An kaum einem anderen Ort kann man die Ursprünglichkeit und Schönheit der neuseeländischen Natur besser entdecken als in den Nationalparks des Landes. Kommt mit auf eine fabelhafte Reise und verliert euch in der einzigartigen Flora und Fauna Neuseelands.

Mit einer Gesamtfläche von mehr als 30.000 km² umfassen die insgesamt 13 Nationalparks Neuseelands ganze 10 Prozent des Landes. Dass euch bei eurer Reise in dieses faszinierende Land im Südpazifik also Traumkulissen in Hülle und Fülle erwarten, ist nicht weiter verwunderlich. Doch welche Nationalparks sollte man bei einem Neuseeland Roadtrip unbedingt ansteuern? Wo hat es Mutter Natur besonders gut gemeint, welcher Nationalpark hat die schönsten Wanderwege und wo kann man vielleicht sogar spannende Tierarten aus greifbarer Nähe beobachten? Lest weiter und erfahrt meine sieben persönlichen Highlights, die euch sowohl auf die Nord- als auch auf die Südinsel führen.

Die 7 schönsten Nationalparks in Neuseeland

Nordinsel

Tongariro Nationalpark | Egmont Nationalpark 

Südinsel

Abel Tasman Nationalpark | Nelson Lakes Nationalpark | Mount Cook Nationalpark 

Fiordland Nationalpark | Rakiura Nationalpark

Übersicht aller Nationalparks in Neuseeland

Idylle pur im Fiordland Nationalpark

Dramatische Landschaften auf der Nordinsel

Landet ihr auf der Nordinsel Neuseelands, in Auckland oder Wellington, so solltet ihr euch nicht nur die Hauptstadt und die vielen kulturellen Highlights auf eure To Do-Liste schreiben, sondern auch mindestens einen der drei Nationalparks. Ein Blick von oben lässt schon erahnen, was euch hier erwartet: malerische Küsten, üppige Wälder, zerklüftete Berge und noch vieles mehr. Da kribbelt es doch gleich in den Füßen, mehr von diesen unberührten Schönheiten aus direkter Nähe zu bewundern, oder?

Tongariro Nationalpark

Vielseitiger und kontrastreicher geht es kaum: Im Tongariro Nationalpark, der die drei aktiven Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu umgibt, treffen smaragdgrüne Seen, verschneite Berge und heiße Quellen aufeinander.

Der Herr der Ringe:

Wie viele Fans von euch bestimmt wissen, wurde ein Großteil der Filmtrilogie in Neuseeland gedreht. Der Ngauruhoe Vulkan diente hier als Schicksalsberg, was ihn weltweit bekannt machte.

Der älteste Nationalpark Neuseelands, der im Jahr 1887 gegründet wurde und mittlerweile zum UNESCO Weltnaturerbe gehört, ist ganze 80.000 Hektar groß und perfekt geeignet, um aufregende Wanderungen durch unglaubliche Vulkanlandschaften, vorbei an einem aktiven Krater, dampfenden Schloten und idyllischen Seen zu unternehmen. Während ihr bei der Tageswanderung „Tongarigo Crossing“ einen ersten Eindruck des Nationalparks bekommen könnt, wandert ihr bei einer Umrundung des Mount Ruapehu, also auf dem mehr als 60 Kilometer langen „Round the Mountain Track“, in vier bis sechs Tagen durch Buchenwälder, alpine Kräuterfelder, wilde Wüstenlandschaften und Gletschertäler. Die Aussichten unterwegs sind einfach atemberaubend!

Emerald Lakes im Tongariro Nationalpark

Tierliebhaber werden sich außerdem an den vielen einheimischen Vogelarten sowie an den hier lebenden Fledermausarten erfreuen. Im Winter hingegen sind es vor allem die Skigebiete am Mount Ruapehu, Whakapapa und Turoa, die mit ihren idealen Ski- und Snowboard-Bedingungen Wintersportler anlocken.

Egmont Nationalpark

Der Egmont Nationalpark, gelegen im Westen der Nordinsel, ist ein Paradies für Wanderer, denn mit seinem gut ausgebauten Wanderwegenetz findet ihr hier von einem 15-minütigen Spazierweg auf dem Kamahi Track bis hin zu einer 3-tägigen Wanderung auf dem beleibten Puakai Track wirklich für jeden das Richtige. Insgesamt erwarten euch hier mehr als 300 Kilometer Wanderwege, die um den Vulkan Taranaki führen und euch mit verträumten Regenwäldern, den wunderschönen Wasserfällen Dawson Falls und natürlichen Pools überraschen werden. Außerdem könnt ihr im Egmont Nationalpark insgesamt 28 einheimische und 15 eingeführte Vogelarten bewundern, die hier leben und teilweise vom Aussterben bedroht sind.

Wälder, wie aus einem Märchen entsprungen…

Wagt euch bei eurem Besuch auf der Nordinsel unbedingt in dieses einzigartige Labyrinth und bewundert, sei es bei einem kurzen Besuch oder einer längeren Wanderung, die Naturschönheiten, die euch hier quasi an jeder Ecke erwarten. Ein besonderes Abenteuer ist auch ein Aufstieg auf den Gipfel, der zwischen sechs und acht Stunden dauert und viel Erfahrung verlangt. Wäre das auch etwas für euch oder genießt ihr lieber den Anblick aus der Ferne?

Curtis Falls im Egmont Nationalpark

Unberührte Naturparadiese auf der Südinsel

Ihr habt es auf die Südinsel abgesehen und startet eure Tour in Christchurch, Queenstown oder einer anderen schönen Stadt der Insel? Dann habe ich hier ein paar ganze besondere Schmuckstücke für euch, denn die Südinsel wartet gleich mit zehn Nationalparks auf euch, von denen ich euch gerne fünf etwas genauer vorstellen möchte. Macht euch gefasst auf eine geballte Ladung Natur, die weltweit ihresgleichen sucht.

Abel Tasman Nationalpark

Fangen wir gleich ganz im Norden der Südinsel an, mit einem der wohl beliebtesten Fotomotive in ganz Neuseeland. Obwohl es sich hier um den kleinsten Nationalpark Neuseelands handelt, findet ihr hier alles, was das Naturliebhaber-Herz begehrt. Einmalige Wege, die mitten durch sattgrüne, dichte Wälder führen, wechseln sich ab mit naturbelassenen, feinsandigen Stränden, die zum Relaxen einladen.

Tierliebhaber, aufgepasst:

Lauscht dem Gesang der Tuis, seht den Robben dabei zu, wie sie sich in der Sonne aalen und trefft mit etwas Glück auf kleine, blaue Pinguine.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Wandertour und einem anschließenden Besuch der Te Pukatea Bay? An dieser halbmondförmigen Bucht könnt ihr es euch entweder auf dem goldfarbenem Sand bequem machen oder verschiedenen Wasseraktivitäten nachgehen, wie etwa Schnorcheln, Katamaran oder Kajak fahren. Am beliebtesten ist hier übrigens der Abel Tasman Coast Track, der mit seinen 51 Kilometern ganze fünf Tage in Anspruch nimmt und unter anderem unzählige, traumhafte Buchten miteinander verbindet. Direkt an der Küste könnt ihr Robben und winzige Zwergpinguine beobachten, in den Waldgebieten hingegen eine bunte Mischung verschiedener Vogelarten, wie zum Beispiel Glockenvögel, Ringeltauben oder auch Tuis, Neuseelands bekanntesten Singvogel, treffen.

Abel Tasman Nationalpark auf der Südinsel

Nelson Lakes Nationalpark

Wunderschön, aber etwas versteckt im nördlichsten Teil der neuseeländischen Alpen gelegen, findet ihr ihn, den 102.000 Hektar großen Nelson Lakes Nationalpark, der sich von den anderen Nationalparks nochmal deutlich unterscheidet. Wie der Name es schon verrät, findet ihr hier nicht nur grüne Täler und schroffe Bergformationen, sondern auch traumhafte Seen, wie etwa die Bergseen Rotoroa und Rotoiti, die zusammen das Herzstück des Nationalparks bilden.

Besonders beliebt ist der Nelson Lakes Nationalpark bei Wanderern und Bergsteigern, die entweder bei einer Tageswanderung oder aber bei einer 3-tägigen Tour entlang des Lake Angelus traumhafte Aussichten auf die Seen und die schneebedeckten Gipfel genießen und beim Durchstreifen der Wälder dem Gesang der Vögel lauschen können. Ob Wandern, Bergsteigen oder Skifahren – verbringt eine wunderbare Zeit inmitten einer wahnsinnig schönen, alpinen Kulisse.

Blue Lake im Nelson Lakes Nationalpark

Mount Cook Nationalpark

Die höchsten Berge, die größten Gletscher und der wohl beeindruckendste Sternenhimmel in ganz Neuseeland – ja, der Mount Cook Nationalpark, auch Aoraki Nationalpark genannt, hat so einiges zu bieten und ist nicht ohne Grund eines der im wahrsten Sinne des Wortes größten Highlights des gesamten Landes.

Besonderes Highlight:

Im Mount Cook Nationalpark findet ihr den größten Teil des International Dark Sky Reserves, dem einzigen internationalen Himmelsreservat. Ein Blick auf den leuchtenden Sternenhimmel wird euch für immer in Erinnerung bleiben!

Besonders geschätzt wird er, nicht zuletzt aufgrund seiner 23 gigantischen und über 3.000 Meter hohen Berggipfel, bei Bergsteigern. Schon Sir Edmund Hillary, einer der weltweit berühmtesten Bergsteiger, trainierte hier einst für seinen Mount Everest Aufstieg. Dabei findet hier jeder Besucher eine passende Route: Vom sieben Kilometer langen und familienfreundlichen Kea Point Track bis hin zum knapp 12 Kilometer langen Mueller Hut für erfahrene Bergsteiger, gibt es hier verschiedenste Schwierigkeitsstufen. Doch auch Gletschertouren, bei denen ihr zum Beispiel von einem Hubschrauber ganz nah an die Gletscher der Region gebracht werdet, bescheren euch ein unvergessliches Erlebnis.

Mount Cook Nationalpark

Fiordland Nationalpark

Auch der größte Nationalpark Neuseelands, der Fiordland Nationalpark an der Südwestspitze der Südinsel, darf in dieser Aufzählung nicht fehlen. Wasserfälle, die bis zu Hunderte Meter tief in die Fjorde stürzen, tiefblau bis smaragdgrün schimmernde Seen und von Schnee bedeckte Gipfel werden euch ins Staunen versetzen, das kann ich euch jetzt schon versprechen.

Wasserfälle, die bis zu Hunderte Meter tief in die Fjorde stürzen

Für diesen riesigen Nationalpark solltet ihr euch am besten mehr als einen Tag Zeit nehmen, um die volle Schönheit auszukosten. Denn neben insgesamt 14 Fjorden, die diesen Nationalpark schmücken und sogar bei einer Tauchtour erkundet werden können, erwarten euch auch unberührte Strände, atemberaubende Wanderwege und spannende Tierarten, darunter Tümmler, Seebären, Pinguine und viele seltene Vogelarten wie der Kakapo, der einzige flugunfähige Papagei der Welt. Diese und viele weitere Highlights könnt ihr am besten zu Fuß erkunden, auf einem der verschiedenen Rundwege. Zwar gibt es hier viele kleinere Routen, die gerade mal ein bis zwei Stunden dauern, doch der beliebteste ist hier der 53 Kilometer lange Milford Track, der übrigens auch der berühmteste Wanderweg Neuseelands ist. Dieser zeigt die einzigartige Fjordlandschaft bei einer 4-tägigen Wanderung von seiner schönsten Seite und ist trotzdem auch etwas für unerfahrene Wandertouristen. Alternativ bietet sich eine idyllische Bootstour oder auch eine Sightseeing Tour von oben an, bei einem spektakulärem Rundflug über den Park.

Wasserfall im Fiordland Nationalpark

Rakiura Nationalpark

Auch wenn die meisten beim Gedanken an Neuseeland immer nur an die zwei Hauptinseln denken, so gibt es doch noch eine weitere, 2.000 km² große Insel – Stewart Island, die drittgrößte Insel des Landes und Heimat des Rakiura Nationalparks. Gegründet im Jahr 2002, ist er der noch jüngste Nationalpark Neuseelands.

Einmal dort, werdet ihr nicht nur von der fantastischen Naturkulisse begeistert sein, die geprägt ist von dichtem Wald und einer rauen Küste, sondern auch von den Klängen der Nachtvögel, darunter Kiwis und Rurus, einheimische Eulen, die vor allem bei Sonnenuntergang für Gänsehaut sorgen. Macht euch also am besten zu einer Uhrzeit auf den Weg, die euch noch ermöglicht, einen unvergesslichen Sonnenuntergang zu genießen und nutzt die Chance, die sonst so scheuen Kiwis mit etwas Glück hautnah zu erleben. Falls ihr sogar etwas mehr Zeit mitbringt, dann erkundet bei einer 3-tägigen Wanderung unbedingt den Rakiura Track, der euch in eine Welt entführt, die neben paradiesisch anmutenden Buchten auch mit mehr als 100 verschiedenen Vogelarten auf euch wartet – ein echtes Mekka für Vogelbeobachter.

Rakiura Nationalpark auf Stewart Island

Karte aller Nationalparks in Neuseeland

Damit ihr eure Neuseeland Reise besser planen könnt, gibt es hier nochmal alle Nationalparks des Landes auf einen Blick. Meine Favoriten habe ich euch schon vorgestellt, doch vielleicht wollt ihr ja einen der anderen Parks besuchen, die sowieso auf eurem Weg liegen oder euch vielleicht sogar noch attraktiver erscheinen?

Pickt euch am besten gleich mehrere heraus und entdeckt dieses vielseitige Land samt seiner umwerfenden Flora und Fauna.

Bereit für ein neues Abenteuer?

Wie ihr seht, strotzt Neuseeland nur so vor Schätzen, die es während eurer Zeit auf der Nord- und Südinsel unbedingt zu entdecken gilt. Seid ihr bereit? Dann holt euch in meinen weiteren Artikeln unbedingt noch etwas Inspiration!

Neuseeland Themenwoche

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