Unberührte Natur trifft Großstadtfeeling, Traditionalisten treffen hippe Trendsetter, Klassizismus trifft Expressionismus. All das und noch viel mehr ist Helsinki, Finnlands mit Abstand größte Stadt. Eins ist sie dabei jedoch bestimmt nicht: Aufdringlich!

Trotz der vielen Gegensätze ist Finnlands Hauptstadt Helsinki unaufgeregt und total bodenständig. Und das selbst im Angesicht steigender Touristenzahlen und wachsender Beliebtheit unter den Reisenden. Da ist es kaum vorstellbar, dass Helsinki während Finnlands Zugehörigkeit zu Schweden eher den Ruf eines unbedeutenden Städtchens hatte, nicht wahr? Erst nachdem Finnland unter russische Herrschaft fiel, gewann die Stadt als Hauptstadt an Bedeutung und spätestens seit Finnlands Unabhängigkeit im Jahre 1917 ist Helsinki als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum fix.

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Wusstet ihr, dass sich Helsinki in die historische Kernstadt und in mehrere Neubaugebiete unterteilt, die den Kern im Norden, Osten und Westen umschließen? Wie der Name es schon vermuten lässt, werdet ihr vor allem in der Kernstadt auf architektonische Highlights, hippe Mode- und Designdistrikte und ganz besonders Traditionsbewusstsein stoßen. Jetzt wünsche ich euch aber viel Spaß beim Lesen meiner Helsinki Tipps, mit denen ihr euch Inspiration für den kommenden Städtetrip holen könnt.

Staunen erlaubt

Ich werde gar nicht lange drum herum schreiben und euch ohne Umschweife zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten Helsinkis führen, denn diese sind vor allem durch ihre, sich sehr stark voneinander unterscheidenden Baustile die absoluten Hingucker der Stadt. Zentraler als im Zentrum kann man ja bekanntlich nicht starten.

Sommer von Helsinki, Finnland iStock_000024367312_Large-2

Dort befindet sich der Senatsplatz, der an jeder seiner vier Seiten einen wahren „Sightseeing-Schatz“ bereithält. Im Süden findet ihr das Sederholm Haus aus dem Jahre 1757, was mit seinen fast 250 Jahren auf dem Buckel als ältestes Steingebäude der Innenstadt zählt. An der Westseite des Platzes steht das Hauptgebäude der Universität Helsinki, während ihr im Osten, wie es sich schon vermuten lässt, das Senatsgebäude beziehungsweise den Sitz der finnischen Regierung findet. Die eigentliche Attraktion ist jedoch der im Norden befindliche Dom von Helsinki, Touristenattraktion und somit eines der beliebtesten Ziele der ganzen Stadt.

Kathedrale von Helsinki, Helsinki, Finnland iStock_000060719664_Large-2

Damit ihn auch niemand verfehlen kann, wurde bereits bei der Planung eine Form gewählt, die es ermöglicht, den Dom von allen Seiten hervorragend sehen zu können. Neben Gottesdiensten finden hier auch in regelmäßigen Abständen, nicht zuletzt wegen seines imposanten Inneren, auch Hochzeiten statt. Vom Dom von Helsinki aus geht es nun direkt zum nächsten Sakralbau, der Temppeliaukio-Kirche. Von Außen ist dieses herausragende Beispiel für Helsinkis verschiedene Architekturstile kaum zu erkennen, zumindest nicht, wenn ihr euch der Kirche von hinten nähert; auf diesem Weg ist nämlich nur ein leicht bewachsener Fels zu erkennen. Erst von vorn offenbart sich das Ausmaß dieser Kirche, die direkt in einen Granitfelsen hineingebaut wurde und deren Inneres durch das gläserne Dach förmlich von Licht geflutet wird.

Sie ist nicht nur Schauplatz von Gottesdiensten der evangelischen Kirchengemeinde, sondern auch von Konzerten, die aufgrund der hervorragenden Akustik dort aufgeführt werden. Doch selbst wenn ihr nicht zu einer Aufführung anreist, ist die Atmosphäre in diesem einzigartigen Bau eine ganz besondere, was euch sicherlich schnell bewusst werden wird. In der Chapel of Silence finden zwar keine Gottesdienste statt, auch, wenn ihre Inneneinrichtung es vermuten lässt; vielmehr ist sie für jeden Besucher (unabhängig seiner Religion) als Ort der Ruhe und Besinnung gedacht. Solltet ihr euch in Helsinki also nach einem ruhigen Fleckchen umsehen, ist dies der ideale Anlaufpunkt.

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Foto: istock.com/fotoVoyager

Sicherlich sind auch ein paar Foodies unter euch, oder? Helsinki ist bekannt für seine drei großen Markthallen, von denen die Old Market Hall die wohl imposanteste ist. Seit 1889 bietet die Halle nationalen und internationalen Köstlichkeiten ein Dach über dem Kopf; ihr profitiert dort vor allem von ihrer idealen Lage am Hafen: „Frisches Seafood voraus“ sage ich da nur. Aber auch Stände mit Süß- und Backwaren oder frischen Früchten wollen euch alle paar Meter verführen. Wem die Halle zu touristisch ist, dem gebe ich mit der zweistöckigen Hakaniemi Food Hall eine gute Alternative zur Hand.

Während ihr im unteren Teil ebenfalls allerlei Lebensmittel vorfindet werdet, könnt ihr im oberen Bereich nach Herzenslust in non-Food Stores stöbern. Seid ihr von der Shoppingtour ermattet, lädt dort oben auch ein hübsches, kleines Café zum Verweilen und Runterkommen ein.

Ausflüge in Helsinkis Umgebung

Einige der Sehenswürdigkeiten Helsinkis liegen etwas außerhalb der Kernstadt, was aber aufgrund der guten Anbindung kein Problem darstellen sollte. Wollt ihr Suomennlinna, die „Finnenburg“ und UNESCO-Weltkulturerbe, besuchen, nehmt ihr einfach eine Fähre von der Ostseite des Marktplatzes aus und seid innerhalb von 15 Minuten an der Bastionfestung, die von drei Staaten als Verteidigungsanlage genutzt wurde und sich über mehrere Inseln hinweg erstreckt. Beschilderte Rundwege weisen euch den Weg entlang der Festung und insgesamt sechs Museen können euch die Geschichte der Festung und ihrer militärischen Vergangenheit näherbringen.

aerial view of Suomenlinna (Sveaborg) sea fortress in Helsinki, Finland shutterstock_166214942-2

Ihr sehnt euch nach etwas Ruhe und Abgeschiedenheit? Dann nehmt von Helsinkis Marktplatz aus eine Fähre, welche die Insel Vallisaari ansteuert. Sie ist der Küste Helsinkis vorgelagert und erst im Mai für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Da bekommen die Wörter „unberührte Natur“ eine ganz neue Bedeutung, was? Auch hier könnt ihr euch entlang der gut beschilderten Wege auf eine Inselerkundung begeben, oder aber ihr vertraut euch bei einer geführten Tour einem erfahrenen Guide an, der euch noch mit allerlei nützlichen Tipps und Infos versorgt.

Islands  near Helsinki in Finland

Zu einem Urlaub in Finnland darf eins keinesfalls fehlen: Ein Ausflug zum Schärengarten. Auf der Insel Iso Vasikkasaari habt ihr die Gelegenheit, mit einem Boot durch die malerischen Schären zu gleiten und kommt so Finnlands atemberaubender Natur ganz nahe. Seid ihr keine erprobten Seebären, könnt ihr auch hier an einer geführten Wanderung teilnehmen und das Areal auf diese Weise erkunden. Lasst euch aber gesagt sein, dass dies bei Weitem nicht so spektakulär wie eine Bootsfahrt ist!

Arbeit vor Vergnügen

Auch, wenn nun ein Schrei der Empörung zu mir durchdringen wird: Für mich gehören diese zwei Dinge auch zu einem Urlaub dazu. Und wie heißt es so schön: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Sportlich geht es im Yrjönkadun uimahalli zu. Keine Sorge, hinter dem Zungenbrecher versteckt sich ein wunderschönes Schwimmbad im Stadtteil Kamppi, das euch mit seinem Interieur in die 20er Jahre entführt. Hier könnt ihr entspannt eure Bahnen ziehen, beachtet jedoch, dass es gesonderte Zeiten für Frauen und Männer gibt. Im Grunde genommen ist das Hallenbad nämlich ein Nacktbad, in dem Badebekleidung erst im Jahre 2001 erlaubt worden ist. Ich kann also alle beruhigen, die schon beschämt die vorherigen Zeilen ignorieren wollten.

Helsinki Pool
Foto: tripadvisor

Tafeln an der Außenseite des Bades informieren euch über besagte Schwimmzeiten; informiert euch also rechtzeitig vor eurem Besuch. Bestimmt habt ihr vor Kurzem auch meinen Bericht über meine Erfahrungen als Saunatester in Finnland gelesen, oder? Dann wisst ihr ja jetzt sicherlich auch, dass dort meine Leidenschaft fürs Saunieren förmlich entflammt wurde und ganz ehrlich: Ein Saunabesuch gehört zu einem Finnland-Urlaub einfach dazu. Glück für euch, dass ihr bei eurem Helsinki Aufenthalt gar nicht lange dafür fahren müsst, denn zu Beginn des Jahres wurde dort die neue Design-Sauna Löyly eröffnet.

Sauna
Foto: facebook.de/Löyly

Auf 1.800 Quadratmetern könnt ihr in zwei traditionellen Saunen schwitzen und euch hinterher auf die großzügige Dachterrasse legen, um euch mit Blick übers angrenzende Meer zu entspannen. Saunieren kann auch hungrig machen, wie gut also, dass der Sauna auch direkt ein fabelhaftes Restaurant angeschlossen ist, das euch zu verwöhnen weiß.

Möbel, Mode, Handwerk

Ich hoffe, ihr habt euch ausgiebig für die anstehende Shoppingtour erholt, denn auch in diesem Bereich fährt Helsinki ordentlich auf; genau so vielfältig wie die Architektur sind nämlich auch die Shoppingmöglichkeiten. Finnland im Allgemeinen und Helsinki insbesondere sind vor allem für ihre ausgefallenen Designs in puncto Möbel bekannt, die ihr hervorragend im Design District bewundern und auch erstehen könnt. Der District erstreckt sich über Kaartinkaupinki, Kamppi, Ullanlinna und Punavuori, mit dem Diana Puisto Park in seiner Mitte, der euch nach einer anstrengenden Tour wieder runterkommen lässt.

Genau so trendy wie Helsinkis Einrichtungsläden sind auch die Klamottenläden, die vorwiegend von jungen, meist (noch) unbekannten Designern betrieben werden und euch mit einzigartigen Stücken ausstatten, die, wieder zu Hause angekommen, garantiert neidische Blicke auf sich ziehen werden. Wer lieber in etwas größeren Dimensionen einkauft, dem kann ich das Forum Shopping Center im Herzen Helsinkis empfehlen. Auf drei Etagen tummeln sich über 120 Geschäfte und im Untergeschoss versorgen euch etliche Imbissstände mit vielen leckeren Köstlichkeiten. Verhungert ist während einer langen Shoppingtour also noch niemand. Das Stockmann ist quasi das KADEWE Finnlands.

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Foto: istock.com/esvetleishaya

Im unteren Bereich geben sich Luxusmarken ein Stelldichein, aber mit Geduld und etwas Spürsinn lassen sich auch bezahlbare Waren finden. Zum Schluss habe ich noch einen Tipp für all diejenigen, die sich mit traditionellem Kunsthandwerk ausstatten wollen. Die Gegend rund um den Esplanadi Park ist ein wahres Eldorado hierfür und nach Beendigung der hoffentlich erfolgreichen Tour solltet ihr euch für einen Snack oder gar ein Lunch in den Park setzen. Glaubt mir, dort gibt es allerhand Interessantes zu beobachten.

Club-Hopping

In Helsinkis Innenstadt ist es möglich, aus einem Club zu gehen, drei Schritte zu laufen und direkt in den nächsten zu stolpern. Ideal, wenn eine Location nicht das gehalten hat, was sie im ersten Moment versprach. Helsinkis Straßen sind nicht nur von vielen, sondern auch von interessanten und ausgefallenen Clubs gesäumt. Das Navy Jerry’s katapultiert euch mit seiner plüschigen Einrichtung und den Bedienungen im Petticoat direkt in die 50er Jahre zurück.

Navy Jerry’s
Foto: facebook.com/Navy Jerry’s

Wie es der Name vermuten lässt, wurde die Einrichtung zudem von maritimen Einflüssen inspiriert, sodass der Billardtisch beispielsweise auf einer Ebene Platz findet, die an ein Schiffsdeck erinnert; Bug und Schiffskarten an den Wänden inklusive. Mindestens genau so ausgefallen ist die Ateljee Bar, die euch mit ihrer Dachterrasse einen wunderschönen Blick über ganz Helsinki bietet.

Ateljee Bar
Foto: facebook.com/Ateljee Bar

Ein absolutes Highlight, wenn die Sonne bereits untergegangen und die Stadt in ein Lichtermeer getaucht ist. Klar, dass sich die Bar diesen Blick etwas kosten lässt, Getränke sind (wie in den skandinavischen Ländern üblich) nicht gerade günstig, aber die Aussicht entschädigt für den finanziellen Aufwand. Wer es gerne urig und gemütlich mag, findet im Liberty or Death die richtige Location. Die Bar ist mit ihren abgedunkelten Scheiben nicht gerade leicht zu finden; informiert euch also vorher genau über ihren Standort. Ihren Charme erhält diese kleine Cocktail Bar durch ihr raues Inneres: Die Wände bieten Blick auf das rote Mauerwerk, Bücherregale sprießen wie Pilze aus dem Boden und eure Getränke schlürft ihr aus coolen Vintage Gläsern während sanfte Jazz-Musik den Raum erfüllt.

Plant eure Reise nach Helsinki

Wer am Anfang dachte, dass nordische Städte nur Eis, Schnee und Natur kennen, der wird seine Meinung nach meinen Helsinki Tipps wohl hoffentlich noch einmal überdenken! Helsinki hat für mich die perfekte Mischung bereitgehalten. Ich konnte mich an der tollen und abwechslungsreichen Architektur satt sehen, habe mir hippe Möbel und Kleidung in trendigen Geschäften angesehen und es mir hinterher bei einem Saunagang so richtig gut gehen lassen. Euch kribbelt es jetzt auch schon in den Fingern? Worauf wartet ihr dann noch! Koffer gepackt und auf geht’s in Finnlands Metropole Helsinki.

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