Taucher wissen Palaus Schönheit schon seit längerem zu schätzen, hielten ihren „Geheimtipp“ aber gerne mal unter Verschluss. Verständlich, denn Palau besticht nicht nur durch eine faszinierende, bunte Unterwasserwelt, sondern auch durch unberührte Natur, die dem Massentourismus verborgen bleiben soll. Ich habe trotzdem mal einen kleinen Blick auf dieses Paradies geworfen.

Wer noch nie etwas von Palau gehört hat, muss sich garantiert nicht schämen. Der Inselstaat im Pazifischen Ozean hat sich erst in den letzten Jahren zu einem beachtenswerten Reiseziel gemausert, während es vorher nur eher unter Tauchern und Schnorchlern als Geheimtipp gehandelt wurde.

Palau – Perle im Pazifik

Ankommen | Abtauchen | Staunen

Zugegeben, euer Weg nach Palau war bisher nicht der leichteste, aber mittlerweile bietet China Airlines Direktflüge beispielsweise von Frankfurt aus an; und das sogar noch zu bezahlbaren Preisen! Habt ihr nicht das Glück eines Direktflugs und müsst einen Umweg über Taiwan in Kauf nehmen, ist eure Anreisezeit natürlich um einiges länger, aber lasst euch sagen, dass sie sich mehr als lohnt. Denn habt ihr diese Hürde erst einmal überwunden, wartet eine echte Perle im Pazifik auf euch!

Wer oder was ist Palau?

Palau befindet sich, wie bereits erwähnt, im Pazifischen Ozean und besteht aus insgesamt sechs Inselgruppen, welche sich wiederum aus 356 einzelnen Inseln zusammensetzen. Oder sollte ich eher „Kalkpilze“ sagen? Viele dieser Inseln sind nämlich nicht mehr als das: grüne, pilzförmige Oasen aus Korallenkalk. Gerade einmal elf aus 356 sind bewohnt, was Palau zu einem idealen Ziel für Erholungssuchende macht. Nur wenige wissen, dass Palau eine ehemalige deutsche Kolonie ist, die im Zweiten Weltkrieg auch noch als Schauplatz für bittere Auseinandersetzungen zwischen Japanern und Amerikanern diente.

II World War Japanese Sea Plane iStock_000057274174_Large – Kopie

Überbleibsel aus der Zeit als deutsches Hoheitsgebiet ist beispielsweise der „German Channel“, ein Kanal, welcher den Weitertransport von Phosphat erleichtern sollte. Erinnerungsstücke aus der Kriegszeit lassen sich hingegen nicht nur an Land, sondern vor allem unter Wasser entdecken. Zahlreiche Flugzeugwracks warten nur darauf, von euch entdeckt zu werden. Palaus Unterwasserwelt ist es auch, welche die Mehrheit der jährlich 100.000 Touristen anlockt. Vielleicht bald auch euch?!

Zum Abtauchen nach Palau

Bei so einer exklusiven Lage liegt es quasi auf der Hand, dass Palau ein absolutes Paradies für alle Unterwasser-Freunde ist. Betrachtet ihr das Wasser, bekommt ihr das Gefühl, dass sämtliche Blautöne in ihm vereint sind. Die Übergänge vom einen zum anderen Ton sind so fließend, dass es fast in den Augen schmerzt.

Blue Holes in Palau
Den Namen „Perle im Pazifik“ verdient Palau zurecht

Seid ihr sehr erfahrene Taucher und steht auch auf etwas Nervenkitzel, ist Palau die richtige Wahl. Als größtes Haischutzgebiet der Welt sind Begegnungen mit Groß- und Raubfischen an der Tagesordnung. Graue Riffhaie, Tigerhaie oder sogar Hammerhaie könnt ihr hier sichten! Besorgten Urlaubern kann ich sofort die Angst nehmen: die Raubfische haben mehr Angst vor euch, als ihr Angst vor ihnen haben solltet. Gegenseitige Rücksichtnahme vorausgesetzt! Gefährlicher als die Raubfische sind eher die Strömungen im Außenriff, sodass ich einen Abstecher dorthin nur erfahrenen Tauchern ans Herz legen kann.

Hot-Spot für alle ist aber der sogenannte „Blue Corner“, ein Areal südwestlich von Koror, welches durch seine Artenvielfalt und die Korallenriffe allerhand fürs Auge bietet. Marlins, Mantas, Thunfische und abermals Haie werden euch auf eurem Tauchgang begleiten. Mein Tipp: Besonders zur Voll- und Neumond Zeit herrscht hier Rush Hour! Scharen von Unterwasserbewohnern tummeln sich dann im „Blue Corner“. Wer weniger erfahren ist, aber trotzdem jede Menge sehen und erleben möchte, sollte an einem Strömungstauchgang teilnehmen. Habe ich euch nicht vorhin noch vor der Strömung gewarnt? Ja, habe ich. Aber diese hier ist bei Weitem nicht so stark und tückisch, wie die am Außenriff, sodass ihr unbesorgt daran teilnehmen könnt. Ihr begebt euch einfach nur ins Wasser und den Rest erledigt die Strömung quasi von selbst, sodass ihr ohne großartige Anstrengung in den Genuss der Artenvielfalt kommt.

Rock Islands – Palau iStock_000064066873_Large – Kopie

Willkommen im Lampenladen

Ein weiteres Highlight wartet im Jellyfish Lake auf euch. Der zunächst unscheinbar aussehende Brackwassertümpel auf der Insel El Maik beherbergt einen wahren Schatz und ist nur nach einer vorherigen Fußdesinfektion über eine Hügelkuppe zu erreichen. Wozu das Ganze, fragt ihr euch jetzt? In dem Tümpel gleiten winzige, pulsierende Mastigias-Quallen durchs Wasser, die äußerst empfindlich auf äußerliche Einflüsse reagieren. Um diesen wundervollen Anblick noch lange wahren zu können, ist eine vorherige Desinfektion Pflicht und außerdem rate ich euch, nur zu Schnorcheln und nicht zu Tauchen! Schließlich wollen wir diese Perle noch für andere Urlauber erhalten.

Jellyfish Lake
Taucher nennen ihn auch liebevoll „Lampenladen“

Auf keinen Fall verpassen solltet ihr außerdem den Ngardmau Wasserfall, der sich aus 217 Metern in die Tiefe stürzt und Mikronesiens größter Wasserfall ist. Habt ihr den anstrengenden Fußmarsch über Stock und Stein und durch Palaus Dschungel auf euch genommen, solltet ihr euch unbedingt eine Abkühlung in dem Pool unterhalb des Wasserfalls gönnen. Da bekommt der Begriff „Regenwalddusche“ gleich eine ganz andere Bedeutung, findet ihr nicht auch?!

Ngardmau Waterfall iStock_000040607502_Large – Kopie
Die wohl coolste Regendwalddusche der Welt

Beautybegeisterte sollten einen Ausflug zu Palaus Milky Way unternehmen. Dort könnt ihr nicht nur im türkisblauen Wasser, was an diesem Ort auch die schönste Farbe haben soll, schwimmen, sondern auch ein natürliches Schlammbad nehmen. Vom Grund des Wassers könnt ihr nämlich eimerweise Schlamm schöpfen, der eure Haut nach der Behandlung wunderbar weich anfühlen lässt. An dieser Stelle möchte ich euch die Bilder meines, von Kopf bis Fuß eingehüllten Körpers, gerne ersparen.

Auf eurer „To-do-Liste“ sollten außerdem noch stehen:

Milky Way in Palau
Palaus „Milchstraße“

Mit diesen Punkten solltet ihr für eure Reise nach Palau gut gewappnet sein, aber natürlich ist dies nur die Spitze des Eisbergs. Wer die weite Reise einmal auf sich nimmt, wird garantiert nicht enttäuscht werden! Vergesst bloß eure Schnorchel- oder Tauchsachen nicht, denn erst Unterwasser entfaltet sich Palaus vollkommene Schönheit.