Der britische Großunternehmer Richard Branson ist bekannt für ungewöhnliche und kostspielige Projekte. Die „Virgin Group“ hat in beinahe jeder Branche die Finger im Spiel. So könnt ihr beispielsweise mit einem Flieger von Richard Bransons eigener Airline Virgin Atlantic in eines seiner Luxusresorts in Afrika oder in der Karibik fliegen. Steht euch der Sinn nach etwas ganz Außergewöhnlichem, dann könnt ihr euch auch auf die Warteliste für einen Weltraumflug eintragen lassen und dem Mond entgegen fliegen.

Ganz nebenbei war er derjenige, der versuchte, die Erde mit einem Heißluftballon zu umrunden und der es schaffte, auf einem Surfbrett und mit Kite den Ärmelkanal zu überqueren. Um Wettschulden zu begleichen, servierte er in einem Stewardessen-Kostüm, mit glatt rasieren Beinen und hübschem Make-Up Getränke auf einem Flug seiner Airline. Zwischen Perth und Kuala Lumpur können sich die Fluggäste über einen außergewöhnlichen Anblick freuen.

Bei all diesen Storys über Branson wundert mich seine neuste Mitteilung auf seinem Blog eigentlich nicht mehr sonderlich.

Virgin-Mitarbeiter dürfen so viel Urlaub nehmen wie sie wollen

Die Aussage ist klar: Flexibles Arbeiten wird immer beliebter. Denn Mitarbeiter vieler Unternehmen benötigen heutzutage für ihre Arbeit nur einen Laptop mit Internetzugang und die Arbeit kann losgehen. Da ist es ganz egal, ob dieser Laptop in einem Büro steht oder auf dem sonnigen Balkon eures Bungalows in Griechenland. Die Arbeit ist die gleiche, nur der Ausblick ist tausendmal besser.

Wenn man also zu jeder Zeit und an jedem Ort arbeiten kann, warum sollte man dann an den strikten Urlaubsregelungen festhalten? Das ist die Frage, die sich der Virgin-Gründer nun stellt.

Richard Branson hat seine Idee ursprünglich von Netflix, einer Video-on-Demand-Plattform, die gerade auch hier in Deutschland so richtig durchstartet. Hier können die Angestellten so viel Urlaub nehmen wie sie möchten und niemand, weder die Vorgesetzte noch der Kollege, zählt nach.

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Verantwortungsbewusste Arbeit und erhöhte Kreativität

Hier scheint diese Regelung gut zu funktionieren – die Mitarbeiter sind ausgeglichener, kreativer und gehen mit der neu gewonnen Freiheit sehr verantwortungsvoll um. Man geht bei Netflix also davon aus, dass die Mitarbeiter genau wissen, ob ihre Arbeit in ihrer Urlaubszeit ruhen kann und ob das Team auch ohne die Hilfe des urlaubenden Mitarbeiters zurechtkommt. Wichtig ist, dass das Unternehmen oder auch das eigene Projekt in der Urlaubszeit nicht leidet. Eine verantwortungsvolle Vor- und Nacharbeit ist also unumgänglich. Wichtig ist den Verantwortlichen von Netflix die Qualität der Arbeit und nicht die Zeit, die dafür verwendet werden muss.

Flexibilität und Eigenverantwortung – das sind die Attribute, die auch Richard Branson für sein Unternehmen besonders hervorhebt. Doch nicht nur die Virgin Group, sondern auch immer mehr weitere internationale Unternehmen schließen sich den Überlegungen zu dieser revolutionären Urlaubsregelung an. Studien haben nämlich ergeben, dass zufriedene und ausgeglichene Angestellte weniger krank sind und mehr Eigeninitiative zeigen. Häufig nehmen Mitarbeiter dann sogar weniger Tage frei als ihnen eigentlich zustehen würden.

Für mich ist das eine perfekte Lösung. Ihr wisst ja selbst, wie spontan meine absoluten Urlaubskracher-Angebote  sind. Wenn ihr dann unkompliziert Urlaub nehmen könnt, stehen euch demnächst noch viel mehr günstige Angebote zur Verfügung. Schlagt die Idee doch einmal euren Vorgesetzten vor, vielleicht müsst ihr dann demnächst auch keine Urlaubsanträge mehr ausfüllen und könnt einfach losfliegen und die Welt entdecken.