Wenn die Sonne das Land in seinem kräftigsten Rot erstrahlen lässt, der Horizont euch zu Füßen liegt und der Himmel die Berge küsst, dann wisst ihr, warum ihr hier seid. Jordanien muss man selbst erlebt haben. Eintauchen, in eines der wohl spektakulärsten und kulturreichsten Länder, das unsere Erde zu bieten hat.

Dieses wunderschöne Land ist gebeutelt von seinen krisengefährdeten Nachbarn, verschrien durch seine Lage und löst in den meisten Touristen eher Bauchschmerzen als Fernweh aus. Damit wird Jordanien aber Unrecht getan, denn dieses wunderbare Land muss unbedingt auf eure Reiseliste – je eher ihr einen Haken dahinter setzt desto besser, denn hier gibt es Dinge zu entdecken, die euch den Atem rauben werden und Erinnerungen, die euch ein Leben lang begleiten.

Das erwartet euch in Jordanien

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Wo sind wir?

Jordanien findet seinen Platz im Nahen Osten und grenzt an Saudi Arabien, Israel, den Irak und Syrien. Länder, die in der letzten Zeit nicht das beste (touristische) Ansehen genossen haben. Trotzdem aber vergessen viele, dass in Jordanien seit über dreißig Jahren Frieden herrscht. Ich will hier nicht verleugnen, dass Grenzgebiete ein heißes Pflaster sind, im Zentrum des Landes aber, und an den touristisch interessanten Orten, habt ihr wenig zu befürchten.

Es ist ratsam, auf die allgemeinen Sitten des Landes Rücksicht zu nehmen, sich dementsprechend zu verhalten und stets auf Hinweise des Außwärtigen Amtes zu hören. Wenn ihr das tut, steht einer ungefährlichen Reise nichts im Wege. Ein Visum ist für die Einreise notwendig und bekommt ihr bei der Ankunft am internationalen Flughafen. Plant ihr eine Einreise über den Landweg, ist es ratsam, sich schon vorab bei der Botschaft ein Visum zu besorgen.

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Petra

Amman – die Hauptstadt

Die Hauptstadt des Königreichs Jordaniens zählt 4 Millionen Einwohner und findet im Norden des Landes ihren Platz. Ein Ort voller Geschichte und Religion, mit den wohl am besten erhaltenen römischen Kulturstätten. Ihr findet hier Theater, heilige Plätze und Monumente, die euch an Griechenland und Italien erinnern werden. Amman zählt zu einer der ältesten bewohnten Städte dieser Welt und wurde bereits in der Bibel erwähnt. Ursprünglich auf sieben Hügeln errichtet, breitet sich das Stadtgebiet mittlerweile auf einem viel größeren Raum aus und wurde zu einer bunten, modernen und lebhaften Metropole.

Was müsst ihr sehen?
Nachdem Amman wahrscheinlich euer Ausgangspunkt der Reise sein wird, solltet ihr euch unbedingt die Zitadelle auf dem Hügel ansehen – hier habt ihr einen traumhaften Ausblick über das bunte Treiben der Stadt und könnt im Archäologischen Museum mehr über die Geschichte erfahren. Ein wunderschönes römisches Theater findet ihr nur 30 Gehminuten von der Zitadelle entfernt. Ein Stück weiter könnt ihr euch in Downtown Amman in den Straßen verlieren und durch einen der vielen Souks laufen, mit den Verkäufern feilschen und scherzen, Gewürze probieren, Stoffe kaufen und in das arabische Bazar Leben eintauchen. In der ganzen Stadt findet ihr auch beeindruckende Moscheen, achtet bei einem Besuch aber auf angemessene Kleidung.

Petra

Oh … endlich kommt sie. Darauf habt ihr bestimmt alle gewartet. Die wunderschöne, atemberaubende, strahlende Felsstadt Petra. Ihr seht – ich bin verliebt, hin und weg von diesen Mauern, dem Kunstwerk in Stein geschlagen. Diese Felsenstadt alleine ist eine Reise nach Jordanien wert. Ca. drei Stunden südlich der Hauptstadt erwartet euch ein in Stein gemeißelter Ort, den es so kein zweites Mal gibt. Zunächst wandert ihr durch eine Felsenschlucht, bis sie langsam hinter den Steinen hervorblickt: Eine Stadt, die euch sofort in die Vergangenheit versetzt.

Geschichte liegt in der Luft
Petra galt bereits im 5. Jahrhundert vor Christus aufgrund ihrer günstigen Lage als eine der wichtigsten Handelsstätten und war Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Nur über einen schmalen Gebirgspfad zu erreichen, war die Stadt geschützt, hatte ausreichend Wasser und erstrahlte in der damaligen Zeit in Luxus. Neu entstandene Handelsplätze, Kriege und Schiffsrouten aber machten der strahlenden Petra Konkurrenz, wodurch sie irgendwann an Bedeutung verlor und die Menschen sie zurückließen. Und zwar so lange, bis sie 1812 ein Schweizer wiederentdeckte, der sich als Araber verkleidete, um durch das Land zu reisen. Erst in den 1920er Jahren wurden angemessene Ausgrabungen durchgeführt, um die Petra ins heutige Zeitalter zu bringen. Und seitdem erstrahlt sie für uns.

Tipps
Ich rate euch, besonders früh vor Ort zu sein. Petra und die Umgebung sind groß, es gibt viel zu entdecken. Schaut euch vielleicht zuerst die „Kleine Petra“ an, welche etwas außerhalb liegt denn dort sind nicht so viele Menschen. Die Stadt an sich ist riesig, nehmt euch also unbedingt ausreichend Zeit. Die Khazne al-Firaun, das Schatzhaus, das man als die Petra und aus Indiana Jones-Filmen kennt, sollte man unbedingt besuchen, wenn gutes Licht herrscht – denn dann erstrahlt der felserne Eingang in einem imposanten Rot, das euch jeden Zweifel an Jordanien nehmen wird.

Ihr könnt außerdem einen Kochkurs belegen, in der Cave Bar den Abend ausklingen lassen oder Montag, Mittwoch und Donnerstagabend die Petra im Kerzenschein bei Nacht entdecken. Ein wahrlich unglaubliches Erlebnis. Ihr könnt die Gegend erkunden, auf einem Kamel durch die Wüste reiten oder mit dem Jeep den Sand aufwirbeln. Langweilig wird euch hier bestimmt nicht.

Unterm Sternenhimmel

Der Wadi Rum, ist der größte und spektakulärste Wadi in ganz Jordanien, weshalb ihr eine Nacht hier auf keinen Fall auslassen solltet. Beduinen sind eure Gastgeber, Zelte euer Haus und der Sternenhimmel euer Abendprogramm.
Info:
Ein Wadi ist ein ausgetrockneter Flusslauf.
Hier erstrahlt der Himmel mit all seiner Pracht und ihr werdet nach oben blicken, wie ihr es noch nie zuvor getan habt. Am Tag könnt ihr die Gegend erkunden, zur Burdah Bridge wandern, in der Oase von Hammamat Ma’in bei einem heißen Wasserfall entspannen, klettern, eine Jeep Safari buchen, auf einem Kamel oder Araber reiten (dem Pferd!) oder mit einem Heißluftballon der Abendsonne entgehen fahren. Letzteres ist mein Favorit, wenn euch die Wüste zu Füßen liegt und die letzten Sonnenstrahlen des Tages nur für euch die Felsen zum Leuchten bringen.

1001 Nacht
Hier angekommen, habe ich zwei wunderschöne Unterkünfte für euch gefunden, zwischen denen es schwierig wird, sich zu entscheiden. Was euch erwartet, ist keine 5 Sterne Luxus Suite aber eine wunderschöne Erfahrung, die ihr nur am Lagerfeuer in der Wüste, mit den Zehen im Sand unter dem weitesten Sternenhimmel des Orients machen könnt.

Das Captain’s Desert Camp erwartet euch mit einer kleinen Zeltstadt, frisch zubereitetem Essen und Felsen, die euch umgeben und Schutz bieten. Im kleinen Rahmen genießt ihr hier mit anderen Reisenden das wunderschöne Camp und könnt für kleines Geld das wahre Jordanien kennen lernen.

Das Wadi Rum Night Luxury Camp ist das, was man unter Glamping versteht – hier trifft man wirklich auf Luxus. Wer sich ein bisschen mehr gönnen möchte (wobei 65€/Nacht pro Person auch nicht gerade viel ist), kann in eines der wunderschönen Zelte einchecken.

Das Tote Meer

Moment mal .. Meer? Oder doch See? Jeder kennt es – jeder hat’s schon mal gesehen. Das Tote Meer ist eigentlich ein See und ist aufgrund des hohen Salzgehaltes besonders berühmt. Wer einmal unbeschwert über das Wasser treiben, sich dabei die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und gemütlich eine Zeitung lesen möchte, der muss unbedingt ans Tote Meer kommen. Bis zu 33% Salzgehalt kann der See haben – knapp 4% hat das Mittelmeer, zum Vergleich. Hier lebt nichts, außer euer tollstes Urlaubserlebnis. Im Wasser könnt ihr auch allen Hautkrankheiten den Kampf ansagen, da dem See eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Nur nicht mit dem Kopf Unterwasser, denn das kann – sprichwörtlich – ganz schön ins Auge gehen. Auch das Schlucken des Wassers kann gefährlich werden.

Tipp: Ein besonders schönes Ausflugsziel in der Gegend ist die Schlucht Wadi Mujib und die Ausgrabungsstätte im Masada Nationalpark.

Verliebt – verlobt – gebucht?!

Jordanien ist ein friedliches Land, dem mit bösen Gerüchten nicht Unrecht getan werden darf. Die Menschen sind unglaublich gastfreundlich und liebenswert, empfangen euch mit Freude und Stolz. Ein Land, das vor Kultur und spektakulärer Natur nur so strotzt, sollte unbedingt mehr in den Vordergrund unserer Urlaubsdestinationen rücken, besonders auch, um Vorurteilen und Engstirnigkeit entgegen zu wirken. Also ich bin überzeugt – und sogar verliebt. Wer kommt mit mir, oder noch besser – wer war schon vor Ort und kann bestätigen, wie toll Jordanien ist?