Wenn von Urlaub in Bulgarien die Rede ist, dann sprechen die meisten Touristen vom berühmt berüchtigten Gold- und Sonnenstrand. Dass Bulgarien mehr als nur feine Sandstrände zu bieten hat, gerät schnell in Vergessenheit. Heute möchte ich euch meine Bulgarien Tipps zeigen, fernab der beliebten Touristenhochburgen am Schwarzen Meer.

Bulgarien verzaubert euch mit einer quirligen Hauptstadt, verträumten Bergdörfern, unberührter Natur und feinen Sandstränden. Den meisten Urlaubern ist nur die Küstenregion am Schwarzen Meer bekannt. Aber wer sich nur in den beliebten Touristenstädten bewegt, dem wird Sehenswertes entgehen. Was genau ihr bei eurer Reiseplanung beachten solltet, zeige ich euch in den folgenden Tipps.

Bulgarien Tipps im Überblick

Hauptstadt Sofia | Rila Kloster | Gebirge | Felskloster bei Ivanovo

Küstenstadt Nessebar | Weitere Reisetipps für Bulgarien

Bulgarien Tipps Brücke

Beeindruckende Hauptstadt Sofia

Die Hauptstadt mit dem melodischen Namen ist das Herz Bulgariens. Schlendert den Vitosha Boulevard entlang und schaut euch die vielen kleinen Gassen in der Altstadt an. Am besten lauft ihr einfach immer eurer Nase nach. Egal wo ihr landet, es wird sich lohnen. Sofias Straßen sind voller Charme und ihr entdeckt immer etwas Neues. Vielleicht wartet hinter der nächsten Straßenecke euer neues Lieblingscafé? Bei eurem Spaziergang solltet ihr auf jeden Fall einen Abstecher zu den zwei berühmtesten Kirchen in Sofia unternehmen: Die Alexander-Newski-Gedächtniskirche ist die größte Kirche in Bulgarien. Das beeindruckende Gebäude wurde im Jahr 1912 fertig gestellt und soll an die verstorbenen Soldaten erinnern, die im Kampf gegen die Osmanische Unterdrückung gefallen sind. Die Sophienkirche ist die Namensgeberin der Stadt und ist die zweitälteste Kirche in Sofia. Die Sophienkirche gab es sogar schon, als Sofia noch unter römischer Herrschaft stand und unter dem Namen Serdica bekannt war.

Bulgarien Tipps Kirche

Land der kulturellen Stätten

Bulgariens Geschichte ist von den umliegenden Ländern sehr beeinflusst. Griechen, Römer und das Osmanische Reich haben Bulgarien lange Zeit für sich beansprucht und geprägt, was heute in vielen kulturellen Überbleibseln zu sehen ist. Da es in Bulgarien so viele sind, liste ich für euch die Highlights einfach mal auf:

Rila Kloster

In Bulgarien werdet ihr um eins nicht herum kommen: Klöster. Im ganzen Land sind die wunderbaren Bauten verteilt, doch das wahrscheinlich schönste Kloster findet ihr in einem Tal auf der westlichen Seite des Rila-Gebirges. Im Mittelalter zählte das Rila Kloster als Mittelpunkt für Geistige, Künstler und Schriftsteller. Von außen wirkt es wie eine Festung. Und der Eindruck trügt nicht, denn zu Zeiten der Unterdrückung durch das Osmanische Reich galt das Rila Kloster als sicherer Rückzugsort.
Bulgarien Tipps Rila Kloster

Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die heilige Stätte ausgeplündert und in Brand gesetzt. Nach dem Wiederaufbau strahlt das Kloster sogar noch mehr als zuvor. Besonders die Klosterkirche im Innenhof ist sehenswert: Innen und außen findet ihr zahlreiche aufwändige Fresken, die ich so noch bei keinem anderen Kloster gesehen habe! Da ist es nicht verwunderlich, dass das Rila Kloster zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde.

Bulgarien Tipps Fresken

Gebirge in Bulgarien

Wenn ihr bereits beim Rila Kloster seid, dann ist euch bestimmt die wunderbare Natur aufgefallen, welche das Kloster umgibt. Das Rila Gebirge mit dem höchsten Berg der Balkaninsel, dem Musala, bietet euch unfassbar schöne Wanderwege und unberührte Natur. Mein persönlicher Tipp: eine Wanderung zu den Sieben Rila Seen. Auf eurem Weg dorthin werdet ihr an kleinen verschlafenen Bergdörfern vorbei kommen. Hier melkt man noch von Hand seine Kühe und niemanden stört es, wenn die Hühner vom Nachbarn durch den eigenen Garten spazieren. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Bulgarien Tipps See Gebirge

Ein weiterer Nationalpark, der euch mit Sicherheit das Staunen lehrt, ist der Pirin Nationalpark. Während ihr hier im Frühling und Sommer bei Spaziergängen oder Ausritten die Seele baumeln lassen könnt, verwandelt sich der Ort Bansko in den kalten Monaten zum Paradies für Wintersportler. Von Mitte Dezember bis Mitte April könnt ihr hier die Pisten unsicher machen oder euren schönsten Schneemann bauen.

Wenn ihr im Winter hier seid, erlebt ihr möglicherweise auch den 1. März mit. Jedes Jahr tragen alle Bulgaren an diesem Tag die sogenannten Marteniza. Die kleinen Quasten, Puppen, Armbänder oder Anhänger aus rot-weißer Wolle dienen als Talisman für Gesundheit und ein langes Leben (rot = rote Wangen; weiß = weißes Haar) und werden ab dem 1. März so lange getragen, bis man ein erstes Zeichen des Frühlings sieht, wie beispielsweise eine blühende Pflanze oder einen Storch. Erst dann darf man sich etwas wünschen, während man den Talisman an einen Baum hängt.

Bulgarien Tipps Dzhangal

Felskloster bei Ivanovo

Südlich der Stadt Ruse, in der Nähe zur rumänischen Grenze, befindet sich der kleine Ort Ivanovo. Als vor Millionen von Jahren der Fluss Lom Höhlen in den weichen Kalksteinuntergrund formte, nutzten die Bewohner die natürlichen Behausungen als Wohnstätte. Es dauerte nicht lang und die Höhlen wurden auch als Kirchen und Klöster genutzt. Die aufwändigen Felsenmalereien wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Bulgarien Tipps Ivanovo

Verträumtes Städtchen Nessebar

Ganz in der Nähe zum Sonnenstrand findet ihr das kleine Städtchen Nessebar. Die historische Altstadt verzaubert euch mit engen kopfsteingepflasterten Gassen und alten Häuser mit Erkern. Wie kann es anders sein, wurde auch Nessebar von der UNESCO ausgezeichnet. In Nessebar findet ihr viele alte Kirchen, die zum Schwelgen in der Vergangenheit einladen und euch die spannende Geschichte Bulgariens näher bringen. Nach eurem Stadtausflug könnt ihr euch in einem der zahlreichen Restaurants am Meer entspannen und die leckere bulgarische Küche genießen. Wundert euch nicht, wenn ihr direkt zu Beginn des Essens einen Rakija (Obstschnaps) angeboten bekommt. In Bulgarien trinkt man den Schnaps während des Essens und nicht, wie in Deutschland üblich, nach den Speisen. Eine Spezialität des Landes ist Joghurt (immerhin gibt es eine Bakterienkultur, die lactobacillus bulgaricus heißt) und wird zu vielen Gerichten gegessen. Unbedingt die kalte Joghurtsuppe Tarator probieren!

Bulgarien Tipps Mühle

Haben euch meine Bulgarien Tipps überzeugt? Wie gefällt euch nun das Land abseits der Touristenhochburgen am Gold- und Sonnenstrand? Ich muss gestehen, dass ich von der Geschichte und der Kultur des Landes ziemlich beeindruckt bin. Wie so oft zeigt es nochmal mehr, dass man sich trauen sollte, von den beliebten Urlaubsorten Abstand zu nehmen – man weiß nie, welche tollen Sehenswürdigkeiten einen erwarten.

Weitere Reisetipps für euren Bulgarien Urlaub

Wie ihr seht, hat Bulgarien neben seinen beliebten Strandzielen noch jede Menge zu bieten. Doch natürlich sollten auch die bekannten Urlaubsziele wie der legendäre Goldstrand oder Sonnenstrand nicht außen vor gelassen werden. Holt euch im Folgenden noch ein paar nützliche Tipps für euren Strandurlaub in Bulgarien und plant eure Reise – viel Spaß im schönen Bulgarien! :)