Ihr wolltet immer schon mit Delfinen schwimmen, wilde Bären hautnah erleben oder auf einer Safari in Afrika die Big 5 kennenlernen? Kein Problem! Ich zeige euch, wo ihr die schönsten Orte auf der Welt findet, um wilde Tiere zu beobachten und ihnen besonders nah zu sein.

Eine Reise in ein fernes und fremdes Land bringt so viel Aufregendes und Neues mit sich: Erlebnisse, die sich teilweise ein Leben lang in unsere Köpfe brennen. Die Kulturen und Traditionen anderer Länder kennenzulernen, in ihre Natur einzutauchen und atemberaubende Ausblicke zu genießen kann einfach super spannend sein. Perfekt wird die Reise dann, wenn ihr die Chance bekommt, wilde Tiere in der freien Wildbahn zu erleben, sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und herauszufinden, welche vielfältige Tierwelt das Land zu bieten hat. Viele kennen schon diesen „Ooh!“-Moment, wenn plötzlich bei einer Bootstour Delfine aus dem Wasser hüpfen, auf Safari in Afrika ein Elefant vorbeispaziert oder auch nur in der nächsten Baumkrone vor der Haustür ein Eichhörnchen Nüsse sammelt. Tiere faszinieren einfach! Ich zeige euch die schönsten Orte auf der Welt, an denen ihr die spektakuläre Tierwelt kennenlernen könnt.

Die schönsten Orte, um wilde Tiere hautnah zu erleben

Borneo | Brasilien | Indien

Kanada | Costa Rica | Südafrika

Das gilt es zu beachten

Wilde Tiere dieser Welt

Auf Reisen die natürliche Tierwelt kennenzulernen, ist doch jedes Mal ein echtes Highlight. Wo ihr bei eurer nächsten Erlebnisreise um die Welt große Abenteuer mit Tieren erleben könnt, zeige ich euch jetzt.

Wilde Orang-Utans im tierischen Borneo

Findet ihr Affen auch so putzig wie ich? Dann wäre Borneo, die zu Malaysia gehörige Insel in Südostasien, ein geeignetes Reiseziel für euch. Auf der drittgrößten Insel der Welt und zugleich größten Insel Asiens wartet eine atemberaubende Tierwelt auf Reisende. Über 200 bekannte Tierarten leben dort, darunter auch Orang-Utans und nur auf Borneo vorkommende Nasenaffen. Urlauber können mit einem Reiseveranstalter den Orang-Utans auf Borneo ganz nah sein. Denn für die Rasse gibt es extra die BOS Foundation, die die Bewahrung der Affen auf Borneo schützen soll.

Mit euren Spenden an die BOS (Borneo Orangutan Survial) Foundation könnt ihr zum Schutz der Orang-Utans beitragen.

Zwei Auffang- und Rehabilitationsstationen, zum einen in Samboja Lestari und zum anderen in Nyaru Meteng, werden für etwa 800 Orang-Utans betrieben. Ob verletzte, kranke oder verwaiste Orang-Utans, alle von ihnen werden dort gepflegt und umsorgt bis sie wieder gesund und ebenso fähig sind alleine im Dschungel zu überleben. Zu kranke Tiere oder solche, die zu alt sind, dürfen die Stationen allerdings nicht mehr verlassen und in die freie Wildbahn zurück. Sie müssen in dem Auffangzentrum bleiben. Urlauber können auf ihrer Entdeckungstour mit einem Reiseveranstalter die Station besuchen und die Orang-Utans beobachten. Wollt ihr die Tiere in freier Wildbahn und vielleicht sogar weitere wilde Tiere wie den Sunda-Nebelparder oder das vom Aussterben bedrohte Sumatra Nashorn sehen, empfehle ich euch eine Reise nach Sarawak oder Sabah. Ich kann euch sagen, die Tiere, die wir sonst nur aus dem TV kennen, plötzlich live zu beobachten, bleibt ein unvergessliches Erlebnis!

Schwimmen mit Delfinen in Brasilien

Mit einem Delfin schwimmen – das ist doch sicherlich ein Traum von fast jedem von euch, oder? Im Amazonas in Brasilien bekommt ihr die Gelegenheit dazu, euren Traum wahr werden zu lassen! Der dort lebende Flussdelfin, auch Rosadelfin oder Boto genannt, ist kaum scheu gegenüber Menschen. Vielmehr ist der langsame Schwimmer spielerisch und neugierig unterwegs.

Die wilden Tiere können bis zu drei Meter lang werden und ein durchschnittliches Gewicht von 85 bis 160 Kilogramm erreichen. Als Jungtier ist diese Gattung des Delfins silbergrau, doch im Laufe der Zeit wird seine Farbe rosa. Merkmal ist neben der Farbe seine lange und schmale Schnauze mit Tasthaaren. Außerdem hat der Flussdelfin kleine Augen und statt einer Rückenflosse einen niedrigen Kamm oder Höcker. Leider gehört der Amazonas Flussdelfin zu den bedrohten Tierarten. Geht also bedacht bei der Auswahl des richtigen Anbieters vor und informiert euch über die Konditionen, denn die Auswahl an Tourguides für Ausflüge auf dem Amazonas inklusive „Schwimmen mit Delfinen“ ist riesig. Manchmal kommt es vor, dass die Touren zu Ungunsten der Delfine durchgeführt werden.

Auf der Spur des Königstigers in Indien

Das Nationaltier Indiens und Bangladeschs ist niemand geringeres als der Königstiger, auch Bengal-Tiger genannt. Dieser Tiger lebt insbesondere im Dschungel und ist auf dem indischen Subkontinent verbreitet. Wer einmal diese Rasse in freier Wildbahn sehen möchte, hat in den Nationalparks Corbett, Bandhavgarh sowie Kanha in Indien die besten Chancen.

Die Jagd der Tiger wurde als Freizeitsport angesehen

Im indischen Bundesstaat Uttarakhand befindet sich der Corbett-Nationalpark. Auf etwa 521 Quadratkilometern ist der Königstiger hier neben dem indischen Leopard und wilden Exemplaren des Asiatischen Elefanten eine Hauptattraktion. Auch der Bandhabgarh-Nationalpark in Madhya Pradesh in Indien mit einer Fläche von 480 Quadratkilometern gilt als eines der zuverlässigsten Gebiete, um Tiger in freier Wildbahn zu erleben. Zuletzt ist der Kanha Nationalpark, der 164 Kilometer von Jabalpur im Bundesstaat Madhya Pradesh liegt, einer der bekanntesten Parks, um wilde Tiere zu sehen und sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Bis in die frühen 70er Jahre wurde es erschreckenderweise als Freizeitsport angesehen, die Bengal-Tiger zu jagen, sodass der Bestand der Tiger immer kleiner wurde. Aus diesem Grund hat die damalige Staatschefin Indiens Indira Ghandi 1972 den Königstiger unter Schutz gestellt und zudem das Project Tiger ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts wurden 23 Nationalparks zum Schutz des Tigers ausgewiesen.

Wilde Bären in Kanada

Ein intensives Erlebnis bekommen Tierliebhaber in Kanada, wenn sie sich auf die Reise begeben, um wilde Bären zu beobachten. Ob Schwarz-, Braun- oder Eisbären – im schönen Kanada ist die gesamte Bärenwelt vertreten. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit, Eisbären zu Gesicht zu bekommen, im Zeitraum von Mitte Oktober bis Mitte November bei Churchill an der Hudson Bay. Denn dort befindet sich die Hauptstadt der Eisbären-Beobachtung. Der Kanadier Len Smith entwickelte den Tundra Buggy, der es den Touristen ermöglicht, sicher, komfortabel und warm auf Entdeckungsreise gehen zu können. In einem überdimensionalen Bus mit Ballonreifen, Fenstern auf beiden Seiten sowie einem Observationsdeck fahren die Teilnehmer mit einem Guide zum Hudson Bay, um die tagaktiven Eisbären, die gerne wandern oder schwimmen, hautnah zu sehen.

Falls es euch im nördlichen Kanada zu kalt ist, ihr aber trotzdem nicht auf das Erlebnis, Bären live in freier Wildbahn zu sehen, verzichten möchtet, dann empfehle ich euch eine Abenteuerreise durch den Banff Nationalpark hoch bis nach Japser. Schnappt euch einen Mietwagen und fahrt den spektakulären Icefields Parkway entlang. Die Chancen, dass ihr Schwarz- oder Braunbären am Straßenrand durch die Natur streifen seht, sind groß! Bleibt aber im Auto, denn auch wenn die süßen Tiere zum Knuddeln aussehen, sind sie immer noch wilde Tiere. Wenn sie sich bedroht fühlen, zieht ihr den Kürzeren.

Schildkröten in Costa Rica erleben

Wer Schildkröten mag und schon immer sehen wollte, wie sie ihre Eier legen, der kann das in Costa Rica im Meeresnationalpark Las Baulas beobachten. Vor allem Lederschildkröten, aber auch Karett- und grüne Meeresschildkröten, kommen von Oktober bis März zum Playa Grande, einem der schönsten Strände Costa Ricas, um dort ihre Eier zu hinterlassen. Allerdings findet das Naturschauspiel ausschließlich nachts statt und die Beobachtung darf nur in Begleitung eines Parkführers erfolgen. Während die Schildkröten nisten, sind Taschenlampen und Blitzlichter von Kameras strengstens verboten, da sie die Tiere abschrecken könnten. Im schlimmsten Fall würden die Meerestiere ins Wasser zurückkehren, ohne ihre Eier abgelegt zu haben.

Meeresschildkröten haben in Costa Rica eine große Bedeutung. Ihr Schutz ist dem Land sehr wichtig und so gibt es unzählige Organisationen und Projekte, die dafür sorgen, dass die langsamen Tiere wohlbehütet ihre Eier legen können. Als Volunteer in Costa Rica könnt auch ihr euch für den Schutz der Schildkröten einsetzen.

Um zu nisten, nehmen die Lederschildkröten, die die größten lebenden Schildkröten sind, eine weite Reise auf sich. Sie suchen nach der Stelle, wo sie selbst vor Jahren zur Welt gekommen sind und buddeln genau an dieser Stelle ein Loch in den Sand, um dort etwa 100 tischtennisballgroße Eier hineinzulegen und zu vergraben. Nach diesem Akt kehren sie ins Wasser zurück und die Babyschildkröten krabbeln nach gewisser Zeit aus ihrem Nest und ebenfalls ins Wasser. Das Gute an einem Besuch während der Eiablage ist allerdings nicht nur dieses einmalige Erlebnis, sondern auch, dass Besucher zugleich mit dem bezahlten Eintritt dabei helfen, die Schildkröten zu schützen!

Die Big 5 auf Safari in Südafrika

Eine Safari in Afrika – ein Punkt den wohl fast jeder auf seiner Bucketlist stehen hat, oder? Auf über einer Million Quadratkilometer gibt es dafür in Südafrika eine Menge Potenzial und durch die völlig unterschiedlichen Klimazonen auch viele verschiedene Tierarten zu entdecken. Die klassischen Big 5 – Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden – sind in den meisten großen Nationalparks zuhause. Ob an der Westküste bei Kapstadt, im Süden bei Port Elizabeth, im Westen an der Wild Coast oder im weltbekannten Krüger Nationalpark – egal, wo ihr gerade herumreist, die Welt der wilden Tiere könnt ihr hier überall entdecken.

Im Addo Elephant Nationalpark könnt ihr sogar die Big 7 beobachten. Neben den bekannten Big 5 leben hier auch Wale und Weiße Haie direkt an der Südküste Südafrikas. Mehr dazu lest ihr in meinem Wildlife Südafrika Artikel.

Wichtig ist, dass die Tiere in den Parks, die sich über hunderte und sogar tausende Kilometer erstrecken, ihr natürliches Leben führen können. Sie haben hier eine gute, geschützte Umwelt, in der sie frei leben und sich austoben können. Die Wildschutzgebiete sollen Südafrikas Tierwelt vor allem vor ihren größten Feinden schützen, den Menschen. So werden Wilderer seit einigen Jahren sogar von der Armee Südafrikas verfolgt. Bei einem Besuch einer der Nationalparks müsst ihr euch also selbstverständlich auch an gewisse Regeln halten, die lediglich dem Schutz der wilden Tiere und der Natur dienen. Bucht am besten organisierte Safaris, die von Wander-, über Boot-, bis hin zu Jeepsafaris reichen. Das wird definitiv ein Highlight auf eurer Reise!

Das gilt es zu beachten!

Wir wollen die Welt der Wildtiere belassen wie sie ist, nicht in ihren Lebensraum oder den Lauf der Natur eingreifen. Obwohl wir als Menschen leider schon viel Lebensraum zerstören, gibt es immer mehr Projekte und Organisationen, die versuchen, dem entgegenzuwirken. Mit diesen einfachen Tipps könnt ihr schon viel bewirken und euren Beitrag dazu leisten, dass es den Tieren, die ihr beobachtet, weiter so gut geht und sie in ihrer Wildbahn und ihrem Leben nicht gestört werden.

  • Lasst den wilden Tieren ihren Freiraum, versucht nicht sie anzufassen oder zu streicheln, solange dies nicht ausdrücklich erlaubt ist und nach gesundem Menschenverstand auch kein Tier bedrängt. Tierparks, die diese Möglichkeit gegen Bezahlung anbieten, solltet ihr immer zunächst kritisch hinterfragen.
  • Füttert niemals wilde Tiere! Auch wenn ihr es gut meint, ihr tut dem Tier damit nichts Gutes.
  • Versucht bei jeglichen Angeboten mit Tieren, die von Parks oder Veranstaltern organisiert werden – seien es Shows, Ausritte oder das bloße Anfassen dieser – immer herauszufinden, ob die Tiere artgerecht leben dürfen.
  • Wollt ihr Fotos oder Videos von den Tieren machen, versucht darauf zu achten, dass ihr keinen störenden Blitz eingesetzt habt. Einige wilde Tiere könnte das erschrecken.
  • Seid ihr im Lebensraum der Tiere unterwegs, achtet vor allem dann (aber bitte auch so) stets darauf, euren Müll nirgends zu hinterlassen! Es könnte die Tiere umbringen.

Entdeckt die wilden Tiere dieser Welt

Und, konnte ich euch davon überzeugen, neben der üblichen Reise in der Sonne unter Palmen und am Meer, einfach mal eine Entdeckungsreise in die spannende Tierwelt zu unternehmen? Für weitere interessante Artikel schaut doch mal in mein Reisemagazin.

 

Zum Reisemagazin

Mehr zum Thema Tierwelt: