Wer an die marokkanische Metropole Marrakesch denkt, dem kommen häufig schier endlose Märkte, verschiedenste bunte Gewürze und verschnörkelte Moscheen, Mausoleen und Paläste in den Sinn. Tja, was soll ich sagen – diese Vorstellung ist gar nicht mal so falsch…

Marrakesch ist bunt, quirlig und schlichtweg beeindruckend. Nicht ohne Grund bezeichnet man die Stadt gerne als Perle des Südens. Schlendert man durch die farbenfrohen Straßen der Stadt, wird man gleich von den vielen imposanten Bauwerken, den pulsierenden Märkten, den sogenannten Souks, und den vielen verschiedenen Gerüchen der marokkanischen Küche in den Bann gezogen. Einmal dort, lässt einen diese Metropole nie wieder los – Marrakesch ist definitiv eine Fernweh-Destination.

Marrakesch Tipps – Erlebt die Highlights der Stadt

   Anreise nach Marrakesch

Marktplatz Djemaa el Fna | Souks in der Medina von Marrakesch

Moscheen, Mausoleen & Paläste | Kulinarisches Marrakesch | Das Nachtleben in Marrakesch

Wellness im Hammam | Ausflug auf die Souss-Ebene

Marrakesch Tipps Minztee

So kommt ihr nach Marrakesch

Erreichen könnt ihr diese eindrucksvolle Königsstadt auf verschiedenen Wegen. Die bequemste Variante ist allerdings immer noch die Anreise mit dem Flugzeug, schließlich ist die im Südwesten Marokkos gelegene Stadt je nach Startpunkt knapp 3000 Kilometer entfernt. Direktflüge von Deutschland, beispielsweise mit Ryanair oder Iberia, dauern in der Regel etwas unter 5 Stunden und sind bereits für unter 100€ zu haben. Der Transfer vom Flughafen Marrakesch-Menara in Richtung Zentrum dauert meist nur eine Viertelstunde. Und schon seid ihr da, mitten im Herzen dieser wundervollen Stadt – Willkommen in Marrakesch!

Tolle Hotels, die euch an Paläste aus 1001 Nacht erinnern werden, gibt es in Marrakesch an jeder Ecke. Ihr wisst ja, dass mich Luxushotels immer sehr ins Schwärmen bringen, also habe ich auch in Marrakesch Ausschau nach Hotels gehalten, die zum Träumen einladen: Schaut euch zum Beispiel das traumhafte Hotel La Villa des Orangers oder das Royal Mansour Marrakesch an. Wenn man sich hier nicht wie ein Sultan fühlen kann, weiß ich auch nicht! Für den etwas kleineren Geldbeutel habe ich als sehr gute Alternative die Unterkünfte Riad Dar Ilham und Riad Clementine gefunden. Alle Hotels entführen euch mit ihrer Einrichtung in den magischen Orient, auf Luxus und Annehmlichkeiten müsst ihr keineswegs verzichten.

Erlebt das orientalisches Flair auf dem Djemaa el Fna

Eine gelungene Sightseeingtour durch Marrakesch beginnt auf dem Djemaa el Fna, dem zentralen Platz in Marrakesch und der wohl wichtigsten Sehenswürdigkeit der Stadt. Schaut man sich die Geschichte dieses berühmten Platzes an, so überkommt einen ein kleiner Schauer, denn er diente einst als Richtstätte für die zum Tode verurteilten marokkanischen Schwerverbrecher. Heute sieht das allerdings ganz anders aus: Man blickt auf tüchtige Händler, Schlangenbeschwörer, herrlich duftende Garküchen sowie Touristen und Einheimische, die sich durch das Gewirr von Ständen schlängeln.  Der Djemaa el Fna ist die sogenannte Lunge der Stadt und einer der beliebtesten Treffpunkte in Marrakesch – sei es tagsüber oder zur späten Abendstunde. Doch gerade am Abend herrscht hier wildes Treiben. Künstler und Musiker, Geschichtenerzähler und Schlangenbeschwörer, aber auch typisch marokkanische Händler, die ihre kulinarischen Spezialitäten anbieten, prägen hier das Bild und sorgen für echtes orientalisches Flair. Ein Besuch des zentralen Marktplatzes ist ein einzigartiges Erlebnis – und definitiv ein Muss für jeden Marrakesch-Besucher.

Marrakesch Tipps Händler Markt Souk
Foto: istock.com/ arge89

Souks in der Medina – Eine Vielfalt von Farben und Gerüchen

Vom zentralen Marktplatz geht es weiter ins Herz der Medina, die wunderschöne Altstadt von Marrakesch. Einmal dort, werdet ihr von den verschiedensten Eindrücken nahezu überhäuft: Einzigartige Kunstwerke aus Holz, Keramik und Kupfer, lauter bunt gemusterter Stoffe, Gewürzpyramiden und die typischen Mosaiklampen versprühen hier einen ganz besonderen Charme. In diesem Teil der Stadt befinden sich nämlich die sogenannten „Souks“, auch Basargassen genannt. Es heißt, in Marrakesch befänden sich die größten Souks von Marokko. Meist liegen sie auf den Plätzen, in kleinen engen Gässchen oder eben in der Medina. Hier heißt es nur noch: Bewundern, genießen und in eine andere Welt eintauchen. Natürlich dürft ihr das Feilschen nicht vergessen! Wer nichts kaufen möchte, muss sich konsequent durchsetzen, denn wie in vielen anderen touristischen Gebieten wird man auch hier nicht gerade selten von dem ein oder anderen aufdringlicheren Händler angesprochen. Solltet ihr euch übrigens in dem Labyrinth der Gässchen, Treppen und Gewölbe verlaufen, dann geratet nicht gleich in Panik, denn eigentlich verläuft sich so gut wie jeder mindestens einmal in diesem Getümmel – zumindest die mitteleuropäischen Touristen. Macht das Beste daraus, vielleicht findet ihr ja einen echten Geheimtipp!

Marrakesch Tipps Medina Souks

Beeindruckendes Marrakesch – Moscheen, Paläste & Gärten

Eine der wohl beeindruckendsten Moscheen von Marrakesch ist zweifelsohne die Koutoubia-Moschee, die mit ihrem 77 Meter hohen Minarett im südlichen Teil der Medina auch die größte Moschee der Stadt ist. Erbaut in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, ist sie nicht nur eine der bedeutendsten Moscheen, sondern auch eine der ältesten des Landes. Das Besondere an dieser Moschee ist nicht nur ihre Geschichte und Architektur, sondern auch die Lage, denn im Gegensatz zu vielen anderen marokkanischen Moscheen ist die Koutoubia-Moschee nicht von anderen Gebäuden umklammert, sondern freistehend und umgeben von Palmengärten und Freiflächen. Die Moschee, die übrigens nicht nur Wahrzeichen der Stadt sondern ganz Marokkos ist, wird allabendlich beleuchtet und ist somit noch bis in 30 Kilometer Entfernung sichtbar. Ein tolles Fotomotiv!

Sehr sehenswert ist auch die ebenfalls im 12. Jahrhundert erbaute Moschee al-Mansur, auch Kasbah-Moschee genannt, und die Moschee Ben Youssef mit der 400 Jahre alten Gebetsschule Medersa Ben Youssef. Gleich um die Ecke der Moschee Ben Youssef befindet sich übrigens das Marrakesch-Museum, in dem insbesondere Kunstliebhaber aufgrund der großzügigen Ausstellung sowohl von marokkanischen als auch von international bekannten Künstlern auf ihre Kosten kommen. Etwas weiter im Westen der Stadt befindet sich der berühmte Bahia-Palast, ein prachtvolles Bauwerk, das im Laufe der Jahre um ein türkisches Bad, einen sogenannten Hammam, eine Moschee und einen wunderbaren, idyllischen Garten erweitert wurde. Übersetzt bedeutet Bahia-Palast übrigens „die Strahlende“ oder auch „die Glänzende“ – wundern dürfte es niemanden. Bekannt ist dieser Palast allerdings nicht nur bei Touristen, sondern auch bei amerikanischen Filmemachern aus Hollywood, die diesen gerne als Kulisse nutzen.

Marrakesch Tipps

Ein etwas anderer Palast, der einst zu den schönsten Palästen der Stadt gehörte, befindet sich südlich der Medina. Die Rede ist vom El-Badi Palast, bei dem nur noch die Ruinen erahnen lassen, wie prachtvoll dieses Bauwerk einst gewesen sein muss. Übersetzt bedeutet der Name dieses Palastes „der Unvergleichliche“, und das war er auch, als noch handbemalte Kacheln die Wände, kunstvolle Mosaike die Böden und geschnitzte Verzierungen aus Zedernholz die Decken und Fenster zierten. Doch schon 100 Jahre nach Erbauung wollte der Alaouiten-Herrscher Moulay Ismail seine Residenz nach Meknes verlagern. Geblieben sind also nur noch die Grundmauern der Palastanlage – und ein wunderschöner Innenhof mit einem entzückenden Brunnen. Zudem hat man von der Terrasse aus einen atemberaubenden Blick auf die Dächer Marrakeschs, bedeutet also, dass dieser einst so prunkvolle Palast auch heute noch einen Besuch wert ist.

Wer nach dem ganzen Sightseeing einfach mal einen Moment der Entspannung braucht, ist im Jardin Majorelle genau richtig, Marrakeschs historischen botanischen Garten. Angelegt wurde dieser bereits in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts von dem französischen Maler Jacques Majorelle. Dieser geriet im Laufe der Jahre allerdings in Vergessenheit, bis er 1980 vom Modeschöpfer Yves Saint Laurent wiederentdeckt wurde. Heute ist er ein wahrer botanischer Juwel, eine Art Oase sozusagen, und dient jährlich rund 650.000 Besuchern als idealer Rückzugsort. Ein weiterer idyllischer Ort etwas außerhalb des Zentrums sind die Menara-Gärten, ein öffentlicher Stadtpark in Marrakesch, der sowohl für Touristen als auch für Einheimische einen beliebten Erholungsort darstellt.

Marrakesch Tipps orientalische Gärten
Foto: saiko3p/ shutterstock.com

Kulinarisches Marrakesch

Was die kulinarische Welt Marrakeschs angeht, möchte ich euch nun keine konkreten Gerichte oder Restaurants empfehlen, die ihr unbedingt probieren bzw. besuchen solltet, sondern einfach einen wichtigen Tipp mit auf den Weg geben: Besucht unbedingt den bereits erwähnten zentralen Marktplatz Djemaa el Fna. Und mit besuchen meine ich wirklich genügend Zeit nehmen, durchschlendern und auf kulinarische Entdeckungsreise gehen. Eine Kombination aus heimischen Lebensmitteln und Gewürzen und ausgezeichneten, marokkanischen Kochkünsten führt nämlich zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis – so viel ist jetzt schon sicher. Allein die exotischen Gerüche, die von den verschiedenen Essensständen zu euch wehen, werden garantiert dafür sorgen, dass ihr gar nicht widerstehen könnt. Ich sage nur leckere Couscous-Gerichte, in einem Tontopf, der sogenannten Tajine, gegartes Gemüse mit Fleisch und einheimischen Gewürzen oder ein saftiges Stück Lamm, danach ein leckeres Datteltörtchen begleitet von einem frischen, süßen Minztee – typisch orientalisch und einfach nur köstlich! Probiert euch einfach durch die verschiedenen Garküchen. Ihr werdet es garantiert nicht bereuen. Wenn ihr mehr über die marokkanischen Gerichte und ihre Zubereitung lernen möchtet, empfehle ich euch den Kochkurs im Restaurant Amal. Hier lernt ihr nicht nur den Umgang mit orientalischen Gewürzen, sondern tut auch noch etwas Gutes, denn Amal ist neben einem Restaurant auch eine Kochschule für Frauen und Mädchen aus Marokko. Die Ausbildung, die ihnen hier zuteil wird, soll ihnen den Start in ein besseres und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Eine Organisation, die man durchaus mit einer Spende unterstützen sollte.

Marrakesch Tipps Gewürze Souks

Das etwas andere Nachtleben von Marrakesch

Was das Nachtleben in Marrakesch angeht, muss man sagen, dass es nicht mit dem vieler anderer Metropolen zu vergleichen ist. Hier verlagert es sich nämlich in erster Linie auf das Herzstück der Stadt, den berühmten Gauklerplatz Djemaa el Fna. Sobald hier die Sonne untergeht und der Abend einbricht, sorgen nämlich die verschiedensten Künstler, darunter auch Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler und Schwertschlucker, aber auch tolle Musiker, für ausgelassene Feierstimmung – typisch orientalisch eben. Daher spricht man hier auch von der wohl größten Party MarokkosWer dann doch nach einer gemütlichen Sitzgelegenheit sucht, um entspannt in den Abend zu starten, der sollte eine der vielen Bars besuchen, von denen einige sogar einen Pool haben, um dort einen leckeren Cocktail zu schlürfen.

Zwei sehr beliebte Bars der Stadt sind zum Beispiel die Royal Mansour Bar und die Churchill Bar, die beide nur wenige Gehminuten vom zentralen Marktplatz entfernt und somit auch zu Fuß gut erreichbar sind. Etwas weiter außerhalb befindet sich der größte und wohl angesagteste Club Marrakeschs, das Pacha, ein stilvoll eingerichteter Tanzclub mit Pool, Chilllounge und einer riesigen Tanzfläche, auf der ihr bis in die Morgenstunden hinein abtanzen könnt. Hier braucht ihr euch nicht wundern, wenn plötzlich einfach mal David Guetta höchstpersönlich auflegt. Definitiv ein cooler Club! Generell sind sich viele Touristen jedoch einig: Wenn man schon mal vor Ort ist, sollte man auf jeden Fall in den Genuss des etwas anderen Nachtlebens kommen, sprich mindestens eine Nacht auf dem Djemaa el Fna live miterleben.

Marrakesch Tipps Lampen Souk Markt Nachtleben

Ein Wellnesstag in einem Hammam

Was gibt es besseres als einen entspannten Wellnesstag nach einer durchfeierten Nacht? Wie gut, dass es in Marrakesch wahre Oasen der Entspannung, sogenannte Hammams, gibt. Lasst euch mit einer Kombination aus traditionellen Schaumbädern und Massagen verwöhnen. Die Bäderkultur des Orients ist Jahrhunderte alt, ihr begebt euch also in die Hände wahrer Könner. Empfehlenswert ist besonders der Heritage Spa, in dem neben den klassischen, marokkanischen Behandlungen auch weitere Wellness- und Beautybehandlungen in typischer Hammamatmosphäre angeboten werden. Ebenfalls empfehlenswert ist auch das Les Bains de Marrakech, oder das Hammam de la Rose. Eingehüllt in Schaum oder mit einem Minztee in der Hand könnt ihr hier den Alltagsstress vergessen und einfach nur entspannen.

Ausflugstipp Souss-Ebene – Hier klettern Ziegen auf Bäume

Wenn ihr ein paar Tage länger in Marrakesch seid, dann empfiehlt sich ein Ausflug in die Souss-Ebene im Süden von Marokko, denn hier wartet ein lustiges Schauspiel auf euch. Wie ihr vielleicht schon wisst, ist Arganöl eines der wichtigsten Exportgüter Marokkos. Das teure Öl wird in einem aufwendigen Prozess aus der Nuss des Arganbaumes, genauer gesagt aus ihrem Kern gewonnen und in die ganze Welt exportiert. Kleine und große Arganöl-Fabriken findet ihr in Souss zuhauf, doch die ganz besonderen „Mitarbeiter“ findet ihr direkt in den Bäumen: Ziegen fressen die Nüsse und Blätter des Arganbaumes ab und lassen dabei den Kern des kostbaren Gewächses auf die Erde fallen, dieser wird dann zur Weiterverarbeitung von den Hirten aufgesammelt. Die kleinen und wendigen Ziegen beschränken sich bei ihrem Mahl nicht etwa auf die Köstlichkeiten, die auf Augenhöhe wachsen, sondern klettern in die Bäume. So entstehen so lustige Fotos wie dieses hier:

Marrakesch Tipps Ziegen Arganbaum Arganöl

Nach all diesen Eindrücken hoffe ich, dass ihr wisst, wieso ich zu Beginn von einer Fernweh-Destination gesprochen habe. Marrakesch ist schlichtweg eine faszinierende Stadt, die besonders aufgrund ihres orientalischen Flairs und der lebensfrohen Marokkaner einen ganz besonderen Charme versprüht. Na, habt ihr schon Lust auf einen Trip ins wunderschöne Marrakesch?