Zu einem Dubai-Urlaub gehört für viele auch eine Wüstentour. Mara hat sich auf den Weg und gemacht und eines der vielen Angebote getestet. Was sie erlebt hat, lest ihr hier.

Was sich in der Wüstenmetropole Dubai natürlich auch anbietet, ist eine der von diversen Agenturen organisierten Wüstentouren zu buchen. ABER: Große Vorwarnung! Es muss einem vorher bewusst sein, dass das Ganze ein einziges Touristenspektakel ist. Wenn man mehr Geld investiert, kann man natürlich auch eine private Tour ohne Menschenmassen bekommen, aber die, die ich für 200 Dirham (ca. 50 EUR) getestet habe, ist wirklich nur etwas für Leute, die sich an ein paar hundert Mitstreitern in der Wüste nicht stören.

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Typisch Touri: Wüstentour in Dubai

Es gibt etliche Touranbieter, die größtenteils dieselbe Art von Wüstentour im Angebot haben. Im Standardpaket, das man ab ca. 30 Euro +/- bekommt, ist normalerweise Folgendes inklusive: ein Pick Up vom Hotel, die Wüsten-Safari (hat weniger mit einer Safari zu tun als mit einer kleinen Achterbahnfahrt in einem Geländewagen über die Sanddünen), ein Kamelritt, ein traditionelles Abendessen im Wüstencamp und abends ein Bühnenprogramm. Außerdem hat man die Möglichkeit, sich die Hände mit Henna bemalen zu lassen oder eines der traditionellen Outfits anzuprobieren und wird mit Wasser, Tee und Kaffee während der ganzen Tour versorgt. Je nachdem hat man dann die Möglichkeit noch bestimmte Extra Aktivitäten dazu zu buchen. Ich habe mich für das Silver Package entschieden, weil hierbei 15 Minuten Quad fahren dabei waren.

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Ich habe mich riesig gefreut, dass ich die Tour nicht alleine machen musste, denn Tash, einer meiner besten Freunde aus Südafrika, der inzwischen in Dubai lebt, hat sich mir angeschlossen. Nach dem reibungslosen Pick Up am Hotel kamen wir und eine vierköpfige Familie aus Südkorea, die ebenfalls mit von der Partie waren, nach einer ca. einstündigen Fahrt am Rande der Wüste an. Wir stiegen in einen Jeep um und sofort preschte der Fahrer mit gefühlt 100 Sachen die Sanddünen rauf und runter, driftete, was das Zeug hielt, und brachte vor allem die südkoreanischen Mädels schier an den Rande der Verzweiflung, was ich ihrem schrillen Kreischen entnehmen konnte.
Alle, die Achterbahnfahrten nicht gut vertragen, sollten diese Fahrt vielleicht lieber auslassen.

Wüstencamp mit Entertainment

Dann kamen wir in das sogenannte „Wüstencamp“, ein an eine Kombination aus einem Nomadenzelt und einer Ritterburg erinnerndes Areal, in dem sich der restliche Teil des Abends abspielen sollte. Dieses Camp wurde von sämtlichen Touranbietern angefahren, dementsprechend voll war es und so richtige Wüstenstimmung kam dort nicht unbedingt auf.

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Schließlich sind wir mit den Quadbikes 15 Minuten über die Dünen gebrettert, was schon viel eher nach meinem Geschmack war. Den Gratis Kamelritt, den die Tour beinhaltet, ließ ich aus, da ich keine Lust hatte, mich hierfür eine Stunde anzustellen. Außerdem standen für einige Hunderte Touristen gerademal drei oder vier Kamele zu Verfügung – ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass mich auch diese Tatsache nicht gerade freudiger gestimmt hat.

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Während die meisten anderen sich nun im Camp vergnügten, Souvenirs kauften, gegrillten Mais oder andere Snacks verspeisten, sich die Hände mit Henna bemalen ließen, eines der traditionellen Kostüme für Fotos anprobierten oder in der Shisha Ecke abhingen, spazierten wir lieber durch die Dünen. Nachdem wir vom Camp aus ein paar Dünen und die Horden an Selfiestick-Fanatikern überwunden hatten, kam nun tatsächlich „Wüstenstimmung“ auf.

Endlich Wüstenstimmung

Wettrennen über die Dünen, typische Sprungfotos machen oder sich eine der Dünen herunterkullern lassen – herrlich. Ich habe sogar einen leicht zerfledderten Drachen gefunden, den ich provisorisch reparierte und ein wenig steigen ließ. Für den Sonnenuntergang haben wir dann eine der größeren Dünen erklommen, von wo wir einen wunderbaren Blick in die Weite und den wunderschönen Abendhimmel hatten.

Anschließend ging es zurück ins Camp. Das Abendessen bestand aus einem reichlichen und wirklich leckeren Buffet, das selbst den größten Nimmersatt zufrieden gestellt hätte. Die anfangs schöne orientalische Musik wurde mit Beginn des Abendprogramms gegen (für mich grausame) Popsongs und schmetternde EDM Tracks eingetauscht. Als ich mich bei unserem Tourguide erkundigte, warum die anfangs so schöne arabische Musik gegen diese Autotune-Plastik-Musik eingetauscht wurde, sagte er nur lachend: „Because Asian and Chinese people like that.“ – Puuuuuh, na dann. Ich nahm das ganze einfach mit Humor und versuchte die aufdringlichen Beats auszublenden und mich auf die Show zu konzentrieren, die nun begann.

Wir sahen einen bunten Mix aus Feuerschluckershow, traditionellem Tanz, Comedy-Einlagen und Bauchtanz, was beim Großteil des Publikums für restlose Begeisterung sorgte.

Fazit zur Wüstentour in Dubai

Wenn man bisher mit der arabischen Kultur wenig in Berührung kam und auch noch nie in einer Wüste war, ist so eine Tour bestimmt eine tolle Möglichkeit, für wenig Geld viel zu sehen – vorausgesetzt man ist sich darüber im Klaren, was in etwa auf einen zukommt, denn mit dem einzigartigen Wüstenerlebnis, wie die Tour häufig angepriesen wird, hat es für mich persönlich herzlich wenig zu tun. All das soll aber letztendlich gar nicht so negativ klingen – unterm Strich hatte ich trotzdem einen schönen Tag und viel Spaß dabei, durch die Dünen zu rennen. Im Endeffekt kommt es einfach immer darauf an, was man daraus macht. ;)

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Ist man bereit, etwas mehr zu zahlen, kann man auch in kleineren Gruppen eine exklusivere Wüstentour machen. Was sich ebenfalls anbieten würde, wäre eine Tour, die eine Übernachtung in der Wüste beinhaltet. Diese Touren führen nämlich weiter rein in die Wüste und machen nicht gleich beim nächstgelegenen Touri-Camp 500 Meter vom Wüstenrand entfernt Halt.

Tipp:

Falls man einen Mietwagen zur Verfügung hat, würde ich euch empfehlen, einfach selbst an den Wüstenrand zu fahren, einige Decken und Snacks mitzunehmen und dann ein privates Picknick auf einer der Dünen zu veranstalten, was auch viele der einheimischen Familien am Wochenende tun. Diese Wüstentour war der letzte Programmpunkt meines Dubai-Aufenthaltes. Am Tag darauf sollte es mit dem Bus nach Abu Dhabi weitergehen. Aufgrund der relativ kurzen Distanz zwischen Dubai und Abu Dhabi (ca. 150 km) könnte man bei längerem Aufenthalt in Dubai durchaus auch mal einen Tagesausflug mit dem Mietwagen nach Abu Dhabi einplanen. Ich hatte mich für einen der häufig verkehrenden öffentlichen Busse als Verkehrsmittel entschieden. Wie es mir dabei erging und was ich dann in Abu Dhabi erlebt habe könnt ihr demnächst ebenfalls hier lesen.