Ihr wollt euren Vierbeiner unbedingt mit in den Urlaub nehmen, wisst aber nicht, wie das mit dem Fliegen funktionieren soll? Hier bekommt ihr hilfreiche Tipps rund ums Thema Fliegen mit Hund.

Urlaub mit Hund ist nicht immer ganz einfach. Zwar gibt es inzwischen immer mehr Hotels und Ferienanlagen, in denen unsere vierbeinigen Freunde willkommen sind, die Anzahl hält sich jedoch in Grenzen. Immer das gleiche Reiseziel zu buchen, wird auf die Dauer aber langweilig. Soll es dann doch einmal etwas weiter weg gehen und eine Flugreise steht an, müsst ihr also die Entscheidung treffen, ob ihr euren Liebling zu Hause lasst oder mit auf die Reise nehmt. Für viele kommt das Fliegen mit Hund nicht in Frage – auch wenn die Reisedauer nicht sehr lang ist, bedeutet es doch enormen Stress für das Tier. Falls es sich jedoch nicht vermeiden lässt und ihr die Reise gemeinsam antreten wollt, zeige ich euch nun, worauf ihr unbedingt achten solltet, um eurer Fellnase den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten.

travel_dog_hund_koffer_202528225

Fliegen mit Hund – Ist das überhaupt möglich?

Ob die Mitnahme eures Hundes erlaubt ist, ist von Airline zur Airline unterschiedlich. Auch die jeweiligen Bestimmungen werden von jeder Fluggesellschaft individuell festgelegt, allgemein gültige Vorschriften gibt es leider nicht. Was das Ausmaß der Regelungen angeht, liegt also immer im Ermessen der Fluggesellschaft. Während sich einige nur auf das Gewicht der Vierbeiner  inklusive Transportbox beschränken, boykottieren andere sogar das Mitführen von Kampfhunden und stumpfnasigen bzw. kurzköpfigen Hunden – sowohl zur Sicherheit des Menschen als auch des Tieres. Kurzköpfige Hunderassen neigen nämlich in temperaturbedingten Stresssituationen schnell zu Atemnot, weshalb die Mitnahme dieser Hunde verboten ist. Seid ihr also Herrchen oder Frauchen von einem Boston Terrier, einem Boxer, einer Bulldogge, einem Mops, einem Pekinesen oder einem Shi Tzu, solltet ihr euch besser zweimal überlegen, ob ihr eurem Hund die Reise zumuten wollt.

shutterstock_86494267

Eine sichere Transportbox ist das A&O

Einige Airlines bieten an, kleine Hunde mit in die Kabine zu nehmen, wohingegen größere Hunde im Frachtraum untergebracht werden. Auch hier kommt es auf die Fluggesellschaft an, ob spezielle Transportboxen vorhanden sind oder vom Fluggast mitgebracht werden müssen. Während die Lufthansa zum Beispiel die Bedingungen auf ein Gesamtgewicht von acht Kilogramm und dem maximalen Maß von 55x40x23cm beschränkt, erweitert Airberlin diese Bestimmungen darauf, dass der Hund keineswegs die Box verlassen oder den Kopf herausstrecken darf. Außerdem ist das Stellen der Box auf einen Sitz untersagt, selbst dann, wenn zwei Plätze gebucht werden. Ein Upgrade in die Businessclass ist ebenfalls nicht möglich, wenn ihr mit eurem Vierbeiner fliegt.

dog_hund-transportbox_232218175

Was nahezu alle Airlines fordern, ist eine wasserdichte, ausbruchssichere, stabile und luftdurchlässige Transportbox. Im Vordergrund steht nämlich die Sicherheit des Hundes – zwei Seiten sollten daher luftdurchlässig sein und die gesamte Box eine Verletzungsgefahr ausschließen. Auch ein Wasser- und Fressnapf sollten in der Transportbox Platz haben – vor allem auf Langstreckenflügen ist das enorm wichtig. Auch, wenn die Größe den Bestimmungen der Fluggesellschaft unterliegt, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass euer Liebling genug Bewegungsfreiheit hat, um stehen, liegen und sich drehen zu können. Verseht die Box zudem sowohl mit eurem als auch mit dem Namen eures Hundes, eurer Adresse und führt für den Fall der Fälle eine Kopie der Transportpapiere, der EU-Heimtierausreise und der Einfuhrpapiere mit euch.

Plant eure Reise so früh wie möglich von A-Z

Habt ihr euch für das Fliegen mit Hund entschieden, solltet ihr der Airline die Mitnahme auf jeden Fall frühzeitig bekannt geben. Zwar ist eine Anmeldung bis 24 Stunden vor dem Flug möglich, die Plätze sind jedoch nur begrenzt verfügbar. Ist eine Katze mit an Board, ist die Mitnahme eines Hundes ausgeschlossen. Auch über die Ein- und Ausfuhr- sowie Tierschutzbestimmungen eures Reiseziels solltet ihr euch bereits im Vorfeld informieren – nicht, dass es vor Ort zu Problemen kommt. Seid ihr in Begleitung eines Hundes, der keine Blinden- oder Behindertenführung für euch übernimmt, variieren die Kosten für die Mitnahme meist nach Größe und der Flugzone – zwischen 35 und 300 Euro kann euch die Mitnahme kosten, Blinden- und Behindertenhunde reisen hingegen kostenlos und zudem stets in der Kabine mit.

hund Strand

Um eurem Vierbeiner die Angst vor der Reise zu nehmen, solltet ihr ihn bereits einige Tage vor Abflug an seine Box gewöhnen. Nimmt er darin freiwillig Platz und legt sich sogar zum Schlafen hin, sollte auch auf dem Flug eigentlich nichts mehr schief gehen. Am besten verwöhnt ihr ihn mit seinem Lieblingstrockenfutter und einem Spielzeug, dass nach euch riecht. Außerdem solltet ihr die Box gut verkleiden, damit euer Hund im Schlaf nicht auskühlt. Ganz wichtig: Geht vor dem Abflug so oft wie möglich Gassi! Das ist nicht nur für alle Beteiligten, sondern vor allem für euern Hund angenehm. Von Vorteil ist es, wenn er zwölf Stunden vor Abflug nichts mehr frisst, so könnt ihr bösen Überraschungen vorbeugen. Ratsam ist es auch, die Reise mit dem Tierarzt zu besprechen – sicherlich kann er euch noch wertvolle Tipps geben und euch über die Risiken und Nebenwirkungen von Beruhigungsmitteln aufklären. Entscheidet ihr euch dazu, eurem Hund etwas zu verabreichen, bedenkt bitte, dass die Wirkung durch die enorme Höhe des Fluges viel stärker ist. Auch die Verträglichkeit solltet ihr besser noch zuhause testen.

Diese Airlines bieten die besten Bedingungen an

Wollt ihr euch einen Überblick verschaffen, wie die einzelnen Bestimmungen der verschiedenen Fluggesellschaft aussehen, findet ihr eine tolle Auflistung auf der Seite Skyscanner. Lässt sich eine gemeinsame Flugreise nicht vermeiden, könnt ihr dort vorab nachschauen, welche Airline die besten Bedingungen für das Fliegen mit Hund anbietet. Guckt am besten auch, welche Airline die Strecke ohne Zwischenstopps fliegt – nicht, dass euer Vierbeiner bei der Gepäckverlagerung verloren geht. Ihr merkt, Fliegen mit Hund ist zwar möglich aber bedarf einer gründlichen Vorbereitung – und selbst dann bedeutet der Flug eine enorme Belastung für die Fellnasen. Die Haustierexpertin Christina Nielsen von mein-haustier.de rät daher, sich über die möglichen Konsequenzen bewusst zu sein – schließlich gibt es auch tolle Reiseziele in näherer Umgebung für einen Urlaub mit Hund.