Falls ihr die Nase voll habt von den standardtypischen Urlaubszielen, zu denen euch jeder Billigflieger bringt und selbst die Touristen schon ihren Ruf weg haben (Mallorca lässt grüßen), habe ich heute ein atemberaubendes Ziel für euch, von dem ihr garantiert am Ende meines Beitrages begeistert sein werdet.

Zwar bin ich mir sicher, dass euch mein gefundenes Schätzchen durchaus schon bekannt ist, ich garantiere euch aber, dass ihr dieses Paradies bisher weitaus unterschätzt habt. Nun will ich aber auch nicht länger drumherum reden und euch auf die Folter spannen – also lasst uns gemeinsam einen Blick auf die zauberhaften Färöer Inseln werfen. :)

Wie sieht ein Urlaub auf den Färöer Inseln aus?

Wo liegen eigentlich die Färöer Inseln? | Was erwartet mich hier?

Norðoyggjar | Eysturoy Streymoy, Nólsoy, Hestur und Koltur

Vágar | Sandoy, Skúvoy und Stóra Dímun | Suðuroy

Färöer Inseln

Wo liegen eigentlich die Färöer Inseln?

Die Färöer Inseln, auch Schafsinseln genannt, sind 18 unterschiedlich große Inseln, die eine Inselgruppe im Nordatlantik zwischen Island, Norwegen und Schottland bilden. Mit einer Gesamtfläche von 1399km² und einer 1289 kilometerlangen Küstenlinie formt sich die Inselgruppe zu einem südlich spitz zulaufenden Dreieck. Dass die einzelnen Inseln durch Meerengen und Fjorde geteilt werden, sieht nicht nur schön aus, sondern bringt auch den Vorteil mit sich, dass jeder noch so kleine Ort maximal fünf Kilometer vom Meer entfernt ist. Wo auch immer ihr euch also auf den Färöer Inseln aufhaltet, weit zum Wasser habt ihr es nicht.

Färöer Inseln

Überhaupt könnt ihr euch einer sehr schönen und einzigartigen Natur erfreuen: Der Archipel hat nicht nur 18 Inseln, 11 Holmen und 750 Schären zu bieten, sondern glänzt auch mit atemberaubenden Wasserfällen, die teilweise direkt ins Meer stürzen sowie einer ausgeprägten Vegetation aus farbenfrohen Blütenprachten, Mosen und Pilzen. Die Inseln selbst bestehen allesamt aus Basalt, einem basischen Ergussgestein, gemischt mit Tuffschichten, da sie vulkanischen Ursprungs sind. Sowohl Täler als auch Hochebenen sind meist kleine Sumpfgebiete, ihr solltet also vorsichtig sein, wenn ihr auf Entdeckungstour geht.

Was euch auf der Inselgruppe erwartet

Entdeckungstour ist übrigens das Stichwort – die Färöer Inseln unterteilen sich nämlich in sechs Regionen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Je nachdem, in welcher Region ihr gerade unterwegs seid, werdet ihr den individuellen Charme der Dörfer erleben – was nicht zuletzt an den doch so verschiedenen aber atemberaubenden Landschaften liegt. Aber dazu später mehr. Auch das Wetter mag es gerne abwechslungsreich und überrascht die Inselbesucher gerne mal mit den verschiedensten Jahreszeiten an einem Tag. Zwar sind die Temperaturen durch die Lage am Golfstrom bedingt sehr mild – durchschnittlich werden im Sommer 11 Grad und im Winter 3 Grad erreicht – auf Sturm und Regen sollte man jedoch immer gefasst sein.

Vestmanna

Vor allem an den verschiedenen Orten solltet ihr mit unterschiedlichen Wetterverhältnissen rechnen. Dass ihr an einem Tag strahlenden Sonnenschein erlebt und im nächsten Moment von einer Nebelfront überrascht werdet, bis auf die Haut durchnässt seid bis euch der nächste Sturm wieder trocken bläst, ist hier völlig normal. Aber ich kann euch beruhigen, dass es den ganzen Tag regnet, kommt eher selten vor. Packt euch einfach dick ein, nehmt eine Regenjacke mit und genießt die klare Luft dort – was besseres als einen tiefen Atemzug könnt ihr euren Lungen nicht schenken. Gestärktes Lungenvolumen ist aber nicht das einzige, wofür es sich lohnt, die Inseln zu besuchen. Auch für eure optischen Sinne ist bestens gesorgt: Plant ihr euren Aufenthalt in den Sommermonaten, werdet ihr Augenzeuge der Mittsommernacht. Helle Tage und Nächte erwarten euch, der längste Tag erstrahlt mit 19,5 Sonnenstunden – dann geht die Sonne nämlich fast nicht unter. Aber auch die Wintermonate überzeugen für einen Besuch auf den Färöer Inseln, an den Häfen habt ihr nämlich keine Eisschichten zu befürchten.

Norðoyggjar

Im Norden der Inselgruppe liegt die Region Norðoyggjar, zu deutsch „Nordinsel“, die für Naturliebhaber ein echtes Muss ist. Die sechs dazugehörigen kleinen Inseln charakterisieren sich über hohe Berge mit Ursprungswasserquellen, die sich als Wasserfall ins Meer stürzen. Ein ebenso faszinierender als auch atemberaubender Anblick, wenn ihr mich fragt. Schenkt diesem Naturschauspiel einen Moment lang eure Aufmerksamkeit und haltet inne – der Aufprall des Wassers wird euch in eine Tiefenentspannung versetzen, von der ihr nur träumen könnt. Um auf die einzelnen Inseln zu kommen, gibt es verschiedene Wege: Während ihr Kalsoy, Fugloy und Svínoy nur mit dem Schiff erreicht, sind die Inseln Borðoy, Kunoy und Viðoy durch Straßen miteinander verbunden. Vor allem Borðoy ist definitiv einen Besuch wert, hier könnt ihr nämlich Klaksvik, die Hauptstadt des Fischfangs, besuchen.

Färöer Inseln Klaksvik

Eysturoy

Anders als die Region Norðoyggjar, besteht Eysturoy nur aus einer Insel – der zweitgrößten des gesamten Archipels. Klar, dass es hier allerhand zu sehen gibt, schließlich bildet Eysturoy zusammen mit der Region Streymoy das Zentrum der Färöer. Seid ihr auf der Jagd nach weiteren Natureindrücken, kann ich euch den Berg Slættaratindur empfehlen. Mit seiner Spitze, die 882 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist es der höchste Berg der Inselgruppe und bietet eine gigantische Aussicht über den gesamten Archipel sowie auf die benachbarten Berge Gráfelli und Vaðhorn. Man könnte fast meinen, hier hätte die Schönheit der Natur ihren Schöpfungsursprung. Aber auch die kleinen Orte dieser Region solltet ihr euch unbedingt anschauen. Stattet ihr Elduvík, Funningur oder Hellur einen Besuch ab, erfahrt ihr das Gefühl einer Zeitreise: Hier spielt sich nämlich ein Leben ab, wie es die Urahnen der heutigen Färöer geführt haben.

Färöer Inseln Esturoy

Mögt ihr es lieber etwas moderner und zentraler, könnt ihr euch auf den Weg nach Skálafjørður machen. Als größter Ort der Insel und zugleich größter Fjord der Inselgruppe spielt sich hier das Touristenleben ab. Gleichermaßen beliebt ist aber auch das Gasthaus Gjáargarður, im Örtchen Gjógv. Was Eysturoy außerdem bekannt macht, ist das ungemütlichste Fußballstadion der Welt. Da könnt ihr noch so ein großer Fußballfan sein – um Svangaskarð zu besuchen, müsst ihr eine elendig lange Fahrt über euch ergehen lassen, bei der euch der Wind mit seiner vollen Kraft nur so ins Gesicht bläst. Selbst die Umgebung macht diese Strapazen nicht wieder wett, denn die ist ausnahmsweise auf dem Weg dorthin auch nicht der Hit. Punkten kann die Region Eysturoy dafür aber mit ihrem Ort Gøta als Gastgeber des G!Festivals, welches als zweitbestes Musikfestival Europas nominiert ist.

Streymoy, Nólsoy, Hestur und Koltur

Direkt neben Eysturoy liegt, wie bereits erwähnt, die Region Streymoy, die größte und längste Insel des Archipels. Obwohl Tórshavn zwar die Hauptstadt der Insel ist, ist sie relativ klein. Nichts desto trotz hat sie aber ähnlich wie die Orte Kirkjubøur, Saksun, Vestmanna und Tjørnuvík sehr viel zu bieten und mausert sich immer wieder zum Touristenmagnet. Ich bin überzeugt, dass auch ihr vom Charme dieser Städte überzeugt sein werdet. Was euch nämlich erwartet, ist eine geballte Ladung an Kultur, Musik, Restaurants, Kunst und Sport. Den Musikliebhabern kann ich auf jeden Fall das Nordic House in Tórshavn empfehlen – dort finden jährlich viele Musik- und Kunstveranstaltungen statt. Weitere Malereien und Kunstwerke, seien es historische oder neuzeitliche, könnt ihr in der Nationalgalerie bestaunen. Außerdem ist am 29. Juli Nationalfeiertag der Färöer Inseln. Sowohl der 28. als auch der 29. Juli werden daher groß aufgezogen: Es findet ein riesiges Fest mit kulturellen Veranstaltungen, Shows und Konzerten statt, auf dem sich alle, die daran teilnehmen wollen, um Mitternacht in der Innenstadt versammeln und einen riesigen Chor mit traditionellen Liedern anstimmen.

Färöer Inseln Streymoy

Um aber die anderen Orte nicht außer Acht zu lassen, erzähle ich euch mal etwas Amüsantes über Kirkjubøur. Wer in Kirkjubøur verweilt, wird früher oder später automatisch die Magnus Kathedrale zu Gesicht bekommen. Wundert euch aber nicht – obwohl sie bereits im Jahr 1300 errichtet wurde, ist sie bis heute nicht fertig gestellt worden. Falls ihr also mal Zeuge von einer speziellen Art des Größenwahns werden wollt, solltet ihr euch dieses Bauwerk unbedingt anschauen. Saskun hingegen hebt sich von den modernen Städten etwas ab und sorgt mit ihrer atemberaubenden Naturkulisse für Begeisterung. Nahezu als ein Ort der Meditation werdet ihr hier zur Ruhe kommen und ins Innere eurer selbst hören können. Wasser und Licht reflektieren in spektakulären Farben, die Stille des Ortes fügt sich dem märchenhaften Panorama an. Um dem Naturspektakel der Mittsommernacht besondere Aufmerksamkeit zu schenken, pilgern viele Menschen auf die Spitze des Berges Sornfelli und genießen die Mitternachtssonne. Seid ihr also im Sommer da, solltet ihr euch das auf keinen Fall entgehen lassen!

Vágar

Zwar direkt an der größten Insel gelegen, hält sich die Region Vágar etwas bedeckt zurück. Fernab des Rummels überzeugt diese Insel schlicht und ergreifend mit ihrer beeindruckenden Natur und Tierwelt. Einer der bedeutsamsten Wasserfälle der Inselgruppe stürzt von Bøsdalafossur aus einem See in den Ozean. Vor allem die kleinen Orte spielen hier eine Hauptrolle: Bøur und Gásadalur sind dafür bekannt, einen der schönsten Ausblicke auf den Fjord und die Halbinsel Tindhólmur zu bieten. Vor allem der Weg nach Gásadalur schreibt bedeutsame Geschichte. Während früher von Bøur ausschließlich ein schmaler Grad über den Berg dorthin geführt hat, könnt ihr heute auch durch einen Tunnel marschieren. Für welche Variante ihr euch entscheidet, bleibt euch natürlich selbst überlassen. Vágar hat aber auch eine wunderschöne kleine Nachbarinsel, Mykines. Hier spielt sich ein wahres Vogelparadies ab: Schaut den Papageientauchern zu, wie sie über den See fliegen und Futter für ihren Nachwuchs auf ihrem Schnabel balancieren.

Färöer Inseln Vagar

Sandoy, Skúvoy und Stóra Dímun

Wundert euch nicht, wenn ihr den Inseln Sandoy, Skúvoy und Stóra Dímun einen Besuch abstattet – auch wenn es nicht so scheint, ihr seid immer noch auf den Färöer Inseln. Hier ist nicht nur alles grüner und die Berge wirken kleiner – nein, hier hat auch eure Sehnsucht nach einem Sandstrand ein Ende. Hohe Sanddünen laden zu einem romantischen Picknick ein, die Suche nach dem endgültigen Paradies scheint beendet. Von hier aus könnt ihr euch auch auf die Reise zu den Nachbarinseln Skúvoy und Stóra Dímun machen. Vor dem Weg nach Stóra Dímun lasst euch aber warnen: Diese Insel ist nicht nur weit abgelegen, sondern zudem auch noch schwer zugänglich und von den Wetterbedingungen abhängig. Warum sie aber trotzdem alle Strapazen wert ist? Weil hier nur eine einzige Familie lebt!

Färöer Inseln Sandoy

Suðuroy

Wenn ihr euch also für die Bewohner der Färöer Inseln interessiert, dann werdet ihr die Einheimischen der Region Suðuroy lieben – Direktheit und Humor stehen hier nämlich an der Tagesordnung. Die Gastfreundschaft ist nahezu überragend und ansteckend. Ob es wohl daran liegt, dass sie ihre tiefen Fjorde und die atemberaubende Landschaft einfach zu schätzen wissen? Um auf Suðuroy stolz zu sein, gibt es aber auch allen Grund: Von den großartigen Vogelklippen erlebt ihr einen Blick in den Abgrund, der euch das Blut in den Adern gefrieren lässt. Also lehnt euch ja nicht zu weit raus. ;-) Adrenalinjunkies können sich bei einer Klettertour auf dem Berg Rávuna austoben – das ist weitaus weniger gefährlich.

Wie wäre es mit einem Färöer Urlaub?

Na, was denkt ihr jetzt über einen Färöer Inseln Urlaub? Gebt zu, dieses Urlaubsziel habt ihr ganz schön unterschätzt, nicht wahr? Falls also auch ihr jetzt unbedingt diese Inselgruppe erkunden möchtet, schaut euch doch bei skyscanner.de oder expedia.de einfach mal nach günstigen Flügen um. Vom europäischen Festland seid ihr nur knapp zwei Flugstunden unterwegs – zwischen Kopenhagen und den Färöer Inseln liegen nämlich gerade mal 1300 Kilometer. Landen werdet ihr auf der Insel Vágar, da sich dort der einzige Flughafen befindet. Von dort aus könnt ihr eure kleine große Reise starten und die achtzehn Inseln auf eigene Faust erkunden. Wenn ihr Hilfe bei eurer Schnäppchensuche braucht, schickt mir doch einfach eine individuelle Reiseanfrage und ich mache mich auf die Suche für euch! ;-)