Hamburger Reeperbahn

Eine der bekanntesten Straßen der Welt

Die Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli gehört neben der Champs-Élysées und der Great Ocean Road zu den berühmtesten Straßen der Welt. Auch bekannt als Hamburger Kiez ist sie die Anlaufstelle, wenn es um Vergnügung und Partyspaß geht. Weltweit ist sie auch als DAS Rotlichtviertel bekannt. Doch die Reeperbahn hat mehr zu bieten, als Erotik und Partyspaß. Das Stadtviertel hat eine lange Geschichte hinter sich, die die Reeperbahn zu dem Ort gemacht hat, der sie heute ist. Immer noch gibt es Gebäude, die an die Zeit damals erinnern und auch aktuell noch genutzt werden.

Hier erfahrt ihr mehr über den heutigen Kiez und seine Vergangenheit!

Die Große Freiheit auf der Reeperbahn in St. Pauli
Foto: iStock.com/Sack

Reeperbahn - Daten & Fakten

Die Reeperbahn ist die zentrale Straße des Hamburger Rotlichtviertels im Stadtteil St. Pauli. Auf rund 930 Metern reihen sich hier zwischen Millerntor und Nobistor zahlreiche Diskotheken, Bars, Strip-Clubs, Theater und Hotels aneinander. Einige Meter weiter bieten Frauen ihre Dienste an. Ein Grund dafür, weshalb die Reeperbahn auch den Spitznamen sündige Meile trägt.

„Die sündigste Meile der Welt“

Tagsüber geht es hier vergleichsweise ruhig zu. Cafés laden zum Entspannen ein, in den Restaurants genießen die Menschen ihr Mittagessen und die Lokale sind geschlossen. Am Abend ist die bekannteste Ausgehstraße der Stadt dann nicht mehr wieder zu erkennen. Zu späterer Stunde schwärmt eine feierwütige Menschenmasse über die Reeperbahn und lässt den Kiez aufleben. In den zahlreichen Shops boomt das Geschäft und die Clubs und Bars sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Die schillernde Reeperbahn zieht ihre Besucher regelrecht in den Bann und lässt sie in eine andere Welt abtauchen.

Sexshop auf der Reeperbahn in Hamburg
Foto: iStock.com/tupungato

Geschichte der Reeperbahn

Woher der Name kommt

Reeperbahn Geschichte kompakt

  • 1610: Entstehung der Großen Freiheit
  • 1826: Erbauung der ersten kleinen Häuser
  • 1833: St. Pauli wird unter städtische Verwaltung gestellt
  • 1840: Polizeirevier wird auf dem Kiez errichtet
  • 1894: St. Pauli wird offiziell Teil von Hamburg
  • 1910: Gründung des Fußballclubs St. Pauli

Der Name Reeperbahn ist auf die Arbeit zurückzuführen, die früher auf der Straße vollzogen wurde. Auf Grund ihrer Länge von über 900 Metern, eignete sich die Reeperbahn perfekt für Taumacher und Seiler, die sogenannten Reepschläger, die für die Herstellung von Schiffstauen verantwortlich waren. Im Jahr 1610 wurde die Zusage zur freien Ausübung des Gewerbes und der Religion erteilt – die Große Freiheit entstand in einer Nebenstraße der Reeperbahn. Heute herrscht in der Straße buntes Treiben in den Bars und Strip-Clubs.

Die Hamburger Reeperbahn 1962
Die Hamburger Reeperbahn 1962. Foto: iStock.com/atlantic-kid

Der Kiez lag genau zwischen dem Millerntor und dem Nobistor, der die beiden Städte Hamburg und Altona voneinander trennte. Hier siedelten sich vor allem die Armen und Kranken an. Um etwas Geld zu verdienen, boten die Ausgestoßenen Gaukeleien und auch das ein oder andere Mal ihren eigenen Körper in Zelten oder Buden an. Der Spielbudenplatz erhielt seinen Namen.

1833 wurde der Stadtteil dann nach Anschlägen des napoleonischen Krieges unter die städtische Verwaltung gestellt. Theater und Varietés wie beispielsweise das Urania Theater, das heute als St. Pauli Theater bekannt ist, wurden zum Markenzeichen.

Regeln auf dem Kiez

  • seit 2007: Waffenverbot
  • seit 2009: Glasflaschenverbot (bei Verstoß droht Geldstraße von bis zu 5.000€)

Fast 60 Jahre später wurde St. Pauli samt der Reeperbahn dann offiziell Teil von Hamburg. Mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtteil immer lebhafter und vergnügter. Doch damit stieg auch die Kriminalitäts- und Aggressivitätsrate, weshalb einige Verbote eingeführt wurden.

Die Große Freiheit auf der Reeperbahn in der Vergangenheit 1962
Foto: iStock.com/ atlantic-kid

Sehenswürdigkeiten Reeperbahn

Auch, wenn die Reeperbahn genau genommen nur eine Straße umfasst, könnt ihr hier so Einiges sehen und erleben.

Tanzende Türme und Panoptikum

Lauft ihr vom Eingang Millerntorplatz der U-Bahn-Station Rödingsmarkt aus in Richtung Westen, kommt ihr zunächst an den Tanzenden Türmen vorbei, die den Anschein erwecken sollen, als würde ein Paar gerade Tango tanzen. Direkt dahinter steht das Wachsfigurenkabinett Panoptikum. Hier trefft ihr auf drei Etagen mehr als 130 berühmte Persönlichkeiten, die zum Verwechseln ähnlich dargestellt werden. So könnt ihr zum Beispiel ein Foto mit Robbie Williams, Queen Elizabeth, Olivia Jones, Helmut Schmidt und vielen anderen Stars machen.

Spielbudenplatz und Straßenstrich

Genau hier beginnt auch der Spielbudenplatz, auf dem ihr unter anderem das frühere Operettenhaus, heute das St. Pauli Theater, besuchen könnt. Hier wurden schon so einige Musicals gespielt, unter anderem Cats, Sister Act, Rocky und Hinterm Horizont. Am Ende des Spielbudenplatzes steht die Davidwache, das berühmte Hamburger Polizeikommissariat, das bereits seit 1840 an dieser Stelle steht. Wer die Herbertstraße sucht, sollte hier links abbiegen. Die Bordellstraße befindet sich einige Meter hinter der Davidwache auf der rechten Seite. Hinter verschlossenen Türen offerieren Frauen hier ihre Dienste. Männer sind also herzlich willkommen, Frauen und Minderjährigen ist der Zutritt allerdings nicht gestattet.

 

Große Freiheit und Beatles-Platz

Hinter dem Nobistor findet ihr auf der rechten Seite die Große Freiheit mit vielen Bars, Diskotheken und Strip-Clubs. Unter anderem stehen hier vier Clubs von Kiez-Ikone Olivia Jones. Die Große Freiheit hat in der Vergangenheit Geschichte geschrieben, als die Beatles hier vor ihrem großen Durchbruch ihren ersten Auftritt hatten. Der Beatles-Platz, der sich am Eingangsbereich der Großen Freiheit befindet, erinnert bis heute daran. Er soll eine Schallplatte darstellen, auf der die Umrisse der Mitglieder der Band verewigt worden sind.

Das sind einige der Sehenswürdigkeiten entlang der Reeperbahn. Lasst euch einfach durch das Geschehen treiben und erlebt die einzigartige Atmosphäre.

Wenn ihr im Herbst da seid, solltet ihr definitiv das Reeperbahn-Festival auf dem Spielbudenplatz besuchen. Seit 2006 zieht das Event jedes Jahr mehrere tausend Besucher an, die sich mehrere Tage lang an Live-Musik, Kunst und Kultur erfreuen. In diesem Jahr öffnet das Festival auf St. Pauli seine Pforten vom 18. bis zum 21. September 2019.

Abendprogramm auf dem Kiez

Abends erwacht die Reeperbahn zum Leben. Auf der Straße tummeln sich die Menschenmassen, aus den zahlreichen Bars und Kneipen ertönt laute Musik und großes Gelächter und an den Straßenecken winken leicht bekleidete Frauen den männlichen Besuchern zu.

Nachts um halb 1…

Eine beliebte Anlaufstelle für Feierwütige ist Susis Show Bar auf der Großen Freiheit. In dem Nachtclub auf der Reeperbahn kommen nicht nur Männer voll auf ihre Kosten, auch Frauen wird hier Einiges geboten, wenn neben den weiblichen Darstellerinnen auch männliche Stripper auf der Bühne ihr Bestes geben. Eine andere vielbesuchte Adresse, wenn es um erotischen Tanz geht, ist das Dollhouse. Beide Clubs findet ihr auf der Großen Freiheit. Seid ihr einmal auf dem Hamburger Kiez, kommt ihr an einem Besuch in dem Club Molotow nicht herum.

Clubs und Bars auf der Großen Freiheit der Hamburger Reeperbahn
Foto: iStock.com/Jürgen Sack

Er ist selbst über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. In der Vergangenheit hat ein Auftritt im Molotow vielen Bands zum internationalen Durchbruch verholfen, darunter Größen wie den Toten Hosen, Bright Eyes, Mando Diao und Wir sind Helden.

„Oben saufen, unten schlagen“

Ein letztes Überbleibsel des ursprünglichen St. Pauli findet ihr in einem Hinterhof auf der Reeperbahn, in der Kneipe Zur Ritze. Hier herrscht das Motto „Oben saufen, unten schlagen“, denn der ehemalige Besitzer Hans Joachim „Hanne“ Kleine baute einen Boxring in den Keller der Kultkneipe. Oben beeindruckt das fensterlose Lokal mit unzähligen Bildern an den Wänden und Andenken an die vielen berühmten Persönlichkeiten, die der Ritze schon einen Besuch abgestattet haben.

Die Kneipe Zur Ritze auf der Hamburger Reeperbahn
Foto: iStock.com/Jürgen Sack

Führungen über die Reeperbahn

Tourinformationen 

  • Kieztour
    • Mo-So 19 Uhr
    • Dauer: ca. 2 Stunden
    • Preis: 20€ pro Person (Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung 16€)
  • Lust & Zaster und ’ne Menge Laster 
    • So-Do 20 Uhr, Fr-Sa 18.30 & 21.30 Uhr
    • Dauer: 2,5 Stunden
    • Preis: 25€ pro Person
  • Sex & Crime Tour (ab 18 Jahre)
    • Mo-So 19.30 & 22 Uhr, Fr-Sa zusätzlich 18 & 21 Uhr, Sa zusätzlich 16.30 Uhr
    • Dauer: 2 Stunden
    • Preis: 23€ pro Person

Um die Reeperbahn noch besser kennenzulernen, solltet ihr unbedingt eine Führung über den Kiez machen. Das Angebot ist groß. Besonders beliebt ist beispielsweise die Kieztour. Während der geführten Tour, unter anderem über die Große Freiheit, die Herbertstraße und den Spielbudenplatz, erfahrt ihr von Einheimischen mehr über die Geschichte des Kiezes. Außerdem bekommt ihr die Gelegenheit, euch mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und die schönsten und witzigsten Anekdoten der Reeperbahn zu hören. Geheimtipps gibt es gratis oben drauf.

Eine andere empfehlenswerte Tour nennt sich Lust & Laster und ’ne Menge Zaster. Ihr startet am Millerntorplatz, von da aus geht es vorbei am Theater von St. Pauli und der Musical-Meile, über den Spielbudenplatz und den Straßenstrich bis hin zur Großen Freiheit. Auf der Hälfte der Strecke kehrt ihr im St. Pauli Erlebnisloft ein, in dem unter anderem ein typisches Kiez-Getränk auf euch wartet. Die wohl beliebteste Kieztour ist die Sex & Crime Tour. Wenn ihr über 18 Jahre alt seid, bekommt ihr hier während der Tour Antworten auf all eure Fragen rund um die Herbertstraße und das Rotlichtmilieu Hamburgs. Außerdem besichtigt ihr den Boxkeller in der Traditionskneipe „Zur Ritze“. Ernste Themen werden dabei mit einer ordentlichen Portion Humor besprochen.

Unterkünfte auf der Reeperbahn

Auf der Reeperbahn findet ihr Unterkünfte in jeder Preiskategorie. Ihr habt die Auswahl zwischen 3 bis 4-Sterne-Hotels, Hostels und Budgetunterkünften. Bei Airbnb bekommt ihr beispielsweise schon ab 30€ die Nacht ein Zimmer oder eine gesamte Wohnung.

Macht es euch nichts aus, mit anderen Leuten ein Zimmer zu teilen, dann kann ich auch das A&O Hostel, das Buch-ein-Bett-Hostel oder das Pyjama Park Hotel und Hostel empfehlen. Sie alle liegen zentral an der Reeperbahn und bilden so den perfekten Ausgangspunkt für Sightseeingtouren und eine wilde Nacht auf dem Kiez.

Wenn ihr lieber eure Ruhe haben wollt und einen hochklassigeren Urlaub in Hamburg verbringen, aber trotzdem nah an der Reeperbahn sein wollt, dann solltet ihr im 4-Sterne Hotel East einchecken. Es liegt in einer Parallelstraße zur Reeperbahn, mitten im Herzen von St. Pauli. Hier könnt ihr ab 99€ die Nacht residieren.

Blick auf Hamburger Reeperbahn bei Nacht
Blick auf die Hamburger Reeperbahn bei Nacht

Bucht euren Urlaub in Hamburg

Die Reeperbahn hat euch neugierig gemacht und ihr wollt unbedingt die schrille Straße mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre kennenlernen? Dann nichts wie los! Lasst euch durch die Menschenmassen treiben und erlebt eine andere Welt. Ich bin der Meinung, einen Besuch auf der Reeperbahn muss man einmal im Leben gemacht haben. Genießt ein kühles Bier in der Kultkneipe Zur Ritze und macht anschließend ein Bild mit Olivia Jones – ob im Wachsfigurenmuseum oder auf der Straße, wird sich dann zeigen. Ich wünsche euch viel Spaß auf dem Kiez!

Urlaub in Hamburg

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