Der Künstler Jason deCaires Taylor erschafft Orte, die euch aus dem Staunen nicht mehr herausbringen werden. Taucht mit mir ab in das wohl einzigartigste Museum dieser Welt und besucht die Unterwasser Skulpturen vor den Küsten Mexikos, Lanzarotes und Grenada. Was euch erwartet ist eine Welt, die sich auf einem schmalen Grad zwischen Faszination und Unheimlichkeit bewegt.

Was sich vor den Küsten Mexikos, Lanzarotes und Grenada abspielt, haben bestimmt noch nicht viele gesehen. Wer sich hier vom Land verabschiedet, wird von einer Welt voller Unterwasser Skulpturen erwartet. Der britische Künstler Jason deCaires Taylor hat einen Ort erschaffen, der zugleich begeistert, aber auch alleine schon beim Betrachten ein seltsames Gefühl auslöst.

Metamorphose der Unterwasser Skulpturen

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© Jason deCaires Taylor/CACT

Ein Museumsbesuch mit Flossen

Jason deCaires Taylor hatte eine einzigartige Idee, als er beschloss, Unterwasser Parks voller Figuren zu errichten, deren Vollendung nie stattfindet. Er kreiert zwar Skulpturen und platziert diese, der wahre Star dieser Vorstellung aber ist die Natur selbst. Algen, Korallen und andere schuppige Meeresbewohner nehmen sich dieser Aufgabe an und machen seine Werke zu etwas ganz Besonderem. Aufgrund der Natur werden die Figuren so konstant geformt und verändert.

Besonders der Naturschutz liegt Jason deCaires Taylor am Herzen, denn mit seinen Unterwasser Skulpturen möchte er den Lebewesen fernab vom Festland neuen Lebensraum geben und so neue Riffe erschaffen, die durch Menschenhand bereits gelitten hatten. Durch seine Parks werden andere Tauch-Hot-Spots in der Umgebung entlastet, die Riffe können sich wieder erholen. Die Art von Beton, die er für seine Figuren verwendet, wird von Meeresbewohnern noch besser aufgenommen.

Gesellschaftskritik unter Wasser

Der Künstler achtet bei seinen Projekten auch auf gesellschaftskritische Hintergründe – so sieht man einen übergewichtigen Mann mit Fast Food vor dem Fernseher, Männer in Anzügen neben ihren Aktenkoffern, die den Kopf im Sand vergraben, oder ein Boot voller Flüchtlinge. Blickt man in die Gesichter der Menschen und sieht, wie die Natur sie geformt hat, überkommt einen doch ein mulmiges Gefühl.

Bis zu zehn Meter tief muss man tauchen, um eine der unzähligen Unterwasser Skulpturen zu bestaunen. Alleine vor der Küste Mexikos, wo das „Museo Subacuático de Arte“ entstanden ist, erwarten einen an die bis zu 500 einzelne Figuren. Auch meine Praktikantin Mara hat sich übrigens von diesen Kunstwerken auf der Isla Mujeres verzaubern lassen. Mehr Bilder zu ihrem Taucherlebnis findet ihr hier.

Unterwasserpark vor Lanzarote

Wenn ihr nicht bis nach Mexiko fliegen möchtet, dann könnt ihr seit dem 2. Februar 2016 auch vor der Küste von Lanzarote in einem ganz neuen Skulpturenpark tauchen gehen. In den kommenden Monaten soll der Park von rund 35 auf bis zu 300 Figuren erweitert werden

  • Ort des Geschehens: Playa Las Coloradas bei Yaiza im Südwesten von Lanzarote.

Wenn auch ihr in diese Welt abtauchen wollt und mit eigenen Augen sehen möchtet, welche Kreativität die Natur aus den Skulpturen schöpft, dann ab in den Flieger und rein in die Flossen:

Fotos: www.underwatersculpture.comfacebook.com/Jason-deCaires-Taylor