Die Situation ist brenzlich und ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit: Mit dem Anstieg des Meeresspiegels steigt die Gefahr des Untergangs der Malediven. Was Präsident Trumps Entscheidung gegen das Pariser Klimaabkommen für das Atoll bedeuten könnte, erfahrt ihr hier.

Wenn wir an die Malediven denken, kommt uns vor allem dieses Bild in den Sinn: ein Traum aus Insel-Atollen, wunderschönen Stränden und Luxusresorts. Dass es dieses Paradies aber vielleicht schon bald nicht mehr geben könnte, wird gerade jetzt wieder intensiv diskutiert. Die Verkündung von US-Präsident Donald Trump, in der er vor wenigen Tagen den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen bekannt gab, sorgt nicht nur hierzulande, sondern auch bei Mohamed Nasheed, dem ehemaligen Präsidenten der Malediven, für Besorgnis. Nasheed kämpft seit Jahren für ein Umdenken auf den Malediven, in einem Interview weist er noch einmal ganz deutlich auf die Gefahr für die Malediven hin.

Klimawandel im Paradies

Mohamed Nasheed im Interview:

Große Gefahr für die Malediven

Schlagzeilen wie „Die Malediven gehen unter“ kursieren derzeit im Internet. Wird hier dramatisiert oder ist die Gefahr für die vielen Inseln im Indischen Ozean wirklich so groß? Zur Erklärung: Die Malediven liegen nur ganz knapp über dem Meeresspiegel, kaum 1,5 Meter sind es im Durchschnitt.

Die Malediven liegen nur ganz knapp über dem Meeresspiegel

Steigt der Meeresspiegel aufgrund der Erderwärmung weiterhin an, wird es nicht mehr lange dauern, bis die Insel-Atolle nicht mehr über Wasser, sondern unter Wasser liegen. Für diese Erkenntnis braucht es keine Experten, die Lage ist eindeutig. Bereits 2009 machte Mohamed Nasheed auf die bedrohliche Situation aufmerksam und hielt eine Klimakonferenz unter Wasser ab. Ein beeindruckender Appell, den er im Interview mit Sky News noch einmal deutlich wiederholt und verstärkt.

Untergang der Malediven

Wie ernst ist die Situation tatsächlich?

Medien berichten derzeit beinahe täglich über die Folgen des Klimawandels, immer wieder tauchen Meldungen über mögliche Konsequenzen der Erderwärmung auf. Ein trauriges Beispiel liefern dabei immer häufiger die Malediven, das Traumziel steht auf der Liste der vom Anstieg des Meeresspiegels bedrohten Länder ziemlich weit oben.

Im Bericht des Weltklimarats IPCC heißt es konkret:

Viele der kleineren Inselstaaten, besonders die des Pazifischen und des Indischen Ozeans, zählen zu denen, die am meisten vom Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg der Weltmeere bedroht sind. Ein Großteil der Infrastruktur und sozioökonomischen Aktivitäten liegen entlang der Küste – in vielen Fällen sogar direkt auf aktuellem Meeresspiegel. Das Abtragen der Küste, eindringendes Salzwasser, Überflutungen und die Verschmutzung an Land sind bereits ernsthafte Probleme auf vielen Inseln.

Konkret bedeutet dies, dass der Anstieg des Meeresspiegels auf vielen Inseln längst zu Problemen führt, die in den kommenden Jahren immer bedrohlicher werden könnten. Deshalb ist ein Umdenken gerade auf den Malediven unumgänglich.

Was der Bericht des The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zum Thema Klimawandel im Detail sagt, könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Klimwandel Alarmstufe Rot?

Der klimabedingte Anstieg des Meeresspiegels bedeutet für die Malediven höchste Gefahr. Soll das paradiesische Insel-Atoll am Leben gehalten werden, so ist ein Handeln im Sinne des Pariser Klimaabkommens unabdingbar. Deshalb bereitet Ex-Präsident Nasheed der Ausstieg der USA aus dem Abkommen besondere Sorge.

Übrigens: Nicht nur auf den Malediven, sondern auch vom Klimawandel bedrohte Orte wie Venedig oder auch das Great Barrier Reef rücken immer häufiger in den Fokus. Ein wichtiges und dringend beachtenswertes Thema, das uns alle angeht! Gerade jetzt, wo sich die USA als einer der wichtigsten und finanziell sicherlich stärksten Unterstützer des Pariser Klimaabkommens zurückziehen, ist ein Umdenken aller anderen Unterstützer umso wichtiger. Denn nur dann ist es möglich, einzigartige Orte wie die Malediven noch für lange Zeit zu erhalten, zu schützen und als Traumziel zu erhalten.

Mehr zum Thema Klimawandel