur Dubai allerdings gibt es überhaupt keine Einschränkungen, Essen und Alkohol wird hier allen serviert, die sich Verpflegung wünschen und insgesamt geht es hier zu wie immer. Beim Frühstück sitzt man nicht wie gewohnt in der Lobby, sondern etwas versteckter in einem uneinsehbaren Raum in der Nähe der Rezeption – das ist aber für mich gar kein Problem. Abends um kurz nach 19 Uhr gibt es dann ein üppiges Iftar-Buffet, das die leckersten Köstlichkeiten der arabischen und internationalen Küche bereithält.

Die Stadt ist sehr viel leerer als sonst, an den Sehenswürdigkeiten wie dem Burj Khalifa oder den Dubai Parks gibt es kaum Schlangen und auch im Atlantis Wasserpark ist während des Ramadan sehr viel weniger los. Viele Restaurants öffnen tatsächlich später als sonst oder bieten denen, die nicht fasten, einen Take-Away Service an. Oft sind die Scheiben sogar abgeklebt und von außen nicht einsehbar. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, generell habe ich aber den Eindruck, dass man sich sehr viel Mühe gibt, den Touristen so wenige Einschränkungen wie nur möglich aufzubürden.

Ich bin wirklich positiv überrascht von Dubai während der Fastenzeit und kann euch einen Aufenthalt empfehlen. Wann habt ihr sonst schon die Möglichkeit, die Stadt so leer und entspannt zu erleben, so viele Sehenswürdigkeiten ohne lange Anstehzeiten zu erleben und gleichzeitig sehr viel mehr von der Kultur der Stadt mitzubekommen? Wenn das im Gegenzug bedeutet, dass man in der Öffentlichkeit weder essen noch trinken darf, nimmt man das wirklich gerne in Kauf, oder? Lasst euch einfach darauf ein, ich sage euch, es ist alles halb so wild!

 

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