Urlaubszeit ist gleichzeitig auch die beste Zeit für Betrüger. Gerade in Metropolen, an Touristenattraktionen und beliebten Stränden fallen viele Urlauber auf Abzocker herein. Hier haben diese nämlich mit orientierungslosen und unaufmerksamen Urlaubern leichtes Spiel. Damit ihr auf eurer nächsten Reise nicht in die Falle der Unehrlichen tappt, zeige ich euch die beliebtesten und bekanntesten Maschen.

Taschendiebe, Hütchenspieler, schmalzige Liebesbekundungen oder teure Taxifahrten – all diese Betrugsmaschen kann man im Urlaub durchaus erleben. Denn eines ist klar: Wo viele, vermeintlich wohlhabende Menschen sind, gibt es leider auch immer wieder Betrüger, die versuchen, sich an diesen zu bereichern. Ich habe für euch die beliebtesten Betrugsmaschen der letzten Monate recherchiert. Denn wenn ihr einige Tipps beachtet, könnt ihr euch vor vielen Touristenfallen schützen.

Die beliebtesten Betrugsmaschen im Urlaub

Taschendiebe | Taxi-Abzocke | Hütchenspieler | Tuk Tuks

BlumenUrlaubs-Liebe | Gutgläubigkeit

Obacht vor diesen beliebten Betrugsmaschen im Ausland

Je nach Land und Ort gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, euch um euer Kleingeld oder gleich um die ganze Geldbörse zu bringen. Dabei ist es oft gar nicht so leicht, sich zu schützen, denn die Betrüger sind häufig sehr geübt und ziehen ihre Maschen schon seit Jahren durch. Wenn ihr dann merkt, dass euch etwas fehlt, sind die Diebe meist längst über alle Berge…

Vorsicht vor Langfingern

Taschendiebe bewegen sich am liebsten in großen Menschenmengen, arbeiten häufig im Team und sind oft blitzschnell. Damit ihr Kreditkarten und Geld immer im Blick habt, solltet ihr bei eurem nächsten Städtetrip einiges beachten.

Tipps zum Schutz vor Langfingern

  • Bewahrt EC- und Kredit-Karten und Kleingeld niemals zusammen auf.
  • Nehmt immer nur einen Teil eures Bargeldes mit, lasst den Rest im Hotelsafe, dafür ist er da.
  • Geldbeutel und Karten könnt ihr auch unter der Kleidung tragen – niemals in der Hosentasche.
  • Auch wenn es vielleicht uncool aussieht – tragt euren Rucksack nicht unbedingt auf dem Rücken, sondern vorne – wenn möglich, nehmt ihr keinen Backpack mit vielen Seitentaschen, denn da ist das Handy mit einem Handgriff entwendet.
  • Damenhandtaschen, die nur über die Schulter getragen werden können, solltet ihr Zuhause lassen und stattdessen eine nehmen, die ihr euch seitlich umhängen könnt. Die könnt ihr im Gedränge nach vorne nehmen – außerdem wird sie euch nicht so leicht von der Schulter gerissen.
  • Stellt eure Tasche immer in Sichtweite ab, dadurch haben es Diebe schwer, sich daran zu schaffen zu machen.
  • Auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nett gemeint sein mag – seid wachsam, wenn ihr von Fremden angesprochen werdet. Oft spricht vorne jemand nett mit euch, während hinten jemand euer Portmonee aus der Handtasche fischt.

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Nicht jedes Taxi ist gleich teuer

Man kennt das: Nach einem langen Flug soll es vom Airport schnell und einfach zum Hotel gehen. Das wissen Taxifahrer natürlich und sind schnell mit verlockenden Preisen zur Stelle. In den meisten Metropolen gibt es mittlerweile Festpreise der offiziellen Taxi-Unternehmen, die dann auch wirklich gelten, doch oft gibt es neben den offiziellen außerdem noch die vielen anderen Taxifahrer, die euch für vermeintlich kleine Preise zum Ziel bringen wollen. Lasst euch darauf lieber nicht ein, denn das kann im schlimmsten Fall gefährlich und teuer werden.

Tipps gegen Abzocke beim Taxi fahren:

  • Nehmt unbedingt ein lizensiertes Taxi der Stadt, da seid ihr auf der sicheren Seite. Das erkennt ihr in den meisten Fällen an einer Art Gewerbeschein, der an der Scheibe angebracht ist, oft kann man die „echten“ Taxis aber auch ziemlich leicht an einer bestimmten Farbe und Beschriftung erkennen.
  • Sollte es keinen Festpreis geben, handelt unbedingt vorher, wenn möglich schriftlich, einen fairen Preis aus. Dann bleiben euch bei Ankunft böse Überraschungen erspart. Lasst euch nicht auf langwierige Diskussionen ein und holt zur Not jemanden vom Hotel zur Hilfe, wenn es Sprachprobleme gibt.
  • Auch wenn es verlockend und preissparend klingt, lasst euch nicht darauf ein, weitere Fahrgäste mitzunehmen. Es sei denn, ihr habt ein wirklich gutes Bauchgefühl.
  • Erkundigt euch im Vorfeld oder am Airport einfach über die üblichen Taxi-Tarife, dann habt ihr ganz gute Argumente.

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Hütchenspieler sind noch längst kein alter Hut

Berichte über Hütchenspieler an den Stränden von Mallorca machen immer wieder die Runde, von Betrug ist die Rede und immer wieder berichten Urlauber davon, wie sie reingelegt wurden. Was genau passiert beim Hütchenspielen aber überhaupt?

Auf einem Tisch liegen 3 Hütchen, der Spielmacher versteckt eine Kugel darunter und fängt an, die Hütchen wie wild zu verschieben. Wer schnell genug mit den Augen ist, merkt sich den Hut mit der Kugel und kann so seinen Einsatz verdoppeln. Denn damit locken die Spielmacher und lassen Urlauber häufig auch mal gewinnen, um sie in Sicherheit zu wiegen.

Wie ihr euch vor den Hütchen-Spielern schützt:

  • Lasst euch einfach gar nicht erst auf die Spielchen ein und gönnt euch von eurem möglichen Einsatz lieber ein Eis oder eine Pommes.

Blumen bekommt man selten geschenkt

Ihr kennt das – ihr lauft durch die Stadt und bekommt mehr oder weniger ungefragt von einer netten Dame ein Blümchen in die Hand gedrückt. Wenn ihr es zurückgeben wollt, will die plötzlich Geld und wird sauer, wenn ihr ablehnt. Auch das hat System, denn wenn ihr dann doch aus Nettigkeit euer Portmonee zückt, kann es schon mal passieren, dass eine weitere Dame dazu kommt und beide euch gemeinsam eifrig beim Suchen behilflich sein wollen. Wenn dann am Ende ein Schein fehlt, haben die geübten Langfinger zugeschlagen.

Tipps gegen den Blumentrick:

  • Nehmt die euch gebotene Blume nicht an.
  • Sagt bestimmt und konsequent „Nein“.
  • Lasst euch nicht beim Kleingeld-Zählen helfen.
  • Sollten die Blumenverteilerin zu penetrant sein, könnt ihr auch einmal kurz laut werden, das schreckt ab.

The perfect rose

Hilfsbereite TukTuk-Fahrer

Thailand ist beliebt und extrem günstig, da gönnt man sich gerne mal ein TukTuk, um die Stadt zu erkunden. Zwei Szenarios sind hier möglich:

  1. Hilfsbereit teilt euch der Fahrer, der euch einen extrem guten Preis gemacht hat, mit, dass die Sehenswürdigkeit, die ihr eigentlich anschauen wollt, ausgerechnet heute geschlossen hat, dass er euch aber andere tolle Plätze zeigen könne. Nicht immer muss das heißen, dass ihr zum Verwandten des Fahrers und dessen Souvenirshop gebracht werdet, aber es kommt durchaus vor.
  2. Leider sind die ganz normalen TukTuks ohne hilfsbereiten und günstigen Fahrer mit Hintergedanken mittlerweile in den Touristenzentren sehr teuer geworden. Da hilft auch kein Verhandeln, im Zentrum der Metropolen zahlt ihr da schon ziemlich drauf. Steigt da also lieber auf ein Taxi um oder auch auf ein Motorradtaxi.

Generell kann man in einigen asiatischen Ländern davon ausgehen, dass sich Betrüger vor allem an den betrunkenen Touristen versuchen, denn da haben sie leichtes Spiel.

Tipps gegen Betrügereien in Asien

  • Lasst euch gerne mit dem TukTuk die Gegend zeigen, wenn es euch aber reicht, dann tretet bestimmt auf und lasst euch nicht auf Diskussionen ein. Die meisten Fahrer sind ehrlich, solltet ihr an einen Gauner geraten, setzt ihm schnell Grenzen.
  • Behaltet beim Feiern immer euren Alkoholpegel im Auge. Gerade Betrunkene sind leichte Opfer für kleine Betrügereien, die Hemmschwelle ist hier nicht so hoch wie in Europa, denn die Menschen in den beliebten Backpackerländern Asiens sind oft bitterarm.
  • Hinterfragt immer die Motive derjenigen, die euch von sich auch äußerst behilflich sein wollen, ein wenig gesundes Misstrauen schadet nie.
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Foto: Silentgunman / Shutterstock.com

Bezness – Das Spiel mit der Liebe

Es ist der Stoff, aus dem die spannendsten Dokumentationen sind: Frauen oder auch Männer erleben in Thailand, Tunesien und Kenia die schönste Zeit ihres Lebens, verlieben sich unsterblich in ihren Traummann oder ihre Traumfrau. Der Abschied fällt schwer, doch die gemeinsame Zukunft wird phantasiereich geplant. Zurück in Deutschland lebt die Liebe im Chat weiter, Schwüre werden ausgetauscht, romantische Sätze in die Kamera geflötet. Nach zwei bis drei Monaten dann die Schocknachricht: Ein Familienmitglied der neuen Urlaubsliebe ist unsterblich krank, braucht teure Medikamente, vielleicht muss auch das Miethaus gekauft werden, um der Großfamilie ein sicheres Dach über dem Kopf zu bieten. Es dauert nicht lange und eine große Geldsumme wandert via Western Union unkompliziert und auf Nimmerwiedersehen ins Ausland, nach dem Transfer herrscht plötzlich Funkstille. So oder so ähnlich ist es bereits vielen Deutschen ergangen, zahlreiche Beispiele findet man online. Bezness nennt man diese Art des Betrugs – insbesondere  Männer gehen in den Urlaubsgebieten auf Frauenjagd, denn alleinreisende Frauen sind ein leichtes Ziel. Die meisten der Love-Stories enden mit Schulden und einem gebrochenen Herzen.

Broken heart

Wie ihr euch vor Liebes-Betrügern schützt:

  • Erfreut euch an euren Urlaubsbekanntschaften, aber bleibt skeptisch.
  • Achtet auf subtile Signale: Fragt euer Gegenüber verhältnismäßig oft nach Geld? Sieht er/sie gepflegt und ordentlich aus? Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass es ihm nicht um Geld für den eigenen Unterhalt, sondern um euch als Person geht.
  • Geht auf Nummer sicher und denkt euch eine Geschichte über euer spartanisches Leben daheim aus – erzählt von einer Pleite oder von euren Schulden, wenn euer Urlaubsflirt dann immer noch sehr interessiert ist, dann steckt vielleicht doch mehr dahinter.
  • Seid nicht zu blauäugig, es sind leider nicht immer nur die anderen, die von derartigen Betrügereien betroffen sind.

Betrug gibt es überall – Informieren hilft

Gutgläubigkeit liegt den meisten von uns einfach im Blut, und das ist meiner Meinung nach eigentlich eine tolle Angewohnheit. Denn sie zeugt von Vertrauen in Fremde, von Menschlichkeit und von gesunder Naivität. Uns geht es hier in Deutschland wirklich gut, Gaunereien, Abzocke und emotionale Spielchen um Geld sind für uns sehr viel weniger selbstverständlich und notwendig, als für viele andere Menschen. Um einen Schock im Urlaub zu vermeiden, solltet ihr euch im Vorfeld einfach genau über euer Reiseland informieren und die oben genannten einfachen Regeln beachten. Dann dürfte es auch keine großen Probleme geben – und wenn doch, wird euch die Polizei vor Ort sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Positiv bleiben und in Urlaubstipps schmökern