Sie ist imposant, historisch von großer Bedeutung und nicht selten wird die weltberühmte Hagia Sophia sogar als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Ein Blick hinter die Fassaden verrät mehr über die spannende Geschichte und zeigt euch, warum die Attraktion ein Muss für jeden Istanbul-Touristen ist.

Einheimische sind sich sicher: Wer einmal in Istanbul unterwegs ist, darf die Stadt auf zwei Kontinenten eigentlich nicht verlassen, ohne die berühmte Kuppelbasilika nicht wenigstens einmal besucht zu haben. Reisende, die selbst schonmal vor Ort waren, werden dem wohl nur zustimmen können. Was euch in der Hagia Sophia erwartet und wann und wie ihr dieses grandiose Bauwerk am besten besuchen solltet, das erfahrt ihr hier.

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Hagia Sophia – Geschichte zum Greifen nah

Die Hagia Sophia, übersetzt „die heilige Weisheit“, wurde ab dem Jahr 532 n. Chr. auf Wunsch des damaligen römischen Kaisers Justinian I. erbaut, fertiggestellt und eröffnet wurde sie erst sechs Jahre später. Vorher stand dort vermutlich eine kuppellose Basilika, die nach Aufständen gleich zwei Mal niedergebrannt worden sein soll. Am Bau sollen rund 10.000 Arbeiter beteiligt gewesen sein, die Kosten werden auf 140-145 Tonnen Gold geschätzt. Einst eine bedeutende byzantinische Kirche, diente sie zu dieser Zeit als Zentrum der christlichen Religion im byzantinischen Reich im ehemaligen Konstantinopel (heute Istanbul) und wurde zum Symbol des Goldenen Zeitalters.

Am Bau der Hagia Sophia sollen rund 10.000 Arbeiter beteiligt gewesen sein, die Kosten werden auf 140-145 Tonnen Gold geschätzt.

Rund 900 Jahre später, als die Osmanen 1453 das ehemalige Konstantinopel eroberten und somit das Ende des Byzantinischen Reiches mit sich brachten, wurde die Hagia Sophia schließlich zur Moschee umfunktioniert. Diese rund 500 Jahre andauernde religiöse Umorientierung macht sich sowohl in der Innenausstattung als auch am äußeren Komplex deutlich bemerkbar.

Zahlreiche christliche Einrichtungen, Mosaike, Glocken und der Altar verschwanden, hinzu kamen vier Minarette und Logen für den Sultan und den Müezzin. Doch da Sultan Mehmed II. den Wert vieler christlicher Kunstwerke zu schätzen wusste, ließ er einige davon nicht zerstören, sondern einfach nur mit muslimischen Symbolen verhängen oder überbauen.

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Rund 11 Jahre nach der Republikgründung der Türkei, war es Mustafa Kemal Atatürk, der erste Präsident der Türkei, der die Moschee schließlich im Jahr 1934 in ein Museum umbauen ließ. Dabei versuchte man historisch Bedeutendes wie etwa christliche Mosaike freizulegen, ohne dabei die im Laufe der Jahre entstandenen Neuerungen zu zerstören. Seit 1985 ist die Hagia Sophia Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und heute eines der beliebtesten Touristenziele in der gesamten Türkei.

Eindrucksvolle Architektur

Die Hagia Sophia, das wohl letzte große Bauwerk der Spätantike, gehört neben dem Topkapi Palast und der Blauen Moschee zweifelsohne zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Und das ist auch kein Wunder, denn schaut man sich Luftaufnahmen dieses beeindruckenden Bauwerks aus dem 6. Jahrhundert an, kann man sich in etwa vorstellen, was einen vor Ort erwartet. Insgesamt besteht die Hagia Sophia aus einem Vorraum, der sich nochmals in eine innere und äußere Vorhalle gliedert, einem Hauptraum mit seinen drei Schiffen, aus Emporen und einem Garten. Bevor man die Vorhallen betritt, kann man auf der linken Seite noch Reste aus dem 5. Jahrhundert erblicken, in der äußeren Vorhalle gibt es zudem noch einige Mosaike aus der Zeit Justinians I. Das wohl beeindruckendste Mosaik, das man hier vorfindet, ist der thronende Christus über dem Kaisertor, einem Eingang, der in das Hauptgebäude führt.

Sobald man den Hauptraum betritt, herrscht bei vielen Besuchern zunächst Stille, faszinierte und staunende Gesichter machen sich breit. Die Blicke führen hoch zu der 31 Meter durchmessenden und 56 Meter hohen Kuppel, die von vier mächtigen Pfeilern getragen wird. Die Lichtstrahlen, die durch die einzigartig konstruierten Fenster hindurch kommen, und weitere Halbkuppeln machen den Anblick perfekt. Der Innenraum mit seiner eindrucksvollen Kuppel, bei der sich viele Historiker und Architekten noch heute fragen, wie diese in der damaligen Zeit konstruiert worden sein soll, gehören zum Höhepunkt der gesamten Besichtigung.

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Schaut man sich in dem großen Raum etwas weiter um, erblickt man zudem auf den Emporen, den erhöhten Galerien, und in den kleinen Seitenräumen prächtige Mosaik-Kunstwerke und antike Säulen, eine Attraktion scheint faszinierender als die nächste. Es scheint, als könnte christliche und islamische Kultur kaum beeindruckender miteinander verschmolzen sein. Hier empfiehlt es sich, genügend Zeit mitzubringen, um die goldverzierten und sehr detailreichen Werke in Ruhe unter die Lupe nehmen zu können. Begibt man sich schließlich auf den Hof der Hagia Sophia, so erblickt man den Moschee Brunnen und die fünf Herrschergräber, in denen Sultane, Prinzen, Prinzessinnen und Sultansgattinnnen beigesetzt worden sind.

Tipps für euren Besuch

Besuchern, die zum ersten Mal in Istanbul unterwegs sind und somit euch zum ersten Mal die Hagia Sophia besuchen, empfehle ich eine geführte Tour. Bucht ihr eure Tickets online und früh genug im Voraus, müsst ihr häufig sogar nicht mal anstehen und dürft euch an der meist sehr langen Warteschlange vorbeischlängeln.

Wissenswertes:

  • Adresse: Ayasofya Meydani, Sultanahmet, Fatih/Istanbul
  • Öffnungszeiten: Täglich außer montags geöffnet. April bis Oktober von 9-19 Uhr, November bis März 9-17 Uhr
  • Eintritt: 30 Türkische Lira p.P. (ca. 9,50€)

Solltet ihr darauf keine Lust haben und lieber auf eigene Faust unterwegs sein, dann empfiehlt es sich, am frühen Nachmittag zu erscheinen, da zu der Zeit meist weniger Leute herkommen. Am Museumseingang könnt ihr euch dann einen Audioguide besorgen, der in 12 verschiedenen Sprachen erhältlich ist, darunter auch Deutsch und Englisch, und euch mit den wichtigsten Fakten rund um die Hagia Sophia versorgt. Dieser Preis für den Audioguide ist allerdings nicht im Eintrittspreis inkludiert und liegt bei 10 TL (ca. 3€).

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Zum Schluss möchte ich euch noch einen letzen Tipp mit auf den Weg geben: Plant für den Besuch unbedingt genügend Zeit ein, denn die Besichtigung – ggf. inklusive Wartezeit – kann durchaus mal gute 2 bis 4 Stunden in Anspruch nehmen. Weitere tolle Tipps für euren Besuch in Istanbul findet ihr in meinem Artikel „Istanbul Tipps – So wird euer Aufenthalt am Bosporus perfekt“. Viel Spaß in dieser beeindruckenden Metropole!