Miami Beach, Downtown und Little Havana – drei Stadtteile in Miami, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Welche Facetten der Sunshine-Staat außer Palmen gesäumten Stränden aufweist, erfahrt ihr hier.

Einmal im Leben nach Miami fliegen – das ist für viele der größte Traum. Verweilen in Miami Beach, schlendern über den berühmt berüchtigten Ocean Drive und sich heimlich über die Poser in ihren schicken Oldtimern ins Fäustchen lachen. Obwohl viele von uns noch nicht selbst dort waren, haben wir doch eine klare Vorstellung von Miami. Und ich kann euch sagen, die bestätigt sich tatsächlich bei einem Besuch des Sunshine-Staates. Dass Miami aber verschiedene Gesichter hat, zeige ich euch jetzt.

Miami in unterschiedlichen Facetten

Miami Beach | Miami Downtown | Little Havana

Miami Beach

Denken wir an Florida, fällt uns als erstes Miami ein. Wahrscheinlich nennen viele von uns sogar als erstes Miami Beach, eine über vier Brücken mit Miami verbundene Insel. Denn Miami Beach ist der Inbegriff für alle, die das Leben unter der Sonne lieben und genießen. Wunderschöne Art Déco Fassaden aus den 30er und 40er Jahren stehlen sich am South Beach mit dem kilomterlangen, unbeschreiblich schönen, weißen Sandstrand die Schau. Noble Bars und Restaurants, die Hotspots des Miami Nightlifes und auch die besten Shoppingmöglichkeiten säumen den Ocean Drive, die berühmt berüchtigte Flaniermeile. Aufgepimpt wird die Lifestyle-Atmosphäre zudem von schicken Sportwagen und Oldtimern, die immer wieder laut aufheulen und für Aufmerksamkeit sorgen.

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Sowohl tagsüber als auch abends tobt hier das Leben: Straßenkünstler geben ihre Shows zum Besten, aus den Bars an der Promenade ertönen laute Beats und kubanische Rhythmen. Welches Café dem Ocean Drive alle Ehre macht, ist das News Café. Doch Vorsicht: Nicht nur das News Café, sondern leider auch alle anderen Gastronomien am Ocean Drive haben verdammt stolze Preise. Erscheint euch ein Preis besonders hoch, kann es daran liegen, dass eventuell schon das Trinkgeld in der Rechnungssumme enthalten ist. Gut und gerne werden in Miami Beach nämlich automatisch 18% dazu gerechnet. Parallel zum Ocean Drive verläuft der atemberaubende Strand. Sixpacks wohin man schaut, nahtlos gebräunte Haut und eine perfekte Kulisse für den Poser im Manne (und sogar in der Frau!). Überlegt euch also vorher, ob ihr diesen Anblicken standhalten oder sogar mithalten könnt. ;-)

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Foto: meinzahn / Shutterstock.com

Miami Downtown

Das absolute Gegenteil von Miami Beach ist Miami Downtown. Während am Ocean Drive nach dem Motto „sehen und gesehen werden“ gelebt wird, herrscht in Downtown ein anderer Wind. Zwischen dem Miami River und dem Bayfront Park ziert sich eine atemberaubende Skyline von unglaublichen Wolkenkratzern. Es scheint, als würde sich ein Gebäude schamlos ans nächste reihen und die Anzahl der Stockwerke keine Rolle spielen. Warum hier alles auf meterhohe Bauwerke gesetzt wird? Ganz einfach: Downtown ist das Finanzzentrum, der Mittelpunkt von Miami. Banken, Bürogebäude und namenhafte Firmen haben ihren Sitz in den Wolkenkratzern und lassen die pulsierende Stadt ins Unermessliche wachsen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt: Kulturelle Zentren, Shoppingcenter und Regierungsgebäude teilen sich einen Bezirk.

Eine der bekanntesten Straßen Downtowns ist die Flagler Street, die zum Flanieren einlädt. Die Brickell Avenue beherbergt hingegen überwiegend internationale Banken und Unternehmen. Wollt ihr mal aus der Vogelperspektive einen Blick auf dieses unglaubliche Viertel werfen, braucht ihr nur in die obersten Stockwerke einer der zahlreichen Wolkenkratzer fahren. Entlang des Hafens, der übrigens die größte Anlegestelle für internationale Kreuzfahrtschiffe bietet, befindet sich das Bayside Marketplace. Findet ihr Gefallen an Unterhaltungs- und Einkaufszentren, solltet ihr hier unbedingt einmal vorbeischauen.

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Little Havana

Über den Kontinent hinaus ist auch das kubanische Viertel Little Havana bekannt, beruhend auf der Vielfalt sozialer, politischer und kultureller Aktivitäten. Großen Interpretationsspielraum wirft dieser Name nicht auf – er entstand, als in den 1960er Jahren eine große Anzahl an Kubanern einwanderte. Heute leben in Little Havana hauptsächlich Kubanoamerikaner, deren Feste es sogar Bekanntheit in der ganzen Welt erlangen. Um das Viertel auf eigene Faust zu erkunden, bietet sich der Big Bus Miami an: Auf der Route könnt ihr beliebig oft ein- und aussteigen. Neben Little Havana werden nämlich auch noch andere Stadtteile von Miami angefahren, sodass ihr für wenig Geld ganz einfach durch die aufregende Stadt kutschiert werdet.

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Foto: Kamira / Shutterstock.com

Seid ihr bezüglich eures Reisezeitraums flexibel, lege ich euch zwei Feste der Kubanoamerikaner ans Herz, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Als erstes wäre da der „Viernes Culturales“, zu deutsch kultureller Freitag. Jeden letzten Freitag eines Kalendermonats findet auf der Calle Ocho (Straße 8), die übrigens das Herzstück dieses Viertels ist, eine Kunst- und Kulturmesse statt. Lateinamerikanische Kultur wird von verschiedenen Schaustellern und Künstlern inszeniert und bietet euch einen ehrlichen Einblick in fremde Kulturen. Ebenfalls auf der Calle Ocho, und damit wären wir auch schon beim zweiten Fest, findet das Calle-Ocho-Festival, der karibische Karneval, statt. Es ist zugleich Teil des Karnevals in ganz Miami und zieht jährlich über eine Million Besucher an. Lateinamerikanische Kultur wird verkörpert, Farben sowie Flaggen der Herkunftsländer werden öffentlich getragen, regionale Speisen verkauft und typische Musik wie Reggaeton, Salsa, Bachata und Merengue wird gespielt.

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Foto: iStock.com/Juanmonino

Na, was sagt ihr zu diesen drei unterschiedlichen Facetten, die Miami zu bieten hat? Wenn ihr erst einmal selbst vor Ort seid, werdet ihr aus dem Staunen mit Sicherheit nicht mehr herauskommen. Nicht umsonst gehört Miami zu einer der coolsten Städte weltweit und sorgt bei Reiseberichten für weit aufgerissene Augen und offene Münder.