Einreisen in die USA ist für so manchen Urlauber schon zu einem zähen, nervigen Akt geworden. Ich habe schon von Geschichten gehört, in denen die freudig erwartete USA-Reise mit stundenlangem Warten und Filzen begonnen hat. Und obwohl das natürlich nicht oft passiert, ist wohl niemand vor dieser nervigen Prozedur gefeit. Dass Passagiere von dieser Möglichkeit nicht gerade angetan sind, besonders, wenn sie noch einen Anschlussflug zu erwischen haben, ist wohl nichts Neues.

Das ist nicht zuletzt dem Präsidenten der USA, Barack Obama, bekannt. Und so gab er das allgemeine Versprechen, Einreisen in die USA in Zukunft zügiger über die Bühne zu bringen. Wie das gehen soll? Nun, nicht etwa mit der Lockerung der Kontrollen. Vielmehr sollen die seit 2001 verschärften Einreisekontrollen bereits am heimischen Flughafen durchgeführt werden. Diese sogenannten  „Pre-Clearance Programme“ oder auch „vorgelagerte Sicherheitskontrollen“ wurden erstmals 1952 eingeführt und es gibt sie bereits an vielen Flughäfen auf der Welt wie Shannon und Dublin in Irland, in einigen Städten Kanadas wie Toronto und Vancouver, auf Bermuda, Bahamas und seit Januar 2014 auch in Abu Dhabi.  Dabei ist vorgesehen, dass eine Abteilung des US-Heimatschutzministeriums (DHS) am jeweiligen heimischen Flughafen eingerichtet wird, die die Kontrollen durchführt.
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Pre-Clearance Programme in Deutschland geplant

Die nächsten Flughäfen, die eine solche Abteilung planen, sind momentan Schiphol in Amsterdam und der internationale Flughafen in Dubai. Und nun ist auch eine solche Anfrage für den Flughafen in Frankfurt eingegangen. Diese wird zur  Zeit noch geprüft. Zwar hat Frankfurt bereits eine solche Abteilung des Heimatschutzes der Vereinigten Staaten, jedoch hat sie bisher nicht die benötigten erweiterten Kompetenzen.

Das Pre-Clearance Programm hat natürlich den unumstößlichen Vorteil, dass Passagiere, ein mal in den USA angekommen, dort wie einheimische Reisende behandelt werden und so viel schneller abgefertigt werden können. Nach den vielen Stunden der Anreise muss man also nicht mehr zusätzlich lange warten, bis man zu seinem Hotel kommt, oder aber noch bangen, ob man den Anschlussflug erwischt. Auf der anderen Seite werden jedoch auch Stimmen laut, die den USA vorwerfen, mit solchen Maßnahmen nur verhindern zu wollen, dass eventuelle Asylbewerber in das Land einreisen. Diese haben nämlich seit 1951 per Gesetz das Recht auf Schutz, sobald sie amerikanischen Boden betreten haben.

Die vorgelagerten Kontrollen sind aber in jedem Fall praktisch. Und das nicht zuletzt für den Fall, dass euch tatsächlich mal die Einreise in die USA verweigert würde (was ich nicht hoffe). Den amerikanischen Kontrolleuren ist es nämlich nicht gestattet, euch auf heimischem Boden festzunehmen, was euch in den USA drohen würde.  Desweiteren würde euch so immerhin der lange Rückweg nach Hause erspart! ;)