Schönheit liegt, wie man weiß, im Auge des Betrachters. Dass wir aber immer das wollen, was wir nicht haben, ist ein weit verbreitetes Phänomen, sodass manche weder vor Mühen, Kosten noch vor Schmerzen scheuen. Schaut euch an, was manche Menschen tun, um einem Schönheitsideal zu entsprechen.

Während in Asien die Regale voll mit kosmetischen Aufheller-Produkten sind, wissen wir in Europa schon gar nicht mehr, für welches Spray wir uns aus dem Drogerie-Sortiment entscheiden sollen, um eine rassige Bräune zu bekommen. Wöchentlich pilgern die einen ins Sonnenstudio, während andere, die mit reichlich Sonne in der Heimat gesegnet sind, sich bis zum geht nicht mehr verhüllen, um eine noble Blässe vorzuweisen. Auf meinen Reisen habe ich noch weitere Schönheitsideale entdeckt, die uns wahrscheinlich des Öfteren zum Kopfschütteln bringen.

Schönheitsideale rund um die Welt

Ecuador | USA | China | Russland | Padaun | Kamerun | Neuseeland

Japan | Äthiopien | Korea | Papua-Neuguinea

Ecuador

Das Volk der Colorados findet man in den Urwäldern Ecuadors. Die Bezeichnung „die Gefärbten“ haben diese Menschen erhalten, da sie sich ihre Haare mit den Achiotesamen rot einfärben. Sie werden zusätzlich dabei so geschnitten, dass es aussieht, als hätten sie eine Art „Haar-Helm“ auf. Der Damenwelt gefällt’s und vor jeder neuen Färbung wird die Frisur samt Farbe sogar rituell geweiht.

Schönheitsideale

USA

In Amerika hat sich ein Trend verbreitet, der nun zu boomen beginnt. Damit die Damenwelt besser in ihren High Heels über die Straßen laufen kann, hat es sich eingebürgert, die Zehen dort verkürzen zu lassen, um den Fuß besser in das gewünschte Schuhwerk zu bekommen.

China

Eine weitere Tradition der Fußformung gab es auch in China, welche aber mittlerweile verboten wurde. Der sogenannte „Lotusfuß“ wurde durch hartes Bandagieren komplett deformiert, damit die Frauen dort die Idealgröße von zehn Zentimetern erreichten. Diese Selbstverstümmelung war anerkannt und galt als attraktiv, auch wenn es danach beinahe unmöglich war zu laufen. Dies galt zugleich als Wohlstand, denn man musste das Haus nicht verlassen.

Schönheitsideale
© Wikipedia

Russland

In einer Klink in Kurgan können sich Menschen innerhalb einer 12-monatigen Prozedur wahrhaftig ihre Beine verlängern lassen. Knochen werden gebrochen, damit sie dann in einer vorgefertigten Schiene wieder zusammenwachsen können. Diese unfassbaren Schmerzen kann man sich gar nicht erträumen, nur um ein paar Zentimeter größer zu sein.

Padaung

Viele Gerüchte kursieren um den bekannten Körperschmuck der Frauen im Dorf Myanmars. Bekannt als „Giraffenhals„, werden entsprechende Körperteile mit Ringen verlängert. So stimmt das aber nicht, denn die Ringe sind eigentlich Spiralen, welche sich ab dem zarten Alter von fünf Jahren immer weiter nach unten schlängeln. Außerdem wird nicht das Genick verlängert, sondern die Schultern nach unten gedrückt. Dieser bis zu zehn Kilo schwere Schmuck deformiert den Körper, erschwert jede Bewegung und das Schlucken. Dennoch nehmen Frauen dies im Namen der Schönheit in Kauf.

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Kamerun

Eine brutale Art der „Anti-Verschönerung“ findet in Kamerun in Form des „Brustbügelns“ statt. Dabei stellt es einem förmlich alle Haare auf, denn was den Mädchen hier angetan wird, darf in keiner Weise mit „Gutwillen“ gerechtfertigt werden. Um das Wachstum der Brust von jungen Mädchen zu verhindern, werden heiße Gegenstände wie Stöcke oder Steine über die Brust gerieben. Der Grund dafür ist auch hier, die Mädchen unattraktiv zu machen, damit diese nicht ungewollt schwanger werden und möglicherweise die Ausbildung abbrechen könnten.

Neuseeland

Die Māori sind bekannt für ihre Tattookünste und begeistern Nachahmer weltweit. Bei der traditionellen polynesischen Methode des Ta moko wird die Farbe nicht punktuell, sondern kratzartig unter die Haut gebracht. Deshalb entsteht dabei auch ein vernarbtes Hautbild. Diese Zeichnungen auf den Körpern stellen den Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter dar und werden am ganzen Körper tätowiert.

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Foto: Patricia Hofmeester / Shutterstock.com

Japan

Man will immer das, was man nicht hat – wir ölen, schmieren, bräunen und brutzeln in der Sonne, während andere bedecken, schützen und aufhellen. In Japan hat die noble Blässe beinahe den Höchstpunkt erreicht. Die Kosmetikindustrie boomt mit ihren Aufhellern und Bleichmitteln, welche die Haut erstrahlen lassen sollen, um den Anschein von Wohlstand und Attraktivität zu symbolisieren.

Äthiopien

Eine ganz besondere Form der Schönheitsideale findet man in den Lippen der Frauen aus den Mursi und Surma Völkern. Deren Münder zieren riesige Teller, die einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern erreichen können. Um dies physisch möglich zu machen, müssen Lippen aufgeschnitten, langsam gedehnt und Zähne ausgeschlagen werden. Ursprünglich glaubte man, dass dies eine gängige Methode war, um die Damen für andere Stämme unattraktiv zu machen.

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Korea

In Korea gibt es seit ein paar Jahren einen Trend, der ein paar Stockwerke tiefer stattfindet. Aufgrund der spärlichen Behaarung der Damenwelt gibt es immer häufiger Schamhaartransplantationen. Denn eine volle Haarpracht dort, wo andere jedem Haar den Kampf ansagen, gilt in Korea als Zeichen der Fruchtbarkeit. Hier geht es nicht nach dem Motto „gepflegter englischer Rasen“, sondern Korea goes wild. ;-)

Papua-Neuguinea

Im Zeichen der Kraft wird in Papua-Neuguinea ein Ritual an der Männerhaut durchgeführt, welches sich „Skarifizierung“ nennt. Dabei wird die Haut so eingeschnitten, dass sie durch die Narbenbildung der Haut eines Krokodils gleichen soll. Durch dieses Ritual symbolisiert man einen starken und heiratsfähigen Krieger.

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Menschen tun viel, um sich optisch zu verändern und manche gehen Wege, die uns vielleicht nicht nachvollziehbar erscheinen. Was haltet ihr von diesen teilweise verrückten Schönheitsidealen, die von Völkern rund um die Welt praktiziert werden, nur um der Gesellschaft, dem Gegenüber oder sich selbst zu gefallen?