Ja, wir haben sie alle: Unsere ganz persönliche Geschichte! Da gibt es wundervolle Momente, gefolgt von ganz grausamen, und alles ist geprägt von Schicksalen und Zufällen…

Eine besondere Geschichte, die das Leben jedes Menschen verändert und womöglich geholfen hat, den Sinn und die wichtigen Dinge des Lebens zu erkennen. Glaubt ihr, dass ein Fotograf mit einem ganz persönlichen Zitat oder einer kleiner Story aus eurem Alltag und einem Porträt eine Menschenmasse faszinieren kann? Euch zeigen kann, was wirklich wichtig ist und manche Probleme plötzlich als Nebensache oder sogar als vollkommen überbewertet erscheinen?

Fotograf Brandon Stanton Humans of New York
Foto: Stan Honda/ AFP

Ich kann euch die Antwort darauf geben, sie lautet: Und ob! Denn der Fotograf und Blogger Brandon Stanton schafft genau dies und zwar mit „Humans of New York“! Seit Sommer 2010 streift er durch die Straßen New Yorks, um fremde Menschen zu fotografieren. Anfangs überlegte er sich ein Projekt, mit dem er sich vornahm, 10.000 New Yorker zu porträtieren und anschließend auf einer Karte aufzuzeichnen. Allerdings änderte sich sein Plan und er fing an, Zitate und kleine Geschichten der Menschen zu sammeln, die er ebenso ablichtete.

Herzergreifende Geschichten und Fotos fremder Menschen

Beinahe 12,4 Millionen Anhänger bei Facebook sowie 2,7 Millionen Follower bei Instagram folgen dem 31-jährigen Fotografen bereits, um seine rührenden Geschichten zu lesen. Dabei gelingt es ihm, mit wenigen Worten seine Leser mitten ins Herz zu treffen und ihnen einen Einblick in das Leben fremder Menschen zu gewähren. Einblicke, die sowohl von traurigen als auch von schönen Erlebnissen, privaten sowie beruflichen Problemen, aber auch von Schicksalsschlägen, glücklichen und unglücklichen Zufällen, vom Scheitern und den ganz großen Zielen erzählen.

Brandon Stanton schaffte es, sich mit den Stories anderer Menschen Gehör zu verschaffen und dabei bleibt er nicht nur in der Metropole New York. Stattdessen reiste er sogar unter anderem nach Afghanistan und in den Iran, um dort ebenfalls die Menschen zu porträtieren und ihre ganz persönlichen Geschichten auf Bildern festzuhalten. Darüber hinaus startete er vor ein paar Jahren zu Weihnachten eine fantastische Aktion, damit keiner am Fest der Liebe alleine sein muss. Der Fotograf rief bei Facebook die Leute auf, sich entweder zu melden, wenn sie einen Platz am Tisch frei haben oder wenn sie gerne irgendwo ebenfalls besinnlich feiern möchten. Ich habe den Beitrag für euch ins Deutsche übersetzt:

„Nur noch 8 Tage bis Weihnachten und deswegen haben wir uns überlegt, ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Bist du über die Feiertage alleine in New York? Kein Geld, um nach Hause zu kommen? Home ist zu weit weg? Sag uns bescheid und wir versuchen ein kleines Zuhause für dich zu finden, wo du ein richtig schönes Weihnachts-/Hannukkah- oder Kwanzaaessen teilen kannst. Im gleichen Atemzug suchen wir euch, die ihr in New York Gegend wohnt, die einen freien Platz am Tisch haben – bitte sagt uns Bescheid. (Insgeheim wissen wir doch alle, dass jeder eigentlich einen extra Platz herbeizaubern kann, einfach einen Stuhl aus einem anderen Zimmer herbeiholen.)“

Die besten Geschichten von Humans of New York

Neben den sozialen Netzwerken und seinem Fotoblog, wo sich alles rund um das Projekt „Humans of New York“ dreht, hat der 31-Jährige außerdem zwei Bücher veröffentlicht. Zum einen das gleichnamige Buch “Humans of New York“, in dem 400 Fotos mit emotionalen und rührenden Geschichten zu finden sind, und zum anderen „Little Humans“. Zweiteres handelt von den süßen Kindern der New Yorker, die auch manch herzbewegende Aussage getätigt haben.

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

 

„Du machst ja ein Foto von mir!“

Um euch selbst einmal von den wirklich teilweise bewegenden und schönen Fotos zu überzeugen, habe ich eine kleine Auswahl der schönsten Geschichten für euch herausgesucht! :)

1. “I’ve tried to invest my time and money into other people’s dreams…“

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Foto: facebook.com/Humans of New York

„Ich hab meine Zeit und mein Geld in anderer Leute’s Träume investiert. Ich habe gedacht, wenn ich anderen helfe, erfolgreich zu sein, ist es ziemlich einfach, etwas zu erreichen, ohne den Druck zu verspüren, es selbst machen zu müssen. Das hat nicht geklappt. Du erwartest, dass die Menschen dankbar sind, wenn du ihnen geholfen hast. Aber die meiste Zeit versuchen sie dich zu meiden. Leute mögen es nicht, daran erinnert zu werden, dass sie dir ihren Erfolg schulden. Manchmal finden sie sogar einen Grund dich zu verleumden, um die Schulden ungültig zu machen.“

2. „I’m trying to find a way to be happy without being the best.“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

„Ich suche nach einem Weg glücklich zu sein, ohne der Beste sein zu müssen.“

3. „Not being somebody she looks up to…“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

 

„Meine Tochter wurde vor 4 Tagen geboren. Ich versuche momentan jeden Morgen aufzuwachen, einen Kaffee zu machen, und nicht daran zu denken, dass ich jetzt Gras rauchen oder einfach nur rumhängen will.“ „Was ist deine größte Angst?“ „Nicht die Person zu sein, zu der sie aufblickt.“

4. „I knew my legs were gone the moment I hit the ground.“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

„Es geschah als ich 15 war. Man stach mir mit einem Schraubenzieher in den Rücken während ich auf den Schulbus wartete. Es war absolut willkürlich. Die haben mich nicht ausgeraubt oder so. I wusste, dass meine Beine weg sind, in dem Moment als ich zu Boden fiel.“

5. “My biggest goal is to be completely normal.“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

„Mein größtes Ziel ist es, ganz normal zu sein. Ich will in einem Bett aufwachen, jeden Morgen, duschen, einen Kaffee trinken, Frühstück essen, und die Zeitung lesen.“

6. „Then at some point we had to accept that it’s not going to get back to normal…“

Humans of New York
facebook.com/Humans of New York

„Mein Mann hat einen seltenen Gehirntumor, der sich Acoustic Neuroma nennt. Er benötigt eine Operation. Am Anfang glaubten wir fest an eine Heilung. Unsere ganze Energie haben wir in den Heilungsprozess gesteckt, in die westliche Medizin, und wir glaubten, dass alles in Ordnung sein wird. Dann, an einem gewissen Punkt, mussten wir akzeptieren, dass es nicht mehr normal wird. Es geht einfach nicht weg. Es liegt nicht daran, dass wir nicht genug gekämpft haben. So ist es einfach.“

7. „They told me they showed him a picture of her on a phone, and he started crying…“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

„Als meine Tochter geboren wurde, starb mein Großvater an Krebs – im gleichen Krankenhaus. Sie haben mir erzählt, dass sie ihm ein Foto von ihr auf dem Handy zeigten, und er anfing zu weinen. Sie haben sie gerade eingewickelt und wollten sie am nächsten Morgen zu ihm bringen, aber er verstarb an diesem Nachmittag.“

8. „I was the only one who couldn’t go, because it was a very far walk…“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

Als ich 8 war, bemerkte ich zum ersten Mal, dass ich verkrüppelt war. Wir haben im Garten gespielt, wir spielten ein Spiel, wo wir rennen und Saltos machen mussten. Als selbst die kleinsten Kinder mich geschlagen haben, wusste ich, dass ich ein Problem habe. Als wir alle zur Schule gehen sollten, war ich der einzige, der nicht gehen konnte, weil der Weg zu weit war.“

„Erinnerst du dich an den traurigsten momentan in deinem Leben?“

„Als ich 20 wurde, gab es diesen Moment, wo ich realisierte, dass ich keinerlei Bildung bekommen habe. Und plötzlich wusste ich, dass ich sehr wahrscheinlich niemals eine Familie haben werde.“

9. „I turned to her and said: ‚I am blind actually, I’m so sorry…“

Humans of New York
Foto: facebook.com/Humans of New York

„Gerade als ich mein Augenlicht verlor, war ich noch so unsicher beim Laufen, dass ich in ein Mädchen rannte, dass gerade ein Eis aß. Ich schlug ihr das Hörnchen aus der Hand. Sie schrie: „Bist du blind!?!?‘ Ich drehte mich um und sagte: ‚Ich bin tatsächlich blind, es tut mir sehr leid, ich kaufe dir ein neues Eis.‘ Sie sagte: ‚Oh mein Gott! Es tut mir so wahnsinnig leid! Kein Problem! Wirklich! Ich kaufe einfach ein neues.‘ Also gingen wir zusammen zu dem Eisstand und der Mann sagte: ‚Ich habe alles mitbekommen. Eis geht auf mich.’“

So, das waren sie, die schönsten Geschichten von Humans of New York. Und was sagt ihr zu den Porträts und den Geschichten der New Yorker? Ich finde, dass dort wirklich zum Teil rührende Geschichten dabei sind, die einem immer wieder auf’s Neue zeigen, dass, auch wenn kleine Dinge im Leben schief laufen und uns das wie ein halber Weltuntergang vorkommen mag, das nichts gegen die wahren Probleme mancher Menschen ist! Also lasst euch von eurem weisen Guru sagen: Genießt euer Leben und nehmt es so wie es kommt, schließlich ist das Leben voller Schicksale und Zufälle! :)