Verabschiedet euch von Socken in Sandalen, Bauchtaschen am Gürtel und Nackenschutz an Hüten. Touristenfallen gibt es überall – hier findet ihr Tipps und Tricks, damit ihr nicht sofort als das potentielle Urlaubsopfer erkannt werdet.

Ihr kennt diese Menschen: Haselnussbraune Haut, mittel-braune Haare, dunkle Augen, mittel-groß und eigentlich sowieso ziemlich durchschnittlich. Sie könnten als alles durchgehen: Südländer, vielleicht aber auch aus dem Norden. Leicht asiatisch, aber westlicher Einschlag. Wenn diese Menschen in einem fremden Land ankommen, tauchen sie in der Masse unter und könnten sofort als Einheimische angesehen werden.

Und dann gibt es noch jene Menschen: Weißblond, mit Sonnenbrand am kompletten Körper gezeichnet und egal, wohin man geht, wird „Germanii Germaniiii“ gebrüllt. Tja, manche sehen einfach aus wie ein Flamingo mit Fotoapparat. Weil aber niemand etwas dafür kann, gibt’s ein paar Tipps und Tricks, wie man trotz exotischem Aussehen nicht an jeder Ecke abgezogen wird.

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Touristenfallen – wie ihr sie umgeht

  • Aus dem Flieger ausgestiegen, seid ihr schon im Fokus aller Taxifahrer – einer günstiger als der andere, der zweite bietet sogar eine Stadtrundfahrt an und beim dritten könnt ihr bei seinem Onkel essen, schlafen und (selbstverständlich) echte Rolex-Uhren kaufen… Ja, klar.
    Geht erst mal aus der Halle raus, sammelt euch, haltet Ausschau und geht vielleicht ein paar Schritte und fragt ein paar Fahrer, was es kostet. So könnt ihr die Preise vergleichen.
  • Alternativ könnt ihr auch an der Information nach dem ungefähren Preis der Strecke fragen und gegenchecken. Oder ihr schaltet euer Navi ein und checkt die Route, die mit euch gefahren wird. Und solltet ihr wirklich eine Stadtrundfahrt wollen, dann – um Gottes Willen – macht den Preis vorher aus! ;-)
  • Glaubt nicht alles, was man euch erzählt – natürlich sollt ihr offen sein und euch auf das Land einlassen. Aber nicht jede Geschichte, die euch zu Ohren kommt, ist wahr ;-) In vielen Ländern ist es nämlich eine gängige Methode, dass Taxifahrer Touristen zu anderen Familienmitgliedern fahren, weil es dort das beste Curry, die tollsten Souvenirs oder das schönste Hotel gibt.
  • Versucht euch dem Land entsprechend zu kleiden. Habt ihr in Bangkok schon Einheimische mit orientalischer Flatterhose und Elefanten/Buddha Tank-Top gesehen? Eben! Tragt auch den neu erstandenen Reis-Hut (Kegelhut) entweder, wenn man tatsächlich in Bali im Feld Reis erntet – oder gar nicht. Ich empfehle euch letzteres. Außer, ihr wollt natürlich in alle erdenklichen Touristenfallen tappen.

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  • Habt ein selbstbewusstes Auftreten. Wenn ihr ängstlich umherstreift und verloren nach dem „look left“ Aufdruck am Zebrastreifen sucht, stellt ihr für jeden das perfekte Ziel da, der etwas verkaufen möchte.
  • Ihr müsst wirklich nicht alles kaufen, was man euch unter die Nase hält. Am Times Square glaubt man fast zu meinen, jede Band der Zukunft verkauft hier ihre CDs, in Rom wird man von Selfie-Sticks beinahe erstochen, während man aus Paraguay mit 27 USB-Sticks nach Hause kommt, nur um die Verkäufer los zu werden. Versucht mit nettem Small-Talk euch unauffällig davon zu schleichen.
  • Irgendwann werdet ihr hungrig. Lasst euch nicht von den verpeilten Typen am Restauranteingang einlullen. An diesen Plätzen zahlt ihr meist viel mehr, als in Seitengassen, in denen nicht das ganze Menü in fünf Sprachen an der Tür hängt. Erkundet die Stadt und findet geheime Spots.
  • Informiert euch vorab über gängige Sitten und Methoden der Menschen vor Ort. So könnt ihr euch gleich etwas anpassen und wisst, was auf euch zukommt.
  • Es mag verlockend aussehen, dem Regenschirm mit dem schön im Wind wehenden Halstuch zu folgen – tut es aber nicht. Außer ihr sprecht fließend Japanisch und wollt eine gratis Stadt-Tour – ansonsten folgt ihr dem Schwarm an Menschen nur zu den Touri-Hotspots, an denen es vor Touristenfallen nur so wimmelt.
  • Achtung beim Fotografieren: Menschen bauen Türme aus Sand, verkleiden sich als das Wahrzeichen oder sind in irgendeiner anderen Art und Weise interessant für eure Linse. Einmal fotografiert und weitergegangen, ohne eine kleine Spende, können diese ganz schön ungemütlich werden! Also entweder das Bild im Kopf abspeichern oder ein paar Münzen parat haben.
  • Nein, die Rose, die euch der nette Herr gibt, ist nicht kostenlos.
  • Am Bazar angekommen, seid ihr für absolut jeden dort das absolute Highlight, das es zu erobern gilt. Viele bieten euch an, die tollen Dinge im zweiten Stock zu bestaunen, denn dort gibt es angeblich noch viel mehr zu entdecken – was dort oben wirklich ist, weiß ich nicht. Ihr aber schon? Lasst es mich wissen, was in den zweiten Stockwerken der Bazars wirklich passiert. ;)
  • Klar – niemand will gerne beklaut werden. Wenn ihr euren Rucksack aber vor euch tragt, als wäre entweder euer Kind darin oder die Krone der Queen, dann muss man euch ja schon fast ausrauben. Einfach etwas enspannter sein und auf seine Dinge achten, ohne jedem das Gefühl zu geben, dass Wertgegenstände im Gesamtwert von ca. 5000€ darin wären.

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  • Nächste Lektion in Punkto Tarnung: Tut, was euch die Schilder sagen: „Hier nicht sitzen“, „Kein Essen & Getränke“, „Tauben bitte nicht füttern“ und „Hier anstellen“ sind die Klassiker unter den ignorierten Schildern.
  • Leider kommt es in manchen Ländern immer wieder vor, dass man beim Rollerfahren von der Polizei angehalten wird, die einen ganz schön übers Ohr hauen möchte. Entweder, man versucht diese Situation z.B. durch das Tragen eines Helms oder das Mitführen des Führerscheins zu vermeiden oder, wenn es mal doch passiert, habt am besten eine zweite Geldtasche parat, in der ein paar extra Scheine sind. So könnt ihr sagen, dass es alles ist, was ihr dabei habt.
  • Und zum Abschluss noch eins: Ihr wollt euch selbst als den Touri-Kaiser krönen? Dann fotografiert am besten alles mit einem iPad. Und euer Zepter ist der Selfie-Stick, an dem das iPad klemmt. Gewonnen – so kommt ihr in den Touri-Himmel! ;)
  • Ach und eine Frage noch? Was filmt ihr eigentlich mit der GoPro auf dem Kopf, während ihr alle erdenklichen Souvenirläden abklappert?

 

Touristenfallen gibt es überall, aber mit diesen Tipps könnt ihr die ein oder andere vermeiden. Ihr habt selbst auch ein paar Tricks auf Lager? Dann lasst es mich unbedingt wissen
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