Es ist eine der größten Veränderungen in der Geschichte von National Geographic. In seiner kürzlich gehaltenen Rede zum Kampf gegen die globale Erwärmung behauptete Barack Obama, dass die weltweit größte Wissenschaftsorganisation seine Atlanten ändern werde aufgrund des schwindenen Eises in der Arktis. Jetzt bestätigte National Geographic die Aussage: „Ja, Mr. President, wir ändern unseren Atlas.“

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Größte Veränderung seit Ende der Sowjetunion – National Geographic ändert Atlas

Es war mehr als nur ein rhetorisches Mittel seiner Rede. „Das Abschmelzen der Polkappen hat National Geographic dazu gezwungen, die größte Veränderung in seinen Atlanten vorzunehmen, seit die Sowjetunion auseinander brach“, sagte Obama Anfang des Monats in seiner Rede zum größten Kampf gegen den Klimawandel. Nur Stunden später antwortete National Geographic: „Er hat recht. In der zehnten Edition des National Geographic Atlas of the World mussten wir das Eis radikal schrumpfen. Es ist eine der markantesten Veränderungen in der Geschichte unserer Veröffentlichungen.“ September 2014 wurde die Edition gedruckt. „Seitdem ist das Eis noch weiter geschmolzen“, erklärte Juan José Valdés, Geograph bei National Geographic. Da der Arktische Sommer noch einige Wochen weg sei, könne noch nicht gesagt werden, ob ein weiterer Rekord gebrochen werde. „Man muss sich aber nur die Satellitenbilder anschauen, um die Ausmaße der globalen Erwärmung zu sehen.“

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Darstellung der Arktis in der 10. Edition des National Geographic Atlas of the World

„Atlanten zeigen den Menschen, wie sich unsere Welt verändert“

Laut NASA-Bericht habe sich das Eis der Arktis seit den späten 70er Jahren um 12 Prozent zurückgezogen – mit rasanter Verschlechterung seit 2007. Im Mai 2014 soll die dritttiefste Meereisausdehnung seit der Aufzeichnung durch Satelliten festgestellt worden sein. „Man hört ständig Medienberichte zum Thema globale Erwärmung“, erklärt Valdés. „Bis man aber eine ausgedruckte Weltkarte in der Hand hält, kommt die Message nicht richtig an.“

Die vorgenommene Veränderung basiert auf den offiziellen Arktis-Messungen von 2012. Einige Wissenschaftler äußerten sich kritisch dazu. „2012 war ein Rekordtief. Wenn dies die Basis für die Darstellung der Karte ist, dann wird der Langzeittrend übertrieben dargestellt“, erläuterte Walt Meier, NASA-Wissenschaftler. „Eine Lösung wäre, den Durchschnitt von mehreren Jahren zu nehmen.“ Valdés, Geograph bei National Geographic, erklärte jedoch, dass man zu der Zeit der Produktion lediglich die Werte von 2012 nutzen konnte, sowie einige Trends über eine Periode von 30 Jahren. „Wir sind uns bewusst, dass sich das Eis konstant verändert und Veränderungen innerhalb weniger Monate stattfinden können“, sagte Valdés. Es sei definitiv eine Herausforderung, eine dynamische Umgebung in fixen Formen darzustellen. Dennoch, „Atlanten zeigen den Menschen, wie sich unsere Welt verändert.“

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