Was tun, wenn der Skiurlaub gebucht ist, aber kein Schnee liegt? Lest hier, welche Rechte euch in dieser Situation zustehen.

Könnt ihr euch noch an das Winter-Szenario des letzten Jahres erinnern? Monate im Voraus war der Skiurlaub gebucht und bezahlt, Wochen vorher hattet ihr euch drauf gefreut: Eigentlich solltet ihr dick eingemummelt im wohlverdienten Winterurlaub sein und die Pisten unsicher machen. Doch daraus wurde nichts. Denn in den meisten Skigebieten lag kaum bis gar kein Schnee, die Wiesen waren grün, die Lifte standen still. Und so wurde aus dem Skiurlaub ganz schnell ein Wanderurlaub. Das Gegenteil von dem, was ihr eigentlich gebucht hattet. Schnell kam folgende Frage auf: Bekomme ich nun mein Geld zurück?

Rechtslage bei Schneemangel im Winterurlaub

Welche Rechte gelten bei Schneemangel? | Geld-zurück-Garantie | Bedingungen für Kostenerstattung

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Winterurlaub ohne Schnee

Die eingetroffene Wettersituation hat für viele frustrierte Gesichter gesorgt, bei dem Klimawandel war dies jedoch kein allzu großes Wunder. Und genau aus diesem Grund galt der Schneemangel auch nicht als Grund für eine kostenlose Stornierung des Urlaubs  leider. Selbst eine gebührenfreie Umbuchung war ausgeschlossen und die im Vorfeld abgeschlossene Reiserücktrittsversicherung griff ebenfalls nicht. Anders als beispielsweise eine Lawine, gilt fehlender Schnee nämlich nicht als Naturgewalt und wird als Risiko gehandelt, mit dem der Reisende zu jeder Zeit rechnen muss. Nun ist die Sorge groß, dass auch dieses Jahr erneut die Pisten grün und die Skier getrost im Keller bleiben können. Doch hat sich etwas an der Rechtslage geändert? Nein, natürlich nicht.

Winterurlaub ohne Schnee Rechte

Schneegarantie – kleines Wort, große Hoffnung

Normalerweise geht man davon aus, die Kosten für seinen Urlaub rückwirkend mindern zu können, sofern ein Reisemangel entsteht. Tritt der Fall ein, wird die Reiseleitung vor Ort oder aber der Veranstalter in Deutschland informiert. Steht euch also ein Winterurlaub ohne Schnee bevor, wäre das eine Möglichkeit. Wenn da nur das Kleingedruckte nicht wäre. Aufgrund von Schneemangel im Winterurlaub einen Teil seines Geldes zurückzubekommen oder Anspruch auf Schadensersatz geltend zu machen ist nur möglich, wenn zwei Bedingungen erfüllt werden: 1. Bei der gebuchten Reise muss es sich um eine Pauschalreise handeln. Wer Hotel und Skipass separat gebucht hat, hat keine Chance, Geld rückerstattet zu bekommen. 2. Der Reiseveranstalter muss mit einer Schneegarantie geworben haben. Da solch eine Garantie jedoch individuell bestimmbar ist, müsst ihr die Formulierung des Veranstalters ganz genau lesen und zur Sicherheit auch einen Blick in das Kleingedruckte werfen. Häufig bezieht sich eine Schneegarantie nur auf bestimmte Zeiten und/oder Pisten, ganz zum eigenen Schutz des Reiseveranstalters. So kann es durchaus sein, dass wenig Schnee liegt, in höheren Lagen das Skifahren durchaus möglich ist und die Schneegarantie somit erfüllt ist. Zusätzlich besteht natürlich noch die Möglichkeit der Skigebietbetreiber, fleißig Kunstschnee zu Produzieren, sodass Ski- und Snowboardfahren auf den weißen Bahnen theoretisch möglich wäre. Somit sind die Reiseunternehmer fein aus dem Schneider.

Winterurlaub ohne Schnee Rechte

Das bedeutet also: Nur wenn Zeitpunkt, Ort und Garantie gemäß der selbst definierten Bestimmung des Reiseveranstalters während eures Aufenhaltes zutreffen, habt ihr eine Chance, einen Teil eures Geldes zurückzubekommen. Für das Einfordern des Geldes solltet ihr euch unbedingt Zeugen vor Ort suchen, die euch schriftlich bestätigen, dass dort kein Schnee liegt. Bilder sind im digitalen Zeitalter von Photoshop leider keine aussagekräftigen Beweise mehr.

Bedingungen für eine Kostenerstattung

  • Es muss sich um eine Pauschalreise handeln, die mit Schneegarantie beworben wurde
  • Das Kleingedruckte stets sehr gründlich lesen, denn der Reiseveranstalter kann die Schneegarantie selbst definieren
  • Totalausfall aller Lifte – auch in Höhenlage -, kein Schnee
  • Beweise in Form von Zeugen sammeln
  • Die Situation zeitnah beim Reiseveranstalter melden

Vor Gericht zu ziehen lohnt sich in solch einem Falle meist nicht, da die Kosten des Verfahrens oft höher sind als die Summe, die euch im Endeffekt erstattet wird. Wie hoch die Rückzahlung im positiven Falle ausfällt, wird nämlich davon abhängig gemacht, was der Reiseveranstalter im Vorfeld versprochen hat. Also hoffen wir einfach mal, dass der liebe Petrus dieses Jahr für reichlich Pulverschnee und ordentlichen Pisten-Spaß sorgt!

Winter-Fans, aufgepasst!