Es gibt Momente, die dein ganzes Leben verändern. Nino Haase hat 2009 die höchste Summe gewonnen, die je in der deutschen TV-Geschichte vergeben wurde. Um kurz nach 1 Uhr nachts besiegte er Stefan Raab mit einem finalen Billardstoß bei „Schlag den Raab“. Innerhalb weniger Sekunden war Nino um 3 Millionen Euro reicher. In einem exklusiven Interview mit Urlaubsguru erzählt der 32-Jährige wie es sich mit 3 Millionen – mittlerweile sogar einiges mehr – so lebt und vor allem welche Urlaube sich ein Multimillionär so gönnt. Ein lockeres Gespräch zwischen Autobahnstau und Fitnesstudio, ein kleiner Chat mit Millionär Nino Haase über 3000€ Apartments, seine Schmerzgrenze bei Urlaubsreisen und seine Elite-Reisetruppe „United Nations of Fun“.

Schlag den Raab Gewinner Nino Haase spricht über seine Urlaube als Multimillionär

„Die ersten zwei Stunden konnte ich darüber nachdenken, danach war ich zu betrunken.“ Mit 27 Jahren staubte Nino den größten Gewinn der TV-Geschichte ab. Zu der Zeit hatte er gerade seine Stelle als Chemie-Doktorand angetreten, lebte in Mainz und verdiente weniger als 1000€ im Monat. Der Gewinn veränderte sein Leben. „Am Anfang war ich naiv, dachte, es wird sich eh nichts ändern, außer vielleicht, dass ich nicht mehr regelmäßig nach einer Dispo-Erhöhung fragen muss“, erzählt Nino. „Doch alles hat sich grundlegend verändert.“ Die Medien überschlugen sich nach dem Rekord-Gewinn. Schlagzeilen zum angeblichen Heiratsantrag, Talkshow-Auftritte… „Die ersten Jahre war ich berühmt.

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Seit dem Millionenregen ist Nino doch recht viel in der Welt unterwegs. Nicht immer besonders lang – 1 Nacht in New York, 5 Tage Mallorca, 10 Tage Bali – aber gerne und öfter mal. Noch heute wird er von Leuten erkannt und vor Kameras gezerrt. „Selbst als ich in Neuseeland war, oder in New York – überall gab es Deutsche, die mich erkannt haben. Auf dem Oktoberfest oder beim Skifahren kommt das auch ständig vor.“ In Mexiko, auf Island, auch in der Ukraine sah die Groupie-Lage doch um einiges entspannter aus… aber der Reihe nach:

Urlaubsguru: Wie sah der erste Urlaub aus mit 3 Millionen Euro auf dem Konto?
Nino: „Wir haben uns ein Cabrio gemietet, meine damalige Freundin und ich, und sind durch Norditalien, nach Venedig. Da hatten wir auch eine echt schöne Unterkunft, mit Balkon über dem Kanal. 200€ die Nacht mit Frühstück – also preislich jetzt auch nicht wer weiß wie teuer. Ja… dann waren wir noch eine Woche auf Mallorca – auch nichts mega Luxuriöses. Ich hatte ja auch noch meinen Job, da konnte ich nicht so viel frei nehmen.“

Wieso bist du mit den 3 Millionen nicht einfach auf und davon, einfach mal für ein paar Jahre weg?
„Wenn ich mit meinem Leben und meinem Dasein unzufrieden wäre, dann würde ich vielleicht abhauen. Aber ich bin glücklich, warum sollte ich dann weg? Häufig ist es dann auch eher eine Art Flucht, wenn man einfach abhaut, dann kann ich das auch nicht zu 100 Prozent genießen. So wie es gerade läuft, muss ich nicht groß weg. Man kann auch hier echt schöne Sachen machen.“

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Auf was für Reisen stehst du? Strand, Hotelurlaub, lieber Action, Natur oder reiner Partyurlaub?
„Ach, alles eigentlich. Partytrips mit meinen Kollegen sind super, zum Beispiel Trips nach New York oder Bali. Nach Neuseeland bin ich mit meiner Familie, zum Wandern und um die wahnsinnige Natur genießen. Dann war ich aber auch in Mexiko komplett abseits von jeglichem Tourismus, da gibt es einfach mal den schönsten Strand der Welt, da lieg‘ ich dann auch mal paar Tage nur am Strand. Vor kurzem war ich auf Fuerteventura zum Kitesurfen – also ich bin bei allem dabei.“

New York, Bali, Mexiko, Neuseeland… Das liegt ja nicht gerade um die Ecke. Was hast du noch für Urlaube gemacht seit deinem Gewinn?
„Eine Freundin von mir hatte vor 2 oder 3 Jahren ein Around-the-World-Ticket gekauft und ist durch die ganze Welt gereist, da habe ich sie auf einigen ihrer Stopps besucht. Kanada, zum Beispiel, und dann auch drei Wochen Mexiko. Davor war ich für vier Wochen in Neuseeland, und sonst… ja, ich gehe total gerne Ski fahren. Letztes Jahr war ich glaube ich fünf Mal Ski fahren in Sölden. Auf Mallorca war ich auch ziemlich häufig. Immer mal wieder für eine Woche – Mallorca ist echt total schön. Achja… und wir haben uns mit fünf Freunden ein Wohnmobil gemietet und sind zwei Wochen durch die Ukraine gefahren zur Europameisterschaft – das war ziemlich geil. Wir sind die ganzen Vorrundenspiele abgefahren. Westukraine, Kiew, dann Russland. Halben Weg bis zum Himalaya sind wir gefahren, haben wir hinterher mal ausgerechnet.“

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn du als Multimillionär Urlaub machst? 5 Sterne Hotel, Roomservice, Privatstrand?
„Also ich geh jetzt nicht mehr ins Gruppendorm – Ich habe auch meine Schmerzgrenze. Für eine Woche Pauschalurlaub würde ich jetzt nicht mehr als 1500€ ausgeben – das sehe ich nicht ein, das macht mir dann auch keinen Spaß mehr. Wenn ich mal einen Wochenendtrip mache, dann darf es schon mal ein schöneres Hotel sein, aber 250€ ohne Frühstück finde ich schon echt viel. Vielleicht mal für die Hochzeitsnacht einen Tausender zahlen, aber sonst definitiv nicht.“

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Deine teuerste Unterkunft?
„In New York haben wir uns mit 6 oder 7 Leuten ein Airbnb Apartment genommen. Das hat dann irgendwie 3000€ die Nacht gekostet… aber bei den vielen Leuten zahlt man dann 500€ pro Nacht, das kann man dann auch mal machen. Es war auch ein verdammt geiles Apartment.“

Verreist du mit Leuten, die weniger Budget haben als du?
„Ja klar. In Mexiko war ich mit einer Freundin unterwegs, Studentin, die halt sparen muss, dann sind wir in kleinen Hütten untergekommen für nur 2,50€ pro Nacht. Fußpilz inklusive… aber ansonsten war es ganz cool. Ich habe aber auch eine echt coole Reisetruppe – die „United Nations of Fun“. Das sind Leute aus Südafrika, USA, England – viele davon wohnen in der Schweiz, und wir machen gerne mal spontane Trips irgendwohin. Bali, New York… das sind immer absolute Hammertrips.“

Dein krassester Urlaub?
„Oh man! Vor zwei Jahren war ich in Island. Irgendwann ruft mich mein Kumpel an und sagt, dass er unbedingt noch in die Sonne will. Ich sag‘, ich komm Samstagabend wieder, ab Sonntagmorgen kann ich mit. Gesagt, getan. Es ging dann in die Türkei – das war nicht ohne. 

Nein, noch nichts von gehört!
„Der Club, in dem wir waren, da ging es zu wie im alten Rom. 95% der Frauen sind da frisch getrennt. Das ist schon echt krass. Da habe ich aber meinen Hang zum All Inclusive Club Urlaub entdeckt… also jetzt nur was Essen, Getränke etc. angeht ;-) Wenn man wirklich ausspannen will, ist Cluburlaub einfach das Beste. Nicht vom Gelände bewegen, keine Gedanken über zusätzliche Ausgaben, über Probleme zu Hause. Club-Angebote sind zwar immer etwas teurer, aber das ist schon echt super.“

Welche Länder stehen noch auf deiner Löffelliste?
„Ein Kindheitstraum von mir ist schon immer Japan. Die Leute sind da so verrückt, die Landschaft ist der Wahnsinn – generell gibt’s da so viele verrückte Sachen. Ich bin leidenschaftlicher Karaoke-Sänger, da will ich in Japan unbedingt mal mein Können unter Beweis stellen. USA reizt mich zum Beispiel gar nicht. Der Tagestrip nach New York bei Nacht war schon cool, aber ansonsten ist das eher nicht so meins. Bali, bzw. Indonesien im Allgemeinen, hat mir total super gefallen, da war ich letztes Jahr für zehn Tage. Also Bali selbst muss ich jetzt nicht unbedingt nochmal hin, ist ziemlich überlaufen, aber es gibt da so viele andere Inseln in der Nähe, die sind einfach super – da würde ich gerne nochmal hin.“

Bali Strand

Springt für deine Familie auch ab und an mal eine Reise raus?
„Ja, mit meinen Geschwistern war ich ja in Neuseeland, das hab ich denen zu Weihnachten geschenkt. Und sonst wollen wir meinem Vater jetzt zum 70. Geburtstag eine Reise nach Afrika schenken. Der ist totaler Afrika-Fan, ist jetzt seit zwei Jahren Rentner, und erzählt die ganze Zeit, dass er Urlaub machen will, macht er aber nicht. Deswegen wollen wir dann mit der ganzen Familie nächstes Jahr nach Afrika. Namibia vielleicht, das ist ja auch wegen der deutschen Geschichte sehr interessant, oder Südafrika – auch ein wichtiges Ziel. Wir werden sehen… auf jeden Fall haben wir alle schon große Lust darauf.“

Multimillionär gefangen in der Berufstätigkeit – Ninos Pläne für die Zukunft

Seine Stelle als Chemie-Doktorand hatte Nino zweieinhalb Jahre nach dem Schlag-den-Raab-Gewinn gekündigt. Durch seine lustige, lockere Art flatterten so einige interessante Angebote bei ihm ein. Für ein „unterhaltsames Zwischenspiel“ arbeitete er erst einmal als Radio-Moderator bei Antenne Mainz. Seit eineinhalb Jahren ist er jetzt aber doch wieder Doktorand in Augsburg, gerade in der Halbzeit. Aus München pendelt er jeden Tag hierher. „Die Deutschen kommen einfach nicht mit dem Reißverschlussverfahren klar – das macht mich richtig aggressiv“, motzt Nino genervt. „Das muss dringend mal gesagt werden. Das musst du in den Text schreiben!“ Hab‘ ich, Nino. ;-)

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Sobald er sich wieder etwas beruhigt hat, erzählt mir Nino von seinen zukünftigen Plänen.

„Wenn ich mit dem Doktor fertig bin, will ich erst einmal reisen. Nicht ein ganzes Jahr oder so, da bin ich nicht der Typ für, ich mach das lieber punktuell. Ich brauch halt einen Job, der flexibel ist. Mal vier Wochen Urlaub, dann wieder ein halbes Jahr arbeiten – selbstständig müsste man sein!“ Eines von Ninos vielen Nebenprojekten ist ein  Startup-Unternehmen. „Das ist eine Art Doktorandenbörse, wo Unternehmen und Universitäten ihre Kandidaten herziehen können. Das ist grade ziemlich gefragt, das wird noch richtig gut.“

Neben großen Zukunftsplänen liegt Nino aber eins noch immer sehr am Herzen: Der Stefan

Stefan

Warum beendet Stefan deiner Meinung nach seine TV-Karriere?
„Ich glaube, ihm ist es einfach zu doof, immer den Clown vor der Kamera zu spielen. Er will sich ganz auf seine Produzenten-Rolle konzentrieren, der Macher im Hintergrund. Er hatte ja schon einmal gesagt, dass er mit 50 nicht mehr vor der Kamera stehen will. Das ist fair.“

Was wünscht du dir für die letzte Schlag den Raab Ausgabe?
„Na, irgendwas müssen die sich ja überlegen. Die sollten ein Best-of bringen. Doppelt oder nichts. Ich bin sofort dabei! :-)“