An welchen Orten wird man nicht nur durch atemberaubende Attraktionen, sondern auch von lächelnden Menschen und mit touristenfreundlichen Einrichtungen empfangen? Travel+Leisure fragte seine Leser und verrät, wo man als Tourist richtig aufgehoben ist.

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen schön und gut. Letzten Endes ist es doch die Erfahrung vor Ort, die Bände spricht – deshalb hat Travel + Leisure einfach seine reisebegeisterten Leser gefragt: Wo wird man als Tourist am wärmsten empfangen? Bewertet werden Städte nach Sauberkeit, Ausschilderung und dem Verhalten der Einheimischen ausländischen Besuchern gegenüber. Die große Community hat gevotet und entschieden. Welche sind die freundlichsten Städte der Welt? Na, kommen euch direkt ein Handvoll Reiseziele in den Sinn?

Das sind die freundlichsten Städte der Welt

Siem Reap in Kambodscha | Cork in Irland | Dublin in Irland | Charleston in South Carolina, USA | Galway, Irland

Das Ergebnis ist für viele sicher erst einmal überraschend. Der gewöhnliche Sommerurlauber hat wahrscheinlich noch keine der Top 5 Städte besucht. Noch erstaunlicher: Unter den Top 5 sind drei irische Städte. Ursache dafür sei die Gastfreundschaft und der Humor der Iren – aber das wissen wir ja spätestens seit der EM in Frankreich alle, oder?

Irish / Leprechaun Character Series with Pint of Beer

Platz 5: Siem Reap, Kambodscha

Los geht’s aber zunächst in Südostasien, genauer gesagt zwischen Thailand und Vietnam, in Kambodscha. Direkt am Übergang liegt die Stadt Siem Reap, die zwar mit 140.000 Einwohnern nicht zu den Metropolen gehört, aber dennoch gewaltig boomt. Hauptgrund dafür sei wohl, dass Siem Reap nur einen Katzensprung entfernt von den Tempelanlagen von Angkor Wat liegt – nicht umsonst auch als das achte Weltwunder bekannt. Schon wenn man nach dem Ursprung des Namens der Stadt forscht, die es auf das Ranking der freundlichsten Städte geschafft hat, erhält man einen Hinweis auf ihre Pracht und Schönheit. Siem Reap bedeutet übersetzt „der Glanz Thailands“. Was die Reisebegeisterten letztendlich dazu verleitet, Siem Reap bei dem Ranking so enorm zu hypen, liegt sicher zum einen an den zahlreichen Tempeln, die man besichtigen kann (und dabei als sehr Interessierter sogar eine Woche genug Stoff geboten bekommt). Einige davon, so beispielsweise Wat Bo, überzeugen mit ihrer Aktualität – so wurde Wat Bo erst im 18. Jahrhundert errichtet und bildet somit eine recht moderne Auffassung von Buddhas Leben ab.

Angkor Wat before sunset, Cambodia.

Zum anderen erlebt man vor allem auch als Student unerwarteten Luxus in Kambodscha: Auch, wenn Siem Reap die Touristenhochburg Kambodschas genannt wird, kann man tagsüber bequem durch die Innenstadt schlendern, ohne das Gefühl zu haben, jeden Moment könne eine Massenpanik ausbrechen. Trotzdem findet man in der Pub Street im Bezirk um den Alten Markt schnell Anschluss bei Gleichgesinnten und stößt auf andere Reisende. Dort kriegt man für nur ein kleines Taschengeld großzügige Portionen serviert. Genau das Gleiche gilt auch bei der Infrastruktur – wenn euch nach stundenlangem Tempel-Hopping dann doch irgendwann die Füße schmerzen, werdet ihr für nicht mehr als 1 bis 2 Dollar in einem Tuk Tuk von A nach B geschifft.

Stone Gate of Angkor Thom in Siem Reap, Cambodia

Bevor ich’s vergesse: Maßgebend an den tollen Erlebnissen in der Herzensstadt Kambodschas ist sicher auch das glückliche und herzliche Lächeln der Einwohner, die mit viel Sorgfalt und Höflichkeit die Touristen empfangen. Sogar ein sehr empfehlenswertes Krankenhaus gibt es, in dem sich Einreisende selbst vor der Sprachbarriere nicht zu fürchten brauchen.

Platz 4: Cork, Irland

Lassen wir das exotische Thailand hinter uns und schnuppern wir wieder etwas Europa-Luft. Irland schafft es mit Cork, eine seiner schönsten Städte im Ranking zu platzieren. Die „Stadt mit Brücken“ liegt an der Südküste und zählt tatsächlich neben 140.000 Einwohnern auch 25 Brücken. Auch, wenn man hier vergeblich nach einer Altstadt, Museen und bekannten Bauten sucht, gleicht das sehr ausgeprägte Kultur- und Freizeitangebot diesen kleinen Schönheitsmakel wieder aus. An jeder Ecke locken Kunstausstellungen, Opern, Jazzabende, klassische Konzerte oder Festivals. Adressen, mit denen ihr so gut wie nichts falsch machen könnt, sind die Crawford Art Gallery und das Cork Jazz Festival.

St Anne’s church in Shandon, Cork iStock_000025965708_Large-2

Mit einem Abstecher zu den Fota Island, könnt ihr einen der größten Wildparks von eurer Bucketliste streichen, und wenn ihr über den Englischen Markt schlendert, dann bekommt ihr neben frischem Fisch aus nahe gelegenen Städten auch die lokalen Delikatessen Tripe (Kutteln) und Drisheen (Blutwurst) angeboten. Ach, und lasst euch bitte nicht von dem starken Dialekt der Iren abschrecken – mag sein, dass durch den ungewohnten Singsang das ein oder andere wichtige Wort in der Konversation untergeht, das wird jedoch durch die bemerkenswerte Gastfreundschaft und Offenheit den Touristen gegenüber kompensiert. Zwei Minuten in einem Pub und schon haben sich die freundlichen Einheimischen um euch versammelt, um euch davon überzeugen, dass ihr Fleckchen Erde mit keinem anderen zu vergleichen ist. Wenn sie nämlich eins gut können, dann Cork lieben und es durch ihre Art noch liebenswerter machen.

Platz 3: Dublin, Irland

Als nächstes wagen wir einen Katzensprung an die Ostküste Irlands. Welcome in Dublin! Die Hauptstadt Irlands sagt wohl jedem etwas. Dass Dublin sich bei Travel + Leisure Bronze verdient hat, zeugt davon, dass sich niemand einen Blick aus nächster Nähe vorenthalten sollte. In der Welt der beliebtesten Reiseziele hat Dublin aber auch den Titel des hässlichen Entleins gewonnen – angefangen als Dubh Linn, übersetzt schwarzer Sumpf, war früher im Osten Irlands nicht viel zu sehen oder zu erleben. Heute entpuppt sich Dublin als schöner Schwan, eine beliebte Hauptstadt, die sich vor Touristen kaum retten kann. Diese sind vor allem auf zahlreiche Kulturhotspots scharf, zu denen Kirchen, Ausstellungen, alte Friedhöfe und viele Museen zählen.

Dublin Bar iStock_000026797803_Large-2

Die berühmt berüchtigten Hop On Hop Off Touren machen das Sightseeing um einiges leichter und wer abends in gutes Essen und neue Kontakte investieren will, macht sich auf in die Temple Bar. Etwas mehr Bargeld in petto zu haben, ist wie in jeder touristischen Großstadt, bei denen die Essenspreise ordentlich gewürzt werden, unerlässlich – dennoch: Der irische Charme und Humor lassen das Herz jedes Touristen höher schlagen. Genauso auch der Kaffee im Bewley’s Oriental Café in der Grafton Street, über den in Reiseforen ganze Liebesbriefe geschrieben werden.

Platz 2: Charleston, South Carolina, USA

Langsam aber sicher habt ihr bald schon die Spitze des Treppchens erreicht – bevor das geschieht, gibt es aber einen Zwischenstopp in den Südstaaten der USA. Charleston trägt ihren Kosenamen Southern Belle, zu deutsch Südstaaten Schönheit, nicht umsonst. Früher ein berühmter Ort für die Sklavengeschäfte der Aristokraten, trägt die Hafenstadt die Narben wichtiger Historie: von Sklaventauschhäusern über Gefängnisse für Seeräuber bis hin zu Kulissen bühnenreifer Schlachten des amerikanischen Bürgerkrieges.

Charleston south Carolina

Anwesen von berühmten Aristokraten reihen sich an den ruhigen Straßen Charlestons und zeugen von den Architektur-Richtungen der letzten Jahrhunderte. Das Südstaatenflair ist an jeder Straßenecke präsent – auch, wenn man keine der Führungen durch historische Bauten oder ehemalige Sklavenplantagen einplanen möchte. Ein Spaziergang durch die ehemalige Einkaufsmeile „Rainbow Row„, die (wie der Name schon verrät) auf Colour Blocking setzt, und man hat sich verliebt – in dieses individuelle Städtchen, was nicht nur an historischen Bauten, sondern auch an Kirchen und Shrimps-Restaurants beinahe aus den Nähten platzt. Nicht zu vergessen: Auch die Geister sollen Charleston regelmäßig heimsuchen, weshalb sich unzählige Mythen um die Ex-Sklavenbucht ranken. Der Touristenattraktivität scheint das jedoch keinen Abbruch zu tun und so wählen tausende Travel + Leisure Leser die amerikanische Stadt zu dem zweitfreundlichsten Flecken auf der Erde.

Historic houses along Battery st in Charleston, South Carolina shutterstock_260367803-2

Platz 1: Galway, Irland

Last but (definitely!) not least: Galway, die Stadt an der Westküste Irlands, gewinnt den Titel der besucherfreundlichsten Stadt der Welt. Ich gratuliere! Auch, wenn Cork und Dublin größenmäßig weit voraus sind, punktet die Universitätsstadt als Vorreiter, was Kunst, Musik und Pubkultur angeht. In den Pubs bereitet sich jeden Abend die Crème de la Crème der Irish Folk Music darauf vor, zu performen, und auch wer in die irische Trinkkultur hineinschnuppern will, wird in Galway glücklich werden. Man muss zwar den einen oder anderen Euro mehr ausgeben, dennoch wird man mit Sicherheit einen schönen Abend an der Schenke verbringen. Promistatus haben da beispielsweise die Crane Bar in der Sea Road, die für all die, die irische Kultur in entspannter und freundlicher Atmosphäre kennen lernen wollen, als erste Anlaufstelle gilt.

Auf eurer Galway Checkliste darf auch der Eyre Square nicht fehlen: Dabei handelt es sich um eine riesige Parkanlage mit einem prunkvollen Brunnen in Form eines Segelbootes, welcher von dem John F. Kennedy Park umringt wird. Mittelalterliches Flair wird im Dörfchen Menlo beim Anblick des Menlo Castles geschnuppert – die Schlossruine aus dem 16. Jahrhundert erinnert an ein Dornröschenschloss und lässt die große Palette an Mythen, Legenden und Märchen, für die Irland so bekannt ist, nicht mehr abwegig erscheinen.  Neben einer dicken Efeuschicht berankt auch eine idyllische und sehr (!) romantische Aura das Schloss – dieses Flair macht einen Abstecher in das Dörfchen unverzichtbar.

Ruins of Menlo Castle Covered by Creeper, Ireland

Im Sommer solltet ihr unbedingt einen Spaziergang über den Fluss Corrib einplanen, auf den ihr von den drei Brücken Galways einen guten Blick habt. Vielleicht habt ihr sogar Glück, und habt die Chance, Lachse zu beobachten, die zur warmen Jahreszeit eine Show abliefern.

Und – nennt mich Captain Obvious, weil ich es jetzt schon zum dritten Mal erwähne: Der Ton spielt die Musik! Auch die Bewohner Galways empfangen die Touristen freundlich, trinken gerne mit ihnen zusammen in den Pubs und verlangsamen mit sympathischem Schmunzeln ihr Sprachtempo, sodass sich jeder an den irischen Akzent gewöhnen kann. Englische Sprachkenntnisse reichen in Irland somit aus – auch, wenn das Lauschen der Gallischen Sprache sicher niemandem schaden wird.

old street decorated with lights at night

Worauf wartet ihr? Ab in die freundlichsten Städte der Welt

Wenn ihr nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit mal ein aufmunterndes Lächeln braucht, dann sind diese fünf Städte eure Anlaufstelle. Schließlich kann sich niemand der Kombination aus wunderschöner Stadt und herzlichen Einwohnern entziehen. Jetzt habt ihr die Wahl – in welche Stadt zieht es euch am meisten? Welche Stadt vermisst ihr im Ranking? Lasst es mich wissen!